Washington Morde

"Die Richter in diesem Zusammenhang zu beschuldigen, finde ich schlichtweg falsch."
- wauwau

Ich glaube, Du unterschätzt den Beurteilungsspielraum des Richters. Kein Richter wird gezwungen, auf Grund eines psychologisches Gutachten, ein Mörder oder Sexualstraftäter freizulassen. Und ich finde, wenn er irgendwelche Zweifel hat, hat er die verdammte Pflicht ein weiteres Gutachten einzuholen oder dem Gutachten einfach nicht zu folgen.

santos
 
@santos: Das sehe ich anders. :rolleyes:
Kein Richter hat die Pflicht oder die Lust, sich den aktuellen Zustand eines Psychatrie-Inhaftierten persönlich anzusehen.
DAFÜR gibt es Gutachter und wenn die ihren Job nicht richtig machen, soll man das nicht auf die Richter schieben.

Der Richter entscheidet dann, ob er freigelassen wird, oder nicht.
Und er kann keine Zweifel haben, weil er alles, was er weiß, vom Gutachter hat.

mfg,
wauwau
 
@ Stan
also erstmal...die strafe hab ich nicht zu entscheiden...

in dem moment wär ich wohl für die erste möglichkeit..aber dann würde wohl jeder realisieren dass nummer 2 besser ist

Ich weiß nicht, weshalb ein Mensch dazu fähig ist, 11 Menschen ohne persönliche Motive hinzurichten.
Die Motive durch Psychologen aufzudecken, halte ich für sinnvoll.
Diesen Menschen zu resozialisieren halte ich schlichtweg für falsch.
Das hat nichts mit Rache, sondern eher mit dem Sicherheitsaspekt der Gemeinschaft zu tun.
Da waren für mich Carstens Äußerungen am plausibelsten.
Und wenn er wirklich durch die psychologische Betreueung erkennt, was er da so angestellt hat, kann er in Ruhe bis zu seinem Lebensende Reue in seiner Einzelzelle empfinden.

Nenne mir nur einen Grund Stan, warum er wieder in die Gesellschaft integriert werden sollte?

Gruß

Elessar
 
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Ich teile Stans Ansichten zur Todesstrafe. Ich bin zwar kein Christ, aber ich kenne das Christentum recht genau, habe auch einige Semester katholische Theologie studiert. Und aus dem, was ich gelernt habe, schließe ich dies:
Eine Gesellschaft wie die amerikanische, die sich christlich nennt, ist mit diesem Bekenntnis an die Weisheit und die Regeln des Christentums gebunden. Und damit ist nicht das ersttestamentliche "Auge um Auge" gemeint, denn solches wurde durch Christus ein für allemal beendet. Nach Christus ist es richtig, Feinden zu vergeben, auf sie zuzugehen, das Gespräch zu suchen. Und das ist keine Option, sondern eine Pflicht.
Wer einen Verbrecher mit dem Tod bestraft, handelt unchristlich, weil solches Richten keinem Menschen zusteht, es ist Gott vorbehalten. Christus sagte, "wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein", um das zu verdeutlichen. Er selbst war ohne Sünde, aber er warf niemals einen Stein - und wer seid ihr, es besser als Jesus Christus wissen zu wollen?
Das geht an alle, die sich als Christen verstehen und doch die Todesstrafe für richtig halten. Ich bin kein Christ, aber ich kenne viele Christen und respektiere ihren Glauben. Und von all den ehrlichen, gläubigen Christen, die ich kenne, ist nicht einer dabei, der den Tod eines Verbrechers befürwortet. Wie sollten sie auch?
 
"Eine Gesellschaft wie die amerikanische, die sich christlich nennt"

- Lord Kwuteg

Woraus bitte schließt Du, daß die amerikanische Gesellschaft sich christlich nennt ?

Und selbst dann ist die Frage, ob die Todesstrafe nach dem NT gerechtfertigt ist, eine Frage der Auslegung. Aus Römer 13 (Die Stellung zur staatlichen Gewalt)
stammt folgendes:

"...Denn vor denen, die Gewalt haben, muss man sich nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes; so wirst du Lob von ihr erhalten. (4) Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst: Sie ist Gottes Dienerin und vollzieht das Strafgericht an dem, der Böses tut."


santos
 
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@wauwau:

Die Strafe ist dazu da, um den Menschen wieder in die gesellschaft zu integrieren..das ist einfach so..oder sollte so sein...nirgends wirds so gehandhabt. leider.

