Heimnetzwerk, VLANs

razzy schrieb:
Und du möchtest jetzt gerne vom PC (VLAN30) auf ein NAS (VLAN10) ein Backup machen (Nur als Beispiel) verläuft der Traffic zunächst zum Gateway, welches der eine Port auf dem ER-X ist und dann über den gleichen Port zurück zum NAS und/oder umgekehrt (Port hat 1Gbit in beide Richtungen Full Duplex).

Hast du jetzt noch zusätzlich anderen Traffic wie z.B. noch den normalen Internet-Traffic, will dieser ja auch noch über diesen einen Port des ER-X um zum WAN zu kommen.
Der Port ist aber schon relativ dicht durch das Backup.


Szenario B: L3 Switch + Speedport
wieder die gleichen VLANs,

Im gleichen Szenario wie oben wird der L3-Switch das interne Routing übernehmen und somit ungewollten Traffic vom WAN fernhalten.
Nur Traffic der dem L3 Switch nicht bekannt (default route) oder wirklich daraus gehen soll wandert dahin.

Ein L3-Switch hat zudem noch viel mehr Ports als ein "router", hier wird halt das Routing direkt auf dem Switch gemacht und dem entsprechen Port geschaltet


Wäre es sinnvoll/möglich, für Stand heute den Speedport durch einen ER-X zu ersetzen (und ein VoIP-Telefon zu kaufen, da der Telefonanlagenteil des Speedport damit ja auch wegfällt), und ggf. in der Zukunft, wenn die Kinder größer werden und ggf. mehr Daten durch das Netz geschoben werden, den 24 Port L2 Switch durch einen L3 Switch zu ersetzen? Sicher wäre es schön, es direkt optimal umzusetzen, aber das kostet natürlich auch einiges.

Der ER-X ist echt günstig, ein Gigaset VoIP-Telefon kostet auch nur um die 60-70 Euro. Verkaufe ich den Speedport, lege ich nur wenig Geld drauf und habe damit die Möglichkeit, VLANs einzurichten etc.
Ergänzung ()

Wäre dann also

Glasfasermodem -> ER-X -> 24 Port Switch -> 8 Port PoE Switch -> 2 PoE WLAN APs (nicht sicher, ob der 8 Port Switch auch direkt an den ER-X könnte/käme?)
 
Prinzipiell ginge das. Wenn du aber Telekom Entertain nutzt, kann es zu Problemen kommen, weil ein EdgeRouter diesbezüglich nicht so einfach zu handhaben ist. Ich habe zwar einen ER und auch Entertain, aber meine Receiver sind direkt am Speedport angebunden und ich nutze den ER als reinen LAN-Router. Im Ubiquiti-Forum gibt es einen recht ausführlichen Thread zu dem Thema und es gibt einige, die Entertain zum Laufen bekommen haben, andere wiederum nicht.

Ist Entertain bei dir kein Thema, sollte der ER-X keine Probleme machen.


Der ER-X hat eingebaute Switch-Hardware, d.h. man kann alle 5 Ports einzeln nutzen oder sie ganz oder nur teilweise zu einem Switch gruppieren. D.h. man kann abgesehen vom WLAN also mehr oder weniger genau das machen was jeder x-beliebige Router da draußen macht: 1x WAN + 1x LAN 4-Port-Switch. Oder eben 2x WAN + 1x LAN @ Port3 + 1x LAN @ 2-Port-Switch (4+5) oder oder oder.. Man kann ich sogar als 5-Port-Switch betreiben, mit/ohne VLANs. Das heißt also, dass du sowohl den 24er als auch den 8er Switch ohne weiteres an den ER-X anklemmen kannst, wenn du min. diese beiden Ports als Switch konfigurierst.

Ein L3-Switch ist insbesondere dann sinnvoll, wenn man viel Traffic zwischen den VLANs hat. Für Haupt- und Gast-VLAN ist das also eher vernachlässigbar, weil tendenziell eben gerade die Trennung der beiden im Vordergrund steht. Hat man nun aber Privat, Office, Werkstatt und/oder Kids VLANs, kann das schon anders aussehen, weil eben durchaus auch aus allen VLANs das NAS erreichbar sein soll - potentiell starker Inter-VLAN-Traffic. Ein L3-Switch kann dann quasi in normalem Switch-Tempo jeden Port mit jedem Port verbinden, mit 1 Gbit/s und unabhängig vom VLAN. Bei einem separaten Switch würde jedes VLAN einen eigenen 1 Gbit/s Uplink zum Router bekommen, aber dann würden sich eben auch alle Geräte in einem VLAN diesen Uplink teilen. Wenn das NAS die einzige geteilte Ressource ist, wäre das aber auch halb so wild, weil das NAS selbst ja in der Regel nur insgesamt 1 Gbit/s schafft.

