wie viel % mehr gehalt bei wechsel?

Gugelhausen

Ensign
Registriert
Mai 2011
Beiträge
225
Hallo zusammen,

ich würde gerne mal euren Rat einholen bezüglich folgender Frage:

Wie viel % sollte man auf das aktuelle Gehalt hinzurechnen wenn man sich an einer anderen Firma bewerben möchte?

Zu meiner Situation:

Ich Arbeite seit 1,5 Jahre in einem Unternehmen als Qualitätsingenieur. Kurz um, ich bin mit der Gehaltssituation (ca. 38k im Jahr) nicht zufrieden. Eine versprochene Gehaltserhöhung wird nicht statt finden aus diversen Gründen (es liegt nicht an meiner Leistung sondern Firmenpolitische Gründe).

Jedenfalls möchte ich mich längerfristig weiter orientieren. Ich habe mit dem Gedanken gespielt, dass -bei gleichen Grundvoraussetzungen zur jetzigen Arbeit (Urlaub, Weg, Arbeitszeit, Sicherheit des Arbeitsplatzes etc)- ich ab ca. 20% mehr Gehalt einen Wechsel in Betracht ziehen würde.

Wie sind hier eure Erfahrungen? Sind 20% zu viel? Oder sollte man hier erst ab 30% mehr einen Wechsel in Betracht ziehen.

Vielen Dank schon mal für eure Antworten.
 
das hat doch imho nichts mit prozenten zu tun denn die sind ja nur dir bekannt... wenn du dich bewirbst, dann auch noch zum gespräch geladen wirst, kannst du ja dann deine gehaltsvorstellung verkünden und siehst wie das ankommt...

man kann doch auch bei 5% einen wechsel in betracht ziehen :-/
 
Zu uns wurde früher immer gesagt, dass ein Wechsel sich bei gleich bleibenden Arbeitsbedingungen und ab 10% mehr Gehalt lohnt.
10% deswegen weil man eben doch vieles aufgibt und ein gewisses Risiko hat ggf. wieder früher gekündigt zu werden, sich erst wieder einarbeiten muss, ein Netzwerk aufbauen muss etc etc.

BTW: Das Gehalt kommt mir für ein Qualitätsingenieur auch etwas niedrig vor. Je nach Bundesland würde ich so ca 45k brutto / Jahr anpeilen.
 
Mit 1,5 Jahren Berufserfahrung vielleicht sogar die 50K anpeilen.
Wie schon gesagt wurde, je nach BL.

Gruß,
boersianer
 
Das Gehalt hängt natürlich stark ab von Bundesland, Unternehmengröße, Branche, Kompetenzen + Verantwortung (Budget-/Personalverantwortung) usw. Ich persönlich würde aber auch bei sonst gleichen Rahmenbedingungen +10% als untere Grenze für einen Jobwechsel ansehen. Wenn sich anderweitige Vorteile ergeben (kein Pendeln mehr erforderlich, man kann mit der Freundin zusammenziehen...) ist sicherlich auch ein Jobwechsel selbst bei Gehaltseinbußen nicht unbedingt verkehrt. Allerdings würde ich nach 1,5 Jahren noch nicht wechseln, das ist einfach zu kurz und sieht auf dem Lebenslauf nach "aufgegeben" aus bzw. kann von Personalern mal so interpretiert werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für eure Antworten.

Tjo ich würde ja auch gerne noch etwas mehr Berufserfahrung sammeln, allerdings ist es einfach frustrierend wenn sich Gehaltsmäßig nichts tut und alle um einen rum bei gleicher Leistung und Verantwortung g wesentlich mehr verdienen (bin durch einen Abteilungswechsel in die Abteilung gekommen, deswegen die Diskrepanz). Vor allem wurde mir bei meinem Wechsel eine Gehaltserhöhung versprochen, welche jedoch so in nächster Zeit nicht eintreten wird -> Frust und Motivationslosigkeit pur!
 
