Upload Ping Download Ping

@Rainbowprincess
Danke für die Rückmeldung. Wir können das Thema damit auch gerne abschließen, aber drei Punkte möchte ich nicht so stehen lassen:

1. Wie das CMTS und TDMA/OFDMA wirklich arbeiten:

Das CMTS streckt oder vergrößert nicht die zeitlichen Intervalle zwischen den Zuweisungen, wenn ein Segment gedrosselt wird. Der Takt der MAP-Frames (Media Access Plan) ist mit ca. 1-2 ms zeitlich absolut starr.

Was sich bei schlechten Signalwerten dynamisch anpasst, ist die Modulation – also wie viele Bits pro Zeitschlitz übertragen werden. Da Gameserver-Traffic meilenweit unter jedem gedrosselten Limit liegt, bekommt das Modem in jedem regulären Frame seinen Slot.

Jitter und Latenzspitzen entstehen bei DOCSIS-Überlastung nicht durch künstlich gestreckte Zeitschlitz-Intervalle, sondern durch Bufferbloat, wenn zu viele Modems gleichzeitig Sendeanträge stellen und Pakete im Puffer auf spätere Frames warten müssen. Das ist ein wichtiger technischer Unterschied. Das entsteht sogar oft beim Kunden selbst und ist nicht auf DOCSIS beschränkt. Sogar DSL hat Bufferbloat und auch Glasfaser KANN es haben.

2. Rhetorik vs. Aussage:

Wenn du schreibst, Coax sei "nichts für Anspruchsvolle" und Zocker explizit als Gegenbeispiel zu 'Oma Trude' nennst, für die das Netz reicht, dann ist "Kabel taugt nicht fürs Zocken" genau die Botschaft, die beim Leser ankommt. Schön, wenn du das jetzt relativierst.

3. Betreiber vs. Technologie:

Du schreibst selbst:
Rainbowprincess schrieb:
dass diese technologie einfach schlecht ist, wenn man sie wie Vodafone überhalb ihrer Spezifikation und Empfehlung betreibt.

Genau das war mein Punkt. Wenn ein Anbieter Netze kaputtspart, nicht rechtzeitig segmentiert und meilenweit außerhalb der Spezifikation betreibt, ist der Provider das Problem. Das betrifft dann aber die schlechte Netzpflege des Betreibers und ist kein indikator dafür das DOCSIS schlecht sei.

Belassen wir es dabei.
FTTH ist ohne Frage die Zukunft, aber ein sauber gepflegtes DOCSIS-Segment liefert auch heute tadellose Performance – das Problem sitzt in der Zentrale des Providers, nicht an DOCSIS selbst.
 
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Rainbowprincess schrieb:
Da aber auch er die typischen DOCSIS bedingten Probleme hat
Ein Speedtest eines einzelnen Anschlusses testet aber nicht das Segment oder den Bufferbloat des CMTS, sondern primär den Bufferbloat des Routers/Modems des Anschlussinhabers.

Hier Kabelanschluss 500/80Mbit/s am Abend:

ohne QoSmit QoS
bufferbloat-test_noqos_evening.png
bufferbloat-test_qos_evening.png
 
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@qiller darf ich Fragen was du als Router an deinem Anschluss benutzt?
Sind ja Top Werte.
VF Station im Bridge-Mode und Flint2 dahinter oder was hast du am Start?
 
Das ist eine Kombination aus Kabelrouter vom Provider im Bridge-Modus (ist son Technicolor-Teil) und Hardware-Firewallrouter mit QoS-Regelwerk (IPFire). In IPFire kannst da quasi dein eigenes Regelwerk basteln. QoS wurde dort vor ein paar Jahren auch auf den Cake-Algo umgestellt.

Was viele im Übrigen auch vergessen: Netzwerkpakete von Games bestehen nicht aus "Pings". D.h. ein einfaches Priorisieren von ICMP bringt da nix. Gibt dann zwar schicke A+ Wertungen, aber Spiele können bei falschem Regelwerk trotzdem laggen.

