Datendurchsatz WLAN - Umfrage

Michael

Re-aktions-Pinguin
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Häufig kommen Fragen zu WLAN die mit der Geschwindigkeit bzw. dem Datendurchsatz beschäftigen. Als Antwort erhält man genauso viele wie verwirrende Antworten. Im Allgemeinen heißt es im Tenor "kommt darauf an".

So, auch um anderen mal ein Gefühl dafür zu geben, welchen Datendurchsatz man unter realen Bedingungen mit WLAN-Verbindungen hat, möchte ich hier mal alle bitten, ihre Erfahrungswerte mitzuteilen.

Vielleicht hat ja auch der eine oder andere schon eine Verbesserung durch Austausch einer Komponente erreicht, und kann den anderen hier mitteilen, was sich dadurch verbessert hat. Bitte auch angeben, unter welchem Betriebssystem Ihr arbeitet, denn manchmal gibt es für das ein oder andere System bessere Treiber unter z.B. Windows XP als Window 98.

Ich fange dann gleich mal an:
  • Netgear MA 111 (11Mbit, 802.11b) - durchschnittlicher Wert: 0,6 MB/s real (theoretisch ca. 1,4 MB/s), Betriebssystem Linux, Linux-Wlan-ng-Treiber
  • D-Link, DWL-650 (54MBit, 802.11g) - durchschnittlicher Wert: 3,0 MB/s real (theoretisch ca. 6,7MB/s), Betriebsystem Linux, MadWiFi-Treiber

Interessanterweise ändern sich diese Werte nicht, wenn ich mich mit meinem Notebook dem Access-Point (bzw. WLAN-Router bei mir) nähere. Lediglich die Empfangsstärke wird besser.
 

Simon

Fleet Admiral
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Wenn ich den Speed mit NetCPS messe, dass 100 MB Festplatten-unabhängig Daten über die Leitung mittels TCP/IP pumpt, komme ich auf folgende Werte:

Enterasys 11 MBit/s (Orinoco Chip), Windows XP, Orinoco Gold Card 5V Treiber = 0,42 MB/s durchschnittlich
Intel Centrino Wireless LAN 2200BG, Windows XP, Intel Treiber = 1,92 MB/s durchschnittlich

Als Access Point (kein Router) kommt ein (recht alter) D-Link DWL-2000AP+ (Revision A1) und Firmware 1.14 zum Einsatz. Die alte Firmware (1.12) hat noch gut 500 kB/s mehr übertragen, war aber nicht ganz so stabil. Seit Firmware Version 1.13 ist der Speed etwas mieser geworden.
Kleine Umstellungen bei den Performance Optionen wie Beacon oder DTIM Intervall hatten praktisch keine Auswirkungen

Bei den Tests hatten die Karten direkten Sichtkontakt über 2 Meter.
Hab bei Vaddi noch ne DWL-650G Karte rumliegen, vielleicht zieh ich die nachher nochmal kurz ab und teste damit den Speed.

mfg Simon
 

Callisto

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Hab jetzt auch mal meinen Speed gemessen. Hab einen sehr praxisnahen Test durchgeführt. :D Einfach mit dem CMD-Tool "robocopy" jeweils 700 MB übers W-LAN gescheffelt.

Einen 700 MB großen Ordner in dem sich mehrere hundert Dateien befanden dauerte 5min und 5s zu übertragen. Das entspricht einer Übertragungsrate von 2,23 MegaByte/s.

Danach hab ich noch eine einzige 700 MB große Datei übertragen. Hat 4min und 51s gedauert. -> 2,4 MB/s

Hab mein Notebook (siehe Sig, Intel PRO/Wireless 2200BG, theoretisch 54 MegaBits/s) mit einem Netgear AC-Point (WG602 v2) verbunden. Entfernung beträgt etwa ~8 Meter bei keinem Sichtkontakt durch eine dünne Mauer.

PS: Wie rechtfertigen eigentlich die Hersteller die wesentlich langsamere Übertragungsrate als eigentlich theoretisch möglich sein müsste? (<- komischer Satz :rolleyes:) 54 MegaBits/s sind ja eigentlich 6,75 MegaByte pro Sekunde. (und nicht 2,4, wie ich maximal erreiche)
 

Simon

Fleet Admiral
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Zitat von Callisto:
PS: Wie rechtfertigen eigentlich die Hersteller die wesentlich langsamere Übertragungsrate als eigentlich theoretisch möglich sein müsste? (<- komischer Satz :rolleyes:) 54 MegaBits/s sind ja eigentlich 6,75 MegaByte pro Sekunde. (und nicht 2,4, wie ich maximal erreiche)
Damit hast du die Frage eigentlich schon im gleichen Satz selbst beantwortet. :p
"Was theoretisch möglich sein müsste". Ist halt nur Theorie. Viele schreiben auch bewusst auf ihre Produkte "Bis zu XX Mbit/s" drauf.

