Energiewende in Deutschland - Geschwindigkeit - Kosten?

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Lipovitan schrieb:
Und was könnte der Betrieb mit den 115.000 Euro Gewinn tun damit sein angestellter Landwirt nicht weniger Geld in der Tasche hat?
Also die Bauern jammern nur und gehen in die Revolte, obwohl alles Fake ist, weil sie eigentlich 100k Euro nach Hause tragen? Das würde wohl ziemlich schnell zum Boomerang werden. Die Bauern, die ihre Flächen roden, weil es nicht mehr wirtschaftlich ist, lügen oder machen das aus Langerweile? Schlachte ihre Milchkühe, schließen ihre Ställe, obwohl das eigentlich ja super wirtschaftlich ist? Schon schwer zu glauben.

Und glaubst Du, angestellte Landwirte würden für 3k Brutto arbeiten, wenn der Cheffe 100k Gewinn parkt? Warum sollten die nicht ihren eigenen Betrieb aufmachen, wenns so super wirtschaftlich ist?
Allein 100k Eur Gewinn als Aussage. Was heißt das? Wenn Du einen Fuhrpark von mehreren Millionen abstottern musst?
Klar wird nicht jeder Bauer Geringverdiener sein. Aber sie tragen ein enormes Risiko. Nämlich dass ihre Ernte ausfällt oder wenn sie besonders gut ist, die Preise in den Boden gedrückt werden, zumal die Kosten auch deutlich gestiegen sein dürften. Dazu kommt, dass sie keinen 9to5 Job haben.

Nehmen wir aus der Taz doch mal das Beispiel auseinander. 2900 Eur Erstattung können schon kaum stimmen.
Wir reden von 21c/Liter Subvention. D.h. wir reden über ca. roundabout 13000 l. Diesel.
Ein Traktor/Landmaschine verbraucht im Schnitt wohl ca. 15-25l /h (die Angaben, die man findet, schwanken zwischen Leerlauf 3,5l und Last 21-27l./h). Man ist also schnell mal bei 150-250l Diesel pro Tag. Sind aufs Jahr gerechnet 54.750 -73.000l Diesel. Selbst wenn nicht jeder Tag die volle Last ist, was sicher wahrscheinlich ist, und die Geräte nicht den ganzen Tag unter Last laufen, aber glaubst Du allen Ernstes, dass ein Betrieb, der 500.000 Eur erwirtschaftet, nur eine Maschine hat oder braucht, die denn gerade mal jeden 5ten Tag im Jahr im Einsatz kommt?
Um mal ein anderes krasses Beispiel zu nennen, dass die Zahlen eher Pillepalle sind. Eine Maiserntemaschine verbraucht an einem Tag unter voller Last bis zu 2500l!

Aus meiner Sicht können die Zahlen bei der Taz kaum stimmen. Ich bin aber auch kein Experte. So oder so geht es aber auch darum, dass die Bauern nicht mehr wettbewerbsfähig sind, wenn Belgien keine Steuern und die Deutschen 50c/l zahlen müssen.
 
Smartin schrieb:
Nehmen wir aus der Taz doch mal das Beispiel auseinander. 2900 Eur Erstattung können schon kaum stimmen.
Smartin schrieb:
Aus meiner Sicht können die Zahlen bei der Taz kaum stimmen.
Die Zahlen stammen aus dem agrarpolitischen Bericht der Bundesregierung 2023. Findest du auf Seite 99.

Inhaltliche Beschwerden richtest du dann bitte direkt an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
Smartin schrieb:
Aber sie tragen ein enormes Risiko. Nämlich dass ihre Ernte ausfällt
Bauern fordern steuerfreie Rücklage
Für die Ernteausfälle im letzten Jahr aufgrund der extremen Dürre haben die Landwirte inzwischen rund 228 Millionen Euro erhalten, noch sind nicht alle Hilfen ausgezahlt.
https://www.deutschlandfunk.de/erntebilanz-2019-bauernverband-beklagt-ernteausfaelle-100.html
Das Risiko ist wirklich unglaublich hoch. Mal ein ganz verwegener Vorschlag: Wieso sichern wir nicht mit dem gesparten Geld für Dieselsubventionen nicht gleich die Risiken der Bauern ab?

