Ich muss zugeben, ich habe mir nur die erste und die letzte Seite durchgelesen. Nehmt es mir nicht übel, wenn ich irgendetwas wiederhole. Möchte quasi quer einsteigen, da ich das Thema sehr interessant finde. Werde den Rest auch noch lesen, wenn ich etwas mehr Zeit dazu habe.
Eins vorweg. Als sentimentaler Mensch ist das Leben ohne Glauben ein Hundeleben. Man lebt in einer tickenden Uhr ohne Hoffnung auf all das Schöne, was die Kirche einem verspricht.
Ich würde gerne glauben, wenn ich könnte. Mein Verstand macht mir einen Strich durch die Rechnung.
Vielmehr glaube ich, dass die Kirche gebraucht wird, um den Mensch ein Illusion/Hoffnung zu bieten. Das Leben ist so viel angenehmer, wenn man das Gefühl hat, dass da noch etwas ist. Ein letzter Strohhalm, der wartet, wenn das irdische Leben beendet ist. Ob es stimmt, was die Kirch einem erzählen will... ich weiß es nicht. Aber das ist auch nicht wichtig, solange es einem Kraft gibt.
Das Fatale daran ist nur der Missbrauch und die Tatsache, dass die Menschen dazu neigen, zu viel der Religion in die Hände zu legen. Jeder muss begreifen, dass es an ihm selbst liegt, was er aus seinem Leben macht. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass es einen Gott gibt, er einem überall raushilft, was er im Übrigen auch nicht tut, wenn ich mal die Tageszeitung aufschlage und den Bullshit lesen muss, wo irgendeine Frau ein Fahrrad aus dem zehnten Stockwerk wirft und damit das Leben eines 20-Jährigen versaut, oder irgendwelche Halbstarken so cool sind und einen 80-Jährigen ausnehmen.
Was ich nicht leiden kann, sind dann Leute, die wegsehen und sich auf Gott berufen. Das ist das schlimmste überhaupt, denn das Igrnorieren ermöglicht erst Leid.
Die Kirche passt sich der Gesellschaft an. Ich meine rofl. Der Papst schafft mal eben die Vorhölle ab. Wer ist der Papst, dass er das kann? Chuck Norris? Oder hat Gott es ihm geflüstert? Jeder kann sich seinen Teil dabei denken. Ich gehe davon aus, dass die Kirche und die Religion flexibel in ihrerer Auslegung ist. Im Übrigen so, wie so ziemlich jede Religion.
Ich denke die Kirche ansich wird nicht unbedingt aussterben. Zuindest glaube ich nicht daran, dass wir das noch miterleben. Und selbst, wenn wirklich die Kirchen abgerissen werden, ist der Glaube noch lange nicht ausgestorben. Wieviel Menschen glauben insgeheim an Gott, aber führen kein Leben, indem sie jeden Sonntag zur Kirche gehen?
Zum Glauben selbst: Das ganze galatische Gefüge. Ohne Anfang, ohne Ende... aus dem Nichts entstanden. Irgendwelche Dimensionen, die vielleicht einen unendlichen Loop erzeugen, oder was auch immer. Das alles ist nur schwer vorstellbar für ein in seiner Existenz begrenztes Lebewesen wie der Mensch. Unendlichkeit, Ewigkeit. Alleine diese Begriffe stoßen bei mir schon auf einen Error. Ich kann es mir nicht vorstellen. Soviel ich mich auch anstrenge. Aber ich versuche es. Einfach zu glauben, dass da ein Gandalfverschnitt auf mich wartet, der alles checkt, was hier so abgeht... ne.
Ich glaube, die Religion ist nichts weiter als Trug. Ein Lückenfüller für das, was uns beschäftigt. Die Angst vor dem Unbekannten. Dem Tod. Das Ende unserer Existenz. Alles was danach kommt und kommen mag. Niemand vermag es zu erahnen und so nimmt die Phantasie den leeren Raum ein. Ich glaube nicht an Phantasie.