AW: Warum sinkt mein Vcore bei last?
Warum die sinkt? Ist doch ganz einfach, nämlich
eine Frage der praktisch angewandten Regelungstechnik.
Kuck: Gibt immer zwei Größen: Sollwert und Istwert. Und der Sollwert ist die Vorgabe, z.B. 1,65 Volt bei einem XP-Barton. Und als Istwert soll der Sollwert eingehalten werden. Vom Prinzip her jedenfalls.
Und wie geht das praktisch? Wenn der Istwert gleich dem Sollwert ist, dann gibt es ja zwischen den beiden keine Differenz, die eine Erforderniss zum Nachregeln anzeigen würde.
Also funktioniert vereinfacht gesagt jede Regelung nach dem Prinzip, dass eine höhere Last einen wenn auch nur geringen Spannungsabfall zur Folge hat/haben muss. "Und dieser Abfall ist quasi der Zeiger, der zeigt, das mehr Saft nachgeregelt werden muss". Und je höher der Abfall, desto stärker wird nachgeregelt. Meist in irgendeine Form von Proportionalität. Nennt sich dann auch Proportionalregler ein solcher

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Auch wenn die Regelungsmechanismen eines PC-Netzteils deutlich komplexer sind/sein können, gilt aber doch eines mit Sicherheit:
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass bei einem billigen Netzteil der Spannungsabfall größer sein wird, bis das NT nachregelt, insgesamt also die Schwankungsbreite größer sein wird. Und ein hochwertigeres NT wird eine kleinere Schwankungsbreite aufweisen zwischen mimimaler Last (Ampere min.) und maximaler Last (Ampere max.).
Am Beispiel:
Gegeben wäre ein NT mit z.B. 24 A auf der 12 Volt-Schiene. Gute Netzteile stehen halt praktisch völlig stabil bei 12 Volt, die Regelung erfolgt so schnell und so gut, dass ein Abfall von den eher lahmen CPU-Z am eingebauten Voltmesser praktisch nicht angezeigt wird, eben weil er kleiner als 0,1 Volt ist.
Anders bei billigen Netzteilen: Da kann die 12V-Schiene auch schon mal bis auf 11,6 Volt abfallen bei 24A - eben weil der eingebaute Regler so viel primitiver gestrickt ist, soviel mehr Soll-Abweichung braucht, um zu erkennen, dass er aktiv werden muss.
Aber: Das billige Netzteil muss z.b. nicht schlechter für OC sein(!). Kommt eben dann wiederum nur drauf an, wie leicht einsichtig ist, ob es dann die 11,6 Volt auch stabil hält, oder zwischen 11,4 und 11,7 pendelt in der Regelung (schlecht). Ist letzteres der Fall, dann werden die OC-Ergenbnisse ganz logo nicht so gut sein. Vor allem, wenn auch die Vcore halt entsprechend pendelt:
Macht nichts, wenn das NT unter Last z.b. von 1,65 auf 1,60 Volt abfällt, aber dahin halt stabil. Stelle ich halt zur Sicherheit 1,675 Volt ein. (Korrekt wären 1,70 - aber wann arbeitet die CPU wirklich dauernd unter Vollast? Und ein Barton z.b. läuft auch mit 1,625 unter Last voll ok.)
Was anderes aber, wenn ich wirklich oc'en will: dann stelle ich für einen Barton durchaus am preiswerten Netzteil schon mal 1,95 volt ein - um mit Sicherheit 1,90 oder mehr zu haben, wenn das die Spannung ist, von der ich aus Erfahrung weiss, das die CPU sie für die gewünschten 2800 mhz braucht. (aktuell habe ich einen Barton, der mit 1,8-1,85 volt schon das Maximum gibt. Mehr bringt nicht mehr mehr bei dem. Gibt es auch.)
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Das ist also überhaupt meist die Lösung: Von Hand im BIOS 0,05 Volt mehr geben auf die CPU. Egal welche. Geht nichts kaputt von. Bestimmt nicht.
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