Stattdessen werden zur Gegenfinanzierung 780 Millionen Euro an Einnahmen aus Ausschreibungen für Offshore-Windenergie umgewidmet und fließen in den allgemeinen Haushalt statt in zwei Fonds für Meeresschutz und Fischerei.
https://www.euractiv.de/section/ene...ergie-branche-kritisiert-ampel-haushaltsdeal/

Nach hoffentlich fangen jetzt nicht an die Fischer unsere Häfen an mit ihrem Kutter zu blockieren.
Smartin schrieb:
Ich bin aber auch kein Experte.
Das merkt man.
 
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Ich frage mich ja wieder, wo der „Mehrwert“ bzw die wissenserweitrrung in der diskussion mit dem user smartin liegt

Absolute doppelmoral, viel meinung, fakten quasi keine und das ganze gewürzt viel Relativierung der „Proteste“ der bauern bzw einem teil davon.
Mit viel mühe rausgesucht quellen und fakten werden einfach weggewischt und die nächste behauptung in den raum gestellt.

Am besten fand ich das „argument“, die 2900€ können gar nicht stimmen denn dafür würden die bauern nicht auf die strasse gehen….

Ps: https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche
Hier kann übrigens jeder nachschauen, welcher bauer wann wieviel für was bekommen hat an subventionen
Der agrardiesel zaucht natürlich nicht auf, er ist ja keine direkte subvention….
 
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@DrPinguin
Die 55% bekommt man aber nur, wenn man eine Ölheizung hat und eine Wärmepumpe nimmt, die mit Erdwärme oder Wasser arbeitet. Die Gasheizung muss dafür mindestens 20 Jahre alt sein.
Sonst staffelt es sich so: 30% Grundförderung, +20%, wenn man eine Ölheizung hat oder eine 20 Jahre alte Gasheizung, und +5% zusätzlich, wenn man eine Wärmepumpe nimmt, die mit Erdwärme oder (Grund-)Wasser arbeitet. An das Kältemittel gibt es da afaik aber auch noch Ansprüche.

Meine Gasheizung, die ich mit der Immobilie gekauft habe, ist zum Beispiel von 2019, also gibt es keinen Geschwindigkeitsbonus.
Ich stünde also im schlechten Fall schlechter als zuvor da, denn da gab es pauschal 35%.
Deine 55% gelten also auch nicht für alle. Würde ich 55% bekommen, würde ich vermutlich auch nochmal anders darüber nachdenken.

Wieso man nun alle Gasheizungen unter 20 Jahren ausnimmt, weiß ich nicht.

@Erkekjetter
Ich bin grundsätzlich ja bei FDP und Union, dass die Schuldenbremse eingehalten werden sollte und man nicht ständig neue Schulden machen sollte. In der aktuellen Situation hätte ich mir aber auch so etwas wie den Inflation Reduction Act der USA bei uns gewünscht. Nämlich, dass wir uns aus den Krisen "heraus investieren".
In ein paar Jahren fragt man sich wieder, wieso die USA einen Vorsprung haben.
Deutschland hat ja auch einen relativ geringen Schuldenstand im Vergleich.
Außerdem hätte man mit zusätzlichen Mitteln eben Transformationen (Energieversorgung und Netze) angehen können und gleichzeitig wie in den USA Wirtschaft und Bürger auch entlasten können.

Am Ende bleibe ich aber dabei, dass die ganze Nummer Energiewende für den Bürger bezahlbar sein muss und die Lösung nicht heißen kann, dass pauschal alles teurer wird. Irgendwann platzt den Leuten der Kragen und man muss sich dann nicht über unerwünschte (Wahl-)Ergebnisse wundern.

Was die Bauern bei der Fähre da veranstaltet haben, war trotzdem definitiv too much. Dort nicht anzulegen, war wahrscheinlich die beste Lösung. Man will niemandem etwas unterstellen, aber die Stimmung war ziemlich aufgeheizt und du kannst den Leuten nur vor den Kopf schauen.
 
