Diskussionsthread: Deutsche Politik

Lipovitan schrieb:
Bei den autofreien Innenstädten und dem ÖPNV bin ich aber voll bei dir – das wäre ein riesiger Hebel. Das eine zu fordern, ist aber kein Argument, das andere abzulehnen.

https://www.verkehrsrundschau.de/na...ehrssektor-verfehlt-klimaziele-erneut-3756105

Dann sollen die Einzelhändler aber bitte auch nicht gröhlen wenn diese reihenweise Pleite gehen weil die Leute von außerhalb nicht mehr kommen.
Bei uns in der Stadt (knapp über 100k Einwohner) ist so viel Leerstand, das man denkt man wäre in einer Geisterstadt. Liegt teilweise am Online-Handel aber zum Großteil an den horrenden Parkhaus Preisen und einem nicht vorhandenen ÖPNV.

10 Kilometer weiter ist ein Gewerbegebiet mit kostenlosen Parkplätzen. Dieses platzt wirklich jeden Tag aus allen Nähten.

Nicht jede Stadt ist Barcelona.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: FrankenDoM
"Grundsätzlich sollten wir alle ein Verständnis dafür haben, dass die Wasserstraße Unterstützung verdient, weil sie der umweltfreundlichste Verkehrsträger ist"

Seit wann sind diese Dreckschleudern umweltfreundlicher als ne E-Lok? Also schon rein auf den CO2 Aspekt hin gesehen ist das Schwachsinn. Nun beinhaltet "umweltfreundlich" aber nun mal nicht nur CO2/Klima sondern auch das Ökosystem Fluss und da sind diese Wasserstraßen eine ökologische Katastrophe noch und nöcher. Baut man das nun "aus" was nicht anderes heißt als tiefere Fahrrinnen und/oder Staustufen, wird das nur noch schlimmer. Vor allem dann in den Trockenperioden.

Ich kapier einfach nicht, wie Politiker in die Lage gekommen sind, solche absoluten faktischen Quark auszuposaunen und das ihre Ämter nicht kostet... Die CDU ist wirklich nur noch ein Haufen inkompetenter, weltfremder Kasper. Zumindest die aktuellen Spitzen in den jeweiligen Ressorts. Sofern man eben keine Absicht unterstellt, was dann nur noch mit Lobbyismus erklärt werden kann.

NephTis schrieb:
Dann sollen die Einzelhändler aber bitte auch nicht gröhlen wenn diese reihenweise Pleite
Ich würde eher in der Stadt einkaufen, wenn diese nicht derart auf Autos ausgelegt wären. Wer will bitte in Stadt einkaufen, dieser überhitzen Betonwüste, wo es nach Abgasen stinkt?
Kann man hingegen im Schatten in Ruhe sitzen/laufen, könnte das richtig Spaß machen.

PS: Und ja ich käme von außerhalb. Tue ich heute mit dem Auto, mangels Alternativen. Ich hätte null Probleme damit, an zentralen (nicht auf Stadtebene zentrale sondern als Parkmöglichkeit) Parkmöglichkeiten am Stadtrand zu parken und dann mit ÖPVN in die autofreie Innenstadt zu fahren. Also Ex-Stadtbewohner würde ich das auch aus dieser Sicht bevorzugen...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Reglohln und Shader
Shader schrieb:
Hab jetzt aber nicht geschaut was mehr transportieren kann im Verhältnis.
Ist von vielen Faktoren abhängig aber im Schnitt 125 Wagen/Container pro Zug für ein voll beladenes mittleres Binnenschiff. Entspräche etwa 250 LKW Transporten.
 
