Der Brexit ist da!

Es war eine Meinungsumfrage und ich habe ihr selbst genügend Bedeutung beigemessen, damit ich sie mir archiviere. Die Brexit Debatte ist auf der Insel aber schon so lange heiß und vor allem emotional geführt, dass ich einen Wechsel der Meinung in so kurzer Zeit nicht erwarten würde. Das glaubt selbst meine britischen Bekannten und Freunde nicht und die sind nahezu alle Pro EU erwarten das nicht. Weniger als eine Woche Abstand reicht nicht um 10Jahre systematisches "blaming" der EU und Monate extrem emotionalen Wahlkampf zu überkommen.

Wenn man die Leave Wähler so beobachtet vermuten die sowieso, dass die EU und div. Verschwörer* gerade dafür sorgen das der Pfund abstürzt und deswegen der Sprit teurer wird und, dass dies besser wird um sobald man die EU in ihre Schranken verwiesen hat.



* Die Argumentationsketten siehen aus wie bei uns die schlimmen dumpbackigen AFD/Pegida Anhänger (nicht alle die diesen "Vereinigungen" anhängen sind Dumpfbacken, ich beziehe mich jedoch gerade auf den Teil. der wirklich dumpfbackig ist). Je nachdem in welchem genauen Lager man gerade ist, sind die Verschwörer:
Juden
Nazis / The Germanz
Muslime
Die Presse
Finanzmafia
Linke als anerkannte Ausgeburt der Hölle
Polen
You name it

Auch die Sprachwahl ähnelt den Spinnern aus unserem rechten Lager. Entsprechungen von "Lügenpresse", "Systempresse" sowie div. Abwandlungen sind bei denen genauso im Sprachgebrauch. Analog bei den anderen Punkten.
 
Würde mal vorschlagen wir kommen wieder mal zum Thema zurück, ich denke nicht das die letzten Beiträge jemanden interessieren, also back to topic.
 
Merkel schrieb:
@hallo7
Nur das Bundesverfassungsgericht kann das und das natürlich in nur sehr beschränktem Maße, da es ja wiederum dem Europäsichen Gerichtshof unterliegt.

Nein, jeder Antrag kommt erstens mal von der Kommission (bzw. muss über diese laufen, Parlament und Rat können wiederrum Vorschläge stellen - etwas verkürzt erklärt) und die Kommission besteht nunmal aus Regierungsvertretern. Unliebsame Gesetze kann man hier schon abwürgen.

Weiters muss der Rat zustimmen, hier hat jedes Ratsmitglied ein Vetorecht und der Rat ist ebenfalls mit Regierungsvertretern besetzt.

Zu guter letzt gibts noch das Parlament, welches ebenfalls ein Vetorecht hat (meistens) und dort sitzen gewählte Personen drinnen.

@Kronos: Spielverderber :P
 
@ Piktogramm
Wenn im schlimmsten Fall wirklich 12% unseres Exports wegbrechen willst du das immer noch als "keine nennenswerte Probleme" abtun?
na na na, nur weil sich die GB absentieren, bedeutet das nicht, dass alle Geschäfte weg brechen! Die Preise werde nur für die Briten höher. Gar nicht mal so sehr durch Preisaufschlag der immer bösen deutschen, sondern weil der Versand eben mehr kostet und aufwändiger ist, evtl. Verzollung oder sonstige Wareneinfuhrabgaben und gerade solche Modelle wie Amazon GB funktionieren dann nicht mehr. Andere werden geringere Preise nehmen können um die Aufschläge zu minimieren.
Weniger Jobs, weniger Geld weniger Einkaufen - aber einiges muss immer gekauft werden, dadurch geht das Geschäft weiter.

Kann man rechnen wie man will, im Fall des Brexit werden die Briten verlieren und zwar massiv! Die anderen Länder der EU werden wenig verlieren. Natürlich wird es auch einige größere Verlierer geben, die, die sich auf den Handel mit GB spezialisiert haben und nicht in der Lage sind, die neuen kommenden Kosten zu kompensieren. Und selbst wenn sie es können, wird auf der Insel weniger verdient werden und mittelfristig der Konsum immer mehr und mehr einbrechen.
Ich könnte mir auch eine Kampagne vorstellen a la "GB first" wo man dann Waren aus anderen Ländern boykottiert um den heimischen Produkten etwas Aufwind zu geben!?! Meist endet so etwas aber in Nationalismus - eher weniger wünschenswert.

