Fireplace
Mobile Footer Layer

Verschiedene Fragen zu Aktien und Dividenden

Wo betreiben denn Kleinanleger und kleine Banken Hochfrequenzhandel?!? Nur dort ist wirklich die Nähe zur Börse interessant. Als Anleger gibst du Order an die Börse und diese werden dort dann auch ausgeführt.
Mir ist es bisher noch nie passiert, dass ich eine Order abgegeben habe zu einem bestimmten Kurs zu kaufen oder verkaufen und als der Kurs dann erreicht war, wurde die Order auch ausgeführt. Da bin ich nie "zu spät" gekommen.

Also bitte nicht Äpfel und Birnen vergleichen, danke.
 
niqlas schrieb:
Je mehr ich mit Personen in Kontakt stehe, die sich mit Wirtschaft, Börse und dem globalen Finanzsystem auskennen (sowohl privat als auch hier im Thread), desto mehr bemerke ich eine Ansicht / Meinung, die fast alle teilen:
Der möglicherweise in naher Zukunft bevorstehende Crash bzw. DER große Crash in mittelfristiger Zukunft.
Es scheint so zu sein, als wäre man umso misstrauischer dem Finanzsystem gegenüber, je besser man sich damit auskennt.
Was meint ihr dazu?

ich habe eher das gefühl das es so ist:

Je mehr leute etwas erwarten, desto weniger trifft es ein :D Die Börse hat schon um gut 20% korrigiert. Vorhersehen kann es sowieso niemand. Also muss man für sich selber Entscheidungen treffen, womit man trotz allem ruhig schlafen kann.

Wenn man angst vor nem Crash hat ist ggf. ein Sparplan das richtige. Dann kann man nach nem Crash dick nachkaufen und das liegen lassen
 
_killy_ schrieb:
Wo betreiben denn Kleinanleger und kleine Banken Hochfrequenzhandel?!?

Ja eben nirgends, weil sie die Vorraussetzungen nicht haben. Allerdings ist das Grundsätzlich ein Nachteil von Privatanlegern, womit sie nicht nur dem Anschein nach unterlegen sind.

Immerhin steht ihnen ein mittlerweile ziemlich wichtiger Bereich des Aktienhandels nicht zur Verfügung.
 
Die Grundsatzvoraussetzung um Hochfrequenzhandel zu betreiben ist doch, mehrere Milliarden EUR oder USD rumliegen zu haben um damit extrem schnell Käufe und Verkäufe zu tätigen. Bitte zeig mir doch die Anleger, welche hierunter fallen ...

Im Hochfrequenzhandel nutzt du extrem kleine Abweichungen von Werten an unterschiedlichen Börsen aus.
Beispiel:
-> EUR zu USD Kurs ist in London 1:1,055578997231
-> EUR zu USD Kurs ist in Frankfurt 1:1,055578997232

Du hast also eine Abweichung von 0,000000000001 ... um damit Geld zu verdienen wird im 100-Millionen Bereich bzw. im Milliarden Bereich schnell in London gekauft um dann in Frankfurt wieder zu verkaufen.

Privatanleger, auch vermögende Privatanleger haben einfach nicht das Geld, um soviel Geld zu investieren um an Ende wirklich daran zu verdienen. Der Wert wird ja nur für ein Bruchteil von Sekunden gehalten ...
 
Der wirkliche Ertrag vom Hochfrequenzhandel kommt durch die Häufigkeit der trades zu Stande. Je nachdem wie gut das Programm ist, kann das am Tag Millionenmal solche trades machen.

Natürlich geht es mit Milliardenbeträgen besser, aber man könnte auch mit kleinen Beträgen kleine Gewinne machen. Auch die großen werfen da nicht immer Milliardenbeträge rein, je nach Strategie gibt es nämlich trotzdem ein Risiko.

Häufig wird mit kleinen Beträgen getestet um einen fast risikolosen Algorithmus zu finden, bevor Geld reingeworfen wird.