Das würde ich auch sagen ca 10 %, wobei die 45k im Jahr nich viel sind fürn Ing. Die hab ich als Techniker schon...
 
45k sind durchaus normal fürn frischen QualiIng.
Überdenk nochmal deine Situation. Bist du in der Position, um mehr Gehalt fordern zu können? Braucht dich die Firma? Wenn ja, diskutier mit deinem diszi. Vorgesetzten. Wenn nicht, sieh dich extern um, dann solltest du so 10-20% mehr rausholen können.
Aber wechsle noch nicht mit 1,5 Jahren Berufserfahrung. Mach 3 oder besser 4 Jahre draus. Dann kannst du sogar noch mehr rausholen. Und vielleicht kommt dir dein Arbeitgeber bis dahin etwas entgegen...
 
Das ding ist halt das: Alle, selbst neu eingestellte mit gleicher Bildung, Berufserfahrung, Tätigkeit, verdienen schon deutlich (300 - 400€ netto mehr im Monat) mehr wie ich. Und genau das drückt mir gerade extrem aufs Gemüht und auf die Motivationsbremse. Der Vorgesetzte schilderte mir das es aktuell nicht möglich sein wird eine Gehaltserhöhung durch zu bringen (neue Leitung des Geschäftsbereiches). Zudem wollen meine Partnerin und ich in den nächsten 12 - 18 Monate eine Familie gründen. Und dazu brauch man definitiv mehr Geld.
 
Hm das hört sich schon nicht gut an, ist aber denke ich nichts ausergewöhnliches in der freien Wirtschaft. Das du durch einen Abteilungswechsel da rein gekommen bist und sie dir am Anfang erst noch "weniger" gezahlt haben ist auch nichts ausergewöhnliches. Das sie dir dann die Erhöhung aber nicht geben und du dir jetzt -auf gut deutsch- verarscht vorkommst ist durchaus nachvollziehbar.

Fakt ist auch, dass man -je nach Bundesland- schon etwas mehr Geld braucht um als Alleinverdiener eine Familie zu versorgen.

Was kannst du machen? Ich würde mich ganz ruhig nach anderen Alternativen umsehen. Folgende Punkte würde ich aber beachten:

-Wie sicher ist ein neuer Arbeitsplatz?
-Musst du länger/weiter pendeln?
-Befristet / Unbefristet
-Reisebereitschaft?
-Wochenarbeitsstunden
-Urlaubstage
-VWL?
-Aufstiegschancen
-Tätigkeit
etc etc

Erst wenn all diese Punkte ähnlich oder besser sind wie dein jetziger Arbeitsplatz macht es Sinn anhand des neuen Gehaltes zu entscheiden. Denn: Bekommst du nur 200€ Netto mehr, musst dafür aber 10km weiter pendeln und hast einen befristeten Arbeitsvertrag, dann lohnt sich das Risiko und der Mehraufwand nicht.

Hoffe ich konnte helfen.
 
hast du denn mal deinen marktwert getestet mit bewerbungsgesprächen? ansonsten duzfreund der GF werden, das bringt in deutschland am meisten geld ein
 
Auch wenn es ärgerlich ist, dass alle um Dich herum mehr in der Tasche haben, würde ich auch die Vorteile Deines Jobs nicht ausser acht lassen - ohne diese im Detail zu kennen!
Selbst wenn Du in eine neue Firma wechselst, kannst Du wohl kaum davon ausgehen, dass Du dann derjenige bist, der am meisten verdient -
Alle, selbst neu eingestellte mit gleicher Bildung, Berufserfahrung, Tätigkeit, verdienen schon deutlich (300 - 400€ netto mehr im Monat)
Psychologisch ist Dein Gedanke also eine Einbahnstraße!