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Thane schrieb:
Die 55% bekommt man aber nur, wenn man eine Ölheizung hat und eine Wärmepumpe nimmt, die mit Erdwärme oder Wasser arbeitet.
Das stimmt nicht - Zitat von der Website der KfW "Für Wärmepumpen wird zusätzlich ein Effizienz-Bonus von 5 % gewährt, wenn als Wärmequelle Wasser, das Erdreich oder Abwasser verwendet oder ein natürliches Kältemittel eingesetzt wird." Da nahezu alle neuen Wärmepumpen auf Propan, meines Wissens ein natürliches Kältemittel, setzen ist das ja wohl selbst erklärend.

Thane schrieb:
Die Gasheizung muss dafür mindestens 20 Jahre alt sein.
Nicht nur die Gas, sondern auch die Biomasseheizung.

Thane schrieb:
Sonst staffelt es sich so: 30% Grundförderung, +20%, wenn man eine Ölheizung hat oder eine 20 Jahre alte Gasheizung, und +5% zusätzlich, wenn man eine Wärmepumpe nimmt, die mit Erdwärme oder (Grund-)Wasser arbeitet. An das Kältemittel gibt es da afaik aber auch noch Ansprüche.
Das ist soweit vollkommen richtig.

Thane schrieb:
Meine Gasheizung, die ich mit der Immobilie gekauft habe, ist zum Beispiel von 2019, also gibt es keinen Geschwindigkeitsbonus.
Auch das ist richtig.

Thane schrieb:
Ich stünde also im schlechten Fall schlechter als zuvor da, denn da gab es pauschal 35%.
Deine 55% gelten also auch nicht für alle. Würde ich 55% bekommen, würde ich vermutlich auch nochmal anders darüber nachdenken.
Du stehst dich genau so gut wie letztes Jahr, wieso du aber mit einer Gastherme von 2019 eine neue Heizung bauen möchtest erschließt sich mir nicht.

Thane schrieb:
Wieso man nun alle Gasheizungen unter 20 Jahren ausnimmt, weiß ich nicht.
Weil es nunmal wirtschaftlich, selbst bei hohen Gaspreisen, totaler Schwachsinn wäre eine 5 Jahre alte Heizung auszutauschen. Hierbei muss man schließlich auch die Anschaffungskosten mit einbziehen! Ob die Grenze jetzt bei 10, oder auch 15 Jahren hätte liegen können ist eine andere Frage, doch sie ist nunmal bei 20.

Außerdem macht es schließlich Sinn die schlechtesten, also dementsprechend auch die Ältesten, priorisiert zu fördern. Bis du deine Heizung tauschen MUSST, sind Wärmepumpen erheblich günstiger.


Die Förderung soll schließlich all diejenigen entlasten die JETZT, oder in wenigen Jahren, eine neue Heizung brauchen aber eine WP einbauen sollen. Derzeit ist der Markt und die Entwicklung für WP aber noch recht jung und erst im Aufschwung und dadurch sollen die hohen Kosten die zur Zeit aufgerufen werden abgefedert werden.
 
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Vielleicht kann man sich darauf einigen, dass Gewalt in jeder Form grundsätzlich abzulehnen ist. Das gilt auch für verbale Gewalt, Androhungen und dergleichen mehr. Die Aktion mit der Fähre ist in jedem Fall zu verurteilen. Ob man sich da nun über irgendwelche Begrifflichkeiten streiten muss, sei dahingestellt.

Für wahrscheinlich halte ich persönlich es auch, dass da mal wieder rechte Strömungen mit am Werk waren, welche in der Vergangenheit immer wieder gerne Proteste unterlaufen und diese bewusst angestachelt haben. Selbst wenn dem so wäre, wäre das aber keine Ausrede für andere Anwesende. Jene stehen in der Pflicht, sich von solchen Gruppierungen klar abzugrenzen. Wer mit ihnen marschiert und ihre Aktionen toleriert, macht sich mitschuldig.

