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So ist es, und nur weil es Gebirgstäler sind heisst es nicht dass da auch falsch gebaut wurde und die Bodenerosion durch Abholzung von Menschenhand beschleunigt. Dasselbe passiert in anderen Gebirgsketten auch, wo massiv abgeholzt wurde und wo Überschwemmungen auch Orte mitreißen, so z.B. in den Karpaten.
Auch im Gebirge muss man auf einen stabilen Untergrund achten der mit der in Deutschland und anderen Ländern verbreiteter Abholzung und Waldvernichtung nicht mehr gegeben ist.
Es sind ja nicht nur die Bäche und Flüsse sondern auch die Waldwirtschaft, der schlechte Zustand der Kanalisation usw. Das alles hat mit Sicherheit zu dem Ausmaß beigetragen. Ohne diese Faktoren, wäre die Katastrophe nicht so groß gewesen. Das ändert aber nichts daran, dass auch der Klimawandel einen erheblichen Beitrag geleistet. Das Klima hat sich nun einmal verändert, was natürlich auch Auswirkungen auf das Wetter hat. Diese Katastrophe war eben multikausal.
Es war in erster Linie die Trichterlage, dass bei den Regenmengen u.a. im Ahrtal solche Fluten entstanden sind. Naturbelassen ist da sicher nicht. Aber dass da alles zubaut wurde, abholzt, komplett eingepfercht ist usw., trifft eben auch nicht zu. Den negativen Einfluss von Bebauung und Co. bestreite ich ja nicht, und dass man da noch am ehestens was ändern kann und sollte, aber gehört für mich nicht zu den Hauptursachen für die Katastrophe. War ja kein "normales" Hochwasser.
Wenn man sich die Topographie der Flusstäler anschaut und die Ahr nimmt, dann ist es geologisch betrachtet sehr wahrscheinlich dass die Täler sich zum grössten Teil einschnitten weil es unzählige extremer Flutwellen in der Erdgeschichte gegeben haben muss. Wer weiss ob die Ahr nicht jetzt im Schnitt noch etwas tiefer liegt, werden Geologen wohl rausfinden können.
Ich komme aus Stolberg, und kann dazu etwas sagen. Wissenschaftler haben mit Modellen errechnet, dass es sich um ein 10.000 jähriges Ereignis gehandelt hat, dazu war es extrem stärker als alles vorher gekannte. Folglich war es unmöglich dies im Vorraus zu erahnen bzw. entsprechend zu planen.
Der betroffene Teil von Stolberg liegt in einer Talachse und ist dadurch automatisch anfällig für Überschwemmungen, die Menschen leben seit Jahrhunderten damit und in der Regel gibt es geringen Sachschaden.
Vor 4 Wochen wurde der kleine Bach zu einem reißenden Strom aus normal 20 - 30 Zentimeter in einem schmalen Bett stieg er teilweise soweit, dass er nicht nur das ca. 3 Meter hohe Bett verließ und sogar bis zu 4 Meter über diesem floß. So kam das Wasser nicht nur an Stellen wo es noch nie Stand, sondern verursachte Schäden die einem Bombenangriff gleichen, viele Hauptstraßen sind immer noch nicht befahrbar, Wasser und Strom sind auch noch nicht überall vorhanden.
Der Wiederaufbau wird auf 10 - 20 Jahre angesetzt
Die Experten der RWTH Aachen sagen, dass mehrere Ursachen zusammen gekommen sind, Kanalisation und Schutzbebauung waren weit davon entfernt auszureichen, die Wetterlage war besonders. In Stolberg will man mit der RWTH eng zusammenarbeiten und eine Art Modellstadt werden, wichtig ist auch die Entsiegelung von Flächen, am Ende wird es aber von den Geldern abhängen die Bund und Land zur Verfügung stellen.