Aber warten wir es ab, vielleicht entdecken die Briten ja Öl im Garten - dann wäre ein Einsiedlerleben wie die Norweger mit Kompromissen die man eingehen will - nicht muss - möglich und tragbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun, das Öl haben sie ja schon entdeckt, aber das der Norweger muss halt nur für 4 Millionen Menschen reichen, das der Briten für mehr als 60 Millionen - und da wirds halt schon eng !
 
Norwegen deckt deutlich über 90% des Primärenergiebedarfs aus regenerativen Quellen. Entsprechend können die ihr eigenes Öl komplett exportieren. Wobei die Einnahmen sich auf recht wenig Bevölkerung verteilt. Wobei das Öl hauptsächlich in den Hoheitsgewässern liegt, die zu Schottland gehören. England hat hauptsächlich Erdgas.
Wenn sich Schottland wirklich anstrengt zwecks Abkapselung von GB gibt das nochmal richtig Würze..


@Lars_SHG
Import/Export ist nur ein Aspekt. Viele Europäische Partnerschaften kommen da genauso hinzu. Griechenland ist ein kleines Licht im Vergleich und schon da wurden Löcher gerissen, die an vielen Stellen weh taten. Selbst wenn der Außenhandel mit GB nur um 50% abnimmt wäre das bitter und bei einem Austritt gilt es jedes Prozent Verlust zu minimieren!
Vor allem sehe ich nicht ein, dass das Verlassen der EU den restlichen EU Staaten sowie uns in Deutschland zum Nachteil gereichen soll.

Was denkst du eigentlich was passiert, wenn wie bereits jetzt der Pfund Sterling entwertet und gleichzeitig massiv Kapital aus dem Land abgezogen wird? Weniger Geld im Land welches auch noch weniger wert ist. Das minimiert die Fähigkeit zum Import deutlich. Da GB 40% seiner Lebensmittel importieren muss (wenn die sich auf dem internationalem Markt nicht mehr mit modernem Saatgut, Futtermittel und Dünger eindecken können wird das sogar eher noch mehr, selbst wenn die ihren Agrarsektor hochschrauben) birgt das enorme Gefahren für soziale Unruhen. Weniger Geld im Land, explodierende Preise für Lebensmittel. Da birgt ein schlecht gemachter Abgang der Briten ohne guten (und teils auch gütigen) Anschlussvertrag, dass wir uns vor unsere Haustür einen üblen Unruheherd setzen.
Das kann man mit Schadenfreude sehen. Ich sehe es mir Besorgnis und Gefährdung des europäischen Friedens.

Ich halte es daher für dumm den Briten in erster Linie eins Auswischen zu wollen, das tut uns auf dem Festland genauso weh. Da hat unsere Kanzlerin schon realere Ansätze, Überstürzt werden muss das Ganze nicht. Die Verhandlungen sollten fair und zum Vorteil aller sein und auf jeden Fall ohne Rosinenpickerei durch die Briten. Selbst der normale EWG Beitrag wie ihn Norwegen zahlt ohne EU Investitionen die zurückkommen stellt die Briten schlechter als jetzt.
 
@hallo7
Die Mitglieder der Kommision werden undurchsichtig bestimmt und dann vom Parlament abgesegnet, welches dann die Vorschläge dieser abnickt und auch selbst allerlei Blödsinn ausheckt, beispielsweise die parlamentsinterne Bank zu überfallen. Die müssen auch nur erscheinen und das gilt dann als gearbeitet.


Hier gibt es was zu sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=LSVflGupFnk
 
Zuletzt bearbeitet:
@Merkel
Ein Kommissar pro Land, der Präsident wird von den Staats- und Regierungschef benannt und die gesamte Mannschaft muss vom Parlament (gewählte Volksvertreter) bestätigt werden. Wo ist das bitte undurchsichtig?

Und von abnicken und Blödsinn aushecken kann auch kaum die Rede sein, du verkennst die Arbeitsabläufe und Wirkprozesse in Brüssel, wenn du das denkst bzw. ergehst dich in billigem Populismus. Vieles kennt man auch aus Deutschland und seiner parlamentarischen Demokratie.
 
