Arbeitsvertrag und Tätigkeiten

Domi83

Rear Admiral
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5.440
Hallo Leute, ich habe da mal eine kleine Frage...
Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Titel richtig gewählt habe, aber es geht um meinen Arbeitsvertrag. Bei uns in der Firma (freier Versicherungsmakler) mache ich die IT! Mein Chef ist gelernter IT-Systemkaufmann, mein Kollege auch, und wir haben noch zwei IT Azubis. Wir aus der IT und mein IT Chef machen Suchmaschinenoptimierung, Marketing, Seiten erstellen und verwalten etc.

Natürlich ist unser Kerngeschäft die Versicherung, dass machen unser anderer Chef, unsere Frauen in der Firma. So, nun aber zurück zum wirklichen Thema :)

Mein Chef weiß, dass ich (bevor ich zu ihm gekommen war) in der IT viel als Dienstleister gemacht habe. Da wir nun so viele IT'ler im Haus haben, möchte er gerne IT Dienstleistungen für Privatpersonen oder klein-Unternehmen anbieten. Mein Kollege ist davon nicht so begeistert, und ich sollte schon Ideen für ein Konzept erstellen. Das Thema hatte ich hier auch schon angesprochen ;)
-> https://www.computerbase.de/forum/threads/konzepterstellung-fuer-firma.919558/

So, nun steht aber in meinem Arbeitsvertrag das ich nur die IT in der Firma mache, z.B. Administration unserer root und Haus internen Server, Betreuung unserer Internetseiten, Umbau von bestehenden Seiten in CMS, Suchmaschinenmarketing oder Optimierung und Webhosting. Da ich ja angesprochen hatte, ein Gewerbe zu gründen, haben wir das gleich in meinen Vertrag aufgenommen :)

Laut Vertrag darf ich also ein Gewerbe gründen und IT-Dienstleistungen anbieten. Das übliche halt, System und Netzwerkbetreuung, Planung, Aufbau, Vertrieb von Hard- und Software und so etwas. Das sind aber auch die Leistungen die Chef nun anbieten will :D

Wie ist denn jetzt meine Berufliche Grundlage, laut Vertrag sind das keine Bestandteile meines aktuellen Verhältnisses in der Firma, und laut Vertrag kann ich bedenkenlos solche Dienstleistungen als "Selbstständiger" anbieten. Also Vertraglich bin ich ja eigentlich auf der sicheren Seite, oder nicht?

Da ich mein Gewerbe ja noch gar nicht angemeldet habe, könnte ich das ja noch mal als Verhandlungsbasis für mein Gehalt ansprechen... :)

Gruß, Domi
 
Frag doch deinen Chef mal, ob er die Leistung nicht bei dir die Leistung einkaufen mag. ;-)

Spass beiseite:
In meinem Verständnis gehört zu jedem (gesundem) Arbeitsverhältnis auch Flexibilität - von beiden Seiten.
Darunter verstehe ich auch das Akzeptieren neuer Verantwortungen und Tätigkeiten seitens des Arbeitnehmers, auch wenn noch 5mal was anderes im Arbeitsvertrag drin steht. Wenn du das für dich anders siehst weiss ich ehrlich gesagt nicht, ob du dann der Richtige für den Job bist.
Alternativ könnte dein Chef auch argumentieren, dass er deine Kraft nicht mehr benötigt, da sich die Arbeitsinhalte geändert haben und setzt dir damit die Pistole auf die Brust.

Du kannst natürlich immer das offene Gespräch suchen und deinen Chef diesbezüglich aus der Reserve locken. Das würde ich dir auch empfehlen, denn mehr als "Ist mir aber egal, ich möchte, dass du das jetzt machst!" wird er nicht sagen und im besten lässt sich ja an deiner Einstellungssituation was verbessern. ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
muh2k4 schrieb:
In meinem Verständnis gehört zu jedem (gesundem) Arbeitsverhältnis auch Flexibilität - von beiden Seiten.
Darunter verstehe ich auch das Akzeptieren neuer Verantwortungen und Tätigkeiten seitens des Arbeitnehmers, auch wenn noch 5mal was anderes im Arbeitsvertrag drin steht. Wenn du das für dich anders siehst weiss ich ehrlich gesagt nicht, ob du dann der Richtige für den Job bist.

Ich kann es nicht mehr hören.
Meine Mutter hat sich aus liebe zum Job den Arsch aufgerissen und hat und hat nun eine Ausbildung in der tiergestützten Pädagogik gemacht.
Weit und breit gibt es das nicht.

