News Compute Card: Intel stellt PC-Modul im Kreditkartenformat ein

rg88

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Ich verstehe echt nicht, was so einen gewaltigen Konzern wie Intel so auf Schlagseite treiben kann.
Man fängt zig Ideen an, führt nichts solange weiter, dass es überhaupt einen Marktanteil schaffen kann (von der Sinnhaftigkeit reden wir jetzt mal nicht) und bekommt zudem nicht mal das einzige Alleinstellungsmerkmal, die eigene überlegene Fertigung, brauchbar hin über zig Jahre...
Wie man sich als quasi Monopolist soweit ins Abseits schießen kann, ist mir absolut unverständlich.
Ich mein, wenn so eine kleine "Zecke" wie AMD einfach mal so das komplette Konstrukt ins Wanken bringt, dann merkt man, auf welch schwammigem Boden diese ultratollen Betriebsergebnisse generiert wurden:
Maximalen Gewinn, bei minimalem Einsatz
F&E nur in dem Maße, dass man eine leichte Weiterentwicklung hat um dem Markt neuen Zucker zu geben.

Naja, so sind schon einige unschlagbare Giganten (aka Goliaths) gefallen. Erinnert sich noch jemand an IBM? ;)
 

Fragger911

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dasbene

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Das ist eigendlich mal echt schade. Mit dem passenden Konzept hätten die Teile echt erfolg haben können.

Ich habe ja immer auf Nettops u.Ä. gehofft die Compute Cards nutzen: Gehäuse, Bildschirm, Tastatur, Akku und Massenspeicher bleiben erhalten und die Compute Card kann man im "Smartphone-Rhythmus" austauschen.
 

yummycandy

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Ich verstehe echt nicht, was so einen gewaltigen Konzern wie Intel so auf Schlagseite treiben kann.
Das geht ziemlich schnell. Es reichen schon ein paar falsche Entscheidungen, die umfangreiche Fehlinvestitionen betreffen. Denn Intel mag ziemlich viel Umsatz und Gewinn machen, allerdings vergessen viele dabei auch die Kosten in die nötigen Investitionen. Man brauch sich nur die Geschichte der Halbleiterhersteller anzuschauen und wieviele davon noch übrig sein. Der Grund dafür ist nicht nur Intels Existenz.
Ergänzung ()

Ich habe ja immer auf Nettops u.Ä. gehofft die Compute Cards nutzen: Gehäuse, Bildschirm, Tastatur, Akku und Massenspeicher bleiben erhalten und die Compute Card kann man im "Smartphone-Rhythmus" austauschen.
Ein zusätzlichen Standard für die komplette Industrie wäre sicherlich auch für große Rechenzentren interessant gewesen. Denn nicht immer müssen komplette Racks, oder nur die CPU ersetzt werden.
 

Fragger911

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dasbene

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@yummycandy Das ist natürlich gleich das andere Ende der performance skala aber ich glaube dafür gab es ja schon Co-Prozessoren im PCIe Karten Format.
 

rg88

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Das ist eigendlich mal echt schade. Mit dem passenden Konzept hätten die Teile echt erfolg haben können.
Genau das meine ich.
Man bringt irgend etwas auf dem Markt. Bewirbt es anscheinend nur für einen kleinen selektierten Bereich und wunder sich dann, dass man es nicht verkaufen kann.
Anstatt dann mal zu schauen, ob man das Produkt nicht einfach den falschen Zielgruppen angepriesen hat, sondern einfach mal an die Crowd geben sollte -> Nö, wir machen das Projekt zu.
Ich habe ja immer auf Nettops u.Ä. gehofft die Compute Cards nutzen: Gehäuse, Bildschirm, Tastatur, Akku und Massenspeicher bleiben erhalten und die Compute Card kann man im "Smartphone-Rhythmus" austauschen.
Ja, die Idee ist super. Die Idee wird aber im töter (Steigerung von tot), je mehr Firmen so etwas halbgares anfangen.

Ich mein: Wer bitte sollte auf sowas setzen, wenn man nicht weiß, ob es dann in 2-3 oder 5-8 Jahren eine brauchbare Upgrade-Möglichkeit gibt?
Wieso soll ich was kaufen, was eventuell teurer oder schwerer ist, wenn mir niemand garantiert, dass ich davon einen Mehrwert langfristig habe. Und "langfristig" ist eh schon ein Wort, das im IT-Bereich immer gefährlich ist.

