Ablehnungsgrund , kein Schweizerdeutsch ?

hi, um es mal wieder glattzuziehen, deutsch ist eine der landessprachen der schweiz, neben französisch, italienisch und rätoromanisch, und mit 63,7 % die am weitesten verbreiteste. Schweizerdeutsch hingegen ist keine eigene sprache, sondern ein dialekt. wenn also von hochdeutsch die rede ist, sollten sich alle diejenigen angesprochen fuehlen, deren muttersprache deutsch ist. und das hat, damit es keine verwechselungen gibt, nichts mit "deutscher sein" zu tun. ich persoenlich empfinde es als armselig und ungebildet, wenn einige nicht in der lage sind, neben dem dialekt die eigene muttersprache richtig sprechen zu lernen, und das ist was als hochdeutsch oder standarddeutsch bezeichnet wird. und wiederum, das gilt fuer die angehoerigen aller nationalitaeten, deren muttersprache (standard-)deutsch ist. traditionen und (mundart) kultur kann man gerne zu hause oder im dorf hinter dem grossen berg pflegen, aber in der oeffentlichkeit sollte die eigene muttersprache durchaus beherrscht werden koennen.

cheers
 
pissofff schrieb:
ich persoenlich empfinde es als armselig und ungebildet, wenn einige nicht in der lage sind, neben dem dialekt die eigene muttersprache richtig sprechen zu lernen, und das ist was als hochdeutsch oder standarddeutsch bezeichnet wird.
Bist DU gebildet? Ich muß ein wenig Kritik üben:

Wenn Du z. B. im Schwabenland geboren wirst, dort zur Schule gehst, unter Schwaben "lebst", dann wächst Du mit dem Dialekt auf. Du spricht trotzdem DEUTSCH! Was hat das mit ungebildet zu tun?
Erwähne Deine Ansichten mal in Bayern... :D
 
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@Invader Zim
Ich habe das Lied schon hunderte Male gehört, aber das mit den Hoden ist mir, bis ich vorhin den Text gelesen habe, auch noch nie aufgefallen. Also kann ich dich sehr gut verstehen. :p


@pissofff
Genau das ist der Grund, warum hier an den Schulen NUR NOCH Hochdeutsch als "Unterrichtssprache" verwendet werden darf. Bisher war das nicht geregelt ob Schweizerdeutsch oder Hochdeutsch.

Aber ansonsten muss ich sagen, sogar hier in der Firma wird eigentlich überall "Mundart" gesprochen. Mal ganz abgesehen von Infomeetings/Sitzungen, Präsentationen und Co.
 
@invadar ZIm
komisch komische Bayern halt. Sind zwar nicht alle so aber viele. Sprechen mit einem Bayrisch obwohl sie genau wissen das du nicht aus Bayern kommst. Wenn du dann noch bitte sagt, weil du sie nicht verstanden hast wiederholen sie den gleichen Satz in Bayrisch. selbst beim dritten mal noch. Klar kann das auch bei anderen dialekten sein aber die Bayern sind die schlimmsten. Passiert ist mir das ganz in Italien. Am dreisesten von den Bayern finde ich noch, dass sie die Italiäner (welche nicht wirklich gut deutsch sprechen und man froh sein muss, dass sie überhaupt versuch mit dir deutsch zu sprechen) auch noch auf Bayrisch volllabern und sich wundern, dass sie nicht verstanden werden. Nicht mal wenn sie endlich raffen das der Italiäner sie nicht verstanden hat versuchen sie es ihm auch noch auf Bayrisch zu erklären. Das finde ich sehr dreist. Das geht so weit, dass bei denen schon deutsche sachen auf der Karte stehen mit Bayrischen Ausdrücken. z.B. Würschtel. HALLO, das heißt ja wohl Wurst, Bockwurst oder Würstchen aber nicht WÜRSCHTEL!
 
