Fire HD 10 (Kids Edition) im Test: Alexa, Multimedia und Kamera

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Michael Schäfer 18 Kommentare

Alexa gibt nach wie vor den Ton an

Amazon treibt die eigene persönliche Assistentin weiter voran, und das mit einem Aufwand, der den Dienst mittlerweile an die Spitze der digitalen Helfer gebracht hat. Dies ist auch darin zu beobachten, wie viele Geräte der Online-Händler mit Alexa-Unterstützung seit dem Start auf den Markt gebracht hat, aber auch daran, wie viele andere Produkte und Apps mittlerweile Alexa ebenfalls unterstützen. Auch die Anzahl der sogenannten Skills wächst stetig.

Die Einrichtung ist nach wie vor einfach: Ist bereits ein Gerät mit aktiviertem Dienst vorhanden, werden die Einstellungen automatisch übernommen, ansonsten muss neu eingerichtet werden. Bereits mit dem Vorgänger hat Amazon Alexa auf Zuruf hören lassen, lange Zeit musste dafür jedoch noch ein Button gedrückt werden. Die dafür verfügbaren Aktivierungswörter haben sich mittlerweile jedoch auf zwei reduziert, übrig geblieben sind auf dem Fire-Tablet nur noch „Alexa“ und „Amazon“.

Stetige Weiterentwicklung

Dass Amazon viel Energie in seinen Dienst steckt, wird auch an vielen kleinen Verbesserungen deutlich. Konnte Alexa zum Zeitpunkt des Tests zum 2017er Fire HD 10 nur normale und einfache Fragen beantworten, versteht sich der Dienst nun auch auf kontextbezogene Fragen. Wenn der Anwender also wissen will, wie die Hauptstadt von Deutschland heißt, wird er Berlin als Antwort erhalten. Möchte er wissen, wie viele Einwohner Berlin hat, reicht die Frage: „Und wie hoch ist die Einwohnerzahl?“.

Die Spracherkennung reagiert auch beim neuen Fire-Tablet sehr gut. Amazon schränkt den Abstand zwischen Anwender und Alexa-Gerät zwar auf zwei bis drei Meter ein, im Test betrug die mögliche Entfernung eines leise gesprochenen Aktivierungswortes jedoch rund sechs Meter. Bei normaler Lautstärke können es auch mal bis zu acht Meter sein – vorausgesetzt, dass sich keine „Störquellen“ wie laute Musik oder der Fernseher in der Nähe befinden.

Multimedia

Amazon hat seine Fire-Serie für das reine Konsumieren von Inhalten konzipiert und auch das neue Fire HD 10 will nichts anderes sein, das wird schon an der bereits beschriebenen Oberfläche deutlich. In diesem Bereich macht es eine recht gute Figur, auch wenn dem Display dabei, wie ebenfalls schon angemerkt, das letzte Quäntchen an Farbbrillanz fehlt. Das dürfte in dieser Preisklasse jedoch nicht zu erwarten sein. Wer zu den wenigen Menschen gehört, denen die Darstellung nicht ausreicht, muss zu höherwertigen Geräten greifen, die dann aber auch in ganz anderen Preisklassen zu verorten sind.

An der Anordnung der Lautsprecher ist deutlich erkennbar, dass das Fire HD 10 für die Wiedergabe von Medien konzipiert wurde
An der Anordnung der Lautsprecher ist deutlich erkennbar, dass das Fire HD 10 für die Wiedergabe von Medien konzipiert wurde

Das Tablet spielt alle gängigen Medienformate ab, was in x264 und x265 kodierte Videos mit einschließt. Dass das Fire HD 10 keine Probleme mit HD-Inhalten von Amazons Video Prime hat, dürfte nicht verwundern – aber auch Netflix stellt kein Problem dar.

Spiele funktionieren dank neuem Prozessor und neuer GPU-Einheit auf dem aktuellen Fire-Tablet spürbar besser. Zwar liefen viele gängige 3D-Spiele auch auf dem Vorgänger bereits sehr gut, im direkten Vergleich stellt die 2019er-Version jedoch deutlich mehr Details dar. Bei reinen Casual-Games ist dagegen kaum eine Verbesserung zu erkennen – diese sind in den meisten Fällen so ausgelegt, dass sie auch auf eher leistungsschwächeren Geräten vernünftig laufen.

Die beiden im Landscape-Modus oben angebrachten Lautsprecher sorgen für einen soliden, aber nicht überragenden Klang. Dolby Atmos oder andere Technologien zur Klangoptimierung sollten in der Preisklasse ebenso wenig erwartet werden. Um über diese kurz ein Video zu schauen oder abends noch ein wenig Musik oder ein Hörbuch zu hören, reichen die Klanggeber jedoch völlig aus.

Kamera

Die Kamera ist nach wie vor das kleine Stiefkind der Fire-Tablets von Amazon, da macht auch die neue Generation keine Ausnahme. Zwar hat der Online-Händler die Auflösung der Frontkamera nun endlich von VGA auf 2 Megapixel und somit auf das Niveau der rückseitig verbauten Kamera angehoben, doch bedeutet das dennoch Bilder mit gerade mal 1.600 × 1.200 Pixeln und Videos in 720p. Dafür dürfte das Fire HD 10 zwar für Videotelefonie ausreichend sein, sofern die Person vor der Kamera gut ausgeleuchtet ist – das war es dann aber auch schon.

Die Auflösung der Bilder mag für gelegentliche Schnappschüsse ausreichend sein, dürfte aber nur die wenigsten Qualitätsansprüche befriedigen. Aufnahmen wirken flau und ohne knackige Farben, darüber hinaus hat die Aufnahmeeinheit mit Bildrauschen zu kämpfen, das besonders bei schlechten Lichtverhältnissen auftritt.

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