Tuxedo InfinityBook Max 15 Gen10 im Test: Spiele- und Anwendungsbenchmarks
3/4Tuxedo OS versucht trotz seiner stabilen Ubuntu-LTS-Basis im Bereich Software aktuell zu bleiben. Wichtige Treiber sollten daher keinen (negativen) Einfluss auf die Performance haben, wie es sonst oft bei LTS-Releases der Fall ist.
In der Softwareausstattung erscheint Tuxedo OS zum Testzeitpunkt mit dem Kernel 6.17, Mesa 26.0 und Nvidia 580.126.09. Als Desktop dient KDE Plasma 6.5.2.
Spiele-Performance
Da Spieleleistung im Wesentlichen vom dedizierten Grafikchip bestimmt wird, dürften die Abweichungen zwischen beiden Systemen gering ausfallen. Um dennoch einen Eindruck von AMD vs. Intel auf dem InfinityBook Max 15 zu erhalten, wurden bei der Spielauswahl besonders CPU-lastige Titel ausgewählt.
Cyberpunk 2077
Cyberpunk 2077 als Benchmark-König darf auch in diesem Vergleich nicht fehlen. Dank guter Skalierbarkeit und vieler Raytracing-Optionen lässt sich das Spiel auf hohe CPU-Last trimmen. Mit dem Preset Low, aber allen aktivierten Raytracing-Effekten bei mittlerer Raytracing-Beleuchtung, dürfen beide Systeme zeigen, was sie können. DLSS auf Performance verlagert den Fokus auf die CPU.
Im Benchmark ist die besonders fordernde Szene während des Flugzeugabsturzes in Dogtown. Dabei sind die Unterschiede zwischen beiden Laptops nicht spürbar. Während der Intel-Prozessor leicht bessere Durchschnitts-FPS liefert, gewinnt AMD vor allem bei den Lows. Allerdings handelt es sich in beiden Fällen um gerade einmal 2 FPS (!). Mit etwas Tuning an den Schiebereglern und dem nicht künstlich erzeugten Szenario der erhöhten CPU-Last lässt sich Cyberpunk 2077 problemlos auf beiden Ausführungen des InfinityBooks Max 15 spielen.
Hogwarts Legacy
Auch Hogwarts kann hohe CPU-Last erzeugen. Besonders mit auf „mittel“ reduzierten Grafikdetails, aber mit Raytracing auf „Hoch“ kommen Unterschiede zutage. DLSS auf Performance reduziert die Anforderungen an den RTX-Chip.
Der Benchmark ist ein Lauf durch Hogsmeade mit zahlreichen Effekten und spiegelnden Flächen. Hogwarts ist das einzige Spiel im Test, welches abweichende Ergebnisse zwischen den beiden Prozessoren liefert. Die Zaubererwelt schmeckt der AMD-CPU gar nicht. Um 22 Prozent ist der Intel-Prozessor hier schneller. AMD arbeitet in der Muggle-Welt schlichtweg besser.
Silent Hill 2
Silent Hill 2 steht stellvertretend für eine ganze Reihe an Unreal-Engine-Spielen. Mit Hardware-Raytracing stellt es auch erhöhte Anforderungen an die Prozessorlast. Mit „niedrigen“ Voreinstellungen, DLSS auf Performance und aktiviertem Raytracing geht es auf Monsterjagd.
Der Durchlauf findet in der CB-Benchmarkszene im Eingangsbereich der Wood-Side-Apartments statt. In Silent Hill 2 gibt es kaum Unterschiede. Auf dem Papier ist Intels Core-Architektur minimal – aber nicht merklich – schneller als AMDs Pendant. Dennoch lässt sich hier festhalten: Auch die Unreal Engine ist für die InfinityBooks kein Problem.
Space Marine 2
Alien-Schwärme in Space Marine 2 beanspruchen gern die Rechenleistung der verbauten CPU. Umso spannender ist der Vergleich bei zwei an sich identischen Systemen, wo sich nur der Prozessor unterscheidet. Mit dem Preset „Hoch“ und DLSS auf Performance stellen sich die InfinityBooks den Tyraniden.
Als Benchmarkszene dient der Urwald im Level Severance. Auch in Space Marine 2 gibt es auf dem Papier und auch beim Spielen Gleichstand. AMD liegt bei den Lows vorne und Intel hat mehr FPS im Durchschnitt.
Gaming-Zusammenfassung
Wer spielen möchte, kann bedenkenlos zu beiden Systemen greifen. Ausreißer wie in Hogwarts können immer vorkommen, auf beiden Plattformen. Der limitierende Faktor ist stets die RTX 5070 Mobile, wobei „limitierend“ hier die falsche Wortwahl ist, denn die GeForce ist durchaus potent. Nur der VRAM stellt am Ende die Grenze der Leistungsfähigkeit dar – aber dafür kann Tuxedo nichts.
Anwendungsbenchmarks
Linux-Kernel kompilieren
Gerade beim Kompilieren des Kernels kann AMDs höchste CPU-Konfiguration in Form von 12 Kernen und 24 Threads ihre Stärken ausspielen. Intel kann mit seinen 16 Kernen ohne Multi-Threading zwar gut mithalten, wer aber viel mit Code arbeitet, fährt hier mit dem HX 370 besser.
Kompression mit 7z
Im 7z-Benchmark zeigen sich interessante Ergebnisse. Beim Komprimieren von Dateien liegt der 255H von Intel um 4 Prozent vorn. Echte Kerne schaffen hier mehr als Multi-Threading. Doch beim Entpacken kehrt sich die Situation um und der AMD-Prozessor erledigt die Arbeit um mehr als 40 Prozent schneller.
Blender-Benchmark
Im Blendertest wird die „Classroom“-Szene gerendert und AMD ist mit seinen 24 Threads gut 20 Prozent flotter, was in der Praxis fast eine ganze Minute ausmacht. Auch hier gilt: Wer mit vielen Threads viel anfangen kann, fährt mit dem größten Ryzen aus dem InfinityBook Max 15 am besten.
OCCT
Der Blick auf den integrierten Benchmark des Stabilitätstests OCCT zeigt mit Blick auf die (AVX) Single-Thread-Leistung einen relativen Gleichstand. Der Ryzen AI 9 HX 370 ist 2 Prozent langsamer als der Core Ultra 255H. Wirklich groß ist der Unterschied hier nicht.
Anwendungs-Zusammenfassung
Die Wahl, ob es ein Intel- oder AMD-Prozessor sein soll, ist im Hinblick auf Anwendungen schwerer. Während es beim Gaming keine große Rolle spielt, entscheidet im Produktivbereich das eigene Anwendungsszenario. Anwendungen, die von Threads profitieren, fahren mit einem AMD-InfinityBook besser – vorausgesetzt, die höchste CPU-Konfiguration wird gewählt. Intel hingegen kann in der Regel gut mithalten und hat mit dem Core Ultra 7 255H nur eine Auswahlmöglichkeit.