Jeder Mensch kann sich ändern. Der Mörder war sicer auch mal ein "normaler" Mensch oder? Er wurde aber zu einem Mörder...das ist sicher auch wieder rückgängig zu machen..und wenn er keine gefahr mehr ist sehe ich keinen zweck darin, ihn sein ganzes leben einzusperren, oder ihn sogar brutal hinzurichten..


Eine Frage...bist du für die Folterei in Gefängnissen? Mit Elektroshocks, Knüppeln etc...

ahja...UNO-Menschenrechte Artikel 3 (recht auf Leben..) und 5 (keine folter oder grausame/unmenschiche Strafen)...hoffe mal nicht dass es hier leute gibt die solche grundsätzlichen "regeln" nicht akzeptieren wollen :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Original erstellt von Stan
Er wurde aber zu einem Mörder...das ist sicher auch wieder rückgängig zu machen..

Er ist den Rest seines Lebens ein Mörder...da gibt es nichts mehr rückgängig zu machen...

Original erstellt von Stan
Die Strafe ist dazu da, um den Menschen wieder in die gesellschaft zu integrieren..das ist einfach so..oder sollte so sein...

Bis zu einer gewissen Stufe stimme ich dir da zu...bei achtfachem Mord gibt es da aber nichts mehr zu integrieren...
 
Bis zu einer gewissen Stufe stimme ich dir da zu...bei achtfachem Mord gibt es da aber nichts mehr zu integrieren...

oh..ja das ist natürlich sehr pessimistisch :)

und wer sagt wo die grenze liegt? gott?
 
Original erstellt von Stan
und wer sagt wo die grenze liegt? gott?

Nein, der normale Menschenverstand...

Außerdem gibt es schon Grenzen, in Form von Jahren die einer Absitzen muss, wenn er was schlimmes verbrochen hat.

Aber lassen wir das ... wollte hier eigentlich gar nichts dazu schreiben...weil es wiedermal so ein Thema ist, wo es keine Lösung geben wird und jeder von seiner eigenen Meinung kein Stück abweichen wird.

Trotzdem hast du es mit deinen provokanten Aussagen geschafft eine Diskussion vom Zaun zu brechen, die eigentlich sinnlos ist.

Werde in Zukunft solche Diskussionen umgehen...weil es mir nichts bringt...

Schlusspunkt
 
@ Stan
Nicht Gott, sondern die "menschliche" Abwägung, ob die Gesellschaft durch den Deliquenten wieder Schaden nehmen könnte.
Bei seinem Modus Operandi halt ich ihn halt für einen latente Gefahr.
Natürlich bin ich kein psychologischer Gutachter (das ist auch gut so, denn dann müssten wir ein paar mehr Hochsicherheitstrakte bauen)

Ach ja, ich mag mich keineswegs in die Ecke von Todesstrafenbefürwortern oder Folterern gesteckt sehen.
Ich stehe auf den gleichen Standpunkt, das ich nicht das Recht habe einen anderen das Leben zu nehmen.
Einzige Ausnahmen:
- Notwehr
- Nothilfe
- Kriegszustände

wobei natürlich letztderes ein dehnbarer Begriff ist.

Gruß

Elessar

/ edit
Alcx, ich war zu langsam
/ edit end
 
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@santos
Richtig. Und das ist einer der Gründe, warum ich zwar die Lehren Christi als große Weisheit akzeptiere, aber dennoch kein Christ bin.
Daß die USA sich als christliche Nation verstehen, kann man afaik sogar in ihrer Verfassung nachlesen, ansonsten verweise ich auf dieses penetrante "God bless" und die öffentlichen Morgengebete etwa in Schulen. Für mich ist das alles Bigotterie.

@wauwau
Ich habe die Reintegration außen vor gelassen, weil es mir erst einmal nur um die Todesstrafe ging. Ich stimme dir zu, daß es Menschen gibt, die man lebenslang einsperren und bewachen muß. Aber das hindert mich nicht daran, mit ihnen Mitleid zu haben und ihnen abseits ihrer gerechten Strafe die Möglichkeit zur Läuterung zu wünschen.
 
Straftäter reintegrieren? - Ja! ... aber nicht alle.

Original erstellt von Lord Kwuteg
(...) Aber das hindert mich nicht daran, mit ihnen Mitleid zu haben und ihnen abseits ihrer gerechten Strafe die Möglichkeit zur Läuterung zu wünschen.