Merkel schrieb:
@hallo7
Die Mitglieder der Kommision werden undurchsichtig bestimmt und dann vom Parlament abgesegnet, welches dann die Vorschläge dieser abnickt ...

Die Regierungen bestimmen die Kommissionsmitglieder, du wählst die Regierungen, frag deinen Abgeordneten wen er vorgeschlagen bzw. unterstützt hat und warum...

Selbiges gilt für deinen Vertreter im Parlament.

Übrigens kritisierst du ganz schön viel an diesen Vorgehen, dabei sind das die selben Mechansimen die in ähnlicher weise in Deutschland auch eingesetzt sind. Würdest du sagen, die Regierungsmitglieder werden undurchsichtig bestimmt? Hast du da nichts dagegen?
 
Nigel Farage Rede ist als Rede nicht schlecht. Die Inhalte muss man aber nicht teilen, er wiederholt quasi seine Behauptungen vom Wahlkampf um den Brexit. Die Schiene ist ja nach wie vor, dass alles Schlechte in Great Britain durch die EU bedingt wird und durch den Austritt alles schlagartig besser wird.

Was aber immer noch eher Wunschdenken ist. Die extreme Liberalisierung (vor allem Privatisierung) vom Sozialsystem, Infrastruktur und Arbeitsmarkt hat Great Britain für sich auf nationaler Ebene beschlossen. Als Resultat hat sich auf der Insel eine enorme soziale Spaltung ergeben, die so deutlich in der restlichen EU kaum wiederzufinden ist. Seit etwa 10 Jahren schieben britische Politiker jedoch der EU die Schuld für diese Misere in die Schuhe. Wenn kleine Betriebe den ungezügelten Wettbewerb gegen große Mitbewerber nicht überleben und Arbeitnehmer schikaniert werden, dann war immer die böse EU mit der üblen Bürokratie* dran Schuld. Genauso wie beim Fischfang, nicht die über Jahrzehnte erfolgte Einleitung von Abwässern in Flüsse und Meer, nicht die Überfischung der Bestände und schon garnicht die modernen Boote mit Echolot und Radar zur Ortung von Fischschwärmen sind an der drastischen Reduktion der Fischereibetriebe schuld! Die EU ist es, mit ihren Fangquoten und Umweltschutz! Das sich die Fischbestände erholen und dieses Nahrungsmittel weniger Giftstoffe enthält als vor 10-20Jahren... EGAL.
Dieses nicht eingestehen eigener Fehler treibt UKIP einfach nur auf die Spitze und verspricht, dass das alles besser werden wird. Wie verraten sie aber nicht. Denn die Bestimmungen die ihnen nicht passt werden sie nur los wenn sie auch der EWG fern bleiben, dann ist Great Britain aber einfach mal gefickt. Die eigen Wirtschaft ist schlicht zu dicht mit Europa verwoben. Will GB an der EWG teilhaben, dann werden sie aber die Bestimmungen nicht los, verlieren den Britenrabatt und Fördergelder der EU. Insofern ist das was Herr Farage einfach nur unhaltbarer Bullshit.

Der größte Gag bei der ganzen Sache ist auch, dass vieles von der sehr liberalen Ansätze welche GB im eigenen Land eingeführt hat auch versucht wurden in die EU einzubringen. Oft mit der Unterstützung der deutschen, konservativen Parteien in der EU. Gescheitert ist es dann oft an den Franzosen :D. Ist also immer wieder lustig, wenn die UKIP Leute über die bösen Deutschen und ihrer EU-Herrschaft schimpfen. Bisher haben wir immer gemeinsame Sache gemacht..


Wie bei allen sich selbst überhöhenden Nationalisten wird das aber sicher gut gehen, dann man ist ja allein dadurch Überlegen, dass man in Land X geboren wurde. Ob das nun chauvinistische Spinner auf der Insel oder bei uns sind. Die Muster sind die Selben -.-