Wichtig wird für viele Regionen sein, den Hochwasserschutz anzupassen und Bächen und Flüssen möglichst viele Ausweichflächen zu geben, leider kostet das viel Geld und hat keinen kurzfristigen Nutzen und die Politiker fördern lieber Projekte die in ihrer Wahlperiode Nutzen für den Bürger bringen => Wiederwahl
Während meine Stadt, mit der Euregiobahn 20 Minuten entfernt oder wahlweise 55 Minuten, gefühlt die einzige ist, die nicht betroffen war. Hier weiß ich nur davon, dass Teile des Tierparks am Weiher überflutet waren. 1-2 Tage nach dem Dauerregen bin ich da mal entlang gefahren und da war nur noch zu sehen, dass der Broicher Bach viel braunes Brackwasser führte. Ich vermute, die Überschwemmung war vorher weiter im hinteren Bereich, der von der Straße nicht einsehbar war. Die Weiher-Teiche dort sahen von der Füllhöhe normal aus und die Straße war benutzbar. Die bewohnten Stadtviertel in der Nähe liegen höher.
Die Innenstadt wurde ja erst vor paar Jahren neu gemacht. Das müssen die dann wieder neu machen?
Die Ortschaft Zweifall hat es auch heftig abbekommen, wo ein Kollege wohnt. Bei seiner Wohnung weiter oben im Haus passierte nichts, aber Erdgeschoss stand 1m unter Wasser und die Tiefgarage war auch voll und nach der Entfernung des Wassers musste noch der ganze Schlamm entfernt werden.
Andere Bekannte im Kreis Düren waren jedoch nicht betroffen. Die wohnen auch in einem höheren Stockwerk. Unten im Erdgeschoss und Keller passierte auch nichts. War aber auch nur 300-500m von der Rur entfernt. Da ist der Fluss aber nicht so dicht zugebaut und die Landschaften außerorts sehen auf der Karte m.E. nach Auenlandschaften aus. Das könnte geholfen und es abgemildert haben.
Hatecore schrieb:
Vor 4 Wochen wurde der kleine Bach zu einem reißenden Strom aus normal 20 - 30 Zentimeter in einem schmalen Bett stieg er teilweise soweit, dass er nicht nur das ca. 3 Meter hohe Bett verließ und sogar bis zu 4 Meter über diesem floß.
In Eschweiler und Herzogenrath auch, dass die Flüsse von Mauern eingefasst sind.
Hatecore schrieb:
Wichtig wird für viele Regionen sein, den Hochwasserschutz anzupassen und Bächen und Flüssen möglichst viele Ausweichflächen zu geben, leider kostet das viel Geld und hat keinen kurzfristigen Nutzen und die Politiker fördern lieber Projekte die in ihrer Wahlperiode Nutzen für den Bürger bringen => Wiederwahl
Bei den Flüssen so Konstruktionen bauen, wo auf Knopfdruck Mauern ausgefahren werden können? Oder so ähnlich. Gibt es in Köln auch. Bei Entfernung von Flächenversiegelung wären Parkplätze Kandidaten, wo man Rasengittersteine verbauen kann. Außerots wieder mehr Auenlandschaften erschaffen. Extrem aufwändig wäre es aber, irgendwo Reservebachläufe außen rum zu bauen.
Straßen teilweise metertief aufgerissen, sind richtige Krater als ob da Bomben eingeschlagen haben, von den neuen Gehwegen aus Steinplatten ist nicht mehr viel übrig bzw. sie liegen im ganzen Stadtgebiet verteilt.
Das Rathaus wird wohl wie auch viele andere Gebäude abgerissen werden. Ich glaube die haben noch keinen genauen Überblick und arbeiten daran die Infrastruktur zumindest übergangsweise in Stand zu setzen.
Neben Essensausgaben gibt es auch mobile WC´s, Waschmöglichkeiten und Duschen da immer viele Häuser davon abgeschnitten haben.
Vicht und Zweifall habe ich noch nicht gesehen, in der Innenstadt war ich heute noch da ich einen Arzttermin hatte.
Im Endeffekt muss man in vielen Bereichen abwarten was die Schadensbegutachtung und dann die Pläne ergeben. Mehr freie Flächen wäre gut, wenn auch manchmal schmerzhaft, wenn man zb. einem Hauseigentümer sagen muss das sein Haus nicht wieder aufgebaut werden darf.
