Balkonkraftwerk für Dachausbau

Funi

Cadet 4th Year
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März 2006
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71
Hallo in die Runde :)

Ich baue aktuell mein Dach aus und würde in diesen Zuge auch gleich ein BKW mit installieren und hier das Schwarmwissen nutzen um mein Vorhaben etwas besser zu planen.

Mein Haus steht mit dem Giebel nach Süden, daher würde ich auf den beiden Dachseiten, die jeweils nach West und Ost gerichtet sind, zwei Platten mit je 500 Watt installieren.

Als Wechselrichter habe ich an den "Hoymiles HMS-800W-2T" gedacht.
Ungern hätte ich einen App und Account Zwang, würde aber dennoch gerne die Leistung der Platten auslesen können um eventuelle Verschmutzung zu analysieren.
Die Leistung ins Haus kann auch gerne per Shelly ausgelesen werden, wenn der Wechselrichter das aber per MQTT bereitstellen kann, ich das für mich auch in Ordnung.

Ich weis auch noch nicht ob ich den Wechselrichter an die Außenwand schraube oder in den Spitzboden verstecke.
Und ob ich alles einzeln kaufe oder mir ein Komplett Set hole.

Daher folgende Fragen:
  • Passt der Wechselrichter zu meinem Vorhaben?
  • Ist es Sinnig 4 Platten zu Montieren, zwei auf der West Seite, zwei auf der Ost Seite um homogen über den Tag Strom zu erzeugen?
  • Sollte ich eher zu einem Komplettset greifen oder alles einzeln kaufen?
  • Stört es dem Wechselrichter, wenn er den ganzen Tag in der knallen Sonne hängt?
  • Sind die Stecker Dünn genug um sie durch ein Leerrohr ins Innere des Hauses zu führen?
  • Könnte ich die Stecker selbst Konfektionieren um flexibler mit der Länge und Verlegung zu sein?

Danke und Grüße
 
Der HMS-800W-2T lässt sich auch lokal ohne Cloudzugang auslesen. Zumindest gibt es für Home-Assistant eine entsprechende Integration.

Für die Konfiguration des Wechselrichters verbindest du dich einfach mit dem WR Hotspot und nutzt die Anbieter App. Der WR benötigt für den Betrieb kein Internet.

Ob der Wechselrichter zu deinen Solarmodulen passt, musst du prüfen. Achte darauf Module mit hoher Spannung (>40V), also 144 (Halb)Zellen zu nehmen. Hast du schon bestimmte Module im Blick?

Da finde ich nur zwei Module und das "größte" davon wäre das https://geizhals.de/trina-solar-vertex-s-tsm-neg9r-28-a3206961.html mit 455Wp

Nimmst du Module mit weniger Zellen liegt der Kurzschlussstrom bei Parallelschaltung zweier Module deutlich über den max 25A des Wechselrichters.
https://geizhals.de/ja-solar-jam60d41-500-lb-a3461846.html

Ist im Betrieb prinzipiell kein Problem. Im Worst-Case gibt es aber einen Schaden.

Bei der Verschaltung der Module solltest du darauf achten, jeweils ein Ost und ein West Modul parallel zu schalten, da die Eingänge des WR bei ~430W limitieren. Module müssen identisch sein.

Funi schrieb:
Sollte ich eher zu einem Komplettset greifen oder alles einzeln kaufen?
Einzelkauf ist oft günstiger. TEPTO ist da eine gute Anlaufstelle.
Funi schrieb:
Stört es dem Wechselrichter, wenn er den ganzen Tag in der knallen Sonne hängt?
Ja
Funi schrieb:
Sind die Stecker Dünn genug um sie durch ein Leerrohr ins Innere des Hauses zu führen?
Kommt auf das Leerrohr an. Ein MC4 Stecker hat ca. 2cm Durchmesser.
Funi schrieb:
Könnte ich die Stecker selbst Konfektionieren um flexibler mit der Länge und Verlegung zu sein?
Ja, entsprechendes Werkzeug vorausgesetzt.


Edit: Die lokal auslesbaren Werte des HMS-800W-2T (ist noch im Kernschatten des Hauses. Daher kommt grad fast nix rein).
1774602540812.png
 
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Wird schon alles. Wenn selber montiert wird (wovon ich hier ausgehe): Nicht vom Dach fallen.
Bei der BG Bau kann man sich informieren was von Seiten Arbeitsschutz gefordert ist.
 