Ansonsten: Dass der Klimawandel teuer wird, wissen wir seit den 70er Jahren. Je länger wir nichts bzw. zu wenig tun, desto teurer wird es. Es gibt kein Szenario, in dem einfach alles so bleibt, wie es nie war. Da kann man noch so viel demonstrieren und strampeln. Unter die Arme greifen müssen wir in erster Linie all jenen ganz unten. Oberhalb davon werden wir alle uns damit anfreunden müssen, Wohlstandsverluste hinzunehmen. Tun wir das nicht freiwillig, wird die Natur sich unseren Wohlstand holen, und zwar gnadenlos, unnachgiebig und ohne jede Verhandlung. Was die derzeitigen Hochwasser wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis stellen. Es werden mit Sicherheit nicht die letzten Naturkatastrophen im Jahr 2024 sein, deren Frequenz nachweislich zunimmt.

Es darf sich jeder aussuchen, ob er oder sie sich hier in irgendeiner Weise angesprochen fühlt.
 
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OdinHades schrieb:
Für wahrscheinlich halte ich persönlich es auch, dass da mal wieder rechte Strömungen mit am Werk waren,
Das ist schon bestätigt. Investigative Presse und Netzwerke, die sich mit dem Rechtsextremismus auseinander setzen haben bereits belegt, dass die Bauernproteste massiv unterwandert sind von rechtsextremen Gruppen, die auch massiv mobil gemacht haben in den sozialen Medien, die Proteste zu „unterstützen“. Die AfD hat selber ja auch fleissig propagiert und ist zur landwirtschaftspartei mutiert. :freak:

So ist die Aktion gegen Habeck wohl von Rechtsextremen zumindest initiiert worden und nicht allein auf die Bauern zurück zu führen. Ggf. sogar größtenteils.
 
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Ich weiß nicht, ob das Thema schon war, aber es soll in Ruanda der erste Test Dual Fluid Reaktor gebaut werden, der 2026 fertig sein soll. Was zur Energieerzeugung und Atommüllbeseitigung genutzt werden kann.

Zitat: "Das deutsch-kanadische Kerntechnik-Unternehmen Dual Fluid und die Regierung von Ruanda – vertreten durch die ruandische Atomenergiebehörde – haben eine Vereinbarung über den Bau des ersten Demonstrationsreaktors in diesem Land unterzeichnet. Der erste Demonstrationsreaktor von Dual Fluid soll in Ruanda gebaut werden."

https://www.nuklearforum.ch/de/news...r von Dual Fluid soll in Ruanda gebaut werden.

https://www.berliner-zeitung.de/men...rliner-bauen-kernreaktor-in-ruanda-li.2150726
 
Klingt ziemlich sicher das Ganze:

"Ein Nachteil des Reaktors ist das Radionuklid Chlor-36, das aus bestrahltem Chlor-35 entstehen kann. Chlor-36 hat eine Halbwertszeit von 301.000 Jahren"

"Ein weiterer Nachteil besteht in der Notwendigkeit einer integrierten Wiederaufarbeitungsanlage, um dem Kreislauf neuen Brennstoff zuzuführen. Das Verfahren ist mit hohen Umweltbelastungen verbunden und hinterlässt wiederum hochgefährliche radioaktive Rückstände."

Macht natürlich Sinn das erst mal in Afrika zu testen.
 
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Liest sich irgendwie sehr ähnlich dem gescheiterten Konzept diverser Mini-Reaktoren, es werden einige Probleme bestehender Reaktoren angegangen, gleichzeitig erschafft man aber neue durch ein "On-Stream-Reprocessing-Plant".

Es ist nicht ganz aus der Luft gegriffen und Forschung an neuen Reaktortypen sind nicht grundsätzlich falsch, das man sowas auch aufgrund des politischen Klimas nicht in Deutschland versucht kann ich dann auch noch nachvollziehen - warum aber dann in einer afrikanischen de-facto Diktatur?