*Was ich nicht verstehe. Zum einen ist Bürokratie ein notwendiges Übel um Willkühr zu vermeiden und zum Anderen ist das Wirtschaften in der EU ein Kinderspiel. Aus Deutschland heraus ist es ein Kinderspiel eine Ltd. nach englischem Recht anzulegen. Andersherum aus dem walisischem Hinterland eine GmbH zu registrieren. Import/Export innerhalb der EU ist mit dem Aufkleben der passenden Briefmarken erledigt. Import/Export mit nicht EU-Staaten brauchen erst ab einem gewissen Warenwert überhaupt deklariert werden und selbst dass kann man zu großen Teilen automatisieren. Der Aufwand ist klein und es gibt so 10-20 Staaten wo es richtig aufwendig wird. Im Falle Brasilien will dort die Regierung nicht und Strafzölle noch nöcher auf sogut wie Alles und größere Mengen Titan in den Iran zu liefern war bis vor einer Weile aus div. Gründen wirklich Papiekrieg. Sowas wird ohne EU nicht besser, eher schwerer. Denn der riesige EU-Binnenmarkt hat ein paar wirklich richtig gute Deals ermöglicht. Selbst mit Russland konnte man vor diesen bescheuertem Embargo richtig gut handeln.
 
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@Noxiel
https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratiedefizit_der_Europäischen_Union

Insbesondere:
"In seinem Urteil vom 30. Juni 2009 zum Vertrag von Lissabon (Lissabon-Urteil) bekräftigt das Bundesverfassungsgericht seine bereits im Maastricht-Urteil angelegte Linie, wonach die EU kein Bundesstaat sei und auch nicht werden dürfe, solange das Grundgesetz gelte und das deutsche Volk einem solchen Schritt nicht in einer Volksabstimmung zugestimmt habe.[12] Das Strukturproblem der EU bestehe darin, dass mit der europäischen Integration der Umfang politischer Gestaltungsmacht der Union - nicht zuletzt durch den Vertrag von Lissabon - stetig und erheblich gewachsen sei, so dass inzwischen in einigen Politikbereichen die Europäische Union einem Bundesstaat entsprechend - staatsanalog - ausgestaltet sei. Demgegenüber blieben die internen Entscheidungs- und Ernennungsverfahren überwiegend völkerrechtsanalog dem Muster einer internationalen Organisation verpflichtet; die EU sei weiterhin im Wesentlichen nach dem Grundsatz der Staatengleichheit aufgebaut.

Das Bundesverfassungsgericht spricht die Gefahr an, dass die EU-Organe sich selbständig entwickeln und dabei eine Tendenz zur politischen "Selbstverstärkung" aufwiesen."


@hallo7
Da gibt es natürlich Ähnlichkeiten. Parteienkartelle jedoch höhlen die Demokratie aus und machen sie lächerlich. Natürlich werden die Regierungsmitglieder (das sind die Minister) mit Ausnahme des Kanzlers undurchsichtig bestimmt. Das liegt daran, daß die Verteilung der Posten maßgeblich vom Wahlergebnis und von der zustandekommenden Koalition abhängt. Wir wählen grundsätzlich nur Parteien, die Kandidaten bestimmen sie. In anderen Ländern, wie z.B. in Syrien werden der Präsident und die MPs direkt gewählt, prinzipiell kann jeder antreten. Auch muß die Hälfte der Abgeordneten aus Arbeitern und Bauern bestehen.
In Libyen unter Gadaffi gab es nur die direkte Demokratie. Das Volk hat sich lokal in Versammlungen ohne Regierugseinfluss selbst regiert. Libyen hatte den höchsten HDI Afrikas.


@Piktogramm
Ich bin auch sehr gegen Privatisierung, vor allem wenn es um essentielle Dinge wie Wasser geht. Das jedoch ist Sache der Briten, ob es ihnen gefällt, daß in London der Wasserdruck derart niedrig ist, daß es in höheren Stockwerken oftmals kein Wasser gibt, weil der Betreiber kaum Instandhaltung betreibt.
 
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@Merkel

Klar ist es den Briten überlassen was sie machen. Die Grundlage für viele Probleme im Land ist jedoch das britische Parlament verantwortlich. Die EU wird jedoch seit langer Zeit verantwortlich gemacht um davon abzulenken. Entsprechend sieht auch das Wahlergebnis aus. Und Nigel Ferage auf den du ja verlinkt hast macht genau das. Er schiebt Anderen die Schuld zu und verspricht dass es irgendwie besser wird.
 
