@ettan
Eigentlich wilderst du genau in meinem Bereich, denn auch ich habe angefangen mit einer "kleinen" mFT-Kamera und habe mich dort mittlerweile zum Flaggschiff (der
G9II von Panasonic) hochgearbeitet.
Auch bei mir liegt der Fokus auf Momentaufnahmen in der Natur, wobei hier kein spezielles Format verfolgt wird. Ob ich also den Pilz im nebeligen Morgenrot, den Wasserfall mit vorgesetzter Blende und Langzeitbelichtung, oder aber doch die coole Spinne, die gerade unter einem Blatt auf Beute lauert ablichte, ist dabei vollkommen irrelevant.
Ich habe als "größtes" Objektiv derzeit das
100-300er Standard-Panasonic (4.0-5.6 OIS II). Damit bin ich auch äußerst zufrieden und selbst am langen Ende macht das noch richtig gute Bilder ohne stark wahrnehmbare Vignettierung oder Randunschärfen.
Noch besser war da nur das
100-400er Leica für ~1500 Euro, das ich ebenfalls hier hatte, mich aber nach kurzen Tests dazu entschied, es wieder zurückzuschicken. Die Abbildungsleistung lag so gering über dem 100-300er, dass ich hier bildqualitativ keinen derartigen Zugewinn hatte, als dass sich der Aufpreis "nur" für nochmal 100mm mehr Brennweite gelohnt hätte.
Wenn du hier zu speziell in Richtung "Super-Tele" gehen möchtest, dann kommst du um die großen, teuren Objektive von z.B. Olympus nicht drum herum.
Fun Fact: du kannst auch APS-C Objektive auf dem mFT-Sensor benutzen.
Mit so ner Mini-Kompakt-Travelzoom (TZ) Kamera werde ich persönlich nicht warm.
JA, sie können teilweise noch näher ranzoomen, die
TZ80, die ich erst meiner Frau geschenkt und wir sie mittlerweile an meine Tochter weitergereicht haben (also, die Kamera! Nicht meine Frau

) schafft 720mm Kleinbild-Äquivalent (das wären 360mm mFT-Brennweite).
Damit kommt man zwar aus der Entfernung noch näher ran, aber nicht im Entferntesten bekomme ich mit dieser kleinen Kamera solche Bilder hin, wie ich es mit dem großen Equipment schaffe und es mich zufriedenstellen könnte.
Dabei ist bei ausreichend Taglicht und niedriger ISO nicht einmal der Sensor oder das winzige Objektiv das größte Problem, sondern für mich insbesondere die Haptik. Es gibt aber auch viele Komfortfeatures, die mir einfach an so ner kleinen Kamera fehlen (über frei belegbare Knöpfe und viele Stellräder Shutter, Blende und ISO getrennt voneinander einstellen, ohne über Ebenen hinwegswitchen zu müssen z.B.).
Von daher: jede Kamera, jeder Sensor und jedes zusätzliche Equipment hat so seine Zielgruppe.
Ich in dem Fall würde dir, wenn du sowieso schon gewohnt bist, mit Systemkameras zu fotografieren und bereits auf mFT steckst, dringlichst dazu raten, bei diesem kompakten und im Vergleich äußerst kostengünstigen Sensor zu bleiben.
Solange du nicht primär indoor und nachts in dunklen Gassen fotografierst, wirst du mit dem mFT-Sensor im ausreichend belichteten Alltag ausschließlich Vorteile gegenüber APS-C und Vollformat haben.