Heimnetzwerk im Altbau Ethernet oder Glasfaser

Dwyane

Lt. Commander
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Hallo CBler,

ein Verwandter hat sich letztes Jahr ein Haus gekauft, Altbau von 1980. Bisher hat er das Internet im Haus per WLAN Mesh verteilt, was aber mehr schlecht als recht funktioniert da die dicken Wände über drei Etagen (Keller, EG, 1.OG) ziemlich viel abfangen.

Da er im Keller ohnehin einen Serverschrank einbauen will für NAS, Überwachungskamerasystem u.a., war die Überlegung von dort aus in zwei Räume im EG und drei Räume im ersten Stock Netzwerkkabel zu legen. Da er sich von einer Verlegung der Kabel außen am Haus umentschieden hat diese doch von innen zu verlegen (leider keine Leerrohre vorhanden), ist die Frage jetzt welche Kabel?

Ursprünglich hatte er sich CAT7 Kabel ausgesucht. Ein Kollege meinte er solle doch lieber auch im Haus bis in die Räume Glasfaser legen, wäre Zukunftssicherer und die Kabel wären viel dünner.

Hat jemand von euch sowas bei sich schon gemacht und kann da Input geben?


Vielen Dank im voraus für eure Anregungen.
 
Ohne Erfahrung dennoch ein Hinweis:

  • Glasfaser braucht weniger Strom bei hohen Geschwindigkeiten
  • Es gibt quasi nur Switche die direkt Glasfaser können, d.h. in jedem Raum brauchst du erstmal einen Medienkonverter
 
Was genau soll daran konkret zukunftssicherer sein? Von was für Zeiträumen reden wir denn?
Ich würde auf die Kosten schauen.
Und wie genau ist der Plan die Kabel zu verlegen?

Meiner Meinung nach dürfte es sogar wirtschaftlicher sein heute CAT7 zu nehmen und in vielen Jahren, falls es wirklich mal zu langsam wird, dann immer noch auf Glasfaser zu wechseln...

Und wie Skysurfa sagt: Wenn Zukunftssicherheit wichtig ist, dann müssen Leerrohre her.
 
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Grundsätzlich die Kabel in Leerrohren, austauschbar verlegen. Dann ist es relativ egal, ob er Cat.7 oder LWL verlegt.

Anschlüsse, die über PoE versorgt werden müssen, muss er auf jeden Fall in Kupfer ausführen. Das funktioniert mit LWL dann doch eher schlecht.
 
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also wenn man von zukunftssicherer rede muss man auch an die kosten denken, ein glasfasernetz zu verlegen ist ja nicht gerade billig. ich denke man sollte einfach die kabel in leerrohren verlegen und dann kann man sie später immer noch austauschen wenn notwendig. das ist auf jeden fall günstiger als ein komplett neues netz zu verlegen.
 
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@kurgon181: Und bis dann Glasfaser wirklich "relevant" ist, und dann auch entsprechende Hardware auch entsprechend verbreitet ist, dann dürfte sich das auch in besseren Preisen widerspiegeln.
 
Kupfer in Leerrohre als doppeltes Verlegekabel (notfalls auch ohne Rohr), immer mindestens zwei Ports pro Dose, würde ich derzeit vorziehen.
Glasfaser ohne Leerrohr/Kabelkanal schreckliche Vorstellung und wenn LWL dann eigentlich nur wenn man das Konstrukt so aufbaut, das in jedem Stockwerk ein Switch als RJ45 Verteiler für die Zimmer hängt und die Anbindung an den Mainswitch per LWL erfolgt. Etwas Overdosed hier denke ich.
 
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Nach der DIN 18015-1 [2] müssen Kabel und Leitungen für Empfangs- und Verteilanlagen auswechselbar, d. h. in Rohren, Kanälen oder Schächten verlegt werden. Somit ist bei fachgerechter Verlegung ein Leerrohr sowieso Pflicht. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass man einen Rohrdurchmesser nutzen sollte, in dem man auch ein fertig konfektioniertes LWL Patchkabel einziehen kann. Somit spart man sich die sehr kostenintensive Spleißung der LWL. M25 bietet sich hierbei an.

