Haben Soundkarten noch eine Daseinsberechtigung?

iNFECTED_pHILZ

Commodore
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Ich wollte mal eure Meinung hören ob die Soundkarten die am Markt sind einen echten Mehrwert darstellen können oder ob die angebotenen Features nur Schlangenöl der Klangverbesserung ist?

In Zeiten von battlefield 2142 mit EAX Support hab ich meine damalige X-fi echt lieben gelernt. Auch war der Sound bei Kopfhörer (akg 271) wie auch anlage ( damals noch eine billige gaming logitech 5.1 Anlage) gefühlt deutlich besser als der vom onboard Chip.
Mittlerweile haben aber auch die günstigsten Anlagen immer öfter digitale Eingänge verbaut. Spiele haben keine extra Audio Berechnung mehr..
Ich sehe in ihnen nur noch eine große Software Suite mit Halleffekten und Equalizer, also eigentlich genau das, was hifi eigentlich zu vermeiden versucht.

Einzig sinnvollen Einsatz vorstellbar für mich eine Soundkarte als Kopfhörer Verstärker, weil der onboard Chip meist lausig ist..

Wie seht ihr das?
 
Ja sie haben eine Daseins Berechtigung. Es werden auf auf ihnen viel bessere Bauteile verbaut und damit ergibt sich ein besserer Klang. Das Problem an der Sache ist nur man benötigt dafür auch die entsprechenden Lautsprecher. Lautsprecher bringen in der Kette der, ich sag mal Störung, also den Verzerrungen und Verfälschungen, den größten Klangverlust, gefolgt von der Endstufe.

Also machen in erster Linie gute Lautsprecher Sinn, auch wenn diese locker mehrere Hundert Euro kosten, genau wie die dafür benötigte Endstufe (Bei Aktivboxen ist sie integriert.) Wenn man jetzt gute Lautsprecher hat und das letzte da heraus kitzeln möchte würde ich mir eine separate Soundkarte zulegen.

Das alles macht natürlich wenig Sinn wenn man dann 128kb/s MP3´s hört.
 
Naja, kommt auf den Anwendungszweck an. Ich höre einen krassen Unterschied zwischen meiner Onboard und meinem Scarlett 2i2 Focusrite;)

Hab aber auch entsprächende Kopfhörer, wobei selbst mein Superlux und meine Samsung in ears am Focusrite besser klingen als an Onboard
 
Bei digitaler Ansteuerung des Verstärkers sind Soundkarten tatsächlich überflüssig und was die analoge Qualität angeht hat OnBoard Sound auch etwas aufgeholt. Soundkarten sind eigentlich nur noch sinnvoll wenn man gute Kopfhörer direkt anschließen will. Wobei da die variante eines externen USB DACs recht interessant ist gegenüber Steckkarten, da sie weniger Probleme mit Störeinstreuung haben und auch weniger Probleme mit den Treibern machen (die laufen normalerweise mit dem Standard USB Audio Treiber vom Betriebssystem)

Ansonsten halt noch wenn man bestimmte Effekte haben will die nur die Treiber einer bestimmten Soundkarte bieten (auf den Chips selber wird da ja nix mehr berechnet)
 
naja, wenn mein hifi-verstärker nen digitalen eingang hätte würde ich den nutzen und die soundkarte sein lassen. hauptgrund ist aber das mein rechner am boden steht und ich keinen bock habe da immer das kabel der kopfhörer umzustecken. meine xonar u7 liegt unauffällig auf meinem schreibtisch und erlaubt das umschalten der ausgänge ohne stecker ziehen. klar ist der klang auch noch etwas besser als onboard, allein schon weil der dac so weniger störungen ausgesetzt ist. der nutzen einer internen soundkarte ist für mich aber in der tat fragwürdig.
 
Das kann man so generell nicht beantworten, da ja unterschiedliche Soundchips auf den Mainboards verbaut werden ;-)

Bei einem ALC 892 (wie bei dem Board von @O-Saft-Killer) hört man durchaus einen Unterschied zu einer guten Soundkarte (damit meine ich nicht die Billig-Ausführungen von Asus). Ist ein ALC1150 verbaut, kann man sich die Soundkarte etc. sparen. Für eine wirkliche Verbesserung müsste man schon sehr tief in die Tasche greifen.
 
naja, wenn der verstärker nen digitalen eingang hat und man den nutzt ist die soundkarte ja egal. bis auf die ganz billigen geräte dürften die dort verbauten dacs bedeutend besser sein als das was wir in den meisten soundkarten finden. dann spar ich lieber das geld für ne soundkarte oder den aufpreis für nen mainboard mit gutem onboard sound und geb etwas mehr für den verstärker aus.

der grund warum ich das nicht gemacht habe ist der preis für nen hifi-verstärker mit integriertem dac und die möglichkeit ein mikro direkt anzuschließen. so kann ich die onboard im bios ausmachen.
 