Ihre Hunde bekommen auch Geld von ihrem Chef, aber sonst wirds viel zu niedrig bezahlt.
Die Eltern reißen sich darum, dass die Kinder in ihre Gruppe kommen und der Chef (einer der Null Empathie besitzt und nur Zahlen im Kopft hat (sehr schön im sozialen Bereich :freak: ) versucht jetzt hinter ihren Rücken ihren Job von anderen als Ehrenamt machen zu lassen.
Fängt an mit einer die Reittherapie macht und meint: "Ich mache mal nen Plan fürs fest und binde deine Hunde mit ein. Hatte selber mal Hunde, also weiß was ich tue" ( :freak: )
Und geht weiter mit einer: Ich will mir nen Hund anschaffen und das auch machen :freak:

1. Was man tut sollte man beherschen und zwar wirklich beherschen. Wenn man keine Ahnung von dem Thema hat, sollte man sich erstmal welche besorgen, bevor man schlaue Entscheidungen trifft.
2. Flexiblität ist sehr gut für Selbstständige. Arbeitgeber sollten aufpassen, dass ihre "Flexiblität" auch bezahlt wird. Weil immer wenn "Flexiblität" ins Spiel kommt, muss man aufpassen nicht ausgebeutet zu werden.

BTT:
@Dich und die Firma
Ich glaube, es wird schwierig für dich deine Selbstständigkeit und den neuen Zweig deines Cheffes in Einklang zu bringen.
Überlege dir:
1. Wie wichtig ist dir die Selbstständigkeit?
2. Gibt es woanders einen Job, falls du deine Selbstständigkeit weiter verfolgen willst oder kannst du deinem Chef das Projekt ausreden..

Rechtlich mag die Geschichte funktionieren, aber nicht moralisch usw.
Wenn du dann zum Kunden gehst, bist du ja Theoretisch immer als 2 Firmen unterwegs. Das funktioniert nicht.

Würde auch gut aufpassen, wie oben schon beschrieben, dass dein Vertrag an die neuen Gegebenheiten angepasst wird.

@Firmenprojekt:
Hört sich ganz nach:
Ach, "IT kann jeder" an.
In meiner Gegend sind die alle in kürzester Zeit Pleite gegangen und gehen Pleite.
Spitze des Eisbergs war ein "Daten-Guru" welcher es nicht geschafft hat Daten von eines Camcorders zu retten. Alllerdings ein stink normales IT-Systemhaus (mit einem sehr fähigen Chef) die Daten retten konnte...

Überlegt euch das gut und überlegt euch auch gut, ob ihr wirklich die Ahnung dafür habt.
Oberflächlich klingt IT immer so einfach, aber wenn es dann tatsächlich daran geht z.B. ein Notebook für den Kunden zu suchen, dass wirklich taugt, muss man einige Faktoren berücksichtigen. (Nur mal um ein kleines und simples Beispiel zu nennen)
 
Zuletzt bearbeitet:
solange du ihm nicht das Geschäft vermiest(Kunden überahme etc) kann er nichts dagegen tun.
 
Wenn das im Vertrag steht dann bist du da vertraglich auf der sicheren Seite. Deine Frage ist jetzt, was für Auswirkungen es haben kann wenn du genau die gleichen Arbeiten auch für die jetzigen Firmenkunden erbringst.

Denn du könntest ja theoretisch ein Netzwerk für einen jetzt bestehenden Kunden einrichten und dieses dann privat abrechnen über deine Selbständigkeit. Da du kein Wettbewerbsverbot hast, wie es in ähnlichen Fällen ansonsten im Vertrag stehen würde, könnte das zu einem Problem führen.

Ich würde daher gegenüber dem Chef mit offenen Karten spielen.
1) Eigenes Gewerbe anmelden
2) Jetzige Kunden, und zukünftige Kunden die du in deiner regulären Arbeitszeit gewinnst, gehören quasi deinem Chef. (Da wird dann auch nichts privat abgerechnet)
3) Du baust dir deinen eigenen Kundenstamm auf, diese werden dann auch nicht in deiner regulären Arbeitszeit abgearbeitet.

Der Alternativvorschlag wäre, du lässt das mit der Gründung und rechnest alle Aufträge über die Firma ab. Dafür erhälst du dann allerdings Provision, die dein Chef dir dann zusätzlich zum Gehalt auszahlt.

Und immerhin verzichtest du auf viele potenzielle Aufträge, die du auf eigene Rechnung nach er regulären Arbeitszeit hättest abarbeiten können.

