Das Rezept der AFD ist doch ganz einfach.
Viele Wähler sind unzufrieden mit der momentanen politischen Landschaft. Sei es aufgrund von Frau Merkel und dem Umgang mit der Flüchltingskrise, sei es aufgrund des Euros (diese Diskussion hat in der AFD eine Tradition, wurde vom Gründer als Hauptthema angesehen) oder aufgrund von gesellschaftlichen Veränderungen, die einige anscheinend nicht verkraften.
Diese Wähler werden von den etablierten Parteien nicht aufgefangen und finden sich in der AFD wieder. Entweder weil sie sich Lösungen erhoffen oder aber weil sie ihrem Protest gegen die etablierten Ausdruck verleihen möchten.
So oder so, die AFD positioniert sich hier geschickt. Zum einen bietet sie Lösungen an, möchte aber gleichzeitig nicht regieren und kommt so nicht in die Verantwortung diese Lösungen auch umzusetzen. Zum anderen sagt sie deutlich dass sie gegen die etablierten Parteien steht, aus der bürgerlichen Mitte kommt und konservativ ist. Alles Punkte die im momentanen durcheinander anzukommen scheinen.
Was möchte ich damit sagen:
- Wer die AFD in die radikale oder rechte Ecke stellt macht es sich zu einfach, sowohl hier im Forum, als auch bei den etablierten Parteien
- Die AFD schafft es die Wahlbeteiligungen wieder zu erhöhen, anscheinend ist Politik doch einigen Leuten wieder wichtiger als vorher. Liegt das jetzt an Anti-Merkel oder an Anti-AFD?
- Wer gegen die AFD ist, muss inhaltlich Antworten auf Probleme geben können und willens sein diese auch umzusetzen! Ein einfaches "böse Protestwähler" hilft nicht. Die etablierten müssen wieder auf diese Protestwähler zugehen!
Ich sehe das erstarken der AFD in der schwäche der CDU, die in den letzten Jahren große Schritte nach links getan hat. Nun hat sie eine starke/stärkere Partei rechts von sich auf der Position, wo sie selbst einmal stand.
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Ich glaube nicht das jemand der sich ernsthaft mit dem Programm der AFD beschäftigt diese Wählen kann. Vor allem die Absätze im Wahlprogramm zum Atomwiedereinstieg, zur Sozialversicherung und Rente sind mir zu wieder. Mit einem großen Teil des restlichen Programms könnte ich mich anfreunden.
Auch glaube ich nicht, das jemand der sich mit dem Wahlprogramm beschäftigt hat, ernsthaft behaupten kann das die AFD eine rechtsextreme Gruppe darstellt. Es mag sein das sie am rechten Rand fischt, dies versucht aber auch ein Seehofer oder gewisse Kommunalpolitiker der CDU.
Ich glaube weiter nicht das die AFD auf nationaler Ebene eine Gefahr für jemanden darstellt.