Absolventengehälter...

S3b86 schrieb:
Wie diese Zahlen zustande kommen ist mir auch ein Rätsel.
2500~ Brutto nach Hochschulstudium?
Rofl

Ein Lagerarbeiter bei Daimler verdient nach Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik mit Hauptschulabschluss im 3Schichtsystem 2650Brutto plus Samstagszuschläge. (1. Hand, Kumpel)

Du bist ja nicht "magisch" mehr Wert, nur weil du ein Uni-Diplom in der Tasche hast.

Das hängt ganz stark von einem selbst und Angebot/Nachfrage ab.

Hast du etwa einen Doktor in Papyrologie, dann bist du wahrscheinlich über ein Anfangsgehalt von 2500 Brutto unendlich dankbar....

Der große Vorteil von Bildung ist jedoch, dass deine potentiellen Wege nach oben immer höher werden. "Nur" mit Ausbildung ist halt früher Schluss, wenn man sich nicht selbständig macht.

Je geringer deine Weiterbildung ist, desto leichter bist du auch ersetzbar. Wenn man nach der Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik nichts mehr weiter macht und man mit 40 Arbeitslos wird, dann siehts richtig mies aus.
 
Benni22 schrieb:
Aber ein Uni-Absolvent sollte im weiteren Arbeitsleben mehr verdienen als ein FH-Absolvent.
So ist es zumind. immer gewesen.
Mag vielleicht mal so gewesen sein, aber in der IT zumindest ist es unter Garantie nicht mehr so. Auch ein FH-Absolvent kann problemlos in Gehaltsklassen jenseits der 70.000 € aufsteigen. Genauso kann ein Uni-Absolvent auch nach 10 Jahren noch nicht über die 50.000 € hinaus sein.
 
@Kryptolan:

Das kann ich alles so unterschreiben, Bildung ist auf jedenfall sehr wichtig.
Die Frage ist nur, wie lang braucht der Akademiker um das alles aufzuholen?
Beispiel:
Besagter Kumpel hat Hauptschulabschluss mit Notendurchschnitt 1,2.
Da war er 16,5.
Die Ausbildung dauerte 3,5 Jahre.
Jetzt ist er 20 und verdient mit Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Zulagen ca. 35.000 Brutto im Jahr.
Wenn er ein Jahr Berufserfahrung hat, mit 21, kann er den Meister bzw. einen Fachwirt (IHK) dranhängen.
Das dauert dann 2 Jahre (Teilzeit, weiterhin vollbeschäftigt).
Dann ist er 23 und verdient ca. 45.000 Brutto im Jahr.
Später könnte er dann noch durch mehr Berufserfahrung oder weitere Ausbildung (AdA, Betriebswirt etc.) noch höher aufsteigen.
Sagen wir mal mit 27.
In den 7 Jahren nach der Ausbildung hätte er bereits knapp 300.000€ verdient.
Tendenz steigend, da er sich ja berufsbegleitend weiterbildet.

Ich will hier nicht bestreiten, dass sich ein Studium lohnt.
Das tut es auf jedenfall, wenn man weit genug kommt.
Das Problem ist, dass die große Mehrheit das nicht schafft.
Das Studienfach spielt natürlich auch ne große Rolle.
Haste ja mit deinem Dr. in Papyrologie schon angedeutet, was ich damit meine. ;)
 
naja, aber ich würde an dieser Stelle mal behaupten, man studiert doch nicht nur des Geldes wegen, sondern weil vor allem aufgrund des Interesses an der Thematik. Natürlich spielen noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle: Sicherheit des Arbeitsplatzes, Karriere und Zukunft, Druck in der Familie usw.

Von daher sehe ich keinen Grund darin, dass Absolventengehälter so bemessen sein müssen, um damit Lohnausfälle im Vergleich zu Personen, die direkt irgendwo mit oder ohne Ausbildung eingestiegen sind, auszugleichen.

Aufgrund einer eventuell höheren Qualifikation, Angebot und Nachfrage am anstudierten Knowhow und oft auch einer größeren Personalverantwortung kann man bei Absolventen ein höheres Gehalt erwarten, jedoch meiner Meinung nach nicht bei Berufseinsteigern. Diese sollten ähnlich bezahlt werden, wie jemand mit einer entsprechenden Berufsausbildung bzw. mit vergleichbaren Kenntnissen und Fähigkeiten. Nur der Abschluss alleine sollte meiner Meinung nach nicht rein automatisch zu einem höheren Gehalt führen.
 
Klar spielen diese Dinge auch ne Rolle, aber für nen Single ist in erster Linie mal das Geld wichtig. ;)
 
@CoolHandLuke
Bei vielen Firmen wird es mittlerweile auch so gehandhabt, dass man rein nach Stellenbeschreibung und nicht nach Ausbildung bezahlt wird.
 
S3b86 schrieb:
Wenn er ein Jahr Berufserfahrung hat, mit 21, kann er den Meister bzw. einen Fachwirt (IHK) dranhängen.
Das dauert dann 2 Jahre (Teilzeit, weiterhin vollbeschäftigt).
Dann ist er 23 und verdient ca. 45.000 Brutto im Jahr.

Das kommt mir schon etwas hoch vor.

Du musst noch viele andere Kriterien berücksichtigen. Es gibt Meiser wie Sand am Meer, noch viel viel mehr als was es Studenten gibt, die arbeitslos sind.

Jemand der studiert verliert effektiv ja auch keine 7 Jahre und verdient auch hin und wieder Kohle. Man verliert viel. 4 Jahre.

Die Aufstiegschancen etc. eines Meisters halten sich doch sehr in Grenzen. :freak:
 
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