Der Aspekt ist für mich hier der fragwürdigste Punkt, denn es gibt genug Industriestaaten mit funktionierenden Demokratien die in diesem Bereich führend sind und/oder ausbauen wollen (USA/Japan/Polen/GB etc.). Warum also das Kagame-Regime?
 
Atomkraft ist meiner Meinung nach in jeglicher, aktuell verfügbarer Form kein Energieträger, der in DE in irgendeiner Weise in Bezug auf den Threadtitel zu diskutieren ist. Der Zug ist abgefahren.

Hätte man damals schon bei der Abschaltung der ersten Reaktoren evtl. anders entscheiden können? Klar. Die Kraftwerke, die da sind/waren, hätte man durchaus weiterhin nutzen können (Disclaimer: Keine Ahnung, ob das bezogen auf die Bausubstanz und generelle Sicherheit gegangen wäre.). Aber der Abfall wird ja auch nicht weniger. Und 2011 war dann die breite Mehrheit für den Atomausstieg. Und Neubau ist keine Lösung für den Zeitraum, um den es bei der Energiewende in DE geht.

Dabei spielt es ja noch nicht einmal wirklich eine Rolle, ob es Umweltschäden oder hoch radioaktive Abfälle gibt. Es funktioniert bis 2050 ohnehin nicht. Zumal Atomkraft allein sowieso nicht möglich wäre.

Es heißt von entsprechender Klientel immer "Hätten wir Kernkraft nicht eine Absage erteilt", "EE ist Flatterstrom" und "Wir verbrennen so viel Fossile wie nie. Du lädst dein tolles E-Auto also mit schmutzigem Strom". Dabei merken sie offenbar nicht, dass insgesamt ein Widerspruch ist.

Kernkraft allein geht nicht. Aber Fossile werden komischerweise auch von diesen Leuten als schmutzig bezeichnet. EE ist aber scheiße, nimmt Waldflächen und flattert und eigentlich gibt's erneuerbare ja gar nicht, weil irreführender Begriff.

Also was ist das Fazit solcher Argumentationen? Dass wir weder schmutzige fossile, noch böse EE, noch auf Kernkraft allein setzen können?

Ich sage immer wieder: Die Argumentationen der Konservativen und (passt hier zwar nicht ganz, aber ich sage es dennoch) Rechten sind immer wieder inkonsistent. Sie widerlegen sich selbst und das nicht selten. Warum sagen sie nicht einfach, dass ihnen die Umwelt scheiß egal ist und sie sich für nachfolgende Generationen nicht die Bohne interessieren? Ihre Aussagen schreien doch förmlich nach "Es soll alles so bleiben wie es ist!".

Und die Liberalen? Da frage ich mich ernsthaft, was sie noch davon unterscheidet. Arme Menschen auf der einen Seite mit Gratismentalität verunglimpfen, aber dann scheinheilig "Die Bürger:innen mit Wohneigentum dürfen nicht mit einer Pflichtversicherung finanziell belastet werden!!".

Ich merke, ich schreibe mich etwas in Rage. Verzeiht :D Aber etwas sauren Geschmack im Mund habe ich leider schon.
 
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@Reglohln ich bin da voll bei dir!

Jeder der zwanghaft der Meinung ist, dass wir unsere Reaktoren hätten weiterlaufen lassen sollen/ müssen, kann sich der Faktenlage eindeutig nicht bewusst sein. Diese Diskussionen darüber sind nicht Fakten-, sondern ideologischer natur. Wie oft muss man sich anhören, dass alle anderen Länder um uns herum AKWs bauen und wie ach so gut die funktionieren... Zum Thema Bau & Kosten sage ich nur seht nach UK, zum Thema Sicherheit sage ich nur schaut nach Frankreich und den Zustand der alten AKW, schaut euch die bisherigen Katastrophen und Kernschmelzen an und zum Thema zuverlässiger Energiegewinnung sage ich nur seht welche immense Ausfallzeiten die französischen AKW in den Dürresommern hatten!