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Soundkarten lohnen sich eigentlich nur, wenn man die zusätzlichen Anschlussmöglichkeiten und/oder Softwarefeatures braucht.
Ansonsten sind externe DACs und/oder KHVs vorzuziehen, da sie viel weniger unter Störeinflüssen leiden, im gleichen Preissegment meistens besser klingen und ohne Treiber funktionieren.
 
Tuetensuppe schrieb:
Bei einem ALC 892 (wie bei dem Board von @O-Saft-Killer) hört man durchaus einen Unterschied zu einer guten Soundkarte (damit meine ich nicht die Billig-Ausführungen von Asus). Ist ein ALC1150 verbaut, kann man sich die Soundkarte etc. sparen. Für eine wirkliche Verbesserung müsste man schon sehr tief in die Tasche greifen.

Stimmt teilweise, der ALC 1150 auf meinem Asus rampage 4 gene war auch nicht wirklich das wahre. Verglichen mit meiner Fiio E10K war die ziemlich schlecht.
 
Scheinbar geht ihr irgendwie alle davon aus, dass jeder seinen Rechner digital an einen hifi-Verstärker anschließt. Ich halte das eher für eine große Ausnahme.

In aller Regel ist doch der DA-Wandler im Rechner verbaut (egal ob onboard oder auf einer dezidierten Soundkarte) und das analoge Signal geht an die aktiven LS.
Sobald die Lautsprecher eine gewisse Qualität haben macht es natürlich auch Sinn hochwertige Wandler davor zu haben. Tolle Effekte inkl. EAX sind heute kein Alleinstellungsmerkmal von guten Soundkarte mehr. Ein sauberes analoges Signal schon eher.
 
davon gehen wir nicht aus, aber während "früher" mit einer hochwertigen internen soundkarte die besten ergebnisse erziehlt wurde hat man mit einem dac außerhalb des rechners heute die besten ergebnisse. dabei spielt es keine so große rolle ob dieser ein eigenes gehäuse hat oder im verstärker integriert ist. dabei kann ich mir nur schwer vorstellen das jemand der z.b. einen avr per hdmi mit dem rechner und monitor verbunden hat den ton analog zum avr übertragen will und sich dafür eine teure soundkarte kauft die halb so teuer ist wie der avr.

ich will ja möglichst das signal digital aus dem rechner heraus bekommen um es ohne die dortigen störungen umzuwandeln um eben mein sauberes analoges signal zu bekommen. dabei ist es mir auch fast egal ob optisch, coaxial, per hdmi oder usb. zumindest für stereo.
 
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Betreibe einen AKG K 701 direkt an einem ASUS ROG Maximus VII Gene (Realtek ALC1150/ASUS SupremeFX Impact II). Zum Vergleich habe ich einen Denon X1000, der über den optischen Ausgang des Mainboards angeschlossen ist.

Selbstverständlich sind sämtliche "Soundverbesserer" abgeschaltet. Es geht mir darum einen möglichst neutralen Sound zu erzeugen. Daher hängen an dem Denon zwei Nubert nuLine 34.

Viele der hier getätigten Aussagen "lohnt sich unbedingt", sind mMn übertrieben. Es gibt zwar einen Unterschied zwischen "direkt am Mainboard" und "direkt am Receiver", aber der ist wirklich marginal. Wie so oft im Hifi-Segment, würde ich im Blindtest die aktuelle Anschlussart wahrscheinlich nicht erkennen, bilde mir aber ein, dass der Kopfhörer am Denon eine Nuance detailreicher und dynamischer klingt. Auch für den Unterschied optische vs analoge Übertragung zum Denon gilt dasselbe.

Auch mein altes AM2+ Board von Gigabyte hatte schon einen erträglichen Onboard-Sound.

Einen viel größeren Unterschied macht die Singalquelle. Audio-DVDs oder CDs hören sich typischerweise deutlich besser an als ihr komprimiertes Pendant (auch bei hohen Bitraten). Pauschalisieren kann man das natürlich nicht.
 
aber jetzt gehe nochmal 10 jahre weiter zurück. so etwa die p4 zeit. da war das verhältnis noch ein ganz anderes. die x-fi damals waren für den ernsthaften gamer fast pflicht. onboard hat nur deswegen für viele gereicht weil man oft eh nur olle lautsprecher dran hatte und dementsprechend waren die onboard chips auch ausgelegt.

heute gibt es vielleicht auch nen viel größeren unterschied in der klangcharakteristik als in der qualität an sich. ich merke an meinen kopfhörern nen gewaltigen unterschied je nachdem ob ich die an meiner soundkarte direkt oder an meinem verstärker anschließe, kann aber nicht sagen was davon hochwertiger klingt.
 
