Warum soziale Netzwerke nutzen

Chinawolf schrieb:
Ja einfach aus den sozialen Netzwerken raus?
Ähmm deine Doppelmoral ist schon merkwürdig. Warum bist du dann hier? Foren gehören mit zu den sozialen Netzwerken.

CU
redjack
 
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Chinawolf schrieb:
@kellyfornia Was in diesem Beitrag passiert, ist eine klassische Mischung aus Kausalitätsverwechslung, Anekdoten-Beweisführung und Verallgemeinerung aus persönlicher Wahrnehmung. Da wird behauptet, Facebook würden „kaum Menschen unter 40“ nutzen – ohne eine einzige valide Quelle. Offizielle Nutzungsdaten zeigen jedoch, dass Facebook in Deutschland weiterhin signifikante Nutzeranteile in vielen Altersgruppen hat, gerade auch in der 30–49-Jährigen Gruppe (Statista 2025: rund 60 % der 30–49-Jährigen nutzen Facebook regelmäßig; bei 18–29 sind es zwar weniger, aber nicht vernachlässigbar). Diese Aussage wirkt wie ein selbstbestätigendes Vorurteil, nicht wie empirisch belegte Realität.
Dann wird suggeriert, dass ältere Menschen eher Telegram oder Facebook als „seröse Quelle“ nutzen, während junge Menschen immun gegen Fake News wären. Das ist wissenschaftlich schlicht falsch. Studien des Reuters Institute for the Study of Journalism zeigen über mehrere Jahre hinweg, dass Desinformation nicht hauptsächlich ein „altes Leute Problem“ ist, sondern generelle medialen Kompetenzen und Kontextwissen erfordert. Menschen jeden Alters teilen Fake News, wenn sie kognitiv überfordert sind oder in sozialen Gruppen dafür Bestätigung erfahren. Die vereinfachte Zuschreibung, junge Menschen seien automatisch differenzierter, ignoriert jahrzehntelange Befunde aus der Kommunikationsforschung und Sozialpsychologie.
Die Beschreibung von Instagram-Phänomenen wie „ältere Männer schreiben da irgendwas“ ist eine anekdotische Evidenz, die keiner systematischen Beobachtung standhält. Eine einzelne lustige oder peinliche Beobachtung wird hier als Beweis für eine ganze Alterskohorte verkauft. Das ist ein klassischer Fall von Hasty Generalization – man schließt von einer kleinen Stichprobe auf eine ganze Population. Wenn jemand das als Argument nutzt, hat er die Grundregeln der Statistik nicht verstanden: eine Anekdote ist kein Beleg für eine These.
Dann heißt es: „Fake News und KI-generierte Inhalte seien kein Erzeugnis sozialer Netzwerke, sondern würden lediglich dort verbreitet.“ Rein logisch gedacht ist das ein Fehlschluss: Plattformen sind nicht neutrale Verteiler, sie strukturieren und priorisieren Inhalte algorithmisch. Das bedeutet, sie sind nicht Nebenprodukte der Verbreitung, sondern aktive Verstärker. Algorithmen wählen aus, was sichtbar wird, und belohnen Inhalte, die emotional aufgeladen, polarisiert oder sensationsorientiert sind – exakt jene Dynamiken, die Fake News und manipulative Inhalte profitabel machen (Benkler et al., Network Propaganda, 2018). Wer das als „nur Nutzungsverhalten“ darstellt, verkennt den entscheidenden Mechanismus: Enorme Reichweiten entstehen nicht zufällig, sondern durch algorithmische Auswahl.
Schließlich wird eine Art moralische Entlastung versucht: Soziale Netzwerke seien nicht schuld an Fake News, denn diese wären auch ohne sie da. Das ist rhetorisch geschickt, aber faktisch irrelevant: Selbst wenn Fake News theoretisch ohne Netzwerke existieren könnten, sind soziale Plattformen heute die dominanten Verbreitungswege mit exponentieller Reichweite. Eine Kernaussage der Forschung lautet: Ohne die algorithmische Verstärkung hätten viele manipulative Inhalte nie ein signifikantes Publikum erreicht. Soziale Netzwerke schaffen Reichweite, nicht nur Verbreitung.
Wenn du all diese logischen Mängel, empirischen Fehleinschätzungen und unhaltbaren Verallgemeinerungen zusammennimmst, bleibt am Ende kaum ein Argument übrig, das einer kritischen Prüfung standhält. Der Beitrag basiert überwiegend auf subjektiven Wahrnehmungen, nicht auf belastbaren Daten, er vermengt Korrelationen mit Kausalität und nutzt Anekdoten als Argument. Das führt nicht zu einer informierten Diskussion, sondern zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität, in der eigene Vorurteile wie Fakten aussehen sollen. Wer ernsthaft über Medien, Altersgruppen und digitale Informationsökonomie sprechen will, muss mehr leisten als diese oberflächlichen Stereotype.
2013 hatte Facebook bei der Generation unter 20 noch nahezu 90 % Marktanteil, dieser Marktanteil ist inzwischen auf ca. 25 % gesunken, tendenz fallend Doch diese Zahlen sind für sich ja auch noch vage, sie beurteilen nur rudimentär wie aktiv man dort wirklich ist und in welchem Umfang dieses Netzwerk genutzt wird.