Ich würde das durchaus interessant finden, wenn ichs auch machen könnte. Eben mit kleinen Beträgen. Dann mach ich halt nicht 1 Milliarde im Jahr oder 1 Million sondern nur ein Tausend. Mir würds nichts aus machen ;P

Leider braucht man dazu die technischen Vorraussetzungen.
 
Du kannst Hochfrequenzhandel nicht mit kleinen Beträgen machen. Oder sagen wir es mal so, mit kleinen Beträgen würdest du immer Verlust machen.
Beim Handel fallen immer Gebühren der jeweiligen Börse an + noch Bankgebühren bzw. Gebühren deines Depotverwalters je Order.

Beispiel:
Nehmen wir mal den günstigsten Fall an, du zahlst keine Order Gebühr sondern nur die Börsengebühr. Je Börsenplatz - ich machs günstig - fallen 0,50€ Börsengebühr an.
Für obiges Beispiel zahlst du also für Kauf und Verkauf 1,00€ Gebühren. Bei der obigen Differenz bräuchtest du 1 Billion € um alleine die Gebühr zu zahlen. Klar, frei gewähltes Beispiel ... selbst bei "größeren" Abweichungen des Kurses an den Börsenplätzen brauchst du dennoch extrem viel Geld um erstmal die Gebühren zu bezahlen um danach wirklich einen Ertrag daraus zu generieren.

Um mit einem Einsatz von 1.000€ und 1€ Gebühren bräuchtest du immer noch eine Abweichung von 0,001€. Du zahlst - als nicht Bank - aber ja auch noch deine Order Gebühren ... so wirklich interessant ist dieses Geschäftsmodell für den kleinen Anleger somit nicht.

Die technischen Voraussetzungen sind wirklich nebensächlich. Primär benötigst du Kursabweichungen für den gleichen Wert an zwei Börsen die so hoch sind, dass du neben den Gebühren auch noch einen Gewinn generieren kannst mit Mitteleinsätzen von wenigen 1.000€. Genau deshalb ist der Hochfrequenzhandel für den normalen Anleger völlig uninteressant.
 
@_killy_ Dass, was du beschreibst nennt sich Arbitrage bzw. Arbitragehandel.

Es wäre sehr wohl für sog. Kleinanleger (wobei hier jeder sicher einen anderen Betrag vor Augen hat) möglich, am high frequency trading teilzunehmen, über Hebelprodukte.

Simpel, oder?

Allerdings bedarf es gerade technischer Voraussetzungen die der kleine Anleger eher nicht haben dürfte. Schon eine Telekom-Internetverbindung genügt da bei weitem nicht 😬
 
Onatik@

...nicht nur das Equipment benötigt man...
sondern auch die nötige Zeit dazu....
Wer die nicht hat....soll die Finger lang machen...als Kleinanleger( Opfer + depot-Zahlmeister )
Es gibt weitaus effektivere Anlageformen für die Kleinen...welche auf den Aktionärsversammlungen ..eh kein Mitspracherecht haben...

Aktien ist für Kleinanleger eher lulli lulli und Zeitverschwendung....ist wie Spielautomatenbedienung im Casino..
 
olmo schrieb:
Aktien ist für Kleinanleger eher lulli lulli und Zeitverschwendung....ist wie Spielautomatenbedienung im Casino..

Zeitverschwendung? Also wer das langfristig macht und sich selber ein Depot zusammenbastelt kann da schon was bei rumkommen. Ob ich mit 20k z.B. in ein Casino gehen würde ist die nächste Frage :D
 