Schauen wir uns den Embedded-Bereich an:
Da kann AMD seit dem Geode Erfolge feieren und zieht es bis aktuell zu den Zen-APUs durch. Man verspricht einen langlebigen Support und Versorgung mit Erstatteilen.
Nur haben wir es hier mit Ersatzteilen zu tun, die 1:1 die selbe Leistung liefern wie vor x-Jahren, weil es eben Erstazteile sind
Aber wenn man, wie Intel, so eine Card anbietet, die ja als Upgrade-fähig gedacht ist... und dann in der ersten Generation schon keinen Nachfolger mehr bringt... dann ist diesem Unternehmen in der Hinsicht nicht mehr zu trauen
Ergänzung ()

IBM würde ich jetzt nicht als gefallenen Goliath bezeichnen, eher haben sie den Umschwung geschafft mit einer Abkehr von der Hardware größtenteils.
IBM hat keine "Umschung" geschafft, sondern sie haben überlebt, weil sie die Hardware abgestoßen haben. Dieser Konzern ist einfach viel zu sehr eine Behörde geworden, als dass sie noch irgendwie in der Hardwareentwicklung hätten mithalten können. (Hätten sie natürlich, aber Gewinne sind wichtiger als Innovation -.-=

Als deutsches Beispiel wäre hier fast ident Siemens zu nennen. Da ist auch nicht mehr viel übrig. Fast alle Sparten ausgegliedert oder verkauft. Eigentlich nur noch eine große Bank die die ehemaligen Behörden verwaltet.

*Behörden aus dem Grund: Wer schon mal in einem Betrieb gearbeitet hat, der ursprünglich zu Siemens gehört hat und die "alten" Siemensianer kennt, der weiß , wovon ich spreche
 
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Verstehe immer das Problem nicht, man hat Ideen, probiert sie aus, aber viele funktionieren nicht. Ist doch normal, also warum sich darüber aufregen. Gibt leider genug Unternehmen die sich sehr auf eine Idee festbeißen und mit dieser untergehen. Also, guter Zug von Intel, auch von Microsoft, die einfach alten Ballast abwerfen
 

Myki

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Ich nutze einen günstigen und leistungsschwachen Compute Stick und damit läuft Win10, Wiso und die Software meiner selbständigen Frau, außerdem hat man Zugriff auf das NAS, das alles mit Atom CPU und 2Gb Ram. Als Basic Computer sind solche Konzepte echt super.
 
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rg88

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Verstehe immer das Problem nicht, man hat Ideen, probiert sie aus, aber viele funktionieren nicht. Ist doch normal, also warum sich darüber aufregen.
Ganz einfach: Weil das ein modulares System war, das einfach seine Zeit braucht. Wenn man sowas jetzt einstellt, dann bedeutet das nur, dass man dieser Firma bei solchen Konzepten in Zukunft auch nicht über den Weg trauen darf.
Weil: Wofür soll ich mich für so eine Technik entscheiden, wenn ich nicht sicher sein kann, dass diese mit einer Weiterentwicklung versorgt wird?
Das zerstört vertrauen und dieses ist unersetzlich in so einem Bereich. Das ist das Problem, das du nicht kapiert hast, glaub ich
 

Ned Flanders

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@rg88

Vieleicht liegts einfach daran, dass eigentlich kein OEM erweiterbare oder aufrüstbare Hardware verkaufen will. Ich fand die Compute Card ja eigentlich echt ne Pfiffige Idee für Pads Nettops und Spielautomaten.

Aber die ganzen OEMs haben halt genau kein interesse daran. Die wollen auf ewig den Status Quo aufrechterhalten mit zwei Monopolisten als Zulierferanten (MS und Intel) die einem Geld für Werbung und fast kostenfrei das Betriebssystem zuschieben. Mitbewerber oder Aufrüstbarkeit stört da nur.

Um Intel da etwas in Schutz zu nehmen, ich glaub die OEMs sind echt das größte Unheil. Die wollten die Karten einfach nicht und der neue CEO hat jetzt die Vision des Alten abgesägt.
 

rg88

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Aber die ganzen OEMs haben halt genau kein interesse daran.
Da das eh von Anfang an einen Nischenlösung war, sollten sich dafür ja noch viel eher OEMs finden.
Das ist doch wie geschaffen für manche Marktsegmente: Ich biete einen Spielautomat an, und man kann diesen jederzeit upgraden. Man braucht nur ein neues Intel-Modul und von mir die Software.
(ich bin in dem Fall der Hersteller dieses Automaten. Das kann man auch auf jede andere Embedded-Umgebung übertragen.)
Speziell bei Spielautomaten: Wo stehen die? In Kneipen oder sonst wo irgendwo verstreut. Wenn man da nix groß umbauen muss, sondern selbst die Kneipenfachkraft mit einem schraubezieher mal eben das Teil austauschen kann, wäre sowas doch genial einfach
 

Ned Flanders

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Ja, fand die idee auch super.... Modular ist immer gut. Verstehe es auch garnicht... Aber vieleicht ist es schlicht zu einfach um für die Systemhersteller attraktiv zu sein. Die wollen ja auch Wartungsverträge und Verkäufe von Systemen.