Facebook wurde von uns im Unternehmen schon vor 10 Jahren als Seniorenheim unter den sozialen Netzwerken bezeichnet. Ich habe jahrelang Kunden anhand von Statistiken und Daten zur Nutzung von Facebook beraten – kein Kunde der ernsthaft Menschen unter 50 erreichen möchte wird auch nur einen Cent in Marketingausgaben für Facebook stecken, diese Zielgruppe ist dort nahezu kaum existent oder wenn exitent nicht mehr aktiv obwohl noch ein Account besteht.

Aus meiner Generation haben wahrscheinlich 10 von 10 dort einen Account, ggf. loggen sich einige dort auch noch alle paar Wochen mal ein. Lt. Statistik also ganz viele aktive Nutzer - Nun, es mag wieder anekdotische Evidenz sein, aber von den ca. 200 Kontakten, die ich bei Facebook habe, haben 9 von 10 noch ihr Foto aus dem Studium aus den 2010er Jahren drin und Beziehungsstatus und Wohnort stimmt gar nicht mehr. So viel zu "aktive Nutzer".

In der Altersgruppe meiner Tochter nutzt niemand Facebook – auch wieder anekdotisch, aber ich kann mir nicht vorstellen das das in Deutschland über die Regionen so extrem variiert.
 
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Sehr geehrter Herr Oberlehrer,

Ihre Grundannahme, dass die Menschen soziale Netze einfach verlassen können, weil diese ja offensichtlich schädlich sind, ist falsch und daher bricht der Rest Ihrer Argumentation in sich zusammen…

Ja, als Gesellschaft sind soziale Netze klar schädlich, da sie Desinformation im großen Stil erlauben, das Schönheitsideal von Jugendlichen verzerren usw…

Aber: Das ist halt auf dem Gesellschafts-Scale!
Einer einzelnen Person bringen sie Unterhaltung, Kommunikation mit Freunden und Austausch mit Dritten usw.
Und das kannst du nicht wegargumentieren!
 
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0x8100 schrieb:
viel wichtiger ist doch die frage: was hat das mit "Anwendungen -> KI, Sprachmodelle und maschinelles Lernen" zu tun?
Na, rat mal wie der Text verfssst wurde.
Sicher nicht vom selben Autor der diesen Text geschrieben hat:
Chinawolf schrieb:
Leider ist es so, dass selbst horoskope seriöser sind als soziale Medien. Horoskope sind einfach und jeder kann dran glauben oder nicht. Soziale Medien sind Abfall fürs Hirn, da wird systematisch alles getan die schlimmsten fake news als Wahrheit zu verkaufen.

Wir haben große Probleme weil Leute meinen Sie seien über instagram oder Telegram besser informiert als von einer vermeintlich langweiligen Zeitung. Es sind die jungen, die bekloppt sind. Nicht die Alten die immer noch Papier Zeitung lesen.