Die Dosen in den jeweiligen Räumen darf man gerne auch mit elektronik Schalterdosen ausführen. Dann hat man ein wenig mehr Platz für die Leitung. Z.B. von Kaiser

1774628321810.png

Als Kupferleitung würde ich Cat.7 oder 7a nehmen. Das ist mittlerweile günstiger als das alte Cat.6/6a. Als Anschlüsse nutze ich nur noch Keystones. Die gibt es beispielsweise in der Kabelscheune und die kosten auch nicht mehr die Welt.
https://www.kabelscheune.de/Keystone-Module/Cat-6a-Keystone-Modul-Netzwerk-RJ45-Buchse.html
 
1980 ist kein Altbau. Ein 1980er Bau hat typischerweise Betondecken statt Holzbalkendecken, Kalksandstein- oder Porenbetonwände statt massivem Vollziegel, niedrigere Deckenhöhen.


Ist das WLAN und Mesh denn überhaupt Stand aktueller Technik? Wenn es um Spaß an Technik geht, kann man auch Glasfaser nehmen, sinnvoll notwendig sein wird das wohl eher nicht.

CAT6a-Kabel kann doch auch schon 10 Gbit/s über 100 Meter. Bis 10 Gbit/s veraltet ist, sind doch auch längst aktuelle Glasfaser-Switches usw. veraltet und man macht dann bis auf die Kabel eh alles neu.

Das WLAN muss ja sowieso ordentlich gemacht werden, selbst wenn überall Netzwerkdosen sind. Es wird sich kaum jemand mit einem Netzwerkadapter das Handy dort einstecken.
 
Glasfaser zwischen den Stockwerken und in jeder Etage ein Switch mit SFP+ Port wäre möglich, aber dann zu jeder Netzwerkdose Glasfaser, nein.
Ich würde es vermutlich so machen: in jedes Stockwerk Glasfaser + mind. 2,5G/10G SFP+ Switch pro Etage.

Aber man kann auch bedenkenlos bei Cat.7 Leitungen bleiben.
 
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Würde eher auf Cat8.1 setzen, 40Gbit.
Bevor das ausgetauscht werden muss, steht eh eine weitere Sanierung des Hauses bevor.
 
Gucken wir doch mal den aktuellen Standard an:
Sehr viele Geräte haben, nach wie vor, noch nicht mal 1GBit/s.
1Gbit/s ist aktueller Standard für alle "non PC"-Geräte.
2,5Gbit/s bieten seit ein paar Jahren PCs, NAS, Notebooks.
Alles was über 2,5Gbit/s ist, ist im Consumer-Bereich noch nicht wirklich angekommen.

Auf der anderen Seite:
Was gibt es denn aktuell so für Internet-Geshwindigkeiten. Mehr als 1GBit/s ist schon kaum vorhanden.
Und selbst wenn vorhanden, wann nutzt man die volle Bandbreite auf eine gewisse Dauer, sodass irgendwo im Netzwerk eine Engstelle entstehen könnte?

Dazu kommt: Wann benötigt man innerhalb des Wohnbereichs solch Übertragungsgeschwindigkeiten?
Ich nutze ne 2,5Gbit/s-Verbindung nur zwischen NAS-Router-PC, aber auch nur, weils geht.
Benötigen tuh ich's persönlich(!) nicht. Die vorherige 1Gbit-Leitung hat auch gelangt. Hat halt in den 1-2x/Woche ein wenig länger gedauert...

