Da ich Zeit habe und mit dem Fazit des Artikels zu iOS 6 teilweise nicht übereinstimme hier meine Meinung.
Der Artikel hat eine gelungene Übersicht über die Neuerungen, ich werde deswegen nicht noch einmal über sie schreiben. Ich bin auch schon sehr gespannt auf tiefgründigere Tests, z.B. zur Qualität der Karten und Routingfunktion, zur Geschwindigkeit auf den verschiedenen Geräten oder dazu, wie brauchbar die Facebookintegration in der Praxis ist.
Was erwartet man von einer neuen iOS Version? Wie auch im Fazit hier liest man immer wieder die plakative Frage "Revolution oder Evolution?". Allerdings erwartet man von einer neuen iOS Version beides. Verbesserung der vorhanden Features und neue Features. Revolution und Evolution also. Etwas treffender: Innovation und Optimierung. Hier geht es besonders um die Innovation.
Enttäuschung resultiert immer aus einer Erwartungshaltung. Auf dem hohen Niveau das Smartphonebetriebssysteme erreicht haben, ist ein einzelnes Feature das jede Erwartung übertrifft nahezu unmöglich geworden. Das liegt daran, dass vermutlich an jeder Technik mit dem Potential diese Erwartungshaltung zu übertreffen mehrere der Branchengrößen forschen. Um zu verhindern, dass ein anderer mit der Veröffentlichung schneller ist, werden die Entwicklungszyklen immer kürzer. In kurzer Zeit ist es aber nahezu unmöglich eine Innovation mit Aha-Effekt zu entwickeln.
Das sieht man z.B. an Siri und Majel. Statt plötzlich ein sprechendes Handy auf den Markt zu bringen, kommt die Sprachsteuerung Schritt für Schritt beim User an. Innovationen erscheinen deswegen nicht als unglaublicher Durchbruch (wie ein plötzlich auf den Markt kommendes sprechendes Handy, ohne je zuvor von Sprachsteuerung gehört zu haben), sondern als kleine, aber stetige Verbesserung der Vorgängerversion. Ohne diesen Start von 0 auf 100, bleibt der vom Anwender zu Unrecht erwartete Aha-Effekt aus. Trotzdem sind diese Innovationen revolutionär.
Die Innovation mit dem meisten Potential in iOS 6 ist wahrscheinlich Passbook. Es gibt zwar noch fast keine Anbieter von Gutscheinen und Tickets in Deutschland, aber gerade das zeigt wie sehr Apple hier Richtung Zukunft denkt. Natürlich ist es für den Anwender im ersten Moment schade, und scheint eine völlig sinnolse App zu sein. Hätte Apple noch ein Jahr, also bis iOS 7, mit dem Start gewartet, hätte sich vielleicht sogar eine dreistellige Zahl an Launchpartnern gewinnen lassen. Aber wäre Passbook bei einem Start mit ~200 Contentanbietern aus einem exclusivem Kreis ausgereift gewesen? Sicher nicht!
Mit einer schnellen Veröffentlichung vor eventueller Konkurrenz, der Möglichkeit eigene Inhalte auf einfachste Weise zu erstellen, der Auslieferung der App zusätzlich zum letzen iPhone, wie eigentlich für Keyfeatures üblich, an das iPhone 3GS und 4 (==> schnelles erreichen der für einen Dienst dieser Art benötigten kritischen Masse) gibt Apple Passbook die Möglichkeit ähnlich durchzustarten wie der Appstore zur Anfangszeit des iPhones. Noch dazu verzichtet Apple auf das in Deutschland nahezu unbekannte NFC und stellt mit Barcodes eine unkomplizierte und günstige Alternative bereit. Wegen dem niedrigen Realisierungsaufwands eines Gutscheins/Tickets und vielen Nutzern wird sich Passbook schnell zum Contentanbietermagnet entwickeln.
Da sich Apple nicht bemühen muss Contentpartner zu gewinnen, kann es seine volle Aufmerksamkeit darauf lenken, Partner zur Bezahlung mit Passbook zu finden. Das könnte sich für den Anwender nicht nur durch mehr Komfort beim Umgang mit Passbook, sondern auch durch eine Doppelsubvention von Geräten durch Mobilfunkvertrag und Kreditkartenvertrag positiv bemerkbar machen.