Wo soll diese Gesellschaft enden wenn und das habe ich Stern gelesen, Holocaust überlebende teilweise angesagt bekommen sie sollen ihre Beiträge kurz halten damit sie junge Leute überhaupt erreichen.

Oder wo wir beim Thema sind, ki erzeugte inhaftierte von kzs die es nie gab, die dnan was erzählen.

Also soziale Netzwerke zerstören aus meiner Sicht jegliche Fähigkeiten von Anstand und Respekt.
 
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Wahre Worte, ich habe meinen Spaß auf den sozialen Plattformen.
Aber speziell diese Plattform hier oder Jünger glauben wirklich, alles besser zu wissen und Andere davon zu überzeugen, wie schädlich doch diese sozialen Medien sind.
Mein Vorredner betonte ja die Schönheitsideal, die verzerrt werden, ok, ja, aber vor 25 oder Jahren gab es diese Debatte schon um Models, die auch das Schönheitsideal verzerrt haben.
Und: wir sind mittlerweile alt geworden.

Ich hab meinen Spaß mit Whatsapp, mit Facebook, mit Tiktok, mit Instagram.
Bekomme auch dort manchmal Info's, die weder so in der Zeitung auftauchen oder es ins Öffentlich Rechtliche TV schaffen.
Für den Einen werden eben dort in den Social Media's nur Fake News vertrieben, oder viele Fake News.
Auf der Gegenseite dann die Institution der Öffentlich Rechtlichen, wo gewisse Meinungen vorherschend vertreten sind und auch gern mal manipuliert wird, indem quasi Angestellte des Hauses als Demo- Teilnehmer befragt werden oder wo mal bei einer Demo am Alsterufer Menschen per Computer hinzu gefügt werden.

In diesem Forum hier treffen sich so viele Scheinheilige, die wirklich immer nur auf dem rechten Weg unterwegs sind, und mit rechts meine ich nicht die politische Richtung.

Raubkopien...bewahre, nie benutzt, wenn man eine andere Version von Win 10 benutzt, die darfst du doch garnicht als Privatmann besitzen.
Musikdownload...nein, ich doch nicht..gibt hier so viele Beispiele von unantastbaren Usern.

Denen komm ich gern entgegen und sage: gönn den Menschen ihren Spaß und auch ihre sozialen Medien.

Und wenn Jemand nach Verbot schreit dann frag ich mich nur warum.

Übrigens: ich telefoniere öfter auch über whatsapp, weil manchmal die Verbindung sauberer ist als über
herkömmliches Telefonnetz.
 
An sich bin ich kein Freund von sozialen Netzwerken, auch wenn ich zB Twitch und YouTube konsumiere.
Momentan überlege ich trotzdem, irgendwo einzusteigen, weil ich persönlich eine schwere Zeit durchmache und mich extrem einsam fühle und sogar in eine Depression geschlittert bin.
Dort werde ich vermutlich keine Freunde finden, aber vielleicht das Gefühl, nicht allein zu sein.

Aber meine Hemmschwelle ist am Ende eh zu groß und die Leute vermutlich eher wenig interessiert.
 
Chinawolf schrieb:
Wir haben große Probleme weil Leute meinen Sie seien über instagram oder Telegram besser informiert als von einer vermeintlich langweiligen Zeitung. Es sind die jungen, die bekloppt sind. Nicht die Alten die immer noch Papier Zeitung lesen.
Ich bin Baujahr 64 und ich nutze Telegram und bin auch bekloppt. :daumen:
Ich lese keine Papier Zeitung. :D
 
halbtuer2 schrieb:
Aber speziell diese Plattform hier oder Jünger glauben wirklich, alles besser zu wissen und Andere davon zu überzeugen, wie schädlich doch diese sozialen Medien sind.
halbtuer2 schrieb:
oder wo mal bei einer Demo am Alsterufer Menschen per Computer hinzu gefügt werden.

