@MasterXTC:
Es hat für jeden Arbeitnehmer katastrophale Folgen, wenn sein Einkommen abgewürgt wird ... und das hat mit Ausnahme der letzten 2 Monate nie was mit einer Krankheit zu tun gehabt (bei Gier kann man sich streiten, ob das eine Krankheit ist, nur weil es einigen von uns krankhaft erscheint).
Wenn diese Wirtschaft im Eimer ist, was bedeutet das dann? ... genau. Es wird Bedürfnisse geben, die nicht mehr befriedigt werden können ... und was bedeutet das? Genau ... es gibt einen fetten Markt, an dem jede Menge Platz für neue Unternehmen ist.
"Die Wirtschaft" wird nicht sterben, solange es einen Markt gibt, und den Markt wird es geben, solange Menschen ihre Bedürfnisse nicht selbst befriedigen können.
Ich denke, dass unsere derzeitige Wirtschaft diesen Dämpfer mehr als verdient hat ... schließlich hat man mindestens hundert Jahre virologischer Forschung brutal ignoriert, und seine Lieferketten so aufgebaut, dass sie beim kleinsten Schnupfen gleich zusammenbrechen.
Eine "Neubewertung des Kapitalismus" ist nicht gleichbedeutend mit dem Ende des kapitalistischen Systems ... das kann Sicherungsmechanismen betreffen (bitte weche, die besser funktionieren, als die Regularien für den Finanzmarkt oder die Mietpreisbremse), oder auch nur eine Anpassung bei den Lieferketten ... doppelte Absicherung gegen Lieferausfall.
Corona bietet die Möglichkeit, ein solches System nicht als "einbein" aufzubauen, sondern eben Alternativen zu den üblichen Lieferanten bereitzuhalten.
Eine "Überschusswirtschaft", die es dann nicht schafft, Sachrücklagen zu bilden, macht sich eigentlich nur lächerlich.
Genauso wäre auch denkbar, eine mathematisch logische Berechnungsgrundlöage für Löhne einzuführen ... das wäre auf jeden Fall nachhaltiger, als die Gießkanne "Grundeinkommen" ... denn die sichert zwar die unteren Bereiche, ändert aber nichts am fortgesetzten raketenhaften Anstieg am anderen Ende.
Trotz der Soforthilfen an die Daimler AG schüttet diese 2020 Dividenden in Millionenhöhe aus ... auch hier könnte eine Revision des Kapitalismus ansetzen. Wenns dem Unternehmen scheiße geht, warum sollen die Aktionäre dann noch Geld herausziehen dürfen?
Im Moment zahlt der Staat indirekt diese Dividendenausschüttungen ... ein klassisches Umverteilungssystem, in dem Geld von vielen eingesammelt, und auf wenige verteilt wird.
Eine "Neubewertung des Kapitalismus" könnte sich auch damit mal beschäftigen.
AppZ schrieb:
Um nicht zu sagen Wirtschaftsradikal. Gibts das Wort?
Natürlich gibts das.
Als Tipp ...
Ayn Rand ist z.B. eine Wirtschaftsradikale ... aber
@MasterXTC würde ich mit der Schranze nie in einen Topf werfen ... eine solche Beleidigung hat der wirklich nicht verdient.