Wenn du günstig an einen L3-Switch rankommst, zB ausgediente Hardware aus der Firma, ebay, o.ä. dann kann das schon interessant sein. Bei einer Neuanschaffung frage ich mich inwieweit das für den Heimgebrauch sinnvoll ist.
 
Raijin schrieb:
Prinzipiell ginge das. Wenn du aber Telekom Entertain nutzt, kann es zu Problemen kommen, weil ein EdgeRouter diesbezüglich nicht so einfach zu handhaben ist. Ich habe zwar einen ER und auch Entertain, aber meine Receiver sind direkt am Speedport angebunden und ich nutze den ER als reinen LAN-Router. Im Ubiquiti-Forum gibt es einen recht ausführlichen Thread zu dem Thema und es gibt einige, die Entertain zum Laufen bekommen haben, andere wiederum nicht.

Ist Entertain bei dir kein Thema, sollte der ER-X keine Probleme machen.

Tatsächlich haben wir Entertain. Wobei wir so gut wie nie fernsehen, vielleicht alle paar Monate mal. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit - leider erst Mitte 2019 - werde ich vermutlich auf andere TV-Streaminglösungen (Zattoo o.ä.) setzen. Falls ich Entertain nicht ohne Speedport zum Laufen bekomme, ist das wahrscheinlich kein großeres Problem, da es ja Alternativen gibt.
Ergänzung ()

Sorry, noch eine weitere Frage:

Zustand aktuell: Speedport, daran 1x 24 Port Switch, 1x 8 Port PoE. Am PoE Switch zwei APs für EG und OG. Stand heute brauche ich keine 24 + 8 Ports, da insbesondere die Kabel in den Kinderzimmern noch gar nicht aufgelegt sind (die Kids sind 3 und 1), und je nach Zukunft evtl. auch nie aufgelegt werden.

Wäre es sinnvoll oder gäbe es Probleme, wenn ich den Speedport nicht durch einen ER-X, sondern einen ER-X SFP (mit 5 PoE Ports) ersetzen würde? Ich könnte die beiden WLAN APs dann direkt an den ER-X SFP anschließen und sie somit per PoE betreiben, der 8 Port PoE Switch wäre damit erst einmal überflüssig. Ich hätte dann als zukünftig:

EdgeRouter X SFP
|-> 24 Port Switch
|-> 2x WLAN AP (PoE)

Macht das ganze evtl. einen Tick weniger "komplex". Sollte ich in der Zukunft doch mehr als die dann verfügbaren 24 Ports benötigen, kann ich ja dann ja immer noch überlegen, ob ich den 24 Port Switch durch ein größeres Geräte ersetze (falls man mal einen günstigen 48 Port L3 Switch bekommt, oder so) oder einfach einen weiteren Switch verwende (z.B. den 8 Port PoE, falls ich den bis dahin nicht verkauft habe).

Danke vorab!

Edit: Hm, wobei der ER-X SFP nur Passive PoE unterstützt, damit kommen dann bestimmt meine Linksys AC1200 APs nicht klar... :rolleyes:
 
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Passives PoE != Aktives PoE !!

Ubiquiti verwendet passives PoE, das zudem nicht standardisiert ist. Dabei liegen immer 24 bzw. 48 Volt auf dem Port an! D.h. ein Gerät, das kein passives PoE kann, wird potentiell gegrillt!

Aktives PoE hingegen ist nach 802.3af/at standardisiert und beinhaltet eine Art Kommunikation zwischen PSE (Power Source Equipment = PoE-Switch, -Injektor, etc) und PD (Powered Device). Über verschiedene Spannungen und Widerstände wird somit festgestellt ob das Endgerät überhaupt PoE kann und wenn ja wieviel Watt es benötigt. An einen 802.3af/at PoE-Port kann man problemlos auch ein Non-PoE-Gerät anschließen, da der Port erst dann mit Energie versorgt werden würde, wenn eben PoE erkannt wurde.


Was heißt das für dich? Ganz einfach: Einen Ubiquiti AP mit 24V PoE könntest du direkt an einen ER-X SFP anklemmen, einen 08/15 AP mit PoE von einem anderen Hersteller aber nicht, weil dieser im worst case schlicht und ergreifend kaputt gehen würde.
 
