wolkentreiber schrieb:
Die Übertragungsraten sind ganz ok, sie liegen je nach Empgangsort bei 150-450 MBit/S am WLAN Gerät, je nach Empfangsleistung.
Ist Deine Motivation hier eine Verbesserung zu erreichen? Ist das die Brutto Line Rate (die z.B. die Fritz Mesh Ansicht anzeigt) oder der reale Durchsatz?
Stabil >150Mit/s netto an jedem Ort im Haus ist für WLAN eigentlich schon ganz gut. Natürlich geht auch im WLAN heutzutage deutlich mehr (sogar jenseits 1Gbit), aber dafür müssen Endgerät, AP und die Vorrausetzungen (in der Regel kurze Entfernung ohne Wände) passen.
D.h. wenn Du hier was verbessern willst, muss man die Endgeräte anschauen:
Hast Du z.B. WIFI 6 und 7 taugliche Endgeräte die 160Mhz Kanalbreite unterstützen, dann kann eine Aufrüstung der Technik auf WIFI 6 oder 7 tatsächlich etwas bringen.
Die WLAN Verbindung besteht im Prinzip aus drei technischen Parametern:
- Die Modulation mit der das Signal übertragen wird, da bieten WIFI 6 und WIFI 7 Verfahren mit höheren Bitraten als WIFI 5 an, nur wirken diese nur in unmittelbarer Nähe zum Access Point und auch nur bei weitgehend störungsfreier Umgebung. Als Beispiel: Bei meinem Apple Geräten mit WIFI 6 und 80Mhz Support konnte ich durch Aufrüstung eines Fritz Repater 1200 (Wifi 5) auf 1200AX den Nettoduchsatz im gleichen Raum von durchschnittlich 450Mbit/s auf 650Mbit/s steigern, kurzfristig gehen auch mal 800Mbit/s. Aber es gibt auch mal Einbrüche auf 250Mbit/s. D.h. man kann die Aufrüstung von WIFI 5 auf 6 durchaus messen, aber spüren (speziell auf einem Gerät wie einem iPad, dass man in der Regel nicht für Gigabyte Downloads verwendet) tut man sie eigentlich nicht.
- Die Anzahl der MU-MIMO Streams (z.B. 2 anstatt 4). Wenn Client und AP vier Streams unterstützen, dann ist der Durchsatz im Idealfall doppelt so hoch wie bei zwei, und das auch auf Distanz. Nur sind 4x4 Clients nach wie vor eher selten, gerade bei mobilen Geräten. Theoretisch profitieren auch 2x2 Geräte von 4x4 APs, durch den "Multi-User" Part von MU-MIMO: Dabei können durch ein paar technische Tricks zwei 2x2 Datenströme gleichzeitig zu verschiedenen Endgeräten übertragen werden. In der Praxis ist das aber kaum relevant, weil erstens in typischen Heimnetz Szenarien der Gleichzeitigkeitsfaktor viel zu gering ist, außerdem hängt die Effektivität von MU-MIMO stark davon ab, dass beide Geräte unterschiedliche Signalausbreitungswege (also Reflektionen an Wänden und Decken) nutzen.
- Die Kanalbreite. WIIFI6 unterstützt 160Mhz (allerdings können das nicht alle WIFI6 Produkte von Fritz), WIFI7 im 6Ghz Band sogar 320Mhz. Ähnlich wie MIMO verdoppelt oder vervierfacht dass die Datenrate gegenüber 80 Mhz, auch hier im Idealfall. Aber im 5Ghz Band bekommt man nur zwei überlappungsfreie 160Mhz Kanäle unter, und das auch nur mit zwingender Radarerkennung (DFS). Dadurch kann in manchen Situationen (z.B. Mietwohnungen mit lauter Nachbar WLANs) das Feature mehr Ärger machen als es nützt. Aber da wo es funktioniert, ist es sehr wirksam, und ebenfalls auch über die Distanz. Aber auch dafür müssen die Endgeräte 160Mhz unterstützen.