Betroffen war ich zum Glück nicht, lebe auf einem der beiden Berge, aber Verwandte und Bekannte hat es in Vicht, Zweifall und Eschweiler erwischt, in Zweifall ist ein Drittel des Grundstücks weg, dazu Schäden am Haus.
Jetzt muss man aber auch mal realistisch bleiben: Es hat die ganzen Wochen vorher schon immer wieder mal geregnet. Nahezu im ganzen Süden und Westen. Die Böden waren ohnehin schon ganz gut mit Wasser versorgt.
Hier mal ein Ausszug vom Dürremonitor vom 01.07 für die Oberbodenschicht. Also jene Schicht, in die das Wasser zuerst eindringt.
Mal abgesehen von den Alpen hatten wir überall relativ gut versorgte Böden. Allen voran in den betroffenen Flutgebieten (Die Woche zuvor war auch Franken mit Jahrhunderthochwassern betroffen – das Vergessen viele bei all der Dramatik um NRW und RLP)
Heißt also, die Böden konnten schon garnicht mehr soviel Wasser aufnehmen.
Dann schauen wir uns die Mengen an.
Wenn da manche von 200-250l/m² innerhalb 24-36h sprechen: Welcher Boden soll das denn bitte in der kurzen Zeit auch nur annährend aufnehmen? Klar, die Wälder halt sowas deutlich besser zurück als ein Maisacker. Trotz allem war das Aufnahmevermögen der Böden, ob Wälder, Äcker oder Wiesen, schon relativ erschöpft durch die vorangegangene Witterung.
Ich erinnere mich aber auch sehr gut, dass wir anfang Juli noch im Wald waren und es dort gefühlt nasser war als zu mancher Zeit im Dezember oder Januar.
Dann die Topographie. Die Eifel ist zum Teil auch noch gut bewaldet. Auch gerade entlang der Ahr. Aber bei der Kessellage ist es nicht verwunderlich, was dort passiert ist, wenn man sich die Vorbedingungen ansieht. Vorher gesättigte Böden – Kessellage – Regenmengen um 200l/m² binnen 24h.
Mal eine andere Frage: Was genau soll man hier denn an Hochwasserschutz bauen in so einer Kessellage? Staubecken? Wo denn, wie denn? Das Wasser braucht nunmal Platz wenn es kommt. In so einer Lage kann man dem Wasser aber kaum Platz geben.
Schaut man sich die Lage z.B. vom mittlerweile sehr bekannten Ort Schuld an war das in gewisser Weiße eine Katastrophe mit Ansage. In die Schleife des Flusses gebaut, direkt bis an die Bachkante ran, auf der anderen Seite steil aufragende Felswände. Was haben die Leute und Verantwortlichen gedacht, wohin das Wasser läuft?
Ich weiß nicht, welche Mengen sonst so in der Eifel mal in 24h fallen und welche Auswirkungen das hat, aber das man nicht hier am späten Nachmittag, nachdem es sicherlich schon weit über 100l geregnet hatte (?), zumindest erste Warnungen der direkten Anwohner am Fluss ausgegeben hat, ist ein Versäumnis, dass sich die Verantwortlichen denke ich anlasten lassen müssen.
Auf der anderen Seite… machen es sich manche Betroffene vll auch etwas einfach, die gesamte Schuld jetzt auf die Regierung und Verwaltung zu schieben. Alle wollen immer frei, selbstbestimmt und eigenständig sein – da gehört es für mich eigentlich auch dazu, mich bei solchen Gefahrenlagen aktiv zu informieren und auch Eigenständig Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Wenn man jetzt im speziellen mal an die Opfer denkt, die höchstwahrscheinlich in ihrem Keller ertrunken sind, weil sie noch in letzter Sekunde versuchen wollten, irgendwas von da unten zu retten. Das ist (ohne jetzt über die Opfer herziehen zu wollen) auch relativ dumm.
