Die WHO stand und steht wegen ihres Verhaltens bei der
Pandemiebekämpfung in der Kritik. So wurden nach dem Auftreten des H5N1-Virus (auch als
Vogelgrippe H5N1 bekannt geworden) im Mai 2005 – aufgrund der Warnung des damaligen Impfdirektors
Klaus Stöhr vor einer möglichen weltweiten Grippeepidemie („bis zu 7 Millionen Tote“) – von Regierungen für riesige Geldbeträge die Grippemittel
Tamiflu und
Relenza angeschafft. Zwar verbreitete sich das Virus weltweit, jedoch traten nur wenig Erkrankungen beim Menschen auf, sodass weltweit nur 152 Menschen an der
Vogelgrippe H5N1 verstarben, weit weniger als bei einer saisonalen Grippe. (Im Jahr 2007 wechselte Klaus Stöhr von der WHO zum Pharmakonzern
Novartis).
[35]
Nach dem Auftreten des A/H1N1-Virus (
Schweinegrippe) erhöhte die WHO mit der Verbreitung der Krankheit die Epidemiewarnstufe schrittweise bis zur höchsten Stufe 6 (
Pandemie). Die Regierungen bestellten daraufhin Impfstoffe (allein in Deutschland für ca. 450 Mio. Euro) und Grippemittel. Kritik entstand dabei vor allem, weil die Direktorin der WHO-Impfstoffabteilung – Marie-Paule Kieny – vor ihrer Tätigkeit bei der WHO beim französischen Pharmaunternehmen Transgene S.A. beschäftigt war, das strategische Partnerschaften zur Impfstoffherstellung mit dem Schweizer Pharmakonzern
Roche unterhält.
[35] Der
Europarat ging dem Verdacht nach, dass es ein enges Zusammenspiel zwischen WHO und Pharmaindustrie gab.
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