AMD Ryzen Threadripper 9000 im Test: Benchmarks in Anwendungen
2/5ComputerBase testest Prozessoren auf einem aktuellen Windows 11 24H2. Im System kommt stets eine GeForce RTX 4060 zum Einsatz, da nicht jeder Prozessor eine integrierte GPU vorweisen kann. So sind die Ergebnisse auch vergleichbar.
- Windows 11 24H2 mit aktuellen Updates
- Letztes Microcode-Update für Core-CPUs der 13. und 14. Gen veröffentlicht. (Details) und Arrow-Lake-Prozessoren
- Nvidia GeForce RTX 4060 für alle Systeme
- Alle Anwendungen aktualisiert
Aus Zeitgründen konnten noch nicht alle CPUs, die in den letzten Jahren in verschiedenen Parcours im Einsatz waren, erneut getestet werden. Die Liste der CPUs wird in den kommenden Wochen erweitert, weitere Tests mit den passenden Vorgängern sind bereits in Planung.
ComputerBase verfolgt seit Jahren den Testansatz, neue Hardware entsprechend zu fordern und auch an ihre Grenzen zu bringen – und dies auch zu zeigen. Dabei wurden über Jahre Verfahren und Herangehensweisen entwickelt und entsprechend verfolgt, sowie Dinge so angegangen, wie sie letztlich eher der Realität entsprechen, wenngleich sie nicht 1:1 aus dem Handbuch der Hersteller oder der Spezifikation entstammen.
Zum Beispiel sind das die DRAM-Einstellungen: hier wird nicht nach strengster JEDEC-Spec mit zugrunde liegenden ziemlich schlechten Timings getestet, wohl aber nach offiziell abgesegnetem Maximaltakt. Ein Auge zugedrückt wird in dem Fall auch bei Grenzfällen, die letztlich aber primär der Kompatibilität dienen: Für Arrow Lake segnet Intel beispielsweise neuen CUDIMM nur auf Boards mit zwei DIMM-Slots für den höchsten Speichertakt ab. Nun könnte das Testsystem auf exakt eines dieser Boards umgestellt werden, oder aber schlichtweg ein ganz normales Board genutzt werden und hier entsprechend das Auge zugedrückt werden – es läuft eben problemlos auch dort und kein Kunde wird seinen Speicher deshalb einbremsen, zumal der Hersteller auf der anderen Seite auch direkt mit Speicher-OC jenseits der 10.000-MT/s-Marke wirbt.
Das Thema der Spezifikationen betrifft auch oder vor allem die Powerlimits bei Prozessoren. Ohne Turbo-Modi und entsprechend hohe Leistungsaufnahme geht dort heute nichts mehr. Hier gab es im Jahr 2024 viel Aufmerksamkeit für Intel und neue Basis-Power-Profile, nachdem ursprünglich der Verdacht bestand, die hohe Leistungsaufnahme sei Schuld für das Sterben der CPUs der 13. und 14. Generation. Dies war aber nicht der Fall, der Blick in die Spezifikationen Anfang 2025 zeigt so weiterhin ganz klar, dass noch immer offiziell 253/253 Watt bei K-CPUs und bei KS-CPUs auch 320/320 Watt vollständig von Intel abgesegnet sind. Da auch die Einstellungen auf Mainboards in dem Defaults-Laden-Profil exakt so aussehen, wird die Redaktion hier keine grundlegend andere Einstellung vornehmen und die CPUs künstlich einbremsen – es entspricht schlichtweg wieder nicht der Realität. Auch Intels Konkurrent AMD testet die Intel-CPUs entsprechend im „Performance/Extreme“-Profil, in dem PL1=PL2 ist.
Bei AMD-CPUs ist die Herangehensweise bei den Powerprofilen eine andere. Auch hier gibt es eine TDP und eine Oberrenze, die PPT. Die TDP existiert aber auch hier wie Intels PL1-Wert gern nur auf dem Papier, im Alltag ist die PPT die begrenzende Größe – und liegt so im Test auch als Maximum auch an. Hier wird stets dieser PPT-Wert als maximales Limit ausgewählt und von den CPUs in der Regel auch gefordert.
Getestet wurde auf einem aktuellen Windows 11 24H2 inklusive der verfügbaren Updates. Alle Plattformen liefen mit den letzten BIOS-Updates, Intel also inklusive letztem „Anti-Aging“ Microcode 0x12B und AMD inklusive 1.2.0.3a Patch A.
