Reglohln schrieb:
Du schriebst schon von einem deutlichen härteren Szenario:
Ich kann das schon gut verstehen, denn es gibt einen sehr alten Händlergrundsatz:
"Rabatt, mein Freund, das lass dir sagen, der wird vorher draufgeschlagen".
Erszt erhöht man die Preise ... und dann wird mittels befristeter "Sonderangebote" (meist nur marginal unterm alten Preis) der Absatz gesteigert.
Das blöde daran ist, dass das seit Jahrzehnten funktioniert.
"High noon" musste es sein, da man mit der neuen Tankregel nichts weiter geschaffen hat, als eine weitere Wirtschaftssubvention. Daher musste der Zeitpunkt für "billig tanken" so gelegt werden, dass eigentlich nur Unternehmen davon profitieren können.
Der AN muss schon früh genug Mittag machen dürfen, damit er seinen PKW günstig betanken kann, und wenn er raucht oder säuft, darf er die Party auch noch finanzieren.
12 Uhr nachts wäre sozialverträglicher gewesen und hätte den selben minimalen Entlastungseffekt gehabt. Ausnahmsweise aber mal für alle und nicht (unionstypisch) nur für die Unternehmen.
Ich bin mal gespannt, was die Reform der Steuerprogression bringen wird ... der Entwurf klingt ja nicht schlecht (es wirkt aber seltsam, dass es fast der Vorschlag ist, den die Linke vor Jahren bereits machte).
Naja ... ich bin gespannt, was davon noch übrig ist, wenn die verscxhiedenen Lobbyverbände damit durch sind.
Steuerfreibetrag 1.000,- rauf ... da wird man wenig gegen unternehmen können, denn aktuell ist der definitiv zu niedrig.
42% Einkommensteuer erst ab 85k Jahresbrutto ... da wird man ebenfalls nicht viel dagegen haben.
ABER die Erhöhung der "Reichensteuer" von 45 auf 47,5% wird denen garnicht schmecken ... und die Reduktion der Grenze, ab der das fällig wird (bisher fast 280k - nach dem aktuellen Entwurf nur noch 210k) wird man als regelrechten Diebstahl zu framen versuchen.
Mein Tipp:
Am Ende wird es bei 45% bleiben ... und die Grenze wird man wieder auf 250k setzen.
Niemand wird durch die "Reichensteuer" arm, denn diese erhöhte Steuerlast greift erst für jeden EUR OBERHALB der gesetzlich festgesetzten Grenze. Aktuell wären das bei 300k Jahresbrutto etwas über 20k, auf die 45% fällig sind. Alles unterhalb der Grenze wird mit dem selben Satz besteuert, den auch ein AN mit knapp 70k Jahgresbrutto zahlt ... und genau wie dem AN steht dem Reichen der gleiche Steuerfreibetrag zur Verfügung.
Oben habe ich also sogar falsch gerechnet, denn diesen Freibetrag habe ich unterschlagen.
Bei 300k Jahresbrutto werden aktuell gerademal 5k mit der Reichensteuer belastet. Nach dem neuen Entwurf wären es 75k. Und diese Differenz (immerhin 70k ... vielmehr 47,5% davon) wird man als "Frechheit" betrachten ... das sind ja mehr als 10% des gesamten Einkommens.
Dass man mit dem Rest noch immer leben kann, wie Gott in Frankreich, ist der Debatte der professionellen Steuevermeider traditionell ohnehin egal.