Stimmt schon, Einzelaktion sind voll die Zeitverschwendung....für Kleinanleger tut's auch ein ETF auf den MSCI World ;)
 
niqlas schrieb:
Noch eine Frage zu ETFs (ich glaube sie trifft für Fonds allgemein zu):
Inwiefern profitiert man von einer Investition in einen ETF? Ist es ein Wachstumswert, den ich zu einem niedrigen Preis kaufe und zu einem hohen Preis verkaufe? Oder erhalte ich auch Dividenden von den Unternehmen, die in dem ETF abgebildet werden?
Zu der Frage muss man wie bei jedem Finanzprodukt genau die Bedingungen studieren, da sollte es drin stehen. Bei einem DAX ETF dürfte man keine Dividenden ausgezahlt bekommen, der DAX ist ein Performanceindex und da werden die Dividende der Aktien schon im Index eingerechnet, also so getan als würden dafür gleich wieder entsprechend viele Aktien nachgekauft. Wie immer gilt auch da: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil und man sollte nie etwas kaufen, was man nicht versteht!

niqlas schrieb:
Der möglicherweise in naher Zukunft bevorstehende Crash bzw. DER große Crash in mittelfristiger Zukunft.
Die Börse schwankt immer und übertreibt auch immer mal noch oben und nach unten, letzteres ergibt gute Einstiegspunkte.
niqlas schrieb:
Es scheint so zu sein, als wäre man umso misstrauischer dem Finanzsystem gegenüber, je besser man sich damit auskennt.
Was meint ihr dazu?
Finanzsystem ist mir viel zu allgemein, den Produkten der Finanzindustrie stehe ich aber sehr skeptisch gegenüber. Aber mit meinen Aktien (Einzeltiteln) habe ich mit denen ja nicht viel am Hut, die Banken verwalten meine Depots und führen die Orders aus, mein Geld ist aber in Anteile an Unternehmen investiert.

feynman schrieb:
Ja, wenn die Unternehmen im ETF Dividenden ausschütten, bekommst du Dividenden :).
Das ist so pauschal nicht korrekt!
feynman schrieb:
Allgemein sind ETFs Instrumente für langfristige Anlagen (Altervorsorge, Vermögensaufbau) und nichts um sich mal eben etwas Taschengeld zu erzocken.
Das gilt für den Erfolg an der Börse allgemein, denn Zocken ist immer Glückssache und da ist es egal wo man zockt.

feynman schrieb:
Der nächste Crash kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Wann der Crash kommt, weiß keiner.
So ist es!

feynman schrieb:
Und was den großen Crash angeht: Eine Situation, in der das komplette Finanzsystem zusammenbricht, braucht bei Anlageentscheidungen keine Rolle zu spielen. Dann hat man dringendere Probleme ;).
Da bin ich anderer Meinung, denn dann ist dei Stunde der Sachwerte und Aktien sind Sachwerte, bei ETF/Fonds hängt es wieder von der Konstruktion ab, ob wie es sind.
feynman schrieb:
Selbsternannte Propheten, die den großen Crash vorhersagen, gab es immer und wird es immer geben.
Und wenn 2 der letzten 128 vorhergesagten Crashs dann eingetroffen sind, lassen sie sich feiern :evillol:

feynman schrieb:
Das tolle für den, dem Anschein nach unterlegenen, Privatanleger ist, dass der Aktien- und Finanzmarkt effizient ist.
Auch darüber kann man geteilter Meinung sein.
feynman schrieb:
Wissen ("sich auskennen") und Erfahrung sind kein Garant für richtige Prognosen und Entscheidungen.
Es gibt keine Garantien an der Börse, schon gar nicht auf korrekten Prognosen und Entscheidungen! Informationen und Wissen sind aber für den langfristigen Erfolg schon vorteilhaft. Warren Buffet liest ja auch nicht zufällig Bilanzen und Geschäftsberichte um Unternehmen zu finden in die er vielleicht investieren möchte.

hallo7 schrieb:
Wobei der Privatanleger und selbst kleine Banken massive Nachteile haben, bei allem was schnell gehen muss. An der Wall Street kämpfen die großen Anleger um jeden Meter der sie näher an den Server bringt und der Verkäufe um einige ms schneller macht.
Verwechsele nicht Anleger mit Zockern, die Anleger sind langfristig orientiert, ms, s, Stunden und selbst einige Tage spielen da für den Erfolg keine Rolle.