Als Ergänzung zu oben: Selbst eine Diesellok wäre wohl auf CO2 Ebene umweltfreundlicher pro Tonnenkilometer als ein Binnenschiff. Zu normalen Zeiten, wenn die Flüsse normal befahrbar sind. Der Unterschied ist dann aber nicht groß auf Seiten der Bahn. ABER! Können die Schiffe nur mit wenig Lastfahren, verschiebt sich das natürlich deutlich. Unter diesem Aspekt würde die Diesellok zunehmend den Abstand vergrößern. Aktuell kann ein Binnenschiff nur noch ein Drittel der üblichen Beladung fahren auf dem Rhein. Aktuell wäre selbst die Diesellok mit ziemlichen Abstand CO2 freundlicher.
Weiteres ABER! 90% der Güterbahnwege sind elektrifiziert. Wir reden also quasi ausschließlich von Binnenschifffahrt zu E-Lok. Eine Information, die ein Verkehrsminister definitiv haben sollte.....

Da auch Hochwasserereignisse zunehmen werden, die die Binnenschifffahrt beeinträchtigt, hat beim Vergleich Bahn/Binnenschifffahrt die Binnenschifffahrt auch ein zunehmendes Zuverlässigkeitsproblem. Die Bahn weniger (wetterbedingt).

Der werte Herr Verkehrsminister ist so dermaßen auf dem Holzweg mit seiner Forderung, dass schmerzt regelrecht beim Lesen eine solche Inkompetenz.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Shader
NephTis schrieb:
Bei uns in der Stadt (knapp über 100k Einwohner) ist so viel Leerstand
Ich stelle mir eine moderne Stadt ganz ohne einen klassischen Einzelhandel vor. Ein Stadt sollte primär ein Lebensraum sein mit Wohnflächen und Gastronomie. Für Kultur, Freizeit und Erholung. Aktuell sind Städte eher für Autos konzipiert als für Menschen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Reglohln
Diese grossen Mengen an Material, die Binnenschiffe normal transportieren, kann man kurzfristig weder auf die Schiene noch auf die Strasse verlagern, dafür fehlen schlichtweg die Kapazitäten.
 
Hat auch keiner behauptet. Aber man kann die Bahn ausbauen. Der durch den Verkehrsminister kolportierte Ausbau der Wasserstrassen passiert auch nicht kurzfristig. Und „normal“ bringt wenig, wenn Niedrig- wie Hochwasserereignisse sich anschicken, dass neue normal zu werden..
Was soll dieser Einwurf/Strohmann?
 
Erkekjetter schrieb:
Als Ergänzung zu oben: Selbst eine Diesellok wäre wohl auf CO2 Ebene umweltfreundlicher pro Tonnenkilometer als ein Binnenschiff.
Wobei in Westeuropa auch das Eisenbahnnetz nicht unbedingt auf Güterverkehr optimiert ist. Anderswo, werden längere und schwerere Güterzüge gefahren. Auch weil es bisher nicht gelungen ist Westeuropa eine automatische Kupplung einzuführen.
 
mkossmann schrieb:
Wobei in Westeuropa auch das Eisenbahnnetz nicht unbedingt auf Güterverkehr optimiert ist.
das ist dabei schon berücksichtigt. Die Analyse bezog sich konkret auf den Rhein und deutsche Bahnstrecken. Und ist wie gesagt, in sich ziemlich unerheblich, da der deutsche Güterverkehr zu über 90% elektrifiziert ist.
 
ja, das ist dabei schon berücksichtigt. Und damit besteht auch noch Potential das sich die das noch weiter zugunsten der Bahn verschiebt.
 
Samurai76 schrieb:
Ne, also in D ist die Durchschnittliche Güterwaggonlänge ca. 35 Waggons (740m Länge, Vergleich siehe hier im), macht also ca. 70 Container/Güterzug.
Das bezog sich nur auf die Frachtmenge an sich, umgerechnet in Transporteinheiten TEU ( Twenty-foot Equivalent Unit). Welche Zuglänge sich daraus ergibt.....!?
Ergänzung ()

Erkekjetter schrieb:
Hat auch keiner behauptet. Aber man kann die Bahn ausbauen. Der durch den Verkehrsminister kolportierte Ausbau der Wasserstrassen passiert auch nicht kurzfristig
Aber im Vergleich zum Zeitbedarf für neue Bahntrassen ist das halt schnell zu realisieren.
Nicht, dass ich das gutheißen würde aber wenn man ein Problem, sagen wir mal, in 5 Jahren teillösen kann anstatt in 25 Jahren ist es das was Politiker halt so tun.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bezweifele, dass ein Ausbau allein des Rhein in 5 Jahren gemacht wäre bei dem, was dazu notwendig wäre. Zumal dieser dann auch mindestens zeitweise wohl gesperrt werden müsste. Und auf der anderen Seite wird eine Bahntrasse keine 25 Jahre brauchen. Dieser Zeitrahmen ist wohl bei diesem Beispiel ganz anderen, nicht zwingend übertragbaren Gründen geschuldet...
 