Ich bzw. meine Familie war auch unmittelbar von den Hochwasser in Franken betroffen. Und hier hat die Sache mit den Warnungen von zentraler Stelle aus mMn sehr gut funktioniert. Die Flut wurde an den Unterläufen für Mittag/Nachmittag erwartet. Hier wurden bereits morgens Warnungen vom THW und Feuerwehr via Lautsprecherwagen in den betroffenen Orten verteilt, dazu LKW-Weiße Sandsäcke für die Leute.
Und was machen manche Leute? Sitzen einfach ganz entspannt beim Frühstück auf der Terasse, mit direkten Blick auf den Fluss und reden die ganze Sache klein.
Als dann der Bach aber innerhalb einer Stunde fast einen Meter stieg, war die Not aber plötzlich ganz groß. Am Ende stand deren Erdgeschoss ca. 80cm unter Wasser. Hätte man da mal statt ausgedehnt zu frühstücken die Eingänge mit Sandsäcken präpariert, hätte man wohl viel Schaden abwenden können.
Und genau das ist manchmal auch ein Problem. Da wird ggf. von offizieller Stelle gewarnt, es kommt doch nicht so schlimm und dann werden künftige Warnungen nicht mehr ernst genommen. Ganz nach dem Motto „Wer zweimal lügt dem glaubt man nicht“. Selbst wenn ausgiebig gewarnt worden wäre – hätten es die Leute denn überhaupt ernst genommen? Wenn man sich die Berichte ansieht, hört man immer wieder das gleiche: Das Wasser ist so schnell gestiegen, das kann man sich nicht vorstellen. Das erweckt bei mir das Gefühl, dass viele dachten, wenn es kommt hätten sie ja noch Zeit was zu tun. Sei es Dinge aus dem Keller zu retten oder sich im Notfall selbst zu retten.
Zusammengefasst: Es gibt sicher Verfehlungen auf Regierungsebene was die Meldekette und die getroffenen Entscheidungen zu Evakuierungen und Co. angeht – Die Bürger selbst haben aber sicherlich einen nicht unwesentlichen Anteil daran, dass es überhaupt soviele Opfer geben musste. Richtig ist, dass man mit so einem Ausmaß wohl nicht rechnen konnte. Wenn bisherige Rekordpegel um 30,40,50% oder mehr überboten wurden.
Das letzte große Ereignis solcher Art war wohl 2016 in Südbayern bzw. BaWü (Braunsbach, Rottal/Inn), dabei aber sehr lokal begrenzt. Auch die Zerstörungsgewalt war wohl doch noch etwas geringer (es wurde nicht die gesamte Infrastruktur zerstört).
Es wird die Frage bleiben, was die Verwaltungen und Regierungen der betroffenen, vor allem aber auch der bisher verschonten Gemeinden und Länder, aus diesen Ereignissen lernen. Die können noch vorbeugend tätig werden – im Ahrtal ist es dafür leider zu spät.
Mal eine andere Frage: Was genau soll man hier denn an Hochwasserschutz bauen in so einer Kessellage? Staubecken? Wo denn, wie denn? Das Wasser braucht nunmal Platz wenn es kommt. In so einer Lage kann man dem Wasser aber kaum Platz geben.
Staubecken helfen zwar punktuell und können vor allem Zeit für andere Maßnahmen verschaffen (bis hin zur Evakuierung), aber wenn zu viel kommt muss man öffnen oder sie laufen gar über/brechen. Was es braucht sind Überlaufflächen, die im Flächennutzungsplänen in der Regel auch immer ausgewiesen waren. Dort kann man dann Felder oder Wald haben, aber keine Häuser/Straßen.
Auch die Lage von Schuld wäre keine Problem wenn der Fluss davor und danach ausreichend Überlaufflächen hätte, da sich das Wasser dann nicht staut und genug anderweitigen Platz hat.