hallo7 schrieb:
Immerhin steht ihnen ein mittlerweile ziemlich wichtiger Bereich des Aktienhandels nicht zur Verfügung.
Darüber können aber nur Zocker traurig sein.

olmo schrieb:
Es gibt weitaus effektivere Anlageformen für die Kleinen...welche auf den Aktionärsversammlungen ..eh kein Mitspracherecht haben...
Wenn man Aktien hat die ein Stimmrecht haben, dann kann man auch abstimmen und hat damit ein Mitspracherecht, aber von bestimmten Leuten müssen wohl in allen ihren Beiträgen Desinformationen kommen. :freak:

olmo schrieb:
Aktien ist für Kleinanleger eher lulli lulli und Zeitverschwendung....ist wie Spielautomatenbedienung im Casino..
Das sehe ich anderes, mit meinen Einzeltiteln habe uch den DAX deutlich geschlagen und z.B. vom Höchststand nicht einmal 10% verloren.

YBa-Mek schrieb:
Stimmt schon, Einzelaktion sind voll die Zeitverschwendung....für Kleinanleger tut's auch ein ETF auf den MSCI World ;)
"Tut's auch" ist doch Schwachsinn, dann tut's auch das Sparschwein :freak:
 
Holt schrieb:
Das ist so pauschal nicht korrekt!
Naja doch, oder auf was willst du hinaus?

Es gibt doch nur folgende Möglichkeiten für einen ETF, der dividendenausschüttende Aktien enthält:
- Der ETF schüttet aus (oder teilthesauriert)
- Der ETF thesauriert
- Oder der ETF ist ein Swap-ETF. Klar, dann bekommt man de facto keine Dividende im steuerrechtlichen Sinn, aber trotzdem die Performance des abgebildeten Index.

Ökonomisch gesehen bekommt man bei allen Varianten eine Dividende.

Auch darüber kann man geteilter Meinung sein.
Aus Sicht eines Privatanleger ist der Markt effizient. Über den Grad der Effizienz kann man natürlich streiten.

Da bin ich anderer Meinung, denn dann ist dei Stunde der Sachwerte und Aktien sind Sachwerte, bei ETF/Fonds hängt es wieder von der Konstruktion ab, ob wie es sind.
Sehe ich im Prinzip auch so. Nur dem "großen Crash" fürchten halt viele, dass alles irgendwie wertlos wird. Und Aktien in einem Depot sind halt etwas abstrakteres als ein Haus oder Gold im Safe.

Es gibt keine Garantien an der Börse, schon gar nicht auf korrekten Prognosen und Entscheidungen! Informationen und Wissen sind aber für den langfristigen Erfolg schon vorteilhaft. Warren Buffet liest ja auch nicht zufällig Bilanzen und Geschäftsberichte um Unternehmen zu finden in die er vielleicht investieren möchte.
Buffet ist eine - oft zitierte - Ausnahmeerscheinung. Als Privatanleger, der sowas nicht hauptberuflich betreibt, hat man nichts von Fundamentalesotherik oder Chart-Voodoo. Auf lange Sicht bringt einem der Wissensvorsprung nichts im Vergleich zu einem strikt passiven Anleger. Für Profis mag sich das anders verhalten.

Hier geht es ja um Altersvorsorge, also sehr langfristige Anlagen.

Allen, die neu in diesem Thema sind, und vielleicht noch zu viel Respekt vor Aktien haben, sei der folgende Artikel ans Herz gelegt: http://www.faz.net/aktuell/finanzen...e-affen-sind-die-besten-anleger-11711132.html ;) Natürlich etwas überspitzt, aber im Kern richtig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Fundamentalesotherik habe ich ja noch nie gehört, aber wer meint die Zahlen der Firmen wären ihm egal, bitte!
 