@Fast alle anderen
Er schreibt, dass er vorher als IT'ler gearbeitet hat und einige Leute des Unternehmens ausgebildete IT'ler sind. Von völliger Fachferne kann also keine Rede sein. Dennoch ist die Warnung berechtigt, ich mach das mal so eben ist leider meistens nicht. Man muss sich da schon reinarbeiten und Zeit haben sich das Know-How zuerarbeiten.

@derGrimm
Hat deine Mutter schon mal an eine Selbstständigkeit gedacht? Die Frage ist was in ihrem Vertrag drin steht, von wegen Wettbewerbsverbot auch nach einer Kündigung?

Wenn sie quasi alle Kunden mitnehmen könnte, dann soll der Chef mal sehen was er ohne sie macht.
 
Suxxess schrieb:
@Fast alle anderen
Er schreibt, dass er vorher als IT'ler gearbeitet hat und einige Leute des Unternehmens ausgebildete IT'ler sind. Von völliger Fachferne kann also keine Rede sein. Dennoch ist die Warnung berechtigt, ich mach das mal so eben ist leider meistens nicht. Man muss sich da schon reinarbeiten und Zeit haben sich das Know-How zuerarbeiten.
Danke das es mal wenigstens einer gelesen oder verstanden hat.. Denn immer wenn ich so etwas rein gedrückt bekomme,

derGrimm schrieb:
@Firmenprojekt:
Hört sich ganz nach: Ach, "IT kann jeder" an.
Denke ich, dass die Leute meinen Text gar nicht gelesen haben :rolleyes:
Soll auch kein persönlicher Angriff sein, aber immer muss man erklären das man doch schon lange IT'ler ist, und dann kommt der nächste mit "ja, das behauptet jeder" :p

Ne, aber zurück zum Thema.. Dann werde ich mich mit Chef einfach mal zusammen setzen, und mit ihm ein wenig was klären. Denn ich stehe nicht so darauf, immer mehr Arbeit zu bekommen, und nichts dafür zu sehen.

Aber mal eben zurück zu dem Satz mit dem "Wenn du das für dich anders siehst weiss ich ehrlich gesagt nicht, ob du dann der Richtige für den Job bist." bitte, erspart Euch solche Sätze! Es gibt auch Arbeitnehmer die mehr als ihre Regulären Arbeitszeiten (40 Std. die Woche) für eine Firma arbeiten, weil ihnen der Job Spaß macht! Und wenn ich dann höre "vielleicht musst Du mal flexibel werden!" überlege ich immer was wohl passiert wenn ich nur meine regulären 40 Std. die Woche arbeite und anschließend mal ein root-Server an einem Sonntag ausfällt :D

Ich will hier keinen Streit oder so etwas anfangen (nicht das es so rüber kommt) aber ich glaube von Flexibilität braucht man mir nichts erzählen. Denn ich bin 24 Std. 7 Tage die Woche erreichbar :D
 
Suxxess schrieb:
@derGrimm
Hat deine Mutter schon mal an eine Selbstständigkeit gedacht? Die Frage ist was in ihrem Vertrag drin steht, von wegen Wettbewerbsverbot auch nach einer Kündigung?

Wenn sie quasi alle Kunden mitnehmen könnte, dann soll der Chef mal sehen was er ohne sie macht.
Ja hat sie wäre auch prinzipiell kein Problem, allerdings würde sie in 5 Jahren sowieso in Rente gehen und sie hat sorge vor der Selbstständigkeit...

Domi83 schrieb:
Denke ich, dass die Leute meinen Text gar nicht gelesen haben :rolleyes:
Soll auch kein persönlicher Angriff sein, aber immer muss man erklären das man doch schon lange IT'ler ist, und dann kommt der nächste mit "ja, das behauptet jeder" :p

ja, das behauptet jeder

IT ist nicht gleich IT.
1. Die IT Branche ist riesig mit vielen verschiedenen Zweigen
2. Die IT Branche befindet sich in einem ständigen Wechsel

Nur weil man einmal eine Ausbildung in diesem Bereich abgeschlossen hat, heißt das nicht, dass man alles für den Kunden super machen kann. Man muss selber immer auf der höhe der Zeit bleiben und muss sich weiterbilden und muss wirklich alle Bereiche gut abdecken, damit man dem Kunden gut beraten kann.

BTW:
Der Chef des oben erwähnten IT-Systemhaus hat als einzige Ausbildung ein abgebrochenes Studium und Wehrdienst vorzuweisen und trotzdem halte ich ihm in vielen IT-Bereichen für sehr fähig.
 
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