In den letzten 30 Jahren wurden allerdings diese Überlaufflächen verringert um Baulland zu schaffen. Bäche und Flüsse begradigt um frühere Sumpfböden besser nutzbar zu machen usw. Da schlägt dann auch die verteilte Kompetenz der Flächennutzung zu - jede Gemeinde will natürlich gerne gut nutzbares Land haben und nicht "nur" Überlauffläche - am Beispiel Schuld, müssten auch angrenzende Gemeinden (Fuchshofen oder Insul) die Flächen bereitstellen, damit diese Schleife "sicher" ist.
Wie realistisch das ist, vor allem langfristig - denn am Ende kann die Gemeinde das ja jederzeit wieder umwidmen und doch verbauen - kann sich ja jeder selbst ausmalen.
Staubecken helfen zwar punktuell und können vor allem Zeit für andere Maßnahmen verschaffen (bis hin zur Evakuierung), aber wenn zu viel kommt muss man öffnen oder sie laufen gar über/brechen. Was es braucht sind Überlaufflächen, die im Flächennutzungsplänen in der Regel auch immer ausgewiesen waren. Dort kann man dann Felder oder Wald haben, aber keine Häuser/Straßen.
Bin ich völlig deiner Meinung.
Ich kenne das persönlich sehr gut aus den Gemeinden in meiner Nähe. Hier wurden mittlerweile an etlichen Oberläufen schon Rückhaltebecken für Hochwasserfälle errichtet. Zum Teil durch die natürlichen Gegebenheiten mit geringem Invest-Aufwand wurden mMn gute Maßnahmen geschaffen.
Ja, zwei dieser Becken sind bei den Untwettern vor 4 Wochen auch übergelaufen. Haben zuvor aber mehrere Stunden den Abfluss deutlich begrenzt. Und das ist vor allem zum Schutz der deutlich weiter unterliegenden Ortschaften. Wenn man die Hochwasserwelle dadurch nur um 10 oder 20% reduzieren kann, ist mMn immer etwas geschafft.
Sowas lässt sich aber denke ich mit vertretbarem Aufwand nur an den Oberläufen und kleineren Flüssen realisieren. Für den Rhein oder die Donau kann man freilich keine Rückhaltebecken bauen.
In NRW hätte man tage zuvor ggf. damit reagieren können, und die Talsperren um 10-20% abzusenken. Wenn die Dinger vor so einem Ereignis schon zu 95% voll sind, verstehe ich nicht, warum man hier nicht tätig wird? Als wüsste man, man muss später noch 4 Leute an der Disko holen und fährst mit seinem 5-Sitzer mit 3 Leuten hin und ist dann überrascht, dass es Eng wird.
Flüsse brauchen Platz. Nicht umsonst gibt es heute noch an vielen Bächen und Flüssen hauptsächlich Wiesen, Auwälder oder Felder.
Dort, wo man meinte, bis ans Ufer bauen zu müssen, geht man heute eben Baden.
Dagegen sind Mühlen, die vor hunderten Jahren dort gebaut wurden, oft verschont geblieben, weil sie an markanten, etwas höher gelegenen Standorten gebaut wurden.
Kirchen ja genauso. Es hatte schon seinen Grund, warum Kirchen oft auf Hügeln oder Bergen stehen.
Der Spiegel hat ganz frisch eine Dokumentation veröffentlicht. Hier wird nochmal der zeitliche Ablauf und die ergriffenen bzw. nicht ergriffenen Maßnahmen aufgearbeitet.
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Das Rathaus wird wohl wie auch viele andere Gebäude abgerissen werden. Ich glaube die haben noch keinen genauen Überblick und arbeiten daran die Infrastruktur zumindest übergangsweise in Stand zu setzen.
Das hätte ich nicht erwartet. Ich dächte, das Rathaus ist so ein massiver Stahlbetonbau aus den 60er-/70er-Jahren, welches nicht direkt am Ufer steht und nicht so schnell zerstört wird?
Wenn ich in Stolberg war, dann immer in der Nähe vom Mühlener Bahnhof. Dort ist eine Praxis, wo ich irgendwann auch mal wiedere hin müsste. Hat sich dann auch erledigt, weil dann die Straße dahin nicht passierbar ist und die Praxis wohl auch zu hat.