Am effektivsten ist immer noch das, was auch Warren Buffet vorschlägt: "My advice to the trustee [for my wife] could not be more simple: Put 10 percent of the cash in short-term government bonds and 90 percent in very low-cost S&P 500 index fund"

Allerdings ist da auch Buffet dem Homebias erlegen. Besser wäre ein Indexfonds auf den MSCI World ACWI und die kurzlaufenden Staatsanleihen dürfen gerne durch Tagesgeld oder eine Festgeldleiter ersetzt werden. Natürlich kann die Aktienquote auch reduziert werden wenn einem die 90% zu viel sind. Alles was darüber hinaus geht ist für >95% der Privatanleger reine Spielerei. Und ich nehm mich da nicht aus ;)

Natürlich "darf" man als Hobby Fundamental- oder Chartanalysen durchführen und entsprechend Aktien kaufen, allerdings sollte man sich davon definitiv keine Überperformance erwarten, sondern bestenfalls Marktperformance. In diesen Bereichen hat man als Privatanlager ohne besondere Insiderinformationen keine Chance gegenüber den institutionellen Anlegern und kurzfristigen Spekulanten. Es sind jederzeit alle öffentlich verfügbaren Informationen bereits in den Kursen eingepreist. Und ich kann mir gut vorstellen, dass die institutionellen Anleger permanent Computerprogramme am Laufen haben, die in Echtzeit die Auswirkung von Wechselkursen und Rohstoffpreisen auf die 100 wichtigsten Unternehmen ausrechnen.

Als Privatanleger hat man somit nur eine Chance: auf Buy&Hold gehen. Die Institutionellen haben nämlich oft sehr begrenzte Risikobudgets und wenn die Kurse zu stark sinken, müssen sie raus wenn sie ihre Kunden nicht verärgern wollen. Dadurch haben sie erstens höhere Kosten und zum zweiten verpassen sie dann günstige Zeitpunkte zum Nachkaufen und Wiedereinsteigen. Wenn man als Privatanleger diese kurzfristigen Schwankungen aussitzen kann und evtl. dann noch nachkauft wenn bei vielen die Stop-Losses greifen kann man sogar den Markt leicht outperformen.
 
Mit meinem kleinen Geld gehe ich noch mit Bauchgefühl an einzel Aktien...
AMD mit 1,6€ am Boden -> kaufen
Tencent das Gegenstück zu Facebook und Whatsapp kauft League of Legends -> kaufen
Tesla mit 130€ am Boden und Model 3, Gigafactory in naher Zukunft -> kaufen

Keine Ahnung aber ich lass mich dann doch eher von solchen Dingen verleiten...
Ich setze dann für mich eine Grenze fest, wann ich verkaufen möchte und mache es dann auch.
AMD z.B. 2,5€ verkauft, Tesla bei 200€ verkauft, Tencent erstmal als längere Anlage, peile die 30€ an.
Tesla wird eh nochmal runter auf die 150€ fallen in den nächsten 3 Jahren... also nochmal reinvestieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
niqlas schrieb:
Wie soll man ein Wertpapier stattdessen bewerten?
Aus Privatanleger-Sicht hat das der Markt für dich schon erledigt -> Auf den aktuellen Kurs schauen.

Sonst: Bauchgefühl, Münze werfen, ...
 
Zuletzt bearbeitet:
YBa-Mek schrieb:
Natürlich "darf" man als Hobby Fundamental- oder Chartanalysen durchführen und entsprechend Aktien kaufen, allerdings sollte man sich davon definitiv keine Überperformance erwarten, sondern bestenfalls Marktperformance. In diesen Bereichen hat man als Privatanlager ohne besondere Insiderinformationen keine Chance gegenüber den institutionellen Anlegern und kurzfristigen Spekulanten. Es sind jederzeit alle öffentlich verfügbaren Informationen bereits in den Kursen eingepreist. Und ich kann mir gut vorstellen, dass die institutionellen Anleger permanent Computerprogramme am Laufen haben, die in Echtzeit die Auswirkung von Wechselkursen und Rohstoffpreisen auf die 100 wichtigsten Unternehmen ausrechnen.
Die Sache mit den Computern ist mir auch schon mal in den Kopf gekommen.

