Beruf: Java oder .NET

kelox

Ensign
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Hallo alle Zusammen,

ich studiere zur Zeit Informatik und werde nächstes Jahr vorraussichtlich mein Studium beenden. Ich habe nebenbei schon als Werkstudent gearbeitet und auch einige Praktika hinter mir. Bei diesen ist mir aufgefallen, dass es später sinnvoll wäre sich auf eine Technologie zu spezialisieren, da meistens entweder ein Java oder ein .NET Entwickler gesucht wird (nur sehr selten jmd. der beides kann). Allerdings muss ich sagen, dass mir beide Technologien Spaß machen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile und zur Zeit nehme ich immer das, was am besten geeignet ist für die zu erledigende Arbeit. Deshalb bin ich sehr unsicher, was ich in Zukunft machen möchte, sicher ist, dass es mit Softwareentwicklung zu tuhen hat.

Ich wollte nun Nachfragen, ob ihr da Erfahrungen habt, womit man bessere Chancen hätte. Ich denke z.b, dass als Java Entwickler man auf dem Arbeitsmarkt ziemlich untergehen kann, da so ziemlich jede Uni nur Java behandelt und nur selten .NET. Sprich es gibt einfach mehr Leute die Java können. Vielleicht kann mir ja sogar jmd. was zu den Gehältern sagen, verdienen beide gleich?
Ich suche halt einfach nach weiteren Kriterien außer "was macht die am meisten Spaß".

Ich bin für jeden Hinweis dankebar.
 
Erstmal muss man differenzieren. JavaEE wird, wenn Java überhaupt von den Unternehmen benutzt - mit all den schönen dingen wie Webservices, Servlets und Co. Kaum jemand benutzt Java für Clientapplikationen - hier ist .net für reine Windowslandschaften sinnvoller. Aber.... naja.. Geschmacksache - es gibt für diesen Bereich noch bessere Möglichkeiten.

naja, bei .net ist man letztendlich doch an MS gebunden. Mehr Freiheiten und vor allem wenn man sich große Banken oder die Dt. Bahn anschaut, so verwenden diese auch JavaEE - meist mit struts aber auch spring.

Gehälter scheinen zur Zeit ein Problem zu sein bzw. ein Trend nach unten. Erst vor ein paar Tagen war bei heise ein Artikel, dass es im Zug der Wirtschaftskrise knapp 35% weniger Stellen in der IT gibt.

Ich bin zur Zeit auch auf Jobsuche, nachdem ich im letzten Jahr meinen Abschluß gemacht hatte, und muss(te) feststellen, dass es schwierig geworden ist, einen Job zu finden. Viele Bewerber auf die wenigen ausgeschriebenen Stellen. Meist 20 bis 100 pro Stelle - werde sogar recht oft eingeladen, aber dann erfährt man, dass z.B. 35k brutto p.a. erst nach der Probezeit möglich sind (FFM). Oder ähnliche Geschichten, wo erstmal 6 Monate Praktikum empfohlen werden, ehe man eingestellt wird.

Mehr als 37.000 hatte ich bisher nicht als Angebot - und da wurde sich dann meist für jemand anderes entschieden.

Fragt man bei Personaldienstleistern nach, so liegen die Gehälter meist zwischen 35k und 40k für Einsteiger mit Diplom (Uni) und Java-Softwareentwicklung in den Ballungsräumen FFM, Stuttgart, München... Aber wenn man das mit den Gehältern anderer Berufsgruppen oder Fachinformatiker vergleicht, ist das nicht schlecht. Vor allem für den Anfang!

wenn man jedoch Pech hat, bekommt man - bei den entsprechenden Region, dem Können und dem jeweiligen Unternehmen - auch vielleicht nur 30k.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, bei Java meinte ich auch mehr die JavaEE Richtung. Bei .Net habe ich zwar auch Client Anwendung mit WinForms/WPF gemacht, aber hauptsächlich ASP.NET (teilweise auch mit SharePoint z.b).