Will sagen:
Verbaue aktuell CAT7 oder gar CAT6(a). damit hast du in absehbarer Zukunft erstmal Ruhe.
Damit ist 10Gbit/s problemlos möglich.
Wirkliche Zukunftssicherheit gibt es nicht, aber leg alle in vernünftig dimensionierte Leehrrohre mit großen biegeradien (oder wartungsdoen an T-Kreuzungen und engen Radien) und du kannst jederzeit neues Kabel ziehen.
Glasfaser würd ich z.Zt. privat lassen, du weist nicht was die Zukunft bringt.

Nachher nutzt du es nur um aktuell 2,5Gbit/s zu übertragen, mit viel teuer Zwischentechnik, die es von und zu Kupfer wandelt. Und wenn dann in 20-30J endlich mal GF in der Hausverkabellung angesagt ist, haut was mit dem Standard deines GF-Kabels nicht hin und du musst eh neu ziehen...
 
Ich persönlich würde aktuell auch CAT7 Duplexkabel verlegen, natürlich ausschließlich auswechselbar im Rohr.

Ich habe sämtliche Datenkabel bei mir in FFKUS-EM-F 25 oder FBY-EL-F 25 von Fränkische verlegt, ebenso die komplette Elektroinstallation. In den meisten Ländern ist die Installation im Rohr, egal ob Strom oder Daten, Standard. Es wundert mich immer wieder, warum man in Deutschland Leitungen direkt einputzt.

Nur so bist du auch unabhängig vom verlegten Kabeltyp. Ebenso empfehle ich Leerdosen, so kann man weitere Kabel problemlos nachziehen und zusätzliche Netzwerkdosen setzen. Wenn renoviert wird, dann auch an Leerrohre in abgehängten Decken für WLAN APs denken. Dadurch konnte ich vor 1 ½ Jahren den unifi WLAN AP an der Decke anbringen 🙂
 
Ich würde vom serverschrank in jede Etage plus eventuell wichtige Räume wie Büro und eventuell Wohnzimmer Glasfaser verlegen und über nen switch von da weiter zum Endgerät mit Kupfer.
Also uplink komplett Glasfaser und den Rest mit Kupfer
 
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Ich hab jede Etage mit Glasfaser angebunden und von dort aus mit nem kleinen Switch weiter.
So China-Switche kosten erstaunlich wenig, funktionieren gut und haben 10G SPF+ und 2.5G RJ45. Im Keller dann einen 8x 10G SPF+-Switch (bei mir).

Warum ich Glasfaser wollte war auch, dass es keine Potentialunterschiede gibt und es keine Leitung für Blitzeinschlag bildet (wenn man ohne Armierung verlegt). Beugt beides potentielle Probleme vor.
Außerdem funktioniert es absolut problemlos und braucht auch bei 10G kaum Strom. Zukunftssicherer ist es auch noch als Bonus.

Würde ich empfehlen und hab ich auch so umgesetzt.
 
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Für Glasfaser spricht auch die Potentialtrennung. Das wäre mir selbst gerade für das Dachgeschoss ganz lieb wegen Blitzschlag. Allerdings darf man bei LWL auch den Aufwand nicht ganz unterschätzen. Zudem sollte man recht vorsichtig sein, das IR Licht im LWL ist außerhalb des sichtbaren Spektrums und hat die Intensität eines Lasers - sprich bei unsachgemäßem Umgang drohen Netzhautschäden.
 
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Also teils, teils, die Meinungen hier.
Aber interessant das es einige schon gemacht haben. Welche Kabel habt ihr genutzt? Fertige mit Stecker oder habt ihr alles selbst gemacht @SirKhan
 
In der Regel legt man Glasfaser zwischen den Stockwerken und Kupfer CAT7 in der Etage selber, zumindest in der Büro/Arbeitswelt, aber da hat man dann meist auf jeder Etage seinen eigenen LAN-Switch stehen was zu Hause dann schon etwas übertrieben ist.
Oft stellt sich eher die Frage: brauch ich überhaupt in jedem Zimmer eine LAN-Dose oder reicht nicht auf jeder Etage bereits ein oder zwie WLAN-Accesspoint da immer mehr Geräte schon gar keinen RJ45-LAN-Anschluss haben sondern nur noch Wifi.
Aber Leerrohre im Neubau sind immer gut, auch mehrer Löcher für Steckdosen, LAN-Dosen usw, oft fehlt eine weitere UP-Steckdose und immer nur Steckdosenleisten nehmen sieht auch nicht gut aus.
Was nützt mir eine LAN-Dose, wenn dann keine Stromdose weitere in der Nähe ist.