Erkekjetter schrieb:
Ich bezweifele, dass ein Ausbau allein des Rhein in 5 Jahren gemacht wäre bei dem, was dazu notwendig wäre. Zumal dieser dann auch mindestens zeitweise wohl gesperrt werden müsste.
Geht ja nicht um den ganzen Rhein. Zwischen Basel und Mainz ist das doch eh nur ein Kanal mit Staustufen. Und wenn es aktuell an Kaub hakt, dass der Rhein droht zwei geteilt zu werden, dann ist die Stelle ggf. natürlich schnell ausgebaggert.
Erkekjetter schrieb:
Und auf der anderen Seite wird eine Bahntrasse keine 25 Jahre brauchen.
Dann schon mal viel Spaß bei alleine der Enteignung von tausenden von Grundstücken nach Jahrzehnte langer Planung bei einer neuen Trasse durch den Hunsrück. Ohne dass auch nur ein Spatenstich getätigt wurde.
Erkekjetter schrieb:
Dieser Zeitrahmen ist wohl bei diesem Beispiel ganz anderen, nicht zwingend übertragbaren Gründen geschuldet...
Das hast du schön gesagt.....!? ;)
 
Die Stelle bei Kaub ist seit 2016 im Bundeswasserstraßenausbaugesetz gelistet... Soll 20 Cm mehr Abladetiefe und damit rund 45 t zusätzlich pro schiff ermöglichen (soweit ich verstehe bei Normalpegel, nicht bei Niedrigwasser wie jetzt). Scoping Termin für den ersten Teilabschnitt war April 2026. Es wird mit mindestens weiteren 10 Jahren gerechnet nur um die Bedarferstellung abzuschließen damit der tatsächliche Baubeginn stattfinden kann. Andere Quellen bei dieser "relativ einfachen wasserbaulichen" Maßnahme rechnen mit 20 Jahren von heute aus gesehen für die gesamte Realisierung.

Soll ich dir das weiter aufdröseln oder reicht dir das für deine ursprüngliche Einschätzung und wie die Aussage unseres Verkehrsministers in diesem Kontext zu sehen ist? Und das alles unter dem Gesichtspunkt, dass diese Maßnahme bereits seit 10 Jahren in der Planung und noch länger als Problem bekannt ist. Diese Planung beinhaltet unter Garantie nicht die jüngsten Entwicklungen wie dieses Jahr. Mit diesem Ausbau würde Kaub auch nach Abschluss der Umsetzung, also in 20 Jahren, dass Nadelöhr bleiben, weil die Maßnahmen gar nicht darauf ausgelegt sind, die dann herrschenden Gegebenheiten abzudecken.

Dass wäre aber nur der dringlichste Teil. Der Ausbau, der nun angeregt wurde umfasst auch bauliche Maßnahmen im Niederrhein zwischen Krefeld und Neuss, unter anderem Eingriffe am Rheinknie bei Düsseldorf.

Erzähl mir was du willst, der Bahnausbau wäre nicht erheblich langsamer, wäre definitiv ökologischer und zwar massiv und zuverlässiger auf die Zukunft ebenso. Unser werter Verkehrsminister hat sich überhaupt keine weiteren Gedanken gemacht zur Problemlösung sondern alte Planungen neu verkauft ohne zu reevaluieren, ob das so noch reicht oder nicht andere Wege inzwischen besser wären.
 