Und: Wie hier schon richtig angemerkt wurde, ist das ganze Thema QoS/Bufferbloat von Routern nur wirklich relevant, wenn die Leitung stark ausgelastet wird (z.B. wenn man den Anschluss nicht allein nutzt). Wenn man schon ohne Netzwerklast schlechte "Pings", Packetlosses oder starken Jitter hat, hilft ein besserer Router/QoS-Regelwerk auch nicht weiter. Dann muss weiter analysiert werden, ob das ein Provider-bzw. Anschluss-, Routing- oder Targetserverproblem ist.
 
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Danke für die Info!
Wir sind zu Dritt (Frau und Tochter auch Gamer) und haben 1000/50er Leitung. Aktuell nutze ich noch die Fritzbox 6591 Cable, dort gibt es nur deren einfaches "priorisieren" man merkt den Bufferbloat stark wenn irgendjemand bei uns dann Anfängt was runter zu laden oder den Upstream zuballert.

Was viele nicht realisieren, selbst beim Download z.B. von Steam wo zig verschiedene einzelne Segmente gedownloaded werden wird der Upload benötigt. Bei 800Mbit Download kann gut und gerne bis zu 20Mbit im Upload für ACK-Pakete an den Download-Server beansprucht werden.

Ich konnte es auf B+ bringen indem ich bei den Rechnern den Download in jeder App auf 880Mbit limitiert habe. Wird was runtergeladen haben nicht alle gleich ein Ping von 2000ms und PL.

Bald gibt es hier auch GF von OXG (werde wohl bei VF bleiben) - dann dachte ich an einen Flint2 oder selbst mit einem Lenovo 1L SFF-PC ein Router mit OpenWRT zu basteln und dann CAKE für QoS zu nutzen.
 
Efaniel schrieb:
Aktuell nutze ich noch die Fritzbox 6591 Cable, dort gibt es nur deren einfaches "priorisieren" man merkt den Bufferbloat stark wenn irgendjemand bei uns dann Anfängt was runter zu laden oder den Upstream zuballert.
Ja die Begründung von fritz/AVM bzgl. den "Cable"-FritzBoxen ist ja auch abenteuerlich. Anstatt das dem Käufer selber entscheiden und messen zu lassen, ob seine Datenraten stabil genug für QoS sind, wird einfach behauptet, jeder Kabelanschluss hat (angeblich dank Shared Medium) stark schwankende Datenraten und ist daher für die neueren QoS Einstellungen ungeeignet. Aber naja, sollen se machen, juckt mich nicht. Ich hatte schon einige Telekom-GPON-Anschlüsse mit stärkeren Schwankungen vor der Nase gehabt*.

*Damit will ich nicht behaupten, dass Kabelanschlüsse grundsätzlich stabilere Datenraten haben, als Glasfaseranschlüsse. Es soll nur das Argument von Fritz/AVM ad absurdum führen.
 
Quafe schrieb:
cable hat nun mal ping of doom - lebe damit oder wechel zurück zu DSL .
Das stimmt so nicht, hatte mit Kabel mit nur 32 Mbit immer einen sehr guten Ping, erst als ich auf eine höhere Bandbreite geupgradet hatte, hatte ich auf einmal einen viel schlechteren Ping.

Anschluss ist exakt der gleiche geblieben und bis auf einen neuen Router alles andere auch, KI meinte das dies der Grund sein könnte:

1. Wechsel auf DS-Lite (Dual-Stack Lite)

Bei deinem alten 32-Mbit-Tarif hattest du sehr wahrscheinlich eine "echte", eigene IPv4-Adresse. Mit dem Upgrade auf 300 Mbit wurde dein Anschluss mit hoher Sicherheit auf DS-Lite umgestellt.Das Problem: Du teilst dir nun eine IPv4-Adresse mit Hunderten anderen Kunden.

Hatte ich hier auch auf ComputerBase auch von anderen Nutzern gelesen das DS-Lite ein Problem ist.
 
Also das Ping bei Kabel generell scheisse ist - schlicht falsch!
1786387322955.png

Das ist ein Speedtest den ich eben gerade gemacht habe - mit 1000/50er CableMAX Tarif von Vodafone.

