Das Problem mit Ringe der Macht ist, dass es keinerlei Respekt gegenüber Tolkiens Werk zu haben scheint.
Für sich genommen, losgelöst von Tolkiens schaffen, sind die ersten zwei Episoden okay. Etwas langweilig und hölzern beim Schauspielern aber okay. Ob "okay" jetzt das Ziel bei 715 Millionen Dollar ist wage ich mal zu bezweifeln aber seis drum.
Jetzt ist es aber leider halt nicht Random Fantasy Serie XYZ sondern will ins Universum von Tolkien passen.
Und dann hat man halt ein Problem. Das Problem ist Zeit... viel Zeit.
Im Grunde will diese Serie Ereignisse aus ich glaube so grob 3500 Jahren zusammenfassen... viel Glück dabei?
Bin jetzt kein Tolkien-Experte habe z.B. das Silmarilion abgebrochen, weil ich es echt nicht lesen konnte aber was ich so grob verstehe:
Die Gesichte "soll" im Zweiten Zeitalter (Z.Z.) handeln und erzählen wie die namensgebenden Ringe entstanden sind. Ja okay aber was macht dann Galadriel da als Einzelkämpferin?
Die ist zu dem Zeitpunkt bereits lange mit Celeborn verheiratet, die haben noch im Ersten Zeitalter den Bund geschlossen und hat auch eine Tochter. Jene Tochter die im Dritten Zeitalter (D.Z.) Elrond heiratet und deren Tochter Arwen am Ende Aragorn heiratet. Auch verabschiedet sie sich etwa zur Zeit der Ringentstehung nach Lothlorien.
In den nächsten Folgen kommen wohl Isildur und Elendil vor. Die lebten quasi um das Ende des Z.Z. zu einer Zeit wo Mordor schon ca. 2000 Jahre unter Saurons Kontrolle stand, das hat er so um 1000 Z.Z. an sich gerissen. Das gleiche Mordor von dem wir in RdM sehen das es noch grün ist...
Die Ringe wurden irgendwann um 1500 Z.Z. rum geschmiedet Isildur lebte aber von 3209 Z.Z. bis 2 D.Z.
Das Problem ist als Isildur lebte war Galadriel schon lange Herrscherin in Lothlorien und nicht irgendeine Kriegerin und die Ringe wurden lange vor dem Untergang Numenor geschmiedet.
Apropos Numenor. Das ist im Jahr 3319 des Z.Z. Untergangen und wurde von Iluvatar vernichtet der dann auch den Weg für Sterbliche nach Aman versperrte. RdM tut so als wäre der Weg schon versperrt mit der Wolken Front etc.
Da sind wir auch beim "Rassen"-Problem. Elben sind keine Menschen. Die Elben sind unsterblich und kommen aus Aman. Die haben keine ethnischen Herkünfte wie Menschen, darum kann es bei Elben keine schwarzen oder asiatischen Elben geben sondern eben nur Elben die Tolkien eben mit ich glaube "fair skinned" beschrieben hat. Höchsten Halbelben könnten Menschliche ethnische Merkmale einbringen die aber extrem selten sind... (Elrond ist einer. Die dürfen übrigens wählen ob Mensch oder Elb. Elrond wählte Elb und ist daher Unsterblich. Sein Bruder Elros wählte Mensch und wurde der erste König Numenors, langes leben aber sterblich: Wurde 500 Jahre alt).
Etwas ähnliches gilt auch für Zwerge. Keine Menschen, keine unterschiedlichen ethnischen Herkünfte im Menschlichen sinne. Welchen Zweck würde auch eine hohe Melanin-Konzentration Untertage bringen?
Das kannst halt in deiner eignen Fantasy Welt machen, nem Cosplay oder einem Fanfic aber nicht wenn du offiziell ein Tolkien-Werk repräsentieren möchtest.
Und das ist doch das Grundlegende Problem hier: Die wollen ihre eigene Geschichte als Tolkien verkaufen. Dafür haben sie die Charakter von Galadriel und Elrond verändert, die Harfoot, Eärien, Halbrand, Brownyn und Arondir frei erfunden und verkorksen die Geschichte von Mittelerde.
Da brauchen sie sich nicht wundern wenn die Fans von Tolkien dem ablehnend gegenüberstehen. Hätten sie ihre eigne IP erschaffen gebe es diesen Gegenwind nicht.
Ich sehe die Serie Qualitätstechnisch floppen. Nicht wegen der Hautfarbe etwaiger Schauspieler sondern besagter Änderungen an der Charakterisierung und Handlung. Die Autoren hier scheinen zu denken sie könnten es besser als Tolkien, dass glaube ich jetzt nicht. Die ersten zwei Episoden bestätigen mich bisher in meiner Annahme. Mittelmäßig in so ziemlich jedem Bereich.