Das mit den Gehältern habe ich auch schon so gesagt bekommen, dass die Gehälter da zwischen 30k-42k liegen (Gehaltsanalyse). Leider gab es bei dieser Analyse nur eine Differenzierung zwischen Ost-/Westdeutschland, Klein-/Mittel-/Großunternehmen und Anstellung. Leider jedoch nicht zwischen .NET und Java Entwickler (ja, wäre auch einwenig zu detailiert).
Ich dachte halt nur, dass es da unterschiede gibt, weil wie schon gesagt, wenn man .NET Entwickler ist und schon Erfahrung hat scheint man ziemlich gut dazustehen, da es anscheinend nicht so viele gibt (im Gegensatz zu Java). Aber das ist halt mein empfinden und nicht irgendwie konkret mit "Zahlen belegt". Deshalb wollte ich hier im Forum mal nach Meinungen fragen.
 
CoolHandLuke schrieb:
Kaum jemand benutzt Java für Clientapplikationen
Das ist falsch. Rich Clients auf Basis des Eclipse RCP Frameworks sind in der Industrie extrem verbreitet, einhergehend mit der Zunehmenden Verbreitung von OSGi. Der .net Anteil ist dagegen verschwindend gering und wird wenn überhaupt, dann bei sowieso schon sehr Microsoftorientierten Firmen eingesetzt, da es in der .net-Welt überhaupt kein so mächtiges Pendant zu Eclipse RCP gibt.

CoolHandLuke schrieb:
Fragt man bei Personaldienstleistern nach, so liegen die Gehälter meist zwischen 35k und 40k für Einsteiger mit Diplom (Uni) und Java-Softwareentwicklung in den Ballungsräumen FFM, Stuttgart, München...
Unter 40k im Raum München wäre unverschämt. Ich habe damals mit 48k in München angefangen.


Generell:
Gehälter unterscheiden sich nicht wirklich zwischen .net und Java Entwicklern. Du wirst ja auch nicht als xxx-Programmiersprache angestellt, sondern als Software Entwickler.
 
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ah, die Eclipse Rich Clients hab ich mal wieder vergessen - sorry ;-) dachte nur an die üblichen Java-Applikationen im Gegensatz zu den Webgeschichten.

In welchen Bereichen bekommt man denn derart hohe Einstiegsgehälter oder hattest du vorher eine Berufsausbildung noch absolviert? Gut, ich gebe inzwischen, weil ich schon einige Monate lang arbeitslos bin und mir die Bundesagentur für Arbeit im Nacken sitzt und meine Fallmanagerin von Termin zu Termin immer mieser gelaunt ist, deutlich niedrigere Gehaltswünsche an. Maximal 35k brutto auch für Stellenangebote in München, Frankfurt oder Stuttgart. Vielleicht bekomme ich auf diese Weise ja eine Chance, ohne mich mit Leiharbeit/Zeitarbeit/Sklavenhandel befassen zu müssen.
 
Ok, ich hatte das Glück, während dem Studium schon als Nebenjob Softwareentwicklung gemacht zu haben, dadurch hatte ich eine etwas bessere Verhandlungsposition. Bereich ist im weitesten Sinne IT-Security.
Man darf nicht vernachlässigen, dass München sehr hohe Lebenshaltungskosten hat.
Einige Studienkollegen haben für weitaus weniger (36.000 €) angefangen, zahlen dafür aber z.B. nur halb so viel Miete.
 
Zuletzt bearbeitet:
ja ich hatte mich während des Studiums gar nicht darum gekümmert und in Nebenjobs eher studienfremde Dinge wie System- und Netzwerkadministration (+ ein wenig Softwareentwicklung) gemacht - das in einem Bereich (öffentliche Bildungseinrichtung), wo es keinerlei Übernahmemöglichkeit gibt / gab. Na gut, ich hätte Mathematik und Informatik (~25 Stunden pro Woche) unterrichten können. ^^

Jedenfalls bewerbe ich mich nun auch auf Stellen, die eher für Fachinformatiker ausgeschrieben sind, und gehe mit meinen Gehaltswünschen entsprechend runter, um nicht ganz chancenlos zu sein, da ich inzwischen mehr als ein halbes Jahr arbeitslos bin.
 
würde dir raten dich richtung java zu entwickeln. bei uns in der firma gibt es keine .net entwickler mehr. falls mal ein auftrag in die richtung kommen soll und .net zwingend vorgegeben ist, wird das extern eingekauft. entwickler im JEE bereich sind eigentlich immer gesucht. bei uns wird viel mit freien frameworks a la spring gemacht. in anderen abteilungen gibt es projekte auf basis von sap netweaver mit java und die suchen auch händeringend nach java leuten mit netweaver erfahrung...

in welchem bundesland bewirbst du dich denn? wenn du als dipl-inf schon nach fachinformatikerstellen umschauen musst ist das echt hammer...
 