@Gravlens: das KANN tatsächlich dazu beitragen das der Ping schlechter wird, da du einen zusätzlichen Hop hast. Sofern IPv4 Pakete rausgehen und du keine echte IPv4 hast, muss das erst über einen AFTR-Gateway beim Provider gehen. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Hop zum Ziel und fügt zusätzliche Latenz ein, je nach Auslastung und ggf. auch Geografischer Lage des Gateways kann das einen negativen Effekt auf den Ping haben.

Du könntest das z.B. testen indem du einen Ping über ipv4 und einen über ipv6 machst. Der ipv6 geht direkt und i.d.R. ohne NAT zum Ziel und könnte mitunter deutlich direkter gehen. (Eingabeaufforderung: ping -4 für IPv4, -6 für IPv6)

Wir haben in DE glaube mittlerweile ~75% des Traffics über IPv6.
Demnach sollte der Weg über IPv6 direkter sein und weniger Latenz aufweisen
 
@Efaniel Solche Speedtests sagen aber auch nur bedingt was aus wenn der Server quasi um die Ecke ist.^^

Da ich Multiplayerspiele spiele orientiere ich mich was den Ping betrifft daran, den kann man dort jederzeit einsehen, und der ist Abends jetzt wesentlich schlechter als zuvor wie auch z. B. Streams, und das war genau nachdem Wechsel zu einer höheren Bandbreite.^^
Ergänzung ()

Nur als konkretes Beispiel, bei einem Multiplayerspiel hatte ich immer ~10-15 ms Ping, da hatte ich im Vergleich zu der Mehrheit der anderen Spieler immer den besten Ping in dem Spiel, nach dem Wechsel hatte ich nur noch ~20-25 ms.^^
 
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@Gravlens
Da missverstehst du den Sinn des Speedtests.
Der Test "um die Ecke" zeigt nicht, wie gut der Weg zum Gameserver ist, sondern wie es um die Qualität des lokalen Kabelsegments bestellt ist. Wenn ein Segment überlastet wäre, würde der Ping schon zum nächsten Knotenpunkt in die Höhe schießen. Dass er das nicht tut, beweist, dass das Segment sauber läuft.

Wie ich oben schon erklärt habe:
Wenn deine Probleme exakt mit dem Tarifwechsel und dem neuen Router angefangen haben, ist DS-Lite (AFTR-Gateway) der Hauptverdächtige für spürbare Ping-Spikes beim Zocken.

Viele Multiplayerspiele nutzen nach wie vor leider ausschließlich IPv4. Wenn du nun DS-Lite hast, gehen deine Spielepakete nicht mehr direkt raus, sondern werden im Router in IPv6 verpackt und müssen erst über ein zentrales AFTR-Gateway des Anbieters.
Ist dieser Server abends stark ausgelastet oder routingtechnisch ungünstig, hast du genau das Phänomen, das du beschreibst - höherer Ping und Jitter beim Zocken, obwohl die Bandbreite da ist.

Wie viel höher ist der Ping denn jetzt eigentlich beim Zocken zum selben Gameserver wie vorher?

Eine wichtige Frage noch zu deinen Erwähnungen bezüglich Streams: Sprichst du vom Streams schauen oder vom selber Streamen?

Wenn es beim Streams SCHAUEN hakt:

Große Plattformen wie Twitch, YouTube und Netflix laufen fast zu 100 % nativ über IPv6. Hier greift das DS-Lite-Gateway gar nicht. Wenn IPv6-Videostreams abends buffern oder die Qualität einbricht, deutet das tatsächlich eher auf ein lokal überlastetes Netzsegment hin.

Wenn es beim SELBER STREAMEN hakt:

Hier ist ein konstanter Upstream nötig. Läuft der Live-Upload zum Server noch über IPv4/AFTR, bringen Abends-Auslastungen auf dem Gateway deinen Stream sofort zum Ruckeln. Hier könnte man abhilfe schaffen, indem man in OBS einstellt, ausschließlich IPv6 zu nutzen. Damit entfernt man einen möglichen Flaschenhals.