-Wechselrichter passt aus meiner Sicht grundsätzlich, muss aber zu den Modulen passen.
-Ost-West mit vier Platten ist sinnvoll, ja. Du musst dir nur überlegen, ob du die beiden Module einer Dachseite jeweils an denselben (hier ist die Leistung dann limitiert) oder parallel an unterschiedliche Eingänge anschließt (das soll wohl auch ohne Dioden usw. gut funktionieren, wenn die Module gleich sind, hab ich aber keine Erfahrung mit).
-Einzeln oder komplett würde ich einfach durchrechnen was günstiger ist
-Wechselrichter würde ich nicht in die Sonne hängen. Der wird auch so schon gut warm und soll ja lange halten...
-Kommt auf dein Leerrohr an, die MC4-Stecker sind zwar schmal aber haben auch schon 19mm Außendurchmesser.
-Selber konfektionieren ist aus meiner Sicht kein Problem, da reicht auch ne billige Crimpzange schon aus. Ist ja keine filigrane Angelegenheit. Aber du solltest natürlich schon wissen worauf es bei einer Crimpverbindung ankommt und vielleicht ein paar zusätzliche Terminals zum üben und wegwerfen einplanen.
 
Arne schrieb:
wenn die Module gleich sind, hab ich aber keine Erfahrung mit)
Funktioniert bestens. Hatte ich knapp zwei Jahre mit dem HMS-800W-2T in Betrieb. Süd-Ost + Süd-West Ausrichtung. Natürlich mit identischen Modulen.
 
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Funi schrieb:
um eventuelle Verschmutzung zu analysieren.
Vorsicht, einfach so reinigen sollte man Module nicht, die haben schon entsprechend Beschichtung und sollten durch Regen genügend sauber werden.


Funi schrieb:
Sind die Stecker Dünn genug um sie durch ein Leerrohr ins Innere des Hauses zu führen?
Einfach (4) kleine Kerbe von unten in eine Pfanne und gut ists.
 
Funi schrieb:
...würde aber dennoch gerne die Leistung der Platten auslesen können um eventuelle Verschmutzung zu analysieren.
Leistungsmonitoring auf jeden Fall, aber Faktor Verschmutzung kann man im Regelfall eigentlich vernachlässigen. Meine PV ist jetzt bald 3 Jahre auf dem Dach, die Natur kümmert sich da schon drum, Regen haben wir genug.

Du solltest es vermeiden, mit (ggf. hartem) Leitungswasser oder gar Lappen/Schrubber über die Module zu gehen. Zumal, wie gesagt, vermutlich nicht notwendig. Ich hatte zumindest jetzt nach den ersten knapp 3 Jahren keinen Anlass irgendetwas aktiv reinigen zu müssen.
 
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Ist doch Eigentum. Was spricht gegen eine "richtige" PV Anlage? Dach "vollpacken" + Akku.

Ost - West gleich machen passt. Je nach baulicher Situation (andere Häuser / Schatten Übergangszeit) , kann es sinn machen, anders oder mehr zu legen. Wenn der Giebel groß genug, bringt das evtl. auch was.

Wenn es nicht anders geht, dann kann man das natürlich so machen.

Meine Anlage ist so 8,x kW in ~Süd-West und~2,xk W in ~Süd-Ost (Übergangszeit +)
 
DevD2016 schrieb:
Ist doch Eigentum. Was spricht gegen eine "richtige" PV Anlage? Dach "vollpacken" + Akku.
Das Budget würde ich vermuten? :p

Bei einem BKW würde ich auch auf jeden Fall sagen: Gleichmäßige Ost-West-Aufteilung bringt mehr, als auf maximalen Ertrag zu optimieren. Kurzfristige Ertragsspitzen speist man ja sonst ohne Vergütung ins Netz ein, insgesamt weniger Ertrag, aber den (fast) voll selbst nutzen können bringt finanziell mehr.
 
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@stefan92x Budget ist natürlich immer ein Punkt, aber ich denke man sollte sich das auch mal in Relation zum möglichen Ertrag und der Lebensdauer der Anlage ansehen. Eine "richtige" PV-Anlage mit Akku hält auch länger als so ein Balkonkraftwerk.
 
