Crimson Desert im Test: Fazit

 6/6
Wolfgang Andermahr
57 Kommentare

Viel Potenzial, aber noch zu viele Probleme

Die PC-Version von Crimson Desert zeigt viel Potenzial. Eine zuweilen und vor allem in der grünen Landschaft sehr hübsche Grafik trifft auf viele top-aktuelle PC-Features. Und in Previews gab es von Presse und Influencern auch noch inhaltlich teils überschwängliches Lob. Also beide Daumen hoch?

Leider nicht bei der PC-Version, so wie sie der Redaktion kurz vor dem Launch zur Verfügung stand, denn die bietet noch so einige technische Probleme. Auch mit dem mutmaßlichen Day-1 Patch. Immerhin hatte der (letzten Freitag) bereits viel zum Positiven hin geändert, aber eben noch nicht alles. Und das bezieht sich auf Grafikfehler und damit verbundene Performance-Probleme.

Nur mit optischem Nachteil schnell

Positives gibt es per se erst einmal über die Performance von Crimson Desert zu berichten. Das Spiel ist fordernd, mit Upsampling aber gut zu handhaben. Dabei läuft das Spiel auf GeForce- und Radeon-Grafikkarten vergleichbar gut (anders auf Intel Arc, denn mit diesen verweigert das Spiel mit Hinweis auf fehlenden Support den Start).

60 FPS werden in Crimson Desert erreicht ab (Direkt zu den Benchmarks):
Nvidia AMD Intel
2.560 × 1.440 RTX 5060
RTX 4070
RX 9060 XT
RX 7700 XT
not supported
(startet nicht)
3.440 × 1.440 RTX 5070
RTX 4070
RX 9070
RX 7800 XT
3.840 × 2.160 RTX 5070 Ti
RTX 4070 Ti Super
RX 9070
RX 7900 XT

„Gute Leistung“ gibt es auch auf GeForce und Radeon aber nur unter einer Bedingung: Es muss der spieleigene Denoiser fürs Raytracing, das aus optischen Gründen grundsätzlich genutzt werden sollte und auch „default“ an ist, eingesetzt werden. Den eigenen Denoiser haben die Entwickler auf maximale FPS getrimmt. Das hat den Vorteil, dass Raytracing auf aktuellen AMD- und Nvidia-Grafikkarten keine Geschwindigkeit kostet. Der Haken ist jedoch, dass der Denoiser so viele Details verschluckt, dass die Grafik oft kaum anders als die Rasterizer-Optik aussieht. Zudem hat der Denoiser große Probleme in Innenräumen. Dort flimmern zum Beispiel die Wände stellenweise extrem, was durch den Einsatz von DLSS oder FSR Upscaling noch schlimmer wird. „Schnell“ kann der Denoiser, sonst aber nicht viel.

AI-Noiser sind quasi ein High-End-Feature

Gut, dass alternativ FSR Ray Regeneration und DLSS Ray Reconstruction bereitstehen. AMDs und Nvidias AI-Denoiser erledigen den Job sichtbar um ein Vielfaches besser. Es gibt keine rauschenden Wände mehr und die RT-Effekte sind viel prägnanter. DLSS hat dabei qualitativ die Nase vor FSR, doch auch letzteres ist eine klare Steigerung gegenüber dem Engine-Denoiser. Nur gibt es zwei Nachteile:

  1. Beide kosten (vergleichbar) viel Geschwindigkeit, ca. 30 Prozent FPS.
  2. Beide setzen die Beleuchtungsqualität automatisch auf „Maximum“ fest, was optisch keinen Vorteil bringt, aber zusätzlich zweistellig FPS vernichtet.

Deshalb kosten DLSS Ray Reconstruction und FSR Ray Regeneration gleich doppelt viel Performance und werden dazu zu einem High-End-Feature.

Dabei sollte die Koppelung an „Maximum“ für die Beleuchtung gar nicht nötig sein. Vor dem letzten Patch ließ sich FSR Ray Regeneration auch problemlos mit der zweithöchsten Beleuchtung kombinieren. Das lief fehlerfrei und war deutlich schneller. Doch seit dem letzten Update ist dies nicht mehr möglich. DLSS war dagegen von Anfang an auf die maximale Beleuchtung angewiesen.

Crimson Desert im Test

Die Grafik-Presets bringen wenig

Was das Tuning-Potenzial angeht, zeigen sich die Grafik-Presets in Crimson Desert als ineffektiv. Die optische Qualität bleibt beim Zurückschalten zwar hoch, es gibt aber auch kaum mehr FPS. Upsampling ist daher die mit Abstand beste Methode um mehr FPS zu erhalten.

DLSS 4.5 gewinnt beim Upscaling

DLSS 4.5 erzielt klar die besten Ergebnisse, DLSS 4 sieht sichtbar schlechter aus. FSR Upscaling AI hat allen voran mit der Vegetation größere Schwierigkeiten und ist etwas unscharf. Dieselben Limitierungen gibt es auch beim Einsatz von FSR Ray Regeneration, während DLSS Ray Reconstruction ebenso ein recht weiches Bild auf den Monitor liefert.

In dem Spiel erledigt DLSS (Multi) Frame Generation einen richtig guten Job. Allen voran deswegen, da die potenziell höhere Latenz keine Rolle spielt – die Steuerung ist ja ohnehin sehr indirekt. Auch bei geringen Frameraten ist das Spielgefühl mit DLSS MFG 4× bezüglich der Steuerung kaum anders als ohne künstliche Bilder, das Bewegtbild aber deutlich flüssiger. Für FSR Frame Generation gilt das leider nicht. Die alte Variante (FSR 3) hat teils massive Grafikfehler. Die aktuelle AI-Version sieht dagegen deutlich besser aus, das Frame Pacing stimmt aber nicht ganz – wieder einmal.

