Lolliedieb
Cadet 4th Year
- Registriert
- Jan. 2014
- Beiträge
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Grundsätzlich ist die Idee, dass PV Anlagen entweder Nulleinspeiseanlagen sein müssen, oder aber man sie in den Markt so einbinden muss, dass dieser sie auch steuern kann ja gar nicht so falsch.
Wir haben das vergangenes Jahr insbesondere am 1. Oktober-Wochenende mit Windkraft sehr gut gesehen: die theoretisch verfügbare Leistung an Windkraft war deutlich größer als das, was die Kunden auch abnehmen konnten. An der Börse fiel der Preis recht präzise auf 0 (+- 1ct) und es haben sich eben genau so viele Anlagen abgeschaltet, dass die Gesamtbilanz von Einspeisung, Übertragungsverlusten und Verbrauch ausgeglichen war. Ergebnis: etwa 110% des Bedarfs (wir hatten Export) wurden in Deutschland erzeugt, davon über 95% Erneuerbare und weil der Sturm auch über Süddeutschland gezogen ist und dort die wenigen Windkraftanlagen nahezu Vollast durchlaufen konnten, haben wir selbst da genug Erzeugung gehabt, dass wir nicht mal viel Redispatch gebraucht haben.
Im Grunde das Szenario, wo man langfristig mit der Energiewende auch hin will. Der Testcase hat sehr effizient und effektiv funktioniert.
Aber das, was da nun gerade bei Solar passiert hat einen Haken: man will hier, dass Anlagen schon mit wenigen kWp in die Direktvermarkung gehen. Idee klingt logisch und gut, aber de facto gibt es da quasi keine Vermarkter. Also würden ein Haufen Anlagen entstehen, die vielleicht einspeisen könnten, aber ohne Vermarkter dürfen sie es nicht, also bleibt der Strom von den Dächern aus dem Markt ausgesperrt, selbst dann, wenn er da gebraucht werden könnte. Denn ja, wir haben Zeiten wie im Sommer Mittags, da brauchen wir nicht mehr Solarleistung, aber wenn man dann 2-3 Stunden weiter guckt, die Sonne geht langsam unter, die großen Solarparks machen deutlich weniger, aber das schöne Westdach darf nicht einspeisen. Da ist was krum. Auch braucht man in der Regel ja neue Hardware um die Steuerung von dem Vermarkter herzustellen ... ein zusätzlicher Kostenpunkt.
Man könnte das alles deutlich besser machen. Z.B. könnte man veranlassen, dass für jedes Netzgebiet genau wie es einen Grundversorger gibt, es auch einen Grundvermarkter via Konzession geben muss. Also quasi einen Default, falls man keinen anderen Vermarkter findet. Auch könnte man die Smartmeter-Gateways und die seit 2024 verpflichteten Steuerboxen verwenden, um die Marktsteuerung durchzuführen - aktuell sind diese nur für die Abregelung durch die Netzbetreiber gedacht. Aber beides Einzuführen braucht Zeit und für diese Zeit bis rechtlich geregelt ist, wer der Vermarkter ist und bis die Hardware ausgerollt ist bräuchte es gute Übergangsregelungen.
Aber von alle dem ist im Entwurf: Nichts. Man könnte es gut machen, man könnte es fit für die Zukunft machen, aber so wie es in dem Entwurf ist, ist es eine reine Verhinderungstaktik um mehr Strom von privaten Dächern vom Netz fern zu halten.
Wir haben das vergangenes Jahr insbesondere am 1. Oktober-Wochenende mit Windkraft sehr gut gesehen: die theoretisch verfügbare Leistung an Windkraft war deutlich größer als das, was die Kunden auch abnehmen konnten. An der Börse fiel der Preis recht präzise auf 0 (+- 1ct) und es haben sich eben genau so viele Anlagen abgeschaltet, dass die Gesamtbilanz von Einspeisung, Übertragungsverlusten und Verbrauch ausgeglichen war. Ergebnis: etwa 110% des Bedarfs (wir hatten Export) wurden in Deutschland erzeugt, davon über 95% Erneuerbare und weil der Sturm auch über Süddeutschland gezogen ist und dort die wenigen Windkraftanlagen nahezu Vollast durchlaufen konnten, haben wir selbst da genug Erzeugung gehabt, dass wir nicht mal viel Redispatch gebraucht haben.
Im Grunde das Szenario, wo man langfristig mit der Energiewende auch hin will. Der Testcase hat sehr effizient und effektiv funktioniert.
Aber das, was da nun gerade bei Solar passiert hat einen Haken: man will hier, dass Anlagen schon mit wenigen kWp in die Direktvermarkung gehen. Idee klingt logisch und gut, aber de facto gibt es da quasi keine Vermarkter. Also würden ein Haufen Anlagen entstehen, die vielleicht einspeisen könnten, aber ohne Vermarkter dürfen sie es nicht, also bleibt der Strom von den Dächern aus dem Markt ausgesperrt, selbst dann, wenn er da gebraucht werden könnte. Denn ja, wir haben Zeiten wie im Sommer Mittags, da brauchen wir nicht mehr Solarleistung, aber wenn man dann 2-3 Stunden weiter guckt, die Sonne geht langsam unter, die großen Solarparks machen deutlich weniger, aber das schöne Westdach darf nicht einspeisen. Da ist was krum. Auch braucht man in der Regel ja neue Hardware um die Steuerung von dem Vermarkter herzustellen ... ein zusätzlicher Kostenpunkt.
Man könnte das alles deutlich besser machen. Z.B. könnte man veranlassen, dass für jedes Netzgebiet genau wie es einen Grundversorger gibt, es auch einen Grundvermarkter via Konzession geben muss. Also quasi einen Default, falls man keinen anderen Vermarkter findet. Auch könnte man die Smartmeter-Gateways und die seit 2024 verpflichteten Steuerboxen verwenden, um die Marktsteuerung durchzuführen - aktuell sind diese nur für die Abregelung durch die Netzbetreiber gedacht. Aber beides Einzuführen braucht Zeit und für diese Zeit bis rechtlich geregelt ist, wer der Vermarkter ist und bis die Hardware ausgerollt ist bräuchte es gute Übergangsregelungen.
Aber von alle dem ist im Entwurf: Nichts. Man könnte es gut machen, man könnte es fit für die Zukunft machen, aber so wie es in dem Entwurf ist, ist es eine reine Verhinderungstaktik um mehr Strom von privaten Dächern vom Netz fern zu halten.