Und dennoch halte ich die Forschung an AKW für richtig und wichtig, nicht um damit unsere Energieversorgung zu gewährleisten, sondern um unseren bzw. den weltweiten stark strahlenden Müll loszuwerden. Ja das wird so nicht passieren, doch wenn wir es schaffen auch nur Teile davon weniger radioaktiv zu bekommen ist es ein Erfolg.

Außerdem... - Ist denn den AKW Befürwortern eigentlich klar dass es immer aufwendiger wird an genügend Brennstoff zu kommen, was zu massiv steigenden Preisen führt und das obwohl AKWs bereits jetzt mit die teuerste Art der Energiegewinnung ist? Irgendwann sind wir an einem Punkt an dem entweder vollkommen neue AKW errichtet werden müssten die auf andere Brennstoffe setzen, ja auch diese die man jetzt mit einer Bauzeit von 10-15 Jahren bauen würde, oder aber diese Reaktoren nicht mehr in der Lage sind auch nur ansatzweise wirtschaftlich betrieben zu werden. Und was folgt dann?
Der massive und dringende schnelle Umbau auf EE, weil man der Meinung war dass AKW der Heilsbringer sind.
 
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The_waron schrieb:
warum aber dann in einer afrikanischen de-facto Diktatur?
Weil dort die Bevölkerung offensichtlich nichts gegen die Pläne ausrichten kann. Und ich vermute, dieser Reaktor wird genauso in-time fertig gestellt werden, wie alle Großprojekte. Geplante Zeit *2,5. Sind zwar dann auch nur 5 oder 6 Jahre, aber das wird ja auch nur eine Demo mit geminderter Leistung, sonst würden 2 Jahre auf dem Reißbrett (falls das überhaupt schon existiert) schon nicht funktionieren.
 
Samurai76 schrieb:
Weil dort die Bevölkerung offensichtlich nichts gegen die Pläne ausrichten kann.
Kann sein, muss aber nicht, die Bevölkerung kann dem auch positiv eingestellt sein wie es beispielsweise in Finnland oder Südkorea der Fall ist, erfahren werden wir das aber eh nie da es keine Pressefreiheit in Ruanda gibt.

Es wird also eher ein anderer Faktor sein, denn wenn ich in Finnland das Konzept realisieren könnte, gibt es keinen vernünftigen Grund das in Ruanda zu tun, es könnte sogar teurer sein da die benötigte Infrastruktur und Fachpersonal erstmal in Zentralafrika aufgebaut werden muss.

Ich vermute man möchte schlicht viele Standards nicht einhalten und so den Bau sehr günstig und schnell realisieren, denn in Ruanda entscheidet kein "TÜV" ob etwas in Betrieb geht sondern im Zweifel einfach Kagame. Dazu könnten Umweltbelastungen entstehen die man dort eher "akzeptiert" als in einem westlichen Industriestaat.

Und überhaupt, wo kommt das Geld dafür eigentlich her? Laut google zahlt das Unternehmen die 75 Millionen Dollar wohl selbst, also am Ende vermutlich deutlich über 100M, während man als Start-Up eine Finanzierungsrunde von 7 Millionen CAD hinter sich hatte im Jahr 2021 - hier fehlt etwas.
 
The_waron schrieb:
warum aber dann in einer afrikanischen de-facto Diktatur?
Vielleicht deswegen:

"In der integrierten Wiederaufarbeitungsanlage eines Dual-Fluid-Reaktors würden radioaktive Stoffe anfallen, die den Bau von Atomwaffen ermöglichen. Sie könnten leicht entwendet und für militärische oder terroristische Zwecke missbraucht werden und alle Bemühungen um die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen konterkarieren."
Dual-Myth-Reaktor: Das Illusionskraftwerk
 
Das Proliferationsrisiko besteht aber bei so gut wie allen Reaktorkonzepten, wenn die Wiederaufbereitung On-Stream erfolgt, ist die Entnahme von Plutonium sogar deutlich schwerer, da man den Kreislauf unterbrechen muss, während es beispielsweise beim "Schnellen Brüter" direkt entnommen werden kann.