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Ja, früher habe ich auch nur auf dedizierte Soundkarten gesetzt (Audigy, Audigy2, X-Fi) aber diese Zeiten sind wohl eher vorbei. Je nach verbautem Chip auf dem Mainboard natürlich, es gibt sicher noch ein paar schwarze Schafe.
 
Würde ich auch unterschreiben. Audigy 2 und X-Fi Pro, danach nichts mehr, weil man digital einfach mehr rausholt. Kopfhörer hängen aber noch immer an der Onboard. Taugen aber auch nur für TS und bisschen Multiplayer. Alles andere über den Verstärker und Receiver.

Werden ja auch deutlich weniger Karten verkauft, vermutlich weil Enthusiasten auf Receiver umgestiegen sind und der normale Spieler mit 100€ Kopfhörer auch mit der Onboard Karte zufrieden ist. Die kleinere Gruppe mit besseren Kopfhörern kauft halt von den verbliebenen Herstellern.
 
Früher wurde die Soundkarte ja auch als Audio-Effekt-Karte benutzt, die EMU Chips der Audigy und X-Fi haben ja einen DSP für die Effekt-Berechnung was per EAX genutzt wurde. Mittlerweile ist das aber leider tot... selbst Creative macht da nicht mehr in der Richtung (und nein Windows Vista war nicht wirklich das Problem, mit OpenAL und Alchemy als DirectSound Wrapper gings ja)
 
Ich würde sagen, dass die heutigen Onboard SK für die meisten ausreichend sind, wenn man sich ein Board holt, was nicht das Allerbilligste ist.

Die meisten Onboard SK reichen auch aus um höherwertige KH anzutreiben. Erst einer Stufe darüber wirds eher kritisch, dann gibt man aber auch schon recht viel für den KH aus und das macht man nur wenn man auch "Soundaffin" ist. Dann ist es sinnvoll eine SK zu kaufen. Doch diese Laute kaufen sich zumeist auch keine intere Gamer SK, sondern z.B. einen USB-DAC mit KHV oder Digital an einen Receiver (der auch gute KH antreiben kann).

Mein Bruder z.B. betreibt seinen K712 am Onboard und es ist ausreichend laut - auf max. kann ich nicht drehen - zu laut. Er hat ein Gigabyteboard für 60€.
 
Wie schon gesagt, werden die wenigsten wohl wie ich einen AVR direkt am PC stehen haben.

Also zusammengefasst:

Bei

Digitaler Übertragung
- keine Verbesserung der Soundqualität, da bestenfalls verlustfrei über HDMI etc übertragen wird
- Hardware kommt nicht zum Einsatz, nur die SoftwareSuit welche bestimmte Effekte beimischen kann.

Ergo macht keinen Sinn da 50-200€ zu investieren.

Analoger Übertragung
- meist bessere DigitalAnalog Wandler als auf Mainboard verbaut
- Bessere Verstärkerleistung bei Aus- sowie Soundeingängen (Mikrophon vllt)
- Deutlich teurer für den gebotenen Klang als preislich vergleichbare KHV's

Also auch hier relativ wenig sinnvolle Einsatzgebiete, außer halt mit einem analogen Mic dazu, welches vom Mainboard nicht sauber verstärkt werden kann.

Rollensatz schrieb:
Mein Bruder z.B. betreibt seinen K712 am Onboard und es ist ausreichend laut - auf max. kann ich nicht drehen - zu laut. Er hat ein Gigabyteboard für 60€.
Ist ja schön, dass das Gigabyte Board genug Strom reinhauen kann, was das aber über eventuelle verzerrungen aussagt musst du mir noch erklären ( Denn genau dafür kauft man sich ja wenn eine Soundkarte, besserer Sound und nicht lauteren maximalSound)
 
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Ich habe einen AVR am PC, aber per HDMI :D Läuft über die Grafikkarte.
 
iNFECTED_pHILZ schrieb:
Ist ja schön, dass das Gigabyte Board genug Strom reinhauen kann, was das aber über eventuelle verzerrungen aussagt musst du mir noch erklären ( Denn genau dafür kauft man sich ja wenn eine Soundkarte, besserer Sound und nicht lauteren maximalSound)

Mit Verzerrungen hatte ich keine Probleme. Klar ist die Onboard SK nicht so gut wie eine richtige Soundkarte. Das hört man schon bei dem Modell gut raus. Es fehlt an Dynamik, der Bass spielt nicht so sauber und auch die Höhen sind etwas undifferenzierter, aber für jemanden der "nur" guten Sound haben will, reicht in diesem Fall die intere Soundkarte aus.

Wenn man mehr rausholen will (und die Quellen es erlauben) sollte man langsam über eine SK nachdenken. Aber jemanden, dem sein Hobby wichtig ist, wird auch nicht beim 712 enden.

Die meisten machen halt den klassischen Fehler und kaufen sich eine Soundkarte die genauso teuer oder teurer ist als der Kopfhörer - das ist nicht die ideale Vorgehensweise.
 
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