AMD Radeon RX 580 & 570 im Test: Asus, MSI, PowerColor und Sapphire im Vergleich 2/6

Wolfgang Andermahr et al. 354 Kommentare

Testergebnisse

Alle Ergebnisse wurden mit einem neuen Grafikkarten-Testsystem sowie einem völlig überarbeiteten Testparcours erstellt. Dementsprechend sind die Ergebnisse nicht mit früheren Tests vergleichbar.

Wie ComputerBase Grafikkarten testet sowie die verwendete Hardware und Treiber kann in diesem separaten „Benchmark & Methodik“-Artikel nachgelesen werden. Ab April 2017 hat ComputerBase das Testverfahren deutlich abgeändert, um moderne Grafikkarten besser bewerten zu können. Ein Blick in den Artikel klärt die wesentlichen Fragen.

6-Kern-Testsystem mit Broadwell-E

Als Prozessor kommt statt dem Core i7-6700K ab sofort ein auf 4,3 GHz übertakteter Intel Core i7-6850K (Broadwell-E, 6 Kerne) mit insgesamt 4 × 4 GB DDR4-3.000-Speicher zum Einsatz. Mehr als vier Kerne und acht Threads sind in vielen Spielen mittlerweile von Vorteil, wie der Artikel CPU-Skalierung in Spielen im Test: 6, 8 oder 10 CPU-Kerne schlagen 4 schnelle im Februar gezeigt hat. Nach langem Abwägen hat sich die Redaktion für Broadwell-E entschieden, weil die Plattform bereits ausgereift ist und wenigen Änderungen unterliegt. Auf Ryzen zu setzen hätte den Tausenden an Messwerten nur eine kurze Halbwertszeit beschert.

Ryzen-Benchmarks zum Vergleich

Nichtsdestoweniger gibt es Vergleichstests mit einem auf 4,05 GHz übertakteten AMD Ryzen 7 1800X (Test) mit 2 × 8 GB DDR4-3.200. Damit sollen die hohe Leistungsfähigkeit von Ryzen als Basis für einen Spiele-PC entsprechend gewürdigt und Unterschiede beim Einsatz der Grafikkarten auf einem solchen System aufgedeckt werden.

AMD Radeon RX 580 und RX 570 im Test
AMD Radeon RX 580 und RX 570 im Test

Alle Nvidia-Grafikkarten wurden mit dem GeForce-Treiber 378.92 (Download) getestet, die Radeon-Grafikkarten dagegen mit dem Crimson-Treiber 17.3.3 (Download). Einzig die Radeon-RX-500-Vertreter laufen mit einem angepassten Treiber, der dem Crimson 17.4.1 ähnelt.

Erstmals mit Messung der Leistungsaufnahme von Grafikkarten

Neu ist, dass ComputerBase die Leistungsaufnahme der Grafikkarte separat und nicht mehr die des gesamten Testsystems ermittelt. Auf dieser Basis gibt es von nun an auch Performance-pro-Watt-Diagramme. Die den Messungen zugrundeliegende Spieleauswahl wurde zu einem Großteil umgestellt und aktualisiert.

Neue Diagramme zeigen Probleme im Detail

Neben den üblichen Frames per Second im Durchschnitt gibt es bei großen Neuvorstellungen in Zukunft Ergebnisse zu den Frametimes in übersichtlicher Balkendiagrammform. Die Frametimes werden zwar in FPS ausgegeben (um nicht mit den klassischen Durchschnitts-FPS-Angaben für Verwirrung zu sorgen), allerdings handelt es sich dabei um das 99th Percentile: Der ausgegebene Messwert zeigt die minimalen FPS, die zu 99 Prozent der Zeit übertroffen werden. Beträgt der Wert zum Beispiel 60 FPS (beziehungsweise gemessene 16,7 ms), bedeutet dies, dass die Frametimes in 99 Prozent der Testszene mindestens 60 Bilder pro Sekunde oder höher betragen hat.

So takten RX 580 und RX 570 in Spielen

Im geschlossenen Testsystem von ComputerBase können die Partnerkarten der Radeon RX 580 den höheren eingestellten Maximaltakt in drei der fünf herangezogenen Spiele in der Regel dauerhaft halten. In Doom und Witcher 3 wird er immerhin immer wieder erreicht. Grund für das Heruntertakten ist dabei jeweils das voreingestellte Power Target, während die Temperatur nie kritische Dimensionen erreicht. Weil es die Radeon RX 580 nicht als Referenzdesign gibt, ist die von ComputerBase getestete Grafikkarte mit Referenztaktraten nicht im Vergleich enthalten. Ihr maximaler Takt beträgt theoretisch 1.340 MHz und wird von allen Partnerkarten mit Ausnahme von Doom übertroffen.

Gegenüber dem Test von Partnerkarten der Radeon RX 480 liegen die erzielten Taktraten rund 100 Megahertz höher. Weil Spiele und Treiber inzwischen gewechselt haben, ist diese Angabe allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Die tatsächlichen Taktraten der RX 580 im Fractal Design Define R5
Spiel (1.920 × 1.080) Asus Strix MSI Gaming X PowerColor Red Devil PowerColor Red Devil
Golden Sample
Sapphire Nitro+ OC
Doom 1.391-1.411 MHz [PT] 1.264-1.370 MHz [PT] 1.345-1.380 MHz [PT] 1.387-1.425 MHz [PT] 1.374-1.411 MHz [PT]
Mass Effect 4 1.411 MHz 1.350-1.380 MHz [PT] 1.380 MHz 1.425 MHz 1.411 MHz
RotTR 1.411 MHz 1.380 MHz 1.380 MHz 1.425 MHz 1.411 MHz
Witcher 3 1.385-1.411 MHz [PT] 1.345-1.380 MHz [PT] 1.352-1.380 MHz [PT] 1.395-1.425 MHz [PT] 1.371-1.411 MHz [PT]
Watch Dogs 2 1.411 MHz 1.380 MHz 1.380 MHz 1.425 MHz 1.411 MHz
[PT] = Power Target limitiert

Die einzige Radeon RX 570 im Test ist die PowerColor RX 570 Red Devil. Sie taktet in allen fünf Spielen immer mit den maximal erlaubten 1.320 MHz. Das sind 50 MHz mehr als die vergleichbare Grafikkarte im Test der Radeon RX 470 erzielen konnte.