Weitere Merkwürdigkeiten

Davon abgesehen gibt es auch Merkwürdigkeiten im Spiel. Warum zum Beispiel muss die Maussteuerung so indirekt sein? Gut, das ist eine Gameplay-Entscheidung, die aber doch sehr ungewohnt ist. Passend zu der überladenen PC-Steuerung. Kleinere Bugs sind ebenso nach wie vor vorhanden. Geänderte Audiooptionen werden zumindest auf dem Testsystem nach jedem Neustart erst übernommen, wenn im Optionsmenü irgendein Menüpunkt abgespeichert wird. Und ist AMDs Ray Regeneration aktiviert, kann es passieren, dass das Spiel erst im xten Anlauf startet und alternativ schlicht abstürzt.

Die PC-Version von Crimson Desert zeigt also viel Potenzial im Test, es gibt aber auch so einige technische Probleme. Wer sich mit diesen arrangieren kann, kann problemlos zur PC-Version des Spiels greifen. Denn während der gesamten Testphase gab es – einmal im Spiel angekommen – keine Abstürze. Pearl Abyss sollte die angesprochenen Probleme aber schnellstmöglich noch angehen.

Tipps für hohe oder hübsche FPS

Ob Raytracing an oder aus, macht kaum einen Unterschied, daher kann es (Default „an“) auch an bleiben. Wer hohe FPS sucht, sollte dann aber die Finger von den AI-Denoisern DLSS Ray Reconstruction und FSR Ray Regeneration lassen, denn dann fallen die FPS hoch zweistellig. Dafür gibt es insbesondere in Innenräumen gravierende Grafikfehler, die bei Nutzung von DLSS Super Resolution oder FSR Super Resolution noch schlimmer werden.

Wer das nicht will und die Leistung hat, nutzt DLSS Ray Reconstruction oder FSR Ray Regeneration, nimmt den Performance-Abschlag hin und freut sich über das deutlich bessere Bild.

Die Presets wiederum bringen wenig: Die Leistung steigt nur unterdurchschnittlich, dafür fällt auch die Grafikqualität kaum. Aggressivere DLSS/FSR-Modi bringen da mehr.

Kommentar des Autors

Puh, das war knapp?! Die erste Testversion von Crimson Desert war vor zwei Wochen das verbuggste Spiel, das ich jemals auf einem PC laufen hatte. Das hat der mutmaßliche Day-1 Patch vor dem Wochenende deutlich verbessert, auch wenn es nach wie vor viel Spielraum nach oben gibt. Das größte Problem: Warum zur Hölle benötigt es die absolut sinnlose maximale Beleuchtung, die allein 30 Prozent FPS frisst, um DLSS Ray Reconstruction und FSR Ray Regeneration nutzen zu können, die selbst noch einmal gut auf die Leistung gehen?

Nutzen wiederum sollte man sie, denn der Spiel-Denoiser ist – sorry, liebe Entwickler – ziemlicher Schrott. Nur viel Performance bringt keinem etwas, wenn die meisten RT-Effekte deswegen verloren gehen und es teils auch starke Grafikfehler gibt. Da seid ihr übers Ziel mit hinausgeschossen und sollte schnellstmöglich – wie mit dem ersten großen Patch vor dem Start – noch einmal nachbessern.

Die technischen Merkmale
Crimson Desert Eigenschaften
Entwickler Pearl Abyss
Publisher Pearl Abyss
Engine BlackSpace
API DirectX 12
Nvidia Reflex
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2 Nein
Intel XeLL Nein
HDR
Widescreen (21:9) (Screenshot-Vergleich)
Kantenglättung TAA
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS Super Resolution ✓ (DLSS 4 & DLSS 4.5 im Spiel)
Nvidia DLSS Frame Generation
Nvidia DLSS Multi Frame Generation ✓ (4×)
Nvidia DLSS Ray Reconstruction
AMD FSR Upscaling ✓ (AI + Analytisch im Spiel)
AMD FSR Frame Generation ✓ (AI + Analytisch im Spiel)
AMD FSR Ray Regeneration
Intel XeSS Super Resolution Nein
Intel XeSS Frame Generation Nein
Native Auflösung + Upsampling ✓ (DLAA, FSR Native)
Manuelles Nachschärfen Nein
Direkt zur Upsampling-Analyse
Direkt zur Ray-Reconstruction/Regeneration-Analyse
Raytracing
Globale Beleuchtung
Reflexionen
Schatten
Umgebungsverdeckung
Pathtracing Nein
Direkt zur Raytracing-Analyse
60 FPS im Benchmark ab (mit DLSS/FSR)
WQHD RTX 5060 / RTX 4070 / RX 9060 XT / RX 7700 XT
UWQHD RTX 5070 / RTX 4070 / RX 9070 / RX 7800 XT
UHD RTX 5070 Ti / RTX 4070 Ti Super / RX 9070 / RX 7900 XT
Direkt zu den Benchmarks
Release-Datum 19. März 2026
Preis zum Release 70 Euro
80 Euro (Deluxe Edition)

Sämtliche Testreihen wurden mit dem „Day-1 Patch“ durchgeführt. Die Redaktion hatte vorher auch schon ausführlich Crimson Desert mit einer älteren Spielversion getestet, die noch einmal deutlich fehleranfälliger gewesen ist.

ComputerBase hat Crimson Desert für der für das Spiel zuständigen PR-Agentur zum Testen erhalten. Das Spiel wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühstmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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