Aufgrund der geopolitischen und ökonomischen Ausrichtung des Kagame-Regimes würde ich das Risiko generell, also unabhängig vom Reaktortyp, gegen 0 sehen da jedes Bestreben danach alle wichtigen Handelspartner und Geldgeber abstoßen würde.
 
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Ich arbeite ja in einem Bereich der die Subventionen für die Landwirtschaft technisch umsetzt, also z.b. die Auszahlungen Programmiert.

Wir bzw meine Chefs (ich bin nur Techniker) haben heute morgen kurz beim Kaffee diskutiert und ich habe eine These die ich im Netz gelesen habe zur Diskussion gestellt:

Die großen Agrarbetriebe, die einen großteil der Fläche besitzen - profitieren am meisten von den Subventionen. Zum einen weil es für sie einfach ist profis zu beschäftigen die sich da reinfuchsen und alles beantragen was möglich ist (ähnlich Steuerberatern) und zum anderen weil viele Subventionen rein mit Fläche skalieren.
Der Witz ist, das die gebeutelten Kleinbetriebe und Familienunternehmen, also das was der normalbürger unter "die Bauern" versteht - jedesmal bei uns bzw bei der Politik genau das fordern. Es wurde erst zuletzt wieder auf reine Flächensubvention umgestellt weil es den Bauern zu kompliziert war so zu beantragen das es eher bei den kleinen ankommt.
Ende vom Lied ist dass die riesigen Agrarholdings und Industrien die Preise mit ihren subventionierten Betrieben kaputtmachen und der kleine Bauer seine Produkte nicht mehr loswird.

Das raffen die Bauern (also die kleinen) aber nicht und lassen sich immer vor den Karren spannen von ihren "Vertretern" die aber eben reine Lobby für die Großbetriebe sind.
 
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20240107_162815.jpg

Mein Fundstück gestern an einer Aral Tankstelle. Was es nicht alles gibt. Das scheint aber nur bedingt ihr ehrliches Interesse zu sein, wenn Futura E10 rund 20cent der Liter mehr kostet.

Ich habe große Zweifel das der Mehrpreis in der Höhe tatsächlich entsteht. 😁

Aral schreibt selbst auf ihrer Seite

Mit den neuen Aral Futura-Kraftstoffen haben wir Kraftstoffe entwickelt, die mit mindestens 25 % weniger CO2-Emissionen hergestellt werden als rein fossiles Diesel und Benzin. Sie erhalten mindestens 30 % erneuerbare Komponenten – deutlich mehr als Super 95 E10-Benzin oder B7-Dieselkraftstoffe. Dabei erfüllen Aral Futura-Kraftstoffe vollständig die deutschen Kraftstoffnormen.

Was aber diese "30% erneuerbare Komponenten" sein sollen, habe ich bisher nicht gefunden.

Hier noch ein weiterführendes PDF
 
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knoxxi schrieb:
Ich habe große Zweifel das der Mehrpreis in der Höhe tatsächlich entsteht.
Ich habe sogar Zweifel, dass das etwas anderes ist, als normales E10.

"Rein fossile Kraftstoffe": Gibt es das bei den aktuellen Treibstoffen überhaupt noch? "Normales" Super ist ja auch E5. Und hat Diesel nicht auch immer einen Anteil an Biodiesel?
 
🤷🏼‍♂️ glaube ja, bin mir aber nicht sicher.

In ihrem PDF sagen sie ja

Reduzieren Aral Futura-Kraftstoffe die Abgase meines Fahrzeugs?
Aral Futura Kraftstoffe bieten die gleiche Leistung wie fossile Brennstoffe. Die Emissionen
aus der Verbrennung im Motor sind vergleichbar. Die CO2-Einsparung entsteht während der
Herstellung des Kraftstoffs. Aral Futura Kraftstoffe sparen CO2 -Emissionen auf einer "Well-
to-Wheel"-Basis, d.h. von der Produktion bis zum Endverbrauch.

Greenwashing kommt mir da eher in den Sinn. Groß mit mindestens 25% CO2 Einsparung werben und gaaannz klein auf die Produktion beschränken.
 
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