Dabei dachte ich eher an folgendes:
Gibt es überhaupt noch unterbewertete Wertpapiere? So viele Leute suchen hochprofessionell nach unterbewerteten Wertpapieren (eben die Computer), da wird es für den normalen Privatinvestor doch fast unmöglich sein, da mitzuhalten?
Eine Unterbewertung ist für diese Computer doch anhand bestimmter Verhältnisse, Berechnungen, etc. festzustellen (Kapital, Schulden, Cashflow, Umsatz, Gewinn, KGV, KBV, etc. pp).
Wenn eine Reihe professioneller Investoren solche Programme verwenden, wird es doch für den Privatinvestor quasi unmöglich, noch unterbewertete Wertpapiere zu finden, weil diese durch die Markteffizienz schon den "richtigen" Kurs haben.


YBa-Mek schrieb:
Als Privatanleger hat man somit nur eine Chance: auf Buy&Hold gehen. Die Institutionellen haben nämlich oft sehr begrenzte Risikobudgets und wenn die Kurse zu stark sinken, müssen sie raus wenn sie ihre Kunden nicht verärgern wollen. Dadurch haben sie erstens höhere Kosten und zum zweiten verpassen sie dann günstige Zeitpunkte zum Nachkaufen und Wiedereinsteigen. Wenn man als Privatanleger diese kurzfristigen Schwankungen aussitzen kann und evtl. dann noch nachkauft wenn bei vielen die Stop-Losses greifen kann man sogar den Markt leicht outperformen.
Ja, Buy & Hold scheint für Privatanleger wirklich das sinnvollste zu sein. Ist es bei einer Buy&Hold-Strategie mit Aktien eigentlich so, dass man nur Unternehmen wählen soll, die eine Dividende ausschütten?

Holt schrieb:
Finanzsystem ist mir viel zu allgemein, den Produkten der Finanzindustrie stehe ich aber sehr skeptisch gegenüber. Aber mit meinen Aktien (Einzeltiteln) habe ich mit denen ja nicht viel am Hut, die Banken verwalten meine Depots und führen die Orders aus, mein Geld ist aber in Anteile an Unternehmen investiert.
Das mit dem Misstrauen gegenüber dem System ist darauf bezogen, dass viele halt wissen, dass immer größere (finanzielle) Aufwendungen gemacht werden müssen, um das System am laufen zu halten. Momentan ist das beispielsweise die extreme Niedrigzinspolitik der EZB. Das System wird damit doch immer mehr auf Sand gebaut.

Generell noch eine Sache:
Auch wenn man sich für Buy&Hold entscheidet, gibt es ja bestimmte Situationen, in denen man nicht einfach nur das Wertpapier hält, sondern auch handelt. Bspw. wenn man eine starke Überbewertung ausmacht oder man dem Wertpapier (bzw. dem Unternehmen dahinter) keine guten Zukunftsaussichten zutraut.
Da frage ich mich immer, welcher dieser beiden Grundsätze wohl eher stimmt:
1. "Gewinne laufen lassen, Verluste realisieren."
2. "Wer die Aktie nicht hat, wenn sie fällt, hat sie auch nicht, wenn sie steigt."
Was meint ihr dazu?


Ist es sinnvoll, den Dividendenabschlag als Einstiegszeitpunkt für den Aktienkauf zu wählen?
 