Eigentor

https://www.rnd.de/medien/proteste-...informationen-NMCISMK6FJBGJFO7JXEBA3OWQI.html
https://faktencheck.afp.com/doc.afp.com.34G87VE
https://dpa-factchecking.com/germany/240122-99-705154/
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/demonstrationen-rechtsextremismus-bilder-100.html
https://correctiv.org/faktencheck/2...ieses-bild-aus-hamburg-ist-nicht-manipuliert/
https://x.com/mbutscher/status/1748936221462561063?s=20

QED
 
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iSight2TheBlind schrieb:
Ja, als Gesellschaft sind soziale Netze klar schädlich, da sie Desinformation im großen Stil erlauben, das Schönheitsideal von Jugendlichen verzerren usw…
Aber auch Informationen und Aufklärung, die nicht von öffentlichen Medien oder unterdrückenden Regierungen verbreitet werden.
Was beispielsweise die letzten Wochen im Iran tatsächlich geschieht, hat man in erster Linie Social Media zu verdanken. Nur durch Social Media hat man viele tausende Beweise, die permanent hochgeladen werden.
Durch reguläre Medien würde man nur einen winzig kleinen Bruchteil davon erfahren und müsste darauf vertrauen, dass ein paar wenige Menschen, die sich Journalisten bezeichnen dürfen, die Fakten erkennen und richtig darstellen.

Je nachdem wie viel Glück man im Leben hatte, dass man in Land X zur Zeit Y mit Regierung Z leben darf/muss, ist Social Media die einzige Möglichkeit an die Wahrheit zu gelangen.
iSight2TheBlind schrieb:
Einer einzelnen Person bringen sie Unterhaltung, Kommunikation mit Freunden und Austausch mit Dritten usw.
Und das kannst du nicht wegargumentieren!
Was weitere Punkte sind, warum Social Media insgesamt eine gute Sache sind.
Und wenn das Leben so gut und luxuriös ist, dass man sich eigene Probleme erfinden kann, wie beispielsweise eine flache Erde, dass in Impfungen Nanoroboter sind, die Gedanken lesen, usw. hat man zumindest diese Leute irgendwo gebunden. Besser in irgend einem Reddit Thema, als draußen auf der Straße. So sind diese Menschen aufgeräumt Zuhause. :D

Nur weil etwas schädlich sein kann, muss es nicht gleich verboten werden, wie es von einigen Menschen oder Regierungen gefordert wird. Ein Messer kann auch verletzen, wird aber überwiegend für das Gute verwendet.
Die schärfsten Waffen gegen Missbrauch sind Prävention, Aufklärung und Bildung.
Verbote dagegen sind schädlicher als hilfreich.

@FrittiDeluxe
Das wirst du nur herausfinden, wenn du es versuchst.
ComputerBase ist auch Social Media, aber mit Schwerpunkt IT.
Auf einen entsprechenden Kanal wirst du Gleichgesinnte mit ähnlichen Erfahrungen finden können und was dem einen oder anderen geholfen hat, wird vielleicht auch dir helfen.
Daher schlage ich vor, dass du es einfach versuchst. Aber nicht mit deiner echten Identität!
Und weil es überall auch schlechte Menschen gibt, muss du bereit sein, diese Menschen direkt zu ignorieren, was online einfacher ist, weil es nur einen Klick kostet, damit er verschwindet.
 
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Moin, einfach nicht dran teilnehmen (geht auch, Mut zum Sein) und wenn dann in Maßen, denn bekanntlich macht bei allem die Dosis das Gift.
Wie es ein Peter Lustig in einer alten TV-Sendung (Löwenzahn) schon sagte, "Abschalten".

Munter bleiben :)

Und ein Dank an [Chinawolf] ist doch mal eine reale Ausage und immer eine Fragestellung wert,
zum Reflektieren des eigenen Verhalten, oder dem Istzustand der eigenen Kinder und evtl. Veränderungen im Zusammensein.

Siehe Austarlien & England, wo den jüngern nun mehr Zeit im real life eingeräumt wird.
(Obwohl Verbote meist locken und wenig bewirken :))
Bin da ganz bei [Zweite Sonja]: "Die schärfsten Waffen gegen Missbrauch sind Prävention, Aufklärung und Bildung".
 
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