Notiz Adrenalin 2020 Edition 20.20: AMD optimiert Linux-Treiber für Ubuntu und Red Hat

SV3N

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AuScH

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kurze Verständnisfrage:

sind die AMD Treiber nicht immer direkt im Kernel mit drin bzw. werden dort eingepflegt?

Wieso müssen diese hier extra runtergeladen werden?
 

Summerbreeze

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Welche Vorteile hätte denn dieser Treiber?
Und warum werden die aktuellen W5x00 Karten nicht unterstützt?
Finde ich schon etwas schwach.
Ein halbes Jahr nach dem erscheinen der W5700 könnte man da ja schon etwas erwarten.
 

SHEG

Ensign
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Freesync über HDMI unter Linux gibt es weiterhin nicht, oder? :(
 

PCTOM

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Freesync über HDMI unter Linux gibt es weiterhin nicht, oder? :(
Freesync über HDMI? Wenn überhaubt sind dann ja nur eher schlecht als recht 120Hz möglich. Freesync oder GSync über HDMI würde ich komplett abschreiben, nimm Displayport wenns möglich ist. Ich denke mal die wissen das es sich kaum lohnt Freesync für HDMI bereitzustellen.
 

Marcel55

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Das klingt interessant, vielleicht sollte ich doch mal wieder Linux auf dem PC in Erwägung ziehen.
Gerade weil ich auch per Remote Software für meinen Raspberry Pi entwickle und mit Windows über SSH und SCP funktioniert das zwar alles irgendwie, ist aber nicht das gelbe vom Ei.

Jetzt muss ich mir nur noch überlegen welche Distri, CentOS wäre mal was neues aber im Ubuntu/Debian Bereich kenne ich mich besser aus...
 

Teralios

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Es geht hier um den proprietären AMD Treiber und nicht um den freien Mesa.
So ist es falsch, was du schreibst.

Der AMD-Treiber teilt sich in zwei Komponenten und der grundlegende Treiber ist OpenSource und nennt sich AMDGPU. Der Sourcecode ist wie so oft auf Github zu finden. Darauf aufbauend gibt es dann den AMDGPU Pro, dieser erweitert AMDGPU dann noch mal um optimierte Bestandteile für OpenGL, Vulkan und OpenCL. Je nach Anwendung kann AMDGPU Pro dann durchaus Sinn ergeben, weil eben bestimmte Funktionen noch mal optimiert werden, in der Regel reicht aber der offene Treiber.
 

BieneMafia

Ensign
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Ich habe das immer so verstanden, das AMDGPU ein Projekt ist, das immer den aktuellsten Vulkantreiber (Version) zur Verfügung stellt. So lasse ich Mesa laufen und schalte vorab bei Spiel XY (radv, aco oder amdgpu) um. Ist alles leicht zu händeln mit Lutris. Für mich ist der AMDGPU Pro ein kompletter einzelner Treiber der alles andere aus dem System wirft. Und in der Leistung ergeben sich auch Unterschiede. Ist ja alles von Phoronix festgehalten.

Sei gestern bin ich zurück ins grüne Lager. Auch nur, weil man mir einen kompletten PC geschenkt hat. Danke geht nochmals raus, wenn die Person es lesen sollte.
 

Iapetos

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Der Kerneltreiber heißt amdgpu und ist quelloffen, auch im Paket von AMD. Dort wird er als Kernelmodul mitgeliefert. AMD entwickelt einen separaten, quelloffenen Vulkan-Treiber außerhalb von Mesa namens AMDVLK, der ebenfalls mit dem Paket ausgeliefert wird (und weitgehend mit dem Windows-Vulkan-Treiber identisch ist). Außerdem gibt es noch den proprietären OpenGL-Treiber, der wohl vornehmlich für (ur-)alte Workstation-Anwendungen gedacht ist, weil er eher lax mit der OpenGL-Spezifikation umgeht bzw. Spezialfälle bedient; dieser ist wirklich nicht empfehlenswert.

Im Prinzip genügt es, das zu verwenden, was die eigene Distribution mitliefert (amdgpu, radeonsi, radv). Das läuft gut und schnell, wird upstream gepflegt und hat eine breite Nutzerbasis. Mit dem Treiberpaket zum Download von AMD verkompliziert man die Linux-Installation nur unnötig, etwaige Vorteile werden von den Nachteilen überwogen.
 

silentcreek

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Einer der wichtigsten Gründe für den proprietären AMD-Treiber für Linux ist die OpenCL-Unterstütztung. Der quelloffene Kernel- und Mesa-Grafikstack unterstützt kein OpenCL. Will man also OpenCL-fähige Anwendungen beschleunigen, greift man zum AMDGPU-PRO bzw. Radeon for Linux-Treiber. Es gibt mittlerweile noch den quelloffenen ROCm (Radeon Open Compute) Stack, der ebenfalls OpenCL-Unterstütztung bietet. Das Problem ist aber, dass der noch nicht so ausgereift ist. Um nur ein Beispiel zu nennen: Es gibt in darktable (RAW-Bildbearbeitung) Funktionen, die mit ROCm falsche Ergebnisse liefern, aber mit dem proprietären Treiber oder dem nVidia-Treiber nicht. Ebenso hinkt die Unterstützung der aktuellsten Grafikkarten bei ROCm noch etwas hinterher. Kurzum, für OpenCL-Anwendungen ist der proprietäre Treiber aktuell noch der Beste. Zum Spielen ist er aber nicht gedacht.
 

SHEG

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@PCTOM Mein Büro-Monitor hat aber nunmal keine 120 Hz sondern "nur" 75 Hz. Gerade bei niedrigen Framerates ist Freesync eine Wohltat. Ich finde es einfach sehr schade, dass es nach Jahren immer noch nicht via HDMI unter Linux unterstützt wird, was bei Windows kein Problem ist. Auch wenn mir bewusst ist, dass die Nutzerbasis sicherlich nicht so groß ist...
 

Vorgartenzwerg

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Einer der wichtigsten Gründe für den proprietären AMD-Treiber für Linux ist die OpenCL-Unterstütztung. ....
Ich habe gerade mal in meinem Paket repository gesucht. Da gibt es noch "opencl-mesa" also eine direkte integrierte Mesa Opencl Implementierung für AMDGPU. Ob der was taugt kann ich allerdings nicht sagen.

Edit: zumindest im AUR gibts auch noch "opencl-amd". Das ist der Opencl Stack aus AMDGPU-PRO kann man aber mit dem normalen AMDGPU verwenden. Man hat also die Vorteile aus beiden Welten.
 
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Wadenbeisser

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Bei den unterschiedlichen OpenCL Implentierungen gibt es teils massive Unterschiede, wobei die des amdgpu-pro Treibers meiner Erfahrung nach am unproblematischsten ist. Die Probleme gehen von deutlichen Performance Unterschieden bis hin zur Unbrauchbarkeit bei einigen Programmen.
 
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