Erkekjetter schrieb:
Diese Planung beinhaltet unter Garantie nicht die jüngsten Entwicklungen wie dieses Jahr.
Thats it!
Zur Not können auch Planer und Politiker schneller wenn's pressiert.
Der entscheidende Unterschied ist halt ob du ein bereits vorhandenes Objekt, wie den Rhein, bei dem es auch kein strittiges Eigentum gibt, nur unterschiedliche Zuständigkeiten, ausbauen willst oder einen hundert Km langen Neubau planst und durchführst. Das dauert empirisch einfach länger.
 
Wie kommst du darauf, dass es im Bahnausbau großflächig strittiges Eigentum geben sollte? Die Gegend, durch die es größtenteils gehen würde, ist jetzt nicht grad dicht besiedelt und an vielen Stellen bereits mit Trassen durchgezogen, die entsprechend ausgebaut werden können.

Und wenn du glaubst, es wäre schneller und einfacher, sowas wie den Rheinausbau zu planen und umzusetzen, muss ich dich enttäuschen. Das ist ein Alptraum. Einfach mal die Fahrrine ausbaggern? HAst du ne Ahnung welche Auswirkungen das haben kann auf die Erosion im gesamten Flussbett flussaufwärts und -abwärts? Fakt ist, das die Kopplung von Strömung und Morphologie über die Zeitskala nichtmal heute wirklich berechenbar ist. Keine Strömungsmodell kann diese Dynamik abbilden geschweige den berechnen. Sedimenttransport ist ohnehin nur schwer überhaupt in einem Modell darstellbar. Das alles führt dazu, dass die Planung unheimlich aufwendig und zeitintensiv ist. Und am Ende eigentlich dennoch eigentlich äußerst wage bleibt in Bezug auf langjährige Entwicklung. Insbesondere im Rhein, der nicht mehr natürlich ist sondern bereits über 200 Jahren menschlichem Einfluss unterliegt und es auch keine wirklichen Daten gibt, wie künftig Hoch-und Niedrigwasser Ereignisse sich darstellen werden. Also wie oft und wie heftig diese künftig sein werden. Und von der Vergangenheit hier auf die Zukunft zu extrapolieren ist aufgrund der sich schnell ändernden Variablen nicht möglich. Hat aber deutliche Auswirkungen, wie ein solcher Ausbau sich auswirken wird.

Und daran ändert sich nichts, auch wenn es pressiert. Man kann natürlich Blindflug machen. Ob man das angesichts der möglichen Auswirkungen vor allem flussabwärts jetzt so die gute Idee ist? Der Rhein fließt ja nur durch mehrere deutsche und niederländische Großstädte. Dazu kommen Rotterdam als Hafen und der Rhein-Ruhr Hafen auch.

@mo schrieb:
Das dauert empirisch einfach länger.
Darf ich frage, auf welcher Emperie das hier in dem Kontext basieren soll? Vor allem im Vergleich zwischen Bahn- und Binnenschiffahrtsausbau? Sorry, für mich wirkt das nicht so, als würden deine Beiträge hier wirklich auf Wissen zum Thema basieren. Das ist irgendwie spätestens deutlich geworden, dass du den Rhein in 5 Jahren fertig haben wolltest, während eine Bahnstrecke 25 Jahre brauchen soll und die Realität dir mitteilt, dass der Rhein wohl an die 30 Jahre brauchen wird, bis er von ausgeschriebener Planung fertig umgesetzt sein wird...
 
Außer, dass die Reichen reicher werden, passiert in der Politik eigentlich so gut wie gar nichts (mehr). Dabei haben wir quasi unendlich viele Baustellen. Nur wird das Angehen von Baustellen in der Regel immer von irgendeiner Lobby verhindert bzw. ausgebremst. Wenn ich mir aktuell die quasi nicht vorhandene deutsche Klimapolitik anschaue, wird mir schlecht. Dabei ist es bereits fünf nach Zwölf, was den Klimawandel angeht. Erfolgversprechende Maßnahmen immer schwieriger umzusetzen, da die Zeit immer knapper wird.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Samurai76
Zurück
Oben