Die Nettodatenrate variiert einfach zu stark und hängt von den Gegebenheiten ab, weshalb man sie garnicht angeben kann. Daher gibt man halt immer den maximalen Bruttowert an, der mit dieser Art von Datenübertragung und Modulation möglich ist.

Wäre übrigens mal interessant, wenn einer Werte von 108 MBit/s Equipment posten könnte.

mfg Simon
 

Enigma

Captain
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Gibts Tools die das messen, oder muss ich auf den Task-Manager vertrauen?

Update:

Es sind bei einem 54MBit WLAN 1.85MB/s.
Wenn ich etwas weiter entfernt bin (ca. 8m) sinkt die Geschwindigkeit auf 1.2MB/s - und bei 10m sinds knapp 0.4MB/s

Ein Kumpel kam grad mit Laptop - und hat sich ein Stockwerk unter dem Accesspoint befunden (und ein Raum daneben):
1.7MB/s
 
Zuletzt bearbeitet:

Simon

Fleet Admiral
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Hatte ich ich meinem Beitrag oben schon erwähnt: NetCPS
Download hier: http://www.netchain.com/netcps/
Client 1 (als Server): In der Eingabeaufforderung mit "netcps -s" starten
Client 2: In der Eingabeaufforderung mit "netcps IP.des.Servers.eingeben

Ist aber auch in der Readme beschrieben.

mfg Simon
 

Callisto

Ensign
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@ Simon: Ja, das verstehe ich schon. Aber die theoretischen weichen extrem von den realen Leistungen ab. Ich mein wenn ich den Sender und Empfänger direkt nebeneinanderstelle und keine Störungsquellen (Handys ecc.) im Zimmer befinden bekomm ich nur minimal bessere Ergebnisse. Wann sollen diese 54 MBit/s erreicht werden? Im Vakuum? :lol:

Bin mir jetzt nicht mehr sicher, aber ich hab mal gelesen dass diese 108 MBit/s nur minimal schneller sein sollen als die 54iger. Dann wäre die Abweichung Theorie -> Realität NOCH größer... Also ich finde das ist schon irgendwie verarsche... :o

PS: Mich würden auch die Messergebnisse von einem 108 Mbit/s interessieren... ;)
 

Michael

Re-aktions-Pinguin
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Zitat von Callisto:
Wann sollen diese 54 MBit/s erreicht werden? Im Vakuum? :lol:
fast

Denn Störer sind überall. Alles was elektromagnetisch aktiv ist kann theoretisch stören. Wenn sich der Empfänger nicht sicher ist, quengelt er und fordert die Datenpakete nochmal an. Solange, bis er sich sicher ist. Einfach gesagt, aber das ist die Praxis.

Auf dem Mond müßte es besser klappen. Anstatt 2,4 MB/s dann 2,7MB/s :lol:
 

Morgoth

Captain
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Die Angaben 11/54/108 MBit/s beziehen sich alleine auf die Brutto-Datenrate. Es ist also nicht nur ein theoretischer Wert, sondern mit Nutzdaten nie zu erreichen. Abziehen muss man Verwaltungskram (ein AP möchte doch immer ganz gerne wissen wer noch verbunden ist, das läuft auf unterster Ebene ab) und Fehlerkorrektur (Quittierung eines Paketes gibt es nur bei TCP). Wieviel das jetzt in Prozent oder absoluten Werten ausmacht, weiß ich nicht.

Bei mir erhalte ich über 1km Funkstrecke unter Optimalbedingungen bis zu 550 kB/s, also ca. 4 MBit/s. Erreicht wird das mit einer D-Link DWL-G520 in einem FreeBSD-Router mit den Windows-Treibern mit Hilfe von Project Evil. Die Karte kann zwar 108MBit/s, aber das Netz gibt nur 11MBit/s her.
Die Auslastung des Systems (AMD K6/2 450MHz, 128MB SDR-RAM) liegt dann bei knapp 50%, als ich den einige Zeit auf 266MHz laufen gelassen hab, lag die Auslastung bei 70%, der Router stellt also keine Flaschenhals dar.
Mein Antenne ist eine mit 15,5dBi bei einem Öffnungswinkel von 30°x30°, Kabellänge vom Router zur Antenne 7m. Demnächst wird noch ein Blitzschutz eungebaut, mit dem ich dann auch endlich unter die 100mW komme, die maximal erlaubt sind :D (aber durch den engen Öffnungswinkel störe ich niemanden).

Gruß
Morgoth
 
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