Bundesländer? Hauptsächlich in Hessen, weil ich hier noch meine Wurzeln habe, aber im Prinzip deutschlandweit, so sich ein sinnvolles und interessantes Angebot ergibt, was ich im Umkreis von 100 bis 150km nicht bekommen kann.

Zu diesen "fachfremden" Bewerbungen, beispielsweise als ausgebildeter Programmierer, geprüfter Informatiker, Fachinformatiker oder PC-Techniker kommt es durch diese netten Vermittlungsvorschläge (=Zwangsbewerbungen oder "Aufforderungen zum Bewerben") über die Bundesagentur für Arbeit, die mich alle paar Wochen mit solch mehr oder weniger passenden Stellenangeboten beglückt.

Es ist ja nicht so, dass ich keine Vorstellungsgespräche gehabt hätte - allein im Januar waren es 3 Termine, bei zwei warte ich noch auf Antwort bzw. Reaktion. Allerdings, so wurde mir gesagt, würden sich plötzlich deutlich mehr Bewerber an einer geringeren Menge von ausgeschriebenen Stellen interessieren.
 
Ich danke euch für eure Antworten, war leider ein wenig beschäftigt in letzter Zeit.

@ds1: Nun ich habe aber auch schon Unternehmen gefunden, wo es halt genau anders rum läuft. Sie meinen halt das es so viele Absolventen gibt, die an der Uni Java lernen und das auch gut können, sogar mit Erfahrungen in Hibernate und Spring, aber nur sehr wenige .NET beigebracht bekommen und wenn dann nur WinForm Anwendungen ganz knapp. SharePoint, ASP.NET usw. können nur sehr wenige durch privat Initiative. Als ich einen Prof gefragt habe, hat der komischerweise gemeint, das nur Sprachen beigebracht werden, die frei verfügbar sind (Java, C++, haskell etc). Soweit ich weiß sind sehr viele Unis aber Mitglied bei der MSDNAA, weshalb das Argument teilweise...ja..schwammig ist (.NET ist nicht frei, aber es kann trotzdem verwendet werden).
Das mit SAP Netweaver würde mich allerdings schon interessieren, hatte davon auch schon in einem SAP Einführungskurs gehört. Leider kommt man da als Student wahrscheinlich nicht ganz so einfach ran, so das man damit Erfahrung sammeln könnte.

Wahrscheinlich werd ich es nach Angebot machen, wo ich den besten Job bekomme.
 
Naja, letztendlich ist eine Programmiersprache auch nur ein Werkzeug - ein Instrument, Probleme zu lösen und Ideen umzusetzen. Und wenn man die theoretischen Grundlagen über ein Universitätsstudium mitbekommt, wie Compilerbau, Semantik von Programmiersprachen und der theoretischen Informatik, ist es wohl egal, in welcher Programmiersprache man die Dinge umsetzt.

Ich kenne von meiner Laufbahn im Diplomstudiengang an der Universität Marburg, dass fast ausschließlich nur Java, Prolog, Haskell, MPI oder C++ genutzt wird - je nachdem wo ein Prof seine oder ihre Schwerpunkte gesetzt hat. In Programmierpraktika oder erst der Diplomarbeit ist es meist dem Studenten selbst überlassen, mit was er sich befassen will bzw. wie er seine Ideen umsetzt. Was auch das beste Mittel zum Zweck ist.

SAP gabs bei mir überhaupt nicht. Gut, vielleicht hätte es an anderen Fachbereichen Kurse gegeben, wie man damit umgeht, aber keine Entwicklerkurse.