Wie schon geschrieben:

Vorteile Glasfaser
-Potienialtrennung zwischen den Geräte (kein Außenschirm wie bei CAT56/7)
-nicht störfällig auf Feuchtigkeit oder andere phý. Einflüsse.
-hohe zukünftigere Bandbreiten (10Gbit/s) und mehr

Nachteile Glasfaser:
-hohere Kosten für Glasfaser-SFP-Module - MultiMode oder gleich SingleMode?
-Biegeradius der Glasfaser muss beachten werden
-kein PoE (Power over Ehernet) möglich (Stromversorung von z.B. Wifi-Accesspoint, Überwachungskamera usw)

und dann eben die Frage die man sich stellen muss:
- wie entwickelt sich der Wifi-Standard, braucht es wirklich noch LAN-Dosen (egal ob Glas oder Kupfer)
-wann wird es Endgeräte geben, die mehr als die heutigen 1Gbit/s (selten 2,5Gbit/s) haben (bei Notebooks findet sich so gut wie nie ein 2.5 Gbit/s-LAN-Port, wenn überhautp dann nur 1Gbit/s oder eben nur noch Wifi.

Wer weiss evtl wird eine LAN-Infrastrukur zu Hause ganz hinfällig weil die Konkurrenz mit Namen Mobilfunk (5G und höher) immer höhere Bandbreiten und Verfügbarkeit bietet und schon heute immer mehr Geräte statt über WifI und Kupfer-LAN direkt über das Mobilfunknetz mit dem Internet verbunden sind werden.
 
Dwyane schrieb:
Welche Kabel habt ihr genutzt? Fertige mit Stecker oder habt ihr alles selbst gemacht @SirKhan
Kupfer kann man easy selber machen. Also auch die Keystones auf die rohen Kabel draufmachen, etc.

Für Glasfaser hab ich fertige OM4-(inzwischen gibts auch OM5)-Kabel gekauft in ungefähr der richtigen Länge. In den Zimmern hab ich Keystone-LWL-Kupplungen genommen und diese dann normal in einer hübschen Dose (wie RJ45) untergebraucht. Auf der anderen Seite ist das Kabel dann natürlich zu lange, aber im Keller kann man es einfach etwas aufrollen und dann direkt in den Switch stecken (über SFP+-Module, natürlich). Alles Multimode.

Ezeyer schrieb:
wie entwickelt sich der Wifi-Standard, braucht es wirklich noch LAN-Dosen (egal ob Glas oder Kupfer)
Zumindest für den AP wird man weiterhin Dosen brauchen. Außer man hoppt von AP zu AP vom Keller nach oben, was ich aber eher nicht machen wollen würde.
Was "für jedes Zimmer" angeht, hängt es natürlich stark von der Anwendung ab. Aber selbst WiFi7 sind mit 5GHz und 6GHz v.a. im selben Zimmer des APs oder max. durch eine Wand hindurch schnell.

Ezeyer schrieb:
Wer weiss evtl wird eine LAN-Infrastrukur zu Hause ganz hinfällig weil die Konkurrenz mit Namen Mobilfunk [...]
Auch das nur für Internet. Mein NAS und meine Homeserver möchte ich nicht im Mobilfunk hängen haben.
Wenn man nur ein Laptop und ein Smartphone hat, mag das gehen. Aber selbst für den Netzwerkdrucker schon fraglich. Für den einen oder anderen mag das aber vielleicht die Zukunft sein.
 
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