Es sagt ja keiner, daß die Poliitk in GB so toll ist, ganz im Gegenteil, wie ich bereits ausgeführt habe. Das wenigste davon aber haben die Rechten zu verantworten. Aber davon wird die Politik in Brüssel nicht besser, daher ist das Argument nicht ganz schlüssig. Wie ja bereits hier angeführt wurde, sitzen in Brüssel Ableger der nationalen Politik.
Wer sich kritisch mit der EU auseinandergesetzt hat, und wir reden jetzt nicht Verschwörungstheorien, der weiß, daß da unendlich viel Raum für Verbesserung ist.
Es gibt hier viel Verwahrlosung und Perspektivlosigkeit, wo ich wohne, sind die Leute am hassen und zertreten. Der "Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft", wie unsere Politiker den stetigen Niedergang der Kernbranche unsere Landes, der Industrie, gerne bunt ausschmücken, bedeutet absolut nichts Gutes, mit oder ohne EU.
So siehts bei uns aus in Remscheid-Wuppertal-Solingen, der Bericht ist schon zwei, drei Jahre alt:

"Dramatischer Rückgang der Industriebetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im IHK-Bezirk: Seit 1995 sind per Saldo 30 Prozent aller Betriebe verschwunden. Landesweit lag der Rückgang lediglich bei knapp fünf Prozent.

Den Minusrekord hält die Stadt Wuppertal, wo innerhalb von 20 Jahren per Saldo 39 Prozent aller Industriebetriebe aufgeben oder abwandern mussten. Solingen hat vergleichsweise günstig abgeschnitten: Die Anzahl der Betriebe hat sich um gut ein Fünftel verringert.

Die Zahl der Industriebeschäftigten ist im Bergischen Städtedreieck stark rückläufig. In den Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten sind seit 1995 rund 34.500 Arbeitsplätze verloren gegangen. Dies entspricht einem Rückgang um 40 Prozent auf zuletzt 51.400 Beschäftigte. Im Vergleich dazu hat das Land Nordrhein-Westfalen mit minus 26 Prozent weit geringere Einbußen hinnehmen müssen."
http://www.wuppertal.ihk24.de/stand...e_und_entwicklungen/industriebetriebe/1414262

Jeder weiß, daß Remscheid eine alte, stolze Industriestadt ist, doch sind heute viele Fabriken verwaist und es wird nicht besser.
Dafür gibts jetzt an jeder Ecke Pizza und Döner im Städtedreieck. Die Flatratepuffs sind glaube ich wieder verboten worden.
 
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Und was hat die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe deiner Heimat mit der EU / der Politik zu tun? Hätten da die Planwirtschaft ausgerufen werden sollen um die Betriebe entgegen wirtschaftlicher Gegebenheiten am Leben zu erhalten?
 
Losiny schrieb:
Wenn die häufigste Suchanfrage in UK am Freitag war "Was ist die EU", dann wissen wir ja schon, was los ist bei den Menschen. Politik am Stammtisch stimmt schon als Phrase. Ein Unding, dass über so ein wichtiges Thema irgendwelche 90-jähren Land Pomeranzen entscheiden dürfen.

Naja - die Geschichte mit der Suchanfrage ist eher ein schönes Beispiel, das es auch auf der Seite der Brexit Gegner zu Legendenbildung kommt. Oder dafür wie man selbst mit richtigen Zahlen/Angaben einen falschen Eindruck erwecken kann.

Die Runde macht auch eine andere Grafik. Sie zeigt, dass nach Bekanntwerden des Referendum-Ergebnisses auf Google die Suchanfragen wie „Was ist die EU“ oder „Was passiert, wenn wir die EU verlassen“ in die Höhe schossen. Mancher zog die naheliegende Schlussfolgerung: Viele Briten hatten sich vor dem Referendum nicht informiert und fingen erst nach dem Ergebnis an, sich für die Sachfragen zu interessieren.

Auch diese Folgerung ist allerdings nicht zwingend, wie der Politikwissenschafts-Student Remy Smith auf Basis der Google-Daten ausgerechnet hat. Die Zahl der Suchanfragen hat sich zwar vervielfacht, aber immer noch googelten nur 1000 Menschen den Begriff „Was ist die EU“. Smiths Fazit: „Das ist kaum ein Zeichen dafür, dass die Wähler uninformiert wären.“

http://www.faz.net/aktuell/wirtscha...-mythen-der-brexit-entscheidung-14311448.html

Die paar Anfragen könnten genau so gut von Schülern kommen, die jetzt ein Referat über den Brexit schreiben sollen.
 