- LGA 1851: Asus ROG Maximus Z890 Hero, BIOS 1501
- LGA 1700: Asus ROG Maximus Z790 Dark Hero, BIOS 1801
- AM5: Asus ROG Crosshair X870E Hero BIOS 1202
- AM4: Asus ROG Strix B550-E Gaming, BIOS 3610
- SP6: Gigabyte TRX50 Aero, BIOS NA2m
Für die verwendete GeForce RTX kam der Treiber GeForce 572.42, bei AMD Chipsatztreiber 7.01.08.129, für Threadripper 9000 der neuere 7.0.4, zum Einsatz. PCIe Resizable BAR (rBAR/SAM) war aktiv.
Um Probleme mit dem Chipsatztreiber zu vermeiden, wurden bei AMD verschiedene Systeme aufgesetzt: für 9950X3D + 9900X3D, für 9800X3D, für 7800X3D + 7600X3D, 5800X3D und 9950X + 9900X und natürlich Threadripper separat. Laut offiziellem AMD-Tenor hat der Hersteller aber bestimmte Probleme im Zusammenspiel mit einem Wechsel von einem auf zwei CCDs und zurück behoben, Windows sollte nun immer wie bei einer Neuinstallation reagieren. Darauf verlassen wollte sich die Redaktion zum Test aber nicht, deshalb der bekannte Weg.
Die Windows-Sicherheits-Features Core Isolation (Kernintegrität) und Memory Integrity (Speicherintegrität, Hypervisor-Protected Code Integrity (HVCI)) waren auch dieses Mal aktiv – auf den genutzten Plattformen sind sie es mit geladenen BIOS-Defaults ab Werk ohnehin. Insbesondere HVCI kostet im CPU-Limit in Spielen teilweise zweistellig an Leistung. Darauf zu achten, ist essenziell. Nach jedem CPU-Wechsel wurde penibel darauf geachtet, dass alle Voraussetzungen für die Nutzung der Features weiterhin vorlagen.
Das Energieprofil unter Windows lautete für alle Prozessoren „Beste Leistung“.
Die alten Intel-CPUs wurden mit den „Intel Default Settings“ und dem Performance-Power-Profile getestet, das heißt die maximale Leistungsaufnahme durfte die offiziell festgelegte Obergrenze (zum Beispiel 285K: 250 Watt, 14900K: 253 Watt) nicht überschreiten und auch alle anderen Intel-Vorgaben bezüglich Temperaturen oder Stromstärken waren aktiv.
Auch für Core Ultra 200S wurden die Intel Default Settings sowie das Power Delivery Profil „Performance“ genutzt. Die Default-Einstellung des Mainboards (F5 laden) sorgt bei den großen K-CPUs dann für PL1=PL2 mit 250 Watt.
Multi-Core-Leistung
AMDs neue Threadripper-Prozessoren dominieren die Anwendungen, die auf viele Kerne und Threads vertrauen. Gegenüber dem Vorgänger steigt die Leistung um 17 bis 20 Prozent und liegt damit am oberen Ende von AMDs Vorhersagen zur aktualisierten Plattform.
Hinweis: Über den Bearbeiten-Schalter können die Anwendungen selbst gewählt werden, das Plus-Zeichen blendet die zusätzlichen CPUs ein.
In den Einzeltests wurde für alle vier Threadripper das neue 7-Zip 25.00 genutzt. Die bisherige Version 24 unterstützt maximal 64 Threads – bis zu dieser Auslastung ändern sich auch die Ergebnisse nicht, gleich ob Version 24.x oder 25.x. Das Kuriose an der neuen Version ist aber, dass Default weiterhin nur 64 Threads genutzt werden, selbst wenn das System mit 64 Kernen und 128 Threads startet. Mehr Threads müssen manuell aktiviert werden.
Single-Core-Leistung
Da die AMD Ryzen Threadripper 9000X keinen ganz so hohen Takt anlegen dürfen wie die regulären Ryzen 9000, müssen sie diese in Anwendungen mit leichter Last knapp davonziehen lassen. Dies ist aber verschmerzbar, denn es bleibt im Schnitt im einstelligen Bereich.
Gegenüber dem Threadripper-Vorgänger gibt es hingegen oft zweistellige Zuwächse. Die Einzeltests zeigen dies, aber auch, dass es stets auf die Anwendung ankommt.