Imo sollte jemand, der ohne Absicht einen Menschen getöten hat (z.B. überfahren hat, weil unkonzentriert o.ä.), natürlich zurück in die Gesellschaft geführt werden. Genauso bei jemandem, der einen Menschen erschießt, aus nachvollziehbaren Gründen (!Einzel- / Sonderfall!).

Aber bei jemandem, der 10 unschuldige Menschen, die er nicht kennt, grundlos erschießt, sehe ich das anders.
Diese Person hat imo so viele Probleme mit ihrem Leben / ist so verblendet, dass es nicht möglich ist, sie zu *reintegrieren*.

^^ = my opinion.

mfg,
wauwau
 
Imo sollte jemand, der ohne Absicht einen Menschen getöten hat (z.B. überfahren hat, weil unkonzentriert o.ä.), natürlich zurück in die Gesellschaft geführt werden. Genauso bei jemandem, der einen Menschen erschießt, aus nachvollziehbaren Gründen (!Einzel- / Sonderfall!)

gib mir einen nachvollziehbaren grund um einen menschen zu erschiessen...mir fällt da nichts ein..




Aber bei jemandem, der 10 unschuldige Menschen, die er nicht kennt, grundlos erschießt, sehe ich das anders. Diese Person hat imo so viele Probleme mit ihrem Leben / ist so verblendet, dass es nicht möglich ist, sie zu *reintegrieren*.

du kennst die "absichten" oder "gründe" oder probleme des täters ja gar nicht und sagst jetzt schon dass man erst gar nicht versuchen soll ihm zu helfen?
Es gibt so viele dinge die man aus einem menschen machen kann...auch aus einem 10fachen Mörder...
 
Stan:
gib mir einen nachvollziehbaren grund um einen menschen zu erschiessen...mir fällt da nichts ein..

Notwehr im weitesten Sinne, Affekthandlung, Momentsverzweifelung, ...

Stan:
du kennst die "absichten" oder "gründe" oder probleme des täters ja gar nicht und sagst jetzt schon dass man erst gar nicht versuchen soll ihm zu helfen?
Es gibt so viele dinge die man aus einem menschen machen kann...auch aus einem 10fachen Mörder...

Imo ist das Risiko zu groß. Kannst du sowas verantworten?

mfg,
wauwau
 
"penetrante "God bless" und die öffentlichen Morgengebete etwa in Schulen"

- Lord Kutweg


Entschuldige, Lord Kutweg, aber das ist Unsinn, was Du schreibst.
"God bless" bedutet nichts anders als "Gott segne (Dich)" und die Juden würden schon etwas dagegen haben, wenn Du Gott als rein christliches Geschöpf betrachten würdest.
Es gibt in den amerikanischen öffentlichen Schulen kein Morgengebet. Das kannst Du mir glauben, da ich dort aufgewachsen bin.
In den USA gibt es anders in Deutschland eine strenge Trennung zwischen Staat und Kirche, d.h. Religionsunterricht in der staatlichen Schule gibt es schlicht nicht. Im übrigen wäre etwas perverses wie die Kirchensteuer dort nicht denkbar.
Ich merke, viele Deutsche denken, sie kennen die USA. Das tun sehr viele, wie ich in deisem Forum sehe, nicht. Sie sind vielleicht amerikanisiert, aber ihre Kenntnisse über die Gesellschaft dort beschränken sich auf überspitzte Medienberichte von spiegel.de u.ä. sowie Spielfilme. Die Gesellschaft dort ist vielseitiger und vielschichtiger als Ihr denkt.

santos
 
Im übrigen wäre etwas perverses wie die Kirchensteuer dort nicht denkbar.

Willkommen in Deutschland...
... ich mein naja... meine Meinung zur Kirche ist eh gespaltet. Aber das mit dem Amerika... hmm kenne mich selber da auch nciht im wirtschaftlichen oder gar gesellschaftlichen bereich aus...
 
@Santos
Ich bitte um Verzeihung, da habe ich wirklich etwas verwechselt beziehungsweise falsch interpretiert. Die amerikanischen Juden schlicht zu übersehen, beweist den Schnellschuß, den ich da getan habe. Aber wir irren alle mal.
Damit gebe ich meine Haltung nicht auf, den Bigotterie-Vorwurf erhalte ich aufrecht. Das werfe ich aber beileibe nicht nur den Amerikanern vor, falls der Eindruck entstanden sein sollte.
 
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