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Was genau soll jetzt an einem Balkonkraftwerk weniger lange halten und warum?
Ich würde ja auch sagen, mach das Dach im Zweifel lieber auf Kredit voll, aber Haltbarkeit ist da imho kein Argument.
 
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Also wenn du die möglichkeit hast direkt an den Sicherungskasten die Anlage an zu schließen würde ich es auf jedenfall machen. Natürlich an eine seperate Sicherung, am besten sogar FI.
Und dann kann man auch schon mal ein Auge zudrücken mit der 800W begrenzung ;)
 
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stefan92x schrieb:
Das Budget würde ich vermuten? :p
ja, ok. Das stimmt. :-)

Ich würde das aber auf jeden Fall vorbereiten, wenn man da schon am Dach/1.OG bei ist.
Also Leitungen/ Leerrohr / ...
 
kurgon181 schrieb:
ine "richtige" PV-Anlage mit Akku hält auch länger als so ein Balkonkraftwerk.
Genau, weil die Unterschiede die Anzahl der Module, die Kapazität des Akkus und die Dimensionierung des Wechselrichters sind.

Es ist defacto alles der gleiche Kram, nur hier und da proportional runterskaliert.
 
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kurgon181 schrieb:
Eine "richtige" PV-Anlage mit Akku hält auch länger als so ein Balkonkraftwerk.
Wie siehts dann bei Steckersolaranlagen mit Akku aus?

Der Vorteil bei so einer kleinen Anlage ist doch die kurze Armortisationszeit, insofern richtig ausgelegt.
Ich mache mit meinem BKW mit Akku knapp 2.000 kWh im Jahr die ich selbst verbrauche. Die Kosten von ~1.500 EUR habe ich somit nach drei Jahren wieder rein.

Eine "richtige" Anlage hätte inkl. Einbau mehr als das Zehnfache gekostet. Gerade wenn man eh schon einen Immobilienkredit am laufen hat, ist so eine einmalige kleine Investition deutlich weniger riskant als ein weiterer zusätzlicher Kredit über 20k EUR.
 
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Danke für die vielen Antworten :)
Ich schaue mir das alles mal genauer an
 
SaxnPaule schrieb:
Die Kosten von ~1.500 EUR habe ich somit nach drei Jahren wieder rein.
Wobei es ja im Grunde einfach auf den Eigenverbrauchsanteil ankommt - und der ist von den jeweiligen individuellen Parametern abhängig. Bei einer kleinen Anlage ist der eben grundsätzlich hoch oder sogar 100%. Bei großen Anlagen braucht's dann auch Großverbraucher wie Wärmepumpen und E-Autos.
 
Richtig. Je höher der Eigenverbrauch, desto schneller rechnet sich die Anlage. Mit einem sinnvoll ausgelegten BKW + Speicher bewegt man sich da bei über 90%. Aber dazu muss man eben genau wissen wann wieviel Strom abgenommen wird. Im Idealfall erstmal ein Jahr beobachten und dann entsprechend Speicher kaufen.

Bei 4 Modulen kann man relativ sicher sein, dass mindestens 2kWh Speicher sinnvoll sind. Die Frage ist dann nur wieviel im zweiten Jahr noch dazukommen.

Ich bin im März bisher bei 97% Eigennutzung.
1774621566403.png


Hätten die Cloudserver nicht gesponnen, wären 99% drin gewesen. Aber das hat jetzt zum Glück ein Ende dank open-DTU-on-Battery.
 
Funi schrieb:
zwei Platten mit je 500 Watt installieren.
Theoretisch gibt es ein 2m² Limit an Glasfläche die man Haus montieren darf, 500W wird vermutlich drüber sein? Panels bis 2m² haben aktuell meinst um die 400-460Wp. Damit verschenkst du theoretisch ~200Wp Spitzenleistung, da der Wechselrichter weiter auf 800W limitiert sein sollte, eher zu vernachlässigen.

Ich würde wenn nur so planen, dass ein Speicher und ggf. nochmal 2 PV-Panels je Seite installiert werden können.
 
CubeID schrieb:
Ich würde wenn nur so planen, dass ein Speicher und ggf. nochmal 2 PV-Panels je Seite installiert werden können.
Er plant doch jetzt schon mit 4 Panels.
Mit weiteren 4 Panels ist er definitiv außerhalb dessen was eine Steckersolaranlage aka Balkonkraftwerk ausmacht.
 
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