Obwohl, die Karte zeigt noch ein altes Rathausgebäude am Marktplatz und dahinter ein Flachbau und Hochhaus.
Betroffen war ich zum Glück nicht, lebe auf einem der beiden Berge, aber Verwandte und Bekannte hat es in Vicht, Zweifall und Eschweiler erwischt, in Zweifall ist ein Drittel des Grundstücks weg, dazu Schäden am Haus.
Verwandte, bzw. Familienangehörige habe ich da auch auch keine in den betreffenden Orten. Die wohnen noch in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Und die anderen in Zweifall und Kreis Düren sind halt Freunde.
Staubecken helfen zwar punktuell und können vor allem Zeit für andere Maßnahmen verschaffen (bis hin zur Evakuierung), aber wenn zu viel kommt muss man öffnen oder sie laufen gar über/brechen. Was es braucht sind Überlaufflächen, die im Flächennutzungsplänen in der Regel auch immer ausgewiesen waren. Dort kann man dann Felder oder Wald haben, aber keine Häuser/Straßen.
Nach dem Hochwasser von 1910 gab es Pläne für mehrere Hochwasserrückhaltebecken für die größten Zuflüsse der Ahr. Hat man aber nicht umgesetzt. Vielleicht ja jetzt.
Das wären dann keine Staubecken, sondern Becken mit dahinterliegenden Überlaufflächen, die normalerweise trocken wären und sich nur bei Hochwasser füllen würden.
Hätte sicher dafür gesorgt, dass der Pegel nicht so schnell und nicht so hoch steigt. Extremes Hochwasser in der Ahr und Umgebung hätte es dann aber trotzdem noch gegeben.
Auch die Lage von Schuld wäre keine Problem wenn der Fluss davor und danach ausreichend Überlaufflächen hätte, da sich das Wasser dann nicht staut und genug anderweitigen Platz hat.
Da muss ich widersprechen. Die Lage in Schuld mit der engen Ahrschleife und den recht steilen Felsen drumherum stellt in dem Fall schon ein großes Problem dar und weniger nicht ausreichend vorhandene Überlaufflächen. Mögliche Überlaufflächen sind durch die Lage begrenzt und der recht wasserundurchlässige Schieferboden trägt dann auch noch seinen Teil dazu bei.
In den letzten 30 Jahren wurden allerdings diese Überlaufflächen verringert um Baulland zu schaffen. Bäche und Flüsse begradigt um frühere Sumpfböden besser nutzbar zu machen usw. Da schlägt dann auch die verteilte Kompetenz der Flächennutzung zu - jede Gemeinde will natürlich gerne gut nutzbares Land haben und nicht "nur" Überlauffläche - am Beispiel Schuld, müssten auch angrenzende Gemeinden (Fuchshofen oder Insul) die Flächen bereitstellen, damit diese Schleife "sicher" ist.
In den letzten Jahrzehnten hat man Bereich der Ahr und im Einzugsgebiet umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen (mache können uU auch zu stärken Hochwasser beitragen) und, insbesondere nach dem starken Hochwasser 2016, Maßnahmen zum Hochwasserschutz, wie Schaffung von Retentionsflächen umgesetzt bzw. war noch dabei.
Hochwasserkatastrophen gab es an der Ahr immer mal wieder. Das 2021 soll "nur" auf dem Niveau von 1910 sein. Die von 1804 hatte vermutlich sogar noch deutlich (~2 m) höher Spitzenpegelstände gehabt haben, als die von 1910 und 2021er.
Das hätte ich nicht erwartet. Ich dächte, das Rathaus ist so ein massiver Stahlbetonbau aus den 60er-/70er-Jahren, welches nicht direkt am Ufer steht und nicht so schnell zerstört wird?
Wenn ich in Stolberg war, dann immer in der Nähe vom Mühlener Bahnhof. Dort ist eine Praxis, wo ich irgendwann auch mal wiedere hin müsste. Hat sich dann auch erledigt, weil dann die Straße dahin nicht passierbar ist und die Praxis wohl auch zu hat.