Langer Rede kurzer Sinn: Aufrüstung der WLAN Technik kann die Übertragung beschleunigen, im Idealfall sogar extrem, aber der Idealfall ist selten. Ohne passende Clients nützt die Aufrüstung nichts.
wolkentreiber schrieb:
m Haus stehen noch 2 Repeater im Mesh mit der 7590 verbunden. Im OG ist ein 1750E und im Erdgeschoss ein 3000 AX am jeweils am LAN angeschlossen.
Jetzt ist die Frage, an welchen Ort die eventuell an Verbesserungen interessiert bist. Wenn Du z.B. eine Verbessrung im OG erreichen möchtest, macht es mehr Sinn den 1750E zu ersetzen als die Fritzbox.
Die Fritzbox muss nicht das leistungsfähigste Gerät im Mesh sein, ich habe z.B. bei mir immer noch meine alte 7530 als Mesh Master und VDSL Router, und dafür den Rest des WLANs auf Wifi6 und 7 aufgerüstet.
Der neue Fritz Repeater 2700 wird im Fritz eigenen Shop zur Zeit für 132 EUR verkauft und kann laut einem Test des YouTube Channels CLP Tutorials richtig guten Durchsatz bringen (unter den oben genannten Randbedingungen). Er ist ein besserer Deal als der 1700 für 108 EUR, der sich kaum vom 1200AX absetzen kann. Falls Du also im 1 OG Geräte nutzt, die die Features dieses Repeaters nutzen können, kann es zu einer messbaren Verbesserung kommen. Ob sie Die dann die 132 EUR Wert ist, kannst nur Du entscheiden.
Der 3000AX gehört immer noch zu den durchsatzstärksten WLAN Produkten von Fritz, hat aber seine Stärke wenn man ihn als WLAN Brücke einsetzt (durch den Tri-Band Aufbau). Per LAN ist er eigentlich auch ok, aber mittlerweile wäre auch hier der 2700 leistungsfähiger.
Mit einer kompletten Aufrüstung auf z.B. 5690 Pro und 2* 2700 könntest Du im Backend 2,5Gbit LAN nutzen. Aber damit das Sinn macht, müsstest Du z.B. ein lokal angebundenes NAS mit ebenfalls 2,5Gbit Anbindung haben und entsprechend potente Endgeräte + Anwendungen mit denen man diesen Durchsatz über WLAN (!!) auch wirklich nutzt, das sehe ich aber in Deinem Startpost nicht.
DLMttH schrieb:
Immer fehlt WLAN mit 6 GHz oder das eingebaute Glasfasermodem ist nicht zukunftsfähig. Das passt nicht zum hohen Anschaffungspreis.
Wifi 7 Tri-Band Router/APs sind auch bei anderen Herstellern wie TP-Link ja leider sehr teuer. So liegt der BE800 zur Zeit bei ca. >430 EUR
Das Fritz Universum endete ja lange im Bereich um 200 EUR, mittlerweile versucht Fritz ja seine Top-Produkte an die 300 EUR Marke heranzuführen. Ich denke das Kernproblem von Fritz ist, dass in den Preispunkten, die ihre Kunden gewohnt sind und der Kostenstruktur von Fritz, einfach tri-band Produkte schlecht abbildbar sind.
Auch für das wichtige Geschäft über Provider ist Tri-Band noch zu teuer.
Anderseits ist ironischerweise die Fritzbox 5690 pro eines der preisgünstigeren Tri-Band Produkte im Markt, trotz der teuren Doppelaustattung mit VDSL und GF Support.
Die Fritzbox 7690 war in meinen Augen Anfang 2026 mit Preisen um 200 EUR schon ziemlich attraktiv bepreist:
Leider kennen momentan alle Preise nur den Weg nach oben...