Ubiquiti verwendet sowohl aktives PoE als auch passives PoE, kommt auf das Produkt an.

Den beliebten UAP AC Lite gibt es mittlerweile auch als aktiv PoE Version
 
Bei den PD, also Endgeräten wie Access Points, schon, aber die EdgeRouter haben - wenn überhaupt - derzeit nur passives PoE.
 
Jo, das habe ich nach meinem Post dann auch verstanden. Wäre ja auch alles zu einfach.. :) Eigentlich wäre es schön, meine Linksys APs durch Ubiquiti UAP-AC-PRO zu ersetzen, und dann an den zusätzlichen Ethernetanschluss der APs die Gigaset N510 IP Pro Box zu hängen, denn an die Stelle, an der die Gigaset Box am meisten Sinn macht, habe ich leider keinen Netzwerkanschluss gelegt. Aber die unterschiedlichen PoE-Varianten machen mir da wohl einen Strich durch die Rechnung.

Auch funktionieren die UAP-AC-PRO nicht mit Passive PoE... dafür könnte ich vielleicht wiederum den deutlich teureren "EdgeRouter POE" nehmen, aber ob dann die Gigaset Box hinter dem AP auch korrekt mit Strom versorgt wird... :freak: :freak:
 
Die UAPs können sowohl als auch. Bis vor etwa einem Jahr konnten die UAPs ausschließlich passives PoE und aktives PoE musste durch einen Passiv-Aktiv-Konverter quasi übersetzt werden. Die aktuelle Revision kann aber beides, passiv und aktiv. Wobei Ubiquiti wie gesagt passives PoE mit 24V und 48V im Angebot hat. Ich meine mich aber zu erinnern, dass der Pro 48V nutzt und der ER-X SFP sowieso nur 24V bietet. Ein Grund mehr gegen diesen passiven PoE-Krampf.....

Auch wenn ich durchaus Fan von Ubiquiti bin, würde ich an deiner Stelle aber die Linksys APs nicht ohne Grund ersetzen. Sofern sie ihren Dienst ohne Probleme verrichten, halte ich es für unsinnig, sie einfach aus einer Laune heraus auszutauschen. Zumal es nicht allzu ungewöhnlich ist, dass man einen großen Non-PoE-Switch und einen kleineren PoE-Switch nebeneinander stehen hat. Das würde wenn überhaupt nur zum Problem werden, wenn man sehr wenig Platz hat oder sehr viel Traffic zwischen den Switches zu erwarten ist. Im letzteren Fall könnte nämlich der Uplink zum Hauptswitch mit 1 Gbit/s zum Flaschenhals werden. Ob das in einem Privathaushalt aber wirklich so ins Gewicht fällt, sei mal dahingestellt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der UAP-AC-Pro kann nur aktives PoE, kein passives PoE.

Der UAP-AC-Lite und UAP-AC-LR können in der Rev. 2 beides.
 
Nope, schau mal ins Datenblatt. 48V passives PoE.

Code:
UAP-AC-PRO Specifications
Power Method      Passive Power over Ethernet (48V), 802.3af/802.3at Supported
                  (Supported Voltage Range: 44 to 57VDC)
Power Supply      48V, 0.5A PoE Gigabit Adapter*
(Quelle: Ubiquiti)
 
Stimmt wobei viele Ubiquiti Geräte nur 24v passives PoE ausgeben, EdgeRouter macht da eine Ausnahme
 
Komplett grundlos würde ich die Linksys APs ja nicht tauschen. Der zusätzliche Ethernet-Port in den Pro APs von Ubiquito ist schon nett für die Gigaset DECT/VoIP Box, wenn das denn überhaupt geht. Müsste ich mir ansehen. Aber du hast schon Recht, wäre ein bisschen zuviel des Guten. Ich könnte die VoIP-Box auch an einen anderen LAN-Anschluss klemmen und müsste trotzdem ausreichend DECT-Signal bekommen, oder ggf. einen Repeater verwenden.
 
Noch zur Info, habe es jetzt mit einem EdgeRouter X gelöst, als Ersatz für den Speedport Smart. Mit dem Ding bin ich bisher äußerst zufrieden. Als VoIP-Lösung habe ich die erwähnte Basis Gigaset N510 IP Pro (per PoE im HWR, selbst mit "Eco-Modus" scheint die Verbindung mit dem Gigaset Pro Handteil zu funktionieren). Damit auch sehr zufrieden.

Danke noch mal für die Hilfe!
 
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