¯\(ツ)
 

rg88

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Im grunde macht man bei Hardware nur maximal am Verkauf nen Umsatz und etwas Gewinn, dann bei sowas zig Jahre später nochmal Gewinn. Verdienen tut man richtig eigentlich nur an der Software und Support. Genau deshalb fände ich sowas ja so nice. Aber zum Glück gabs nix auf dem Markt was mir ins Auge gefallen wäre.
Ich war schon viel zu oft so blöd und hab auf vermeintlich tolle Hardware gesetzt, die sich am Ende als Sackgasse rausgestellt hat. Da bin ich ein gebranntes Kind und eine Firma wie Intel ist da zumindest bei mir endgültig raus.

Als Beispiel erwähne ich da mal REV von Iomega. Eigentlich ein geniales Konzept gewesen:
Endlich mal weg von den Magentbändern. Die steigende Kapazität wurde auch versprochen und im Gegensatz zu Festplatten ist Antrieb und Speicherbereich physikalisch unabhängig.
Dass die Dinger sterben wie die Fliegen... das haben sie nicht gesagt.
Dass sie das Konzept schnell wieder einstampfen... das haben sie nicht gesagt.
Für mich war Iomega damit ein rotes Tuch. Ich hab seit dem Zeitpunkt wieder meine altbewährten Bandlaufwerke eingesetzt.
Dabei war das REV-Konzept doch gerade für diese kleinen Gewerbe das ideale Sicherungsmedium (theoretisch). Hier kann man bis heute eigentlich nur Festplatten bzw. anderen USB-Speicher anbieten, aber nichts, womit ich mich wirklich wohl fühle.
 

just_fre@kin

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Ich habe ja immer auf Nettops u.Ä. gehofft die Compute Cards nutzen: Gehäuse, Bildschirm, Tastatur, Akku und Massenspeicher bleiben erhalten und die Compute Card kann man im "Smartphone-Rhythmus" austauschen.
Nicht nur du. Ich fand das Konzept der Modularität im Einsteigerbereich (was die Leistung angeht) relativ spannend: Compute Card in ein dafür konzipiertes Netbook, Monitor, TV-Box etc. stecken und schon hätte man schnell und günstig quasi einen Computer bereit zum arbeiten/konsumieren/produzieren. Für den Konsumenten hätte das Kosteneinsparungen zur Folge gehabt: Ein Computer kaufen (Compute Card) und dann im Endeffekt nur (deutlich günstigere) erweiterte "Gehäuse" (Netbook, TV, Box, ...). Für Intel bedeutet das aber: weniger Gewinn.

Zusammen mit "Software-as-a-Service" und zunehmender Verbreitung von schnellem mobilen Internet hätte sich nichtsdestotrotz was Großes entwickeln können. Das Ganze hätte mehr Zeit gebraucht und intensivere Vermarktung.
 

Hibbelharry

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Dabei war das REV-Konzept doch gerade für diese kleinen Gewerbe das ideale Sicherungsmedium (theoretisch). Hier kann man bis heute eigentlich nur Festplatten bzw. anderen USB-Speicher anbieten, aber nichts, womit ich mich wirklich wohl fühle.
RDX hat noch etwas Verwandtschaft mit dem REV-Konzept. Im Grunde ist das ein vercartridgtes 2,5" Drive, das aber durch die Verwendung von Industrie Standardkomponenten billig ist, und durch Integrität von Mechanik und Speicher weniger mechanisches Bauchweh hat. Die Software rundrum ist nur ....ähm ja.

Hab ich gelesen. Hab keine gute Nachricht gefunden.
 

rg88

Fleet Admiral
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RDX hat noch etwas Verwandtschaft mit dem REV-Konzept.
ist mir ehrlich gesagt (zu meiner Schande) vollkommen neu.
Aber gerade mal die Preise angeschaut -> Für den Kundenkreis den ich da sehe, vollkommen ungeeignet. Der Preis pro GB ist ja Faktor 5 (minimum) bis 10 aufwärts pro Medium im Vergleich zu klassischen LTO-Bändern.
Die Bänder sind zwar bei einer sequenziellen Wiederherstellung, sagen wir mal, suboptimal bzgl. Geschwindigkeit, aber LTOs vertraue ich mittlerweile echt mehr als jedem anderen Medium.

Eine gute Sicherungsstragie (UND Software) vorausgesetzt, kann man einfach so mal ne Excel-Datei aus dem vorletzen Jahr wiederherstellen und hat keine Schweißperlen auf der Stirn, ob nicht gerade jetzt der Controller der jahrelang ungenutzten Platte abraucht oder der Flashspeicher doch zu schnell seine Daten "vergessen" hat.
 
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