Zuletzt bearbeitet:
niqlas schrieb:
Gibt es überhaupt noch unterbewertete Wertpapiere? So viele Leute suchen hochprofessionell nach unterbewerteten Wertpapieren (eben die Computer), da wird es für den normalen Privatinvestor doch fast unmöglich sein, da mitzuhalten?
Eine Unterbewertung ist für diese Computer doch anhand bestimmter Verhältnisse, Berechnungen, etc. festzustellen (Kapital, Schulden, Cashflow, Umsatz, Gewinn, KGV, KBV, etc. pp).
Wenn eine Reihe professioneller Investoren solche Programme verwenden, wird es doch für den Privatinvestor quasi unmöglich, noch unterbewertete Wertpapiere zu finden, weil diese durch die Markteffizienz schon den "richtigen" Kurs haben.
Im Prinzip richtig, ja.

Du musst dir nur mal folgendes klar machen: Um dauerhaft den Markt zu schlagen, musst du
1) unterbewertete Papiere finden und
2) den Zeitpunkt erkennen an dem sie überbewertet sind, um sie mit Outperformance gegenüber dem Markt zu verkaufen.

In beiden Fällen musst du schlauer sein als die Mehrheit aller anderen Anleger im (effizienten) Markt. So sollte ziemlich schnell klar werden, dass man als Privatperson mit einer aktiven Strategie keine Chance hat auf lange Sicht den Markt - nach Kosten - zu schlagen (außer man seeehr viel Glück). Und 1-2 Jahre Outperformance ist nicht langfristig.

Ja, Buy & Hold scheint für Privatanleger wirklich das sinnvollste zu sein. Ist es bei einer Buy&Hold-Strategie mit Aktien eigentlich so, dass man nur Unternehmen wählen soll, die eine Dividende ausschütten?
Nein, bei Buy&Hold ist Diversifikation das wichtigste.

Auch wenn man sich für Buy&Hold entscheidet, gibt es ja bestimmte Situationen, in denen man nicht einfach nur das Wertpapier hält, sondern auch handelt. Bspw. wenn man eine starke Überbewertung ausmacht oder man dem Wertpapier (bzw. dem Unternehmen dahinter) keine guten Zukunftsaussichten zutraut.
Da frage ich mich immer, welcher dieser beiden Grundsätze wohl eher stimmt:
1. "Gewinne laufen lassen, Verluste realisieren."
2. "Wer die Aktie nicht hat, wenn sie fällt, hat sie auch nicht, wenn sie steigt."
Was meint ihr dazu?
Papiere im Depot zu bewerten versuchen und dann entsprechend tätig werden, ist kein Buy&Hold.

Ist es sinnvoll, den Dividendenabschlag als Einstiegszeitpunkt für den Aktienkauf zu wählen?
In der Regel nicht. Das ist eine öffentliche (eingepreiste) Information, die dir keinen Mehrgewinn bringen wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu den Dividendenaktien: Nein, es macht keinen Sinn, sich nur auf Dividendentitel zu beschränken. Letztendlich sind Dividenden nur Fleisch vom eigenen Fleisch. Was heißt, dass sich bei Dividendenausschüttung der Wert des Unternehmens entsprechend geringer wird und dem Unternehmen auch Geld für weitere Investitionen entzogen wird. Zusätzlich ist zu bedenken, dass die Dividenden mit Quellensteuer und Abgeltungssteuer belegt werden, sodass dem Anleger von dem Unternehmensgewinn sogar effektiv weniger bleibt. Ein schönes Beispiel für eine "gutes" Unternehmen, das seit Jahrzehnten keine Dividenden zahlt, ist Berkshire Hathaway.

Mit den Fragen zum Schluss stellst du eigentlich relativ gut dar, warum es sinnvoller ist sich auf Indexfonds zu beschränken. Während es viel leichter ist zu sagen "VW hat 50% verloren und taugt nichts mehr, die Aktie muss raus", ist die gleiche Aussage selbst bei Nischen-Indexfonds deutlich schwerer. Gedanken wie "Ich denke, dass der Small-Cap Sektor in den USA keine Zukunft mehr hat" sind da doch vergleichsweise weltfremd. Das macht es in der Folge psychologisch deutlich einfacher, Durststrecken durchzustehen und nicht vorzeitig zu verkaufen.
 
Zurück
Oben