Habe gerade diese Erklärung beim Chochichästli-Orakel gefunden:

"Chochichästli" ist die Schweizer Variante des Wortes "Küchenschränkchen". Das Wort wird unablässig herangezogen zum Beweis, dass Schweizerdeutsch keine Sprache sei, sondern eine Halskrankheit. Zu diesem Zweck halten die buchstäblich bösen Zungen die drei CH-Laute sekundenlang in der Tiefe des Rachens, besonders den mittleren. Im täglichen Sprachgebrauch ist das Wort etwa gleich häufig wie der hochdeutsche Begriff "Ostfriesisches Felsengebirge".

Meinem Dialekt nach würde das jetzt Kuchikäschtli heissen, anstatt Chochichästli.
 
@jägermeister: hmm, aber wenn wir hier nun schon hochdeutsch schreiben, dann schreib bitte "Italiener" nicht "Italiäner". :)

Oder hab ich wieder irgendwas mit der neuen Rechtschreibung verpasst?^^

@EGG: Gut, dann kann ich doch wieder meinen sprachlichen Fähigkeiten vertrauen^^ wenn ich wieder von der Arbeit zu Hause bin, dann werd ich mir das mal anhören, wobei ich wahrscheinlich nichts verstehen werde ;)
 
Falls wirklich Interesse besteht, kann ich meinen PC nach ein paar Lieder auf Schweizerdeutsch durchstöbern (... ist nicht nur CH Hip-Hop)
 
Ich war bei der Bundeswehr in der schwäbischen Alb, und da besteht für meine pfälzer Ohren kein großer Unterschied mehr zu Schweizerisch. Zumindest hab ich das meiste der schweizer Lyrics verstanden. Hab 2-3 Monate gebraucht um mich mit der netten, älteren Zivilmitarbeiterin, mit der ich Geschäftszimmer arbeitete, normal verständigen zu können. Ich finde Dialekte auch erhaltenswert, aber Hochdeutsch zu können ist auch kein Fehler. Und wenn die Amtssprache in der Schweiz Hochdeutsch ist, dann ist Schwizerdütsch ein Dialekt würde ich sagen. Ist eh komisch bei nur 8 Millionen Einwohner, dass es da 1000000 verschiedene Dialekte gibt...wahrscheinlich gibt es ein paar Leute, die sich nur in ihrem Tälchen verständigen können...Nette Sache, aber Hochdeutsch sollte man wirklich auch zumindest annährungsweise können.

@topic: Da es aber tatsächlich so ist, dass viele Schweizer kein Deutsch verstehen, kann es ja wirklich ein Grund sein abgelehnt zu werden.

So, jetz hann isch genuch dodezu gesaa. Sers.
 
@ EGG

ich finds net so schwer des zu verstehen, man muss sich nicht aufs "hoch"detuschversteifen...
 
Also ich Zock ja übers Internet oft auch mit anderen Deutschen. Die meisten verstanden mein Schweizerdeutsch schon nach ein paar Wochen zimlich gut, allerdings klappts auf Hochdeutsch doch schon ein ganzes stück besser die Kommunikation :D

Wiä scho gseid äs gid meriri dialäkt, das isch zum bischbil Bärndütsch ^^

Es gibt in der Schweiz extrem viele Dialekte. Wie nach Dorf gibt es da bereits wieder bedeutende Unterschiede. Kommt auch nicht selten vor das wir die Wörter selbst noch nicht kennen ^^
 
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Ich kann BAD nur zustimmen.

Teilweise verstehen es die Deutschen auch recht schnell was ich so von mir gebe wenn ich Schweizerdeutsch mit denen rede. Aber irgendwie fange ich meistens dann auch auf Hochdeutsch an wenn sie Hochdeutsch antworten.

Beim Berner Dialekt habt ihr jedoch reichlich Zeit zum zuhören und darüber nachdenken währenddem die reden.