Davon mal abgesehen, hatte ich bis auf einen kurzen C++ Einführungskurs, den man mal so besuchen konnte und weder fürs Grund- noch fürs Hauptstudium angerechnet werden konnte (SWS für Prüfungszulassung) keine Einheiten, in denen das bloße Programmieren in Sprache X mit Werkzeug Y gelehrt wurde. Sprachen sollten Konzepte verdeutlichen.
 
kelox schrieb:
Das mit SAP Netweaver würde mich allerdings schon interessieren, hatte davon auch schon in einem SAP Einführungskurs gehört. Leider kommt man da als Student wahrscheinlich nicht ganz so einfach ran, so das man damit Erfahrung sammeln könnte.

studentenjobs, praxissemester, semesterferien...

musst dich nur mal umschauen, gibt genug firmen die studenten suchen. während meinem studium hab ich auch immer gearbeitet.
 
ich habe bisher noch nicht mit SAP gearbeitet und auch noch keine Software dafür entwickelt. Jedoch in ein ABAP / ABAB? Bsp. reingeschaut und war nicht gerade begeistert von der Programmiersprache. Macht das Spaß bzw. möchte man damit den ganzen Tag beschäftigt sein? Ich finde diese Frage wichtig bzgl. der Berufswahl oder der Weichenstellung.
 
naja ABAB hatten wir in dem eines Kurs, Eventbasierte Programmierung oder so, war auch nicht so mein ding, aber der Dozent meinte dass das nicht mehr so viel benötigt wird sondern eher java.
 
aber der Dozent meinte dass das nicht mehr so viel benötigt wird sondern eher java.

Java ist innerhalb der SAP (und somit logischerweise auch bei sämtlichen Partnerunternehmen, wenn auch vielleicht mit leichter zeitlicher Verzögerung) wieder sehr stark auf dem Rückzug. ABAP ist wieder zunehmend im Kommen. (Btw: Nicht, dass Java überhaupt jemals eine überragende Rolle dort gespielt hätte.) Mit Java kommst du im SAP-Umfeld nicht allzu weit.

Allgemein finde ich die Frage "Java oder .NET" schon nicht klug. Java und C#, das beides sind Allerweltsssprachen. An fast jeder Hochschule wird Java und Java EE gelehrt (einige Universitäten, die leider den Bezug zur Realität verloren haben und die Qualität des Informatikstudiums ausschließlich am prozentualen Anteil der Mathematik messen, ausgenommen). Folglich haben wahrscheinlich etwa 90% aller Informatikabsolventen mehr oder minder umfangreiche Java-Kenntnisse. Mit C# sieht es nicht viel besser aus, wenn auch ein bisschen, da es im Gegensatz zu Java nicht an allen Hochschulen gelehrt wird. Aber das Problem hast du bei beiden: Du hebst dich leider von vielen anderen Informatikabsolventen nicht ab. So sympathisch mir Java persönlich auch ist, es kann halt dummerweise jeder, und somit stellt es keine sonderlich nennenswerte Qualifikation mehr dar.
Wenn du dich von anderen abheben willst, dann brauchst du Kenntnisse, die nicht jeder hat. SAP- und ABAP-Kenntnisse sind ein Beispiel dafür. ABAP kan nur ein Bruchteil der Absolventen und wenn man dann noch nach WebDynpro fragt, dann wird's ganz still. Damit könntest du dich abheben. Aber bei der Frage Java oder .NET... Pf, im Endeffekt kann es jeder.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, ein universitätes Informatikstudium ist in erster Linie nicht dazu da, ganz bestimmte Programmiersprachen, Entwicklungsumgebungen, Betriebssysteme oder Editoren zu erlernen. Hier stehen die theoretischen Grundlagen im Vordergrund und Programmiersprachen, sei es nun Java oder C++ sind nur Instrumente, um Probleme zu lösen. Hat man die Konzepte verstanden, z.B. über Compilierbau, theoretische Informatik und andere, so spielt die Programmiersprache, in der man Softwareentwicklungsprojekte umsetzt, nur noch eine untergeordnete Rolle, da sie sich doch sehr ähnlich sind, auch wenn es fließende Übergänge zu bspw. funktionalen Programmierung ala Scala, Haskell gibt und solche Konzepte auch zu einem gewissen Grad in Python vorkommen.

Von daher ist ein Informatikstudium keine Berufsausbildung - hin zum Umgang mit speziellen, von der Industrie gemochten, teuren und seltsam lizensierten Werkzeugen, die in 5 Jahren vielleicht schon wieder in Vergessenheit geraten sind.

Wer SAP oder was ähnlich Spezielles erlernen möchte, muss Eigeninitiative einbringen. An meiner Universität (Marburg, Hessen) jedenfalls gab es keine Kurse oder Veranstaltungen, wie man mit SAP Systemen umgeht oder gar Software für sie schreibt / sie administriert.
 
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