Genau deshalb lohnt es sich, bei dir einmal IPv4 und IPv6 getrennt voneinander zu testen, um das Problem klar einzugrenzen.

Man müsste bei dir prüfen, ob du jetzt DS-Lite hast, oder nicht.
Falls ja, hilft manchmal ein kurzer Anruf beim Support mit der Bitte um Umstellung auf Dual Stack, oft klappt das bei Latenzproblemen im Homeoffice/Gaming.

Ich habe an meinem Kabelanschluss zum Glück echtes Dual-Stack - mein IPv4 Traffic läuft daher direkt ohne umwege über einen zusätzlichen AFTR-Gateway.

Edith sagt:

10ms höherer Ping und zwischen 20-25ms ist jetzt nicht unbedingt der Weltuntergang ;-)
Es sei denn man spielt auf Pro-Gamer Niveau im kompetetiven Umfeld. Diese ungefähr 10ms passen aber zum Umweg über einen AFTR-Gateway.
 
Zuletzt bearbeitet: (Edith sagt:)
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Erstmal danke dir für die ausführliche Erklärung! 👍
Efaniel schrieb:
Wie viel höher ist der Ping denn jetzt eigentlich beim Zocken zum selben Gameserver wie vorher?
Dies hatte ich zuvor ergänzt:
Nur als konkretes Beispiel, bei einem Multiplayerspiel hatte ich immer ~10-15 ms Ping, da hatte ich im Vergleich zu der Mehrheit der anderen Spieler immer den besten Ping in dem Spiel, nach dem Wechsel hatte ich nur noch ~20-25 ms.^^
Efaniel schrieb:
Sprichst du vom Streams schauen oder vom selber Streamen?
Von Streams schauen, und das sind nicht kleinere Störungen mal hier und da sondern alle 10-20 Minuten lags/buffern oder direkt Abbrüche (Abends, an Wochenenden ist es am schlimmsten).^^
Efaniel schrieb:
Man müsste bei dir prüfen, ob du jetzt DS-Lite hast, oder nicht.
Habe ich laut Fritzbox-Software:
Internet, IPv4
FRITZ!Box verwendet einen DS-Lite-Tunnel
AFTR-Gateway: *******

Efaniel schrieb:
Genau deshalb lohnt es sich, bei dir einmal IPv4 und IPv6 getrennt voneinander zu testen, um das Problem klar einzugrenzen.
Ok, werde ich machen, vielen Dank für diesen Tipp. :)
 
@Gravlens Du sagst beim wechsel auf die höhere Geschwindigkeit? Hast du eventuell von einem kleineren Tarif mit Docsis 3.0 Modem auf einen Tarif mit Docsis 3.1 Modem gewechselst? Dann kanns natürlich mit dem Router zusammenhängen. Docsis 3.1 ist mittlerweile eigentlich ganz gut aber dennoch störanfälliger als Docsis 3.0.

Ebenfalls kann es sein dass du beim Download jetzt das Segment stark auslastest und damit ser Bufferbloat auftaucht und vorher eben noch im Ansatz und es damit nicht zu Bufferbloat kam. Zumal du bei einem Gigabit Tarif das Gigabit Interface bis zum Anschlag auslastest und es auch dadurch zu höheren Latenzen kommen kann, whohingegen bei einem kleineren Tarif auch da noch ordentlich Kapazitäten sind.
 
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Ich hoffe der TE ist mir nicht böse weil ich auf keinen Fall seinen Thread hijacken will.

@millen

Ich bin mir nicht sicher, es stehen zumindest sowohl DOCSIS 3.0 als auch DOCSIS 3.1 laut Fritzsoftware zur Verfügung:

DOCSIS.png

Wenn ich das richtig interpretiere nutze ich DOCSIS 3.1 bzw. je nach Kanalfrequenz auch DOCSIS 3.0?

Aber damit hatte ich mich noch nie beschäftigt und bin überfragt.^^
 
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