Obwohl, die Karte zeigt noch ein altes Rathausgebäude am Marktplatz und dahinter ein Flachbau und Hochhaus.
Das Rathaus ist an einer Stelle wo noch nie das Wasser hingekommen ist. Es handelt sich auch um das neue Rathaus, der Teil des alten der noch steht, ist wohl nicht gefährdet.
Wenn man in die Innenstadt will kann man im Prinzio nur täglich schauen welcher Laden / Praxis geöffnet ist. Zum Beispiel ist die Bücherstube zumindest eingeschränkt offen, der Rest hat irgendwelche Ersatzmöglichkeiten.
Das 2021 soll "nur" auf dem Niveau von 1910 sein. Die von 1804 hatte vermutlich sogar noch deutlich (~2 m) höher Spitzenpegelstände gehabt haben, als die von 1910 und 2021er.
Was dabei dann vermutlich sehr erschwerend hinzukommt: Es war alles noch weit weniger dicht bebaut als heute.
Dazu dann diese unglaublich große Menge an Treibgut, die größere Anzahl an Brücken, an denen es sich stauen konnte, verkleinerte Bachbette durch Trassenbau an den Seiten; Hochwasserfreilegungen von Oberliegerorten, wodurch das Wasser schneller in der Ahr selbst war.
Noch dazu kommt halt, dass es heute alles sehr sehr gut dokumentiert werden kann.
Ich frage mich beispielsweise auch immer, wie man auf die grandiose Idee kommen kann, in Bach- oder Flussnähe ein Haus mit Keller zu bauen. Das fängt dann schon beim Bau mit den Problemen an, dass ständig das Grundwasser in die Baugrube läuft. Solche intelligenzbolzen leben auch in meinem Heimatort. Und als wäre das noch nicht genug, baut man direkt noch ne Kellergarage dazu. Und jetzt sich wundern, dass einem alle 5-10 Jahre der Keller vollläuft.
Geht dabei jetzt nicht primär um die Geschichte im Ahrtal. Wenn dir da das Wasser im 1. Stock steht oder das komplette Haus wegreißt ist der Keller auch schon wurscht.
Aber bei "normalen" Hochwassern steht so oft bei Leuten das Wasser im Keller. Ich frage mich immer, ob man sowas beim Bau denn nie wirklich bedacht hat?
Dazu gehören natürlich auch die Kommunen die entsprechend solche Grundstücke als Wohngrundstücke ausweisen und bereitstellen. Das darauf dann jemand baut darf dann auch niemanden mehr wundern.
Dazu gehören natürlich auch die Kommunen die entsprechend solche Grundstücke als Wohngrundstücke ausweisen und bereitstellen. Das darauf dann jemand baut darf dann auch niemanden mehr wundern.
Die Gemeinden weißen eben aus, was ihnen so zur Verfügung steht. Wenn der Keller vollläuft ist das aber letztlich auch nicht direkt das Problem der Gemeinde sondern des Eigentümers.
Ich habe selbst noch nicht gebaut, aber wird denn hier eine Vorgabe gemacht, ob man Keller bauen darf oder nicht?
Ich weiß nur, dass es z.T. Begrenzungen gibt, was Abstände, Bauhöhe, Dachart und so betrifft.
Aber bei "normalen" Hochwassern steht so oft bei Leuten das Wasser im Keller. Ich frage mich immer, ob man sowas beim Bau denn nie wirklich bedacht hat?
Ja solche Vorgaben wurden und werden gemacht. Leider ist der Bürgermeister die erste Bauinstanz und es ging und geht sehr viel durch, was eigentlich nicht vorgesehen ist.
Man kann in Überlaufgebieten beispielsweise bauen, aber die Grundplatte muss über der Schwemmhöhe sein (also ein Punktfundament das in die Höhe geht) und kein Keller.
Problem daran ist, dass diese Gründe nicht lukrativ sind und die Bürgermeister die Überlaufgebiete einfach verkleinert haben um auf dem Papier besseren Baugrund zu schaffen - manchmal auch mit Bachbegradingungen um sumpfige Böden trocken zu legen.