Zu den Nachteilen bei Wechsel hat "escrivel" ja schon was gesagt! Dennoch muss ich auch noch einen Deiner Hauptgründe für einen Wechsel torpedieren:
Zudem wollen meine Partnerin und ich in den nächsten 12 - 18 Monate eine Familie gründen.
Da würde ich aber spontan sagen, dass mit der Aussicht, ein Jobwechsel eher schlecht ist. Du verlierst Kündigungsschutz für bestenfalls etwas mehr Kohle - keiner kann Dir sagen, ob Dein neuer Job was taugt oder ob da nach kurzer Zeit Schicht ist, aus welchen Gründen auch immer - dann stehst Du mit Familie (oder nur Frau - kostet ja genug :D) noch schlechter da!

Ich kann natürlich nicht genauer Stellung beziehen, da dafür Fakten fehlen, aber von dem was Du schreibst, halte ich Deine Schlussfolgerung "neuer Job mit mehr Kohle und alles ist besser (übertrieben)" für falsch!

<--- edit: der der schon seit 10 Jahren keine Gehaltserhöhung mehr hatte......
 
Lars_SHG schrieb:
<--- edit: der der schon seit 10 Jahren keine Gehaltserhöhung mehr hatte......

Nicht mal Inflationsausgleich?! Wo und als was arbeitest du denn?
 
Ich bin auch Ingenieur, und ich würde dir folgendes raten:

Je nach Bundesland, Firma, Stellenbeschreibung würde ich mal mindestens 45.000/Jahr ansetzen. Bei großen Konzernen und gut passendem Profil auf die Stelle eher Richtung 50.000/Jahr.

38.000/Jahr ist als Einstieg ok, mittlerweile solltest du aber schon mehr Wert sein. Zumindest solange deine Zeugnisse/Arbeitsqualität passt. Die Gehälter sind in der Krise zwar allgemein etwas gesunken, aber an deiner Stelle würde ich nicht unter 45.000 gehen.
 
Gugelhausen schrieb:
Zudem wollen meine Partnerin und ich in den nächsten 12 - 18 Monate eine Familie gründen. Und dazu brauch man definitiv mehr Geld.

Wenn ich so etwas lese frage ich mich irgendwie immer wie Leute die "nur" Facharbeiter sind ihre Kinder durchbringen ohne das es denen an wichtigen Sachen mangelt...
 
@Necrol
Das ist halt Jammern auf hohem Niveau. Auch wenn in diesem Fall ein höheres Gehalt nicht unangemessen wäre.
 
danke Leute für eure tollen Beiträge.

Mir ist schon klar das es vielleicht Jammern auf hohem Niveau ist und das man auch eine Familie mit 1200€ netto durchbringen kann.
Aber: Ich kann für meine Leistungen und Verantwortung auch etwas erwarten. Und das ist im Moment schlicht zu wenig.

Ich denke ich werde um die 45.000€ Jahresverdienst anpeilen und mich ganz ruhig und wohl überlegt nach alternativen umsehen.
 
escrivel schrieb:
Fakt ist auch, dass man -je nach Bundesland- schon etwas mehr Geld braucht um als Alleinverdiener eine Familie zu versorgen.

Wieso als Alleinverdiener? Hat er das irgendwo geschrieben?
Spricht doch nichts gegen 2 arbeitende Elternteile.
 
Solltest du wirklich tun - ich bin zur Zeit im öffentlichen Dienst als E13 Stelle. Das Geld ist nicht sonderlich hoch für nen Ing. - aber ich will ja noch Promovieren und der Lebensunterhalt in Mecklenburg ist dafür gut günstig und selbst ich liege nach 1/2 Jahren jetzt bei 38700€ brutto (wobei hier dann netto etwas weniger ist als bei dir...wegen VBL) und nach 1 Jahr lande ich dann bei 43k. Und ganz ehrlich ist es im öff. Dienst wesentlich ruhiger als in der Wirtschaft (was aber auch manchmal nervt)
 
Zurück
Oben