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@Merkel (und auch Piktogramm)

Der Verfall der Industrie ist auch das was England so hart trifft. Im Finanzdienstleistungszentrum London ist es (noch) kein Problem, aber überall drum herum sieht es düster aus.
Der oft proklamierte "Strukturwandel" schafft im Grunde Jobs, die später genau so überflüssig werden wie mehr oder minder ungelernte Produktionshelfer.

Letztlich ist es eine Globale Verschiebung. Erst hat die Industriealisierung ausgehend von GB die ganzen "Handwerker" hinweggefegt, weil mechanische Webstühle viel mehr output hatten als eine Ganze Weber-Familie mit Kinderarbeit, dann hat die bessere Produktivität in Kontinentaleuropa Großbritannien aus dem Markt gedrängt, welches in seinen Grenzen schlicht nicht mehr wachsen konnte.
Heute sind Frankreich und Deutschland produktiver als England, die Bessere Ausbildung und der Arbeitsschutz machens wohl.
China wiederum ist viel produktiver als Europa, aber beinahe 0-Innovativ.

Derweil zerlegte sich die Britische (Auto)-Industrie fast von selber:

Mr Clarkson please :

https://www.youtube.com/watch?v=b9ztUlve9jc


Und je größer die Produktivität, das Wachstum, je größer der Umsatz, desto billiger kann man verkaufen.
Und je billiger man ist, desto mehr Marktanteile gewinnt man.
Unser heutiger Lebensstandard rührt nicht zu letzt daher, dass China und andere Länder sich aktuell unter Wert verkaufen.
China drückt seine Exportpreise via Subvention und Währungsentwertung. Und mißachtet seine Umwelt für den wirtschaftlichen Aufstieg.
Mehr und mehr fordern aber die Arbeiter höhere Löhne ein. Und darum stockts auch da im Getriebe.
Wenn Blockchains die Banker, Datenbanken die Verwaltung und Deep-Learning den Einkauf ersetzen dann ists auch mit "White Collar" jobs nicht mehr weit hin.
Dann stehen keine "Räder mehr Still" der starke Arm der Arbeiter kann dann nichts mehr ausrichten. Er ist schlicht überflüssig.

Wir müssen weg von Jobs. Hin zur "Arbeit". Weg vom produzieren zum verkaufen. Unseree Ganze Lebensform basiert mehr oder minder auf dem verschachern und verschieben von Waren. Darüber haben wir uns noch "die Reine Lehre" geschaffen, mit abstrus abstrakten Finanzmärkten, die sich mehr und mehr von der Realwirtschaft (2€ 10Eier) entfernen, nur um hin und wieder mal ganz gehörig und aus undurchsichtigen Gründen mit voller Wucht auf echte Menschen zurückfällt.

Individuelle Handwerksbetriebe, Grundlagenforschung, Wissenschaftliche Großprojekte, Soziales, Kunst ?!.
Ergänzung ()

Und wer sich das anschaut...der kommt vielleicht drauf warum die EU nicht als ganzen Funktioniert, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht.
 
Frankreich ist dabei immernoch produktiver.
Aber wie der nette Herr Clarkson ja erklärt, man muss wettbewerbsfähig bleiben.
In Deutschland geht das durch Niedriglöhne und Subventionen. Arbeitskräfte für "umme" aus einem staatlichen (Aus)Bildungssystem + Arbeitnehmer getragene soziale Absicherung + solidarische Allgemeine Krankenversorgung.
In Kurz: Konzerne dürfen in Deutschland alles abschreiben und können sich aus einem Pool von staatlich hergestellten Arbeitskräften bedienen.
Diesen Arbeitskräften können sie auch einen Lohn bezahlen, der sowas wie "die Bildung für die Kinder " garnicht berücksichtigen muss.
BaföG und Aufstocken sei dank.
In kurz also, es sind staatliche Subventionen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland tragen, und dies Stärker tun als eben in England.

Es ist am ende immer ein Gerangel um die Verteilung, bei der man aber berücksichtigen muss, dass man überhaupt was zu verteilen hat.

Vodafone erwägt übrigens einen baldigen Rückzug aus UK.
 
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