Benchmarks in 1.920 × 1.080 und 2.560 × 1.440

Die nachfolgenden Benchmarks enthalten die Radeon RX 580 sowie die Radeon RX 570 jeweils mit den Referenztaktraten sowie auf Basis einer ausgewählten Partnerkarte. Beim größeren Modell ist das die Sapphire RX 580 Nitro+ OC (8GB), beim kleineren die PowerColor RX 570 Red Devil (4GB). Aus Zeitgründen konnte der komplette Parcours nicht mit allen Grafikkarten durchlaufen werden, Benchmarks der anderen Partnerkarten der Radeon RX 580 finden sich im Abschnitt „Benchmarks der Partnerkarten“.

Radeon RX 580 gegen GeForce GTX 1060

Mit rund sechs Prozent Leistungszuwachs gegenüber der Radeon RX 480 kann die neue Radeon RX 580 die GeForce GTX 1060 in der Founders Edition sowohl in Full HD als auch in WQHD schlagen: Ein respektive zwei Prozent beträgt der Vorsprung im Mittel. Die Radeon RX 480 war noch fünf respektive vier Prozent langsamer als die Konkurrenz, erst Partnerkarten schlossen zur Referenz von Nvidia auf.

Partnerkarten der Radeon RX 580 können die Founders Edition jetzt wiederum noch deutlicher schlagen, eine Asus GeForce GTX 1060 Strix wird nur um zwei Prozent verfehlt. Polaris und Pascal standen sich in der Mittelklasse noch nie so nahe. Und mit 8 statt 6 Gigabyte GDDR5 hat die Radeon RX 580 einen längerfristigen Trumpf in der Hand.

Noch etwas besser stehen die Grafikkarten von AMD im Verhältnis zu Nvidia dar, wenn lediglich die schnellsten 99 Prozent der FPS betrachtet werden. Der Übergang zu den langsamsten ein Prozent liegt jeweils noch etwas höher als bei der vergleichbaren Konkurrenz von Nvidia.

Radeon RX 570 hält den Abstand

Auch die neue Radeon RX 570 legt gegenüber dem Vorgänger in Full HD zu: Sieben Prozent sind es im Mittel über den Parcours. Damit bleibt der Abstand zwischen Radeon RX 580 und Radeon RX 570 annähernd derselbe wie bei Radeon RX 480 und Radeon RX 470. Auf Benchmarks in WQHD hat ComputerBase bei dieser Leistungsklasse verzichtet.

Benchmarks der Partnerkarten

Die Partnerkarten der Radeon RX 580 von Asus, MSI, PowerColor und Sapphire reihen sich analog der in Spielen unter Last erzielten Taktraten auf. Mit vier Prozent Leistungsvorteil gegenüber einem Modell mit Referenztaktraten ist die PowerColor RX 580 Red Devil GS die schnellste Variante im Test. Bei der Radeon RX 480 betrug der Leistungsgewinn durch den Griff zur schnellsten Partnerkarte noch acht Prozent.

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Performancerating – RX 580 Partnerkarten
Angaben in Prozent
    • PowerColor RX 580 Red Devil GS
      99,9
    • Asus RX 580 Strix OC
      99,4
    • Sapphire RX 580 Nitro+ OC
      99,2
    • PowerColor RX 580 Red Devil
      97,8
    • MSI RX 580 Gaming X 8G
      97,1
    • AMD Radeon RX 580
      96,0

Abweichungen von der durchschnittlichen Reihenfolge in den einzelnen Spielen unterliegen der Messungenauigkeit, die durch die Wahl von Savegames mit manuellem Ablauf der 25 Sekunden langen Sequenz ein paar Prozentpunkte betreffen kann. Inhaltliche Auffälligkeiten gibt es nicht.

Benchmarks auf einem AMD Ryzen 7 1800X

Mit Ryzen 7 (Test) und Ryzen 5 (Test) ist AMD auch in der Ober- und der Mittelklasse wieder im Rennen. Das neue Grafikkarten-Testsystem setzt mit Broadwell-E zwar weiterhin auf eine Plattform von Intel, um auf dessen gereifter Basis weniger Anpassungen unterworfen zu sein, in dieser Sektion soll die Leistung der getesteten Grafikkarten aber auch mit dem Topmodell der Ryzen-Serie ermittelt werden: dem Ryzen 7 1800X.

Überraschungen gibt es an dieser Stelle aber nicht: Radeon RX 580 und RX 570 liegen mit beiden Prozessoren im Schnitt über alle Benchmarks fast gleich auf, der Vorsprung von Intel auf AMD beträgt lediglich messbare ein bis zwei Prozent. Mit der Konkurrenz von Nvidia, einer GeForce GTX 1060 mit 6 GB GDDR5, sieht es nicht anders aus.

Der Blick auf die einzelnen Spiele zeigt, dass Intel insbesondere von Battlefield 1 profitiert, denn in diesem Spiel fällt der Vorsprung des Core i7-6580K gut doppelt so hoch aus. Mit der GeForce GTX 1060 ist das hingegen nicht der Fall.

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