Crimson Desert im Test: Raytracing und Presets

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Wolfgang Andermahr
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Crimson Desert nutzt optional Raytracing für die Beleuchtung, die Reflexionen und die Schatten. Im Spiel lassen sich die Effekte einzeln an- oder ausschalten, spezielle Konfigurationsmöglichkeiten gibt es nicht.

Optik- und Leistungseinfluss

Und das ist vermutlich auch gut so, denn der Leistungsunterschied ist unabhängig von der Grafikkarte nur gering bis gar nicht vorhanden. Selbst eine AMD-Grafikkarte der RDNA-3-Generation, die eine geringe RT-Leistung aufweist, verliert mit Raytracing kaum an FPS (RDNA 2 verliert etwa 9 Prozent an FPS durch Raytracing, mit RDNA 3 sind es noch fünf Prozent). Moderne Grafikkarten arbeiten mit RT sogar geringfügig schneller – ja, richtig gelesen.

Das Feature auszuschalten ergibt also auch aus Leistungsgründen keinerlei Sinn. Entsprechend nutzen auch alle Grafik-Presets bis auf das Minimal-Preset Raytracing.

Der optische Einfluss ist in Crimson Desert sehr szenenabhängig, aber vorhanden, auch wenn die Leitung direkt Zweifel aufkommen ließ. In Außengebieten ist der Unterschied meistens mäßig bis nur leicht vorhanden. Manchmal wirkt ohne Raytracing die Vegetation ziemlich flach, ein anderes Mal leuchtet bei Raster-Grafik auch ein Haus ungewöhnlich hell, obwohl es gerade eigentlich ziemlich dunkel ist.

Nur ab und zu ist der Unterschied in Außenbereichen nennenswert. Das ist der Fall, wenn verschiedene Teilbereiche zusammenkommen, die Raytracing besser darstellen kann. Dann erzeugen die Strahlen ein deutlich besseres Bild. Das ist aber wirklich nur ab und zu der Fall.

In Innenräumen sehen Raytracing- und Rasterizer-Optik hingegen teils völlig anders aussehen. Hier ist die Rasterizer-Grafik komplett flach und auch sichtbar falsch. Ohne RT leuchten manche Stellen im Raum extrem, während andere sehr dunkel sind. Das ergibt keinen Sinn. Hinzu kommt, dass die Grafik teils sichtbare Artefakte aufweist.

Denoising: Schnell, aber schlecht

Das bedeutet aber nicht, dass die Raytracing-Grafik in Innenräumen fehlerfrei ist. Im Gegenteil, denn hier macht der spieleigene Denoiser oft einen richtig schlechten Job. Das Hauptproblem ist, dass er die wenigen Rays nicht stabilisieren kann. Selbst wenn die Kamera nicht bewegt wird, flackert die Beleuchtung sichtbar, was sehr störend ist. Darüber hinaus gibt es ein zweites Problem.

Die Entwickler haben den eigenen Denoiser auf maximale Performance optimiert. Das hat zur Folge, dass allen voran Schatten manchmal bis zur Gänze verschluckt werden. Raytracing hätte in einer Szene vielleicht einen großen optischen Einfluss, durch den Denoiser bleibt davon aber fast nichts übrig.

Raytracing – 3.840 × 2.160
  • GeForce RTX 5070 Ti:
    • Raytracing Ein
      75,7
    • Raytracing Aus
      74,7
  • Radeon RX 9070 XT:
    • Raytracing Ein
      70,8
    • Raytracing Aus
      70,4
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

Für die beiden grafischen Probleme mit Raytracing gibt es auf den ersten Blick aber eine Lösung: DLSS Ray Reconstruction oder FSR Ray Regeneration. Die AI-Denoiser von Nvidia und AMD machen einen deutlich besseren, wenn auch keinen perfekten Job in Crimson Desert.

Doch auch ohne die AI-Denoiser sollte keiner Raytracing in dem Spiel deaktivieren. Das sieht teils deutlich schlechter aus, bringt ähnliche, wenn auch andere Grafikfehler und verbessert die Leistung kaum. Also auch wenn RT Probleme macht, es gehört in Crimson Desert aktiviert.

Presets: Filmisch vs. „Beleuchtung Maximum“

Crimson Desert bietet verschiedene Grafik-Preset an. Das Filmisch-Preset ist das höchste, das jedoch noch nicht alle Grafikoptionen maximiert. Eine, die Beleuchtungsqualität, bleibt auch mit „Filmisch“ nur auf der zweithöchsten Stufe. Darüber gibt es noch „Maximal“. Diese Einstellung ist eigentlich völlig sinnlos, spielt auf einer Nvidia-Grafikkarte aber dennoch eine sehr große Rolle. Doch der Reihe nach.

Maximum ist grafisch sinnlos

Zuerst einmal zur Bildqualität. Ob die Beleuchtung auf Filmisch oder auf Maximal steht, macht keinen relevanten Unterschied. Die Differenzen sind meist sehr gering und oft auch im direkten Vergleich kaum zu sehen. Im Spielealltag wird der Unterschied überhaupt nicht auffallen. Der einzige wirklich große Unterschied in der Optik sind die Reflexionen. Mit Maximal weisen dieses deutlich mehr Details als mit Filmisch auf, letzteres ist sehr unscharf. Doch schleichen sich mit Maximal zugleich Artefakte ein, die es bei filmisch nicht gibt. Vor allem auf Wasserflächen ist das Problem stark ausgeprägt: Sie sind entweder sehr unscharf oder voller Artefakte. Ersteres sieht zwar nicht gut aus, stört aber weniger.

Der Performanceeinfluss ist massiv

Wenn die Performance von der Option stimmen würde, wäre das vielleicht noch kein Problem. Doch sie stimmt unabhängig von der Beleuchtung überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: Mit „Beleuchtung Maximal“ verliert die GeForce RTX 5070 Ti unglaubliche 33 Prozent an FPS, die Radeon RX 9070 XT sogar 37 Prozent. Für quasi nichts. Die Option sollte keiner aktiviert haben.

Beleuchtungsoptionen – 3.840 × 2.160
  • GeForce RTX 5070 Ti:
    • Beleuchtung Filmisch
      75,7
    • Beleuchtung Maximal
      50,7
  • Radeon RX 9070 XT:
    • Beleuchtung Filmisch
      70,8
    • Beleuchtung Maximal
      44,3
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)
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