Odr öppe nid BAD? ;)
 
So läßt sich besser das Bankgeheimnis bewahren, wenn einer den anderen nicht versteht. ;)

Dieses Phänomen gibt es aber nicht nur in der Schweiz.
Ist in bayr. Tälern und auf dem platten Land im Norden nicht viel anders.
Dort kann man ab und zu von Glück reden, wenn sich die Nachbardörfer verständigen können, in ihrem Dialekt. :D

Um zum Ausgangsthema zurückzukehren...
Wenn der Ablehnungsgrund mit fehlenden Sprachkentnissen begründet wird, so wird das so sein oder es ist ein vorgeschobener Grund.
Im Support, nicht nur in der IT-Branche, wird sich nunmal größtenteils in Dialekten verständigt.
Es ist schwer von seinem Gegenüber, dem Hilfesuchenden, zu verlangen, er möge in Hochdeutsch sprechen.
Der wird höchstens auflegen oder nach einem Kollegen verlangen, der ihn versteht.

Aus Erfahrung im Supportbereich kann ich sagen, das ich so meine Mühe habe, wenn unsere Kunden aus dem tiefsten Bayern anrufen und ihren fast unverständlichen Dialekt nicht ablegen können oder wollen.
Da möchte man am Liebsten in schönem Plattdeutsch (Komme aus dem Norden) zu antworten. :D
 
Mir ist schon öfters aufgefallen das Deutsche anscheinend manchmal Probleme haben mit den eigenen verschiedenmen Dialekten. Zum teil verstehn sie nicht mal die Österreicher richtig. Für mich sind da bei den Deutschen Dialekten oder dem der Österreicher kaum Unterschiede.
 
@BAD
Nun Du kommst ja auch aus einem Mehrsprachen- und Multidialekt-Staat, wo dies auch noch besonders gepfegt wird und das Hochdeutsch sich eher auf dem Rückzug befindet. Daher haste da wesentlich mehr Übung darin. ;)

In D wird aber der Dialekt eher als Schande - oder wie mancher ja sogar behauptet als "ungebildet" :rolleyes: hingestellt. Das ist der Unterschied.
Ihr Schweizer geht im Prinzip eher den umgekehrten Weg. Hochdeutsch beschränkt sich real bei euch im Prinzip lediglich auf den Schriftverkehr und das wird auch noch länger so bleiben. Was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.
Bei uns ist wiederum auch "kanakisch" auf dem Vormarsch. :lol:
 
Relict schrieb:
Bei uns ist wiederum auch "kanakisch" auf dem Vormarsch. :lol:
Jetzt fühlen sich bestimmt ein paar "Kanaken" angesprochen. Aber: Kanaken sind auch ein Volk im Pazifik. :D
 
@moquai
Hehe, das sollte eher darauf hinauslaufen, dass auch wir Deutschen uns nicht ganz vor Dialekten verschliessen können. Legen wir einen krampfhaft ab, kommt ein neuer hinzu.
Sprache verändert sich nunmal.
Genauso könnte man ja auch behaupten, wer Anglizismen oder denglisch spricht wäre ungebildet.
Ihm fällt ja scheinbar keine hochdeutsche Entsprechung in seinem Wortschatz ein, die es durchaus gibt bzw. kommt diese ihn inzwischen gar schon befremdlich vor. :)
Ich wills aber nicht gleich als ungebildet hinstellen, würde es eher mit "medienverseucht" umschreiben. ^^
 
@Relict;

Stimmt, aber eines ist doch wohl sicher:
"Kanakensprache", kombiniert mit der denglischen ist... :heul:
Bei meinem Neffen hört sich das so an:

"He, weisch Du Gollege, mei Handy des funzt voll konkret ned. Ich mach ne Journey zum Dealer."
 
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"kanakisch" ?
Wenn das nicht jemand in den falschen Hals bekommt. :D

Oder meinst du "denglisch", "derkisch" und "dessisch" ?
Ja, ja. Die deutsche Sprache ist so oder so ungeschützt...


Wer aber die Benutzung des eigenen Dialektes mit "ungebildet" gleichsetzt, ist mir unverständlich.
Was ist dagegen einzuwenden.
Es sollte nur nicht damit übertrieben werden und spätestens "abgelegt" werden, wenn der Gegenüber nichts oder kaum was versteht.


Da fällt mir ein, wir haben auch Kunden in der Schweiz.
Die kann ich ohne Probleme verstehen oder sie passen sich mir an.
Sie wollen schliesslich meine Hilfe haben. :lol:
 
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