Die zweite große Innovation, der eigene Kartendienst, ist angeblich teilweise etwas schlechter im Vergleich zu Google Maps. Auf den zwei neuesten Geräten bietet er dazu noch einige interessante Features. Eigentlich nur ein Tausch eines Fremdanbieters gegen ein eigenes Produkt, nichts wirklich besonderes. Das besondere daran ist die Zukunft die diese Anwendung haben wird. In Kombination mit Passbook und vielleicht zukünftig auch Facebook, ist es durch einen eigenen Kartendienst möglich ortsabhängige Dienste viel besser in das Ökosystem zu integrieren wie durch einen anbieterfremden Kartendienst. Der eigene Kartendienst ist also in erster Linie als großer Gewinn für das Ökosystem zu sehen.
Das waren die großen Innovationen, wie muss man die Optimierungen einordnen? Grundsätzlich kauft man ein Smartphone so wie es ist, selten gibt der Hersteller ein Updateversprechen. Bei Apple kann man damit rechnen mit der nächsten Generation einmal ein komplettes Update zu bekommen, danach, wenn überhaupt, nur noch ein partielles. Im vergleich zu anderen Herstellern ist das eine sehr kundenfreundliche Updatepolitik, das drei Jahre alte iPhone 3GS wird jetzt immer noch gepflegt.
Die Optimierungen an sich sind eine runde Sache. Das OS ist nach wie vor flüssig und intuitiv. In vielen Punkten gab es kleine Verbesserungen, einige allerdings nicht für alle mit iOS 6 kompatiblen Geräte. Das wegfallen der Youtube App ist nicht unbedingt etwas negatives, sie kann im Appstore jederzeit geladen werden, es ist jetzt die Entscheidung des Users ob er sie möchte oder nicht. Einiges bekommt einen neuen Look, wirkt aufgeräumter. Es sind Optimierungen, wie es sie immer gibt: Nützlich, hübsch, praktisch. Allerdings nicht weltbewegend. Apple geht genau den richtigen Weg indem es keinen großen Umbruch bei bestehenden Apps gibt. Es bewahrt die Flamme, behütet dabei aber nicht die Asche.
Alles in allem also ein gelungenes und konkurrenzfähiges Betriebssystem.
Der Artikel hat eine gelungene Übersicht über die Neuerungen, ich werde deswegen nicht noch einmal über sie schreiben. Ich bin auch schon sehr gespannt auf tiefgründigere Tests, z.B. zur Qualität der Karten und Routingfunktion, zur Geschwindigkeit auf den verschiedenen Geräten oder dazu, wie brauchbar die Facebookintegration in der Praxis ist.
Was erwartet man von einer neuen iOS Version? Wie auch im Fazit hier liest man immer wieder die plakative Frage "Revolution oder Evolution?". Allerdings erwartet man von einer neuen iOS Version beides. Verbesserung der vorhanden Features und neue Features. Revolution und Evolution also. Etwas treffender: Innovation und Optimierung. Hier geht es besonders um die Innovation.
Enttäuschung resultiert immer aus einer Erwartungshaltung. Auf dem hohen Niveau das Smartphonebetriebssysteme erreicht haben, ist ein einzelnes Feature das jede Erwartung übertrifft nahezu unmöglich geworden. Das liegt daran, dass vermutlich an jeder Technik mit dem Potential diese Erwartungshaltung zu übertreffen mehrere der Branchengrößen forschen. Um zu verhindern, dass ein anderer mit der Veröffentlichung schneller ist, werden die Entwicklungszyklen immer kürzer. In kurzer Zeit ist es aber nahezu unmöglich eine Innovation mit Aha-Effekt zu entwickeln.
Das sieht man z.B. an Siri und Majel. Statt plötzlich ein sprechendes Handy auf den Markt zu bringen, kommt die Sprachsteuerung Schritt für Schritt beim User an. Innovationen erscheinen deswegen nicht als unglaublicher Durchbruch (wie ein plötzlich auf den Markt kommendes sprechendes Handy, ohne je zuvor von Sprachsteuerung gehört zu haben), sondern als kleine, aber stetige Verbesserung der Vorgängerversion. Ohne diesen Start von 0 auf 100, bleibt der vom Anwender zu Unrecht erwartete Aha-Effekt aus. Trotzdem sind diese Innovationen revolutionär.
Die Innovation mit dem meisten Potential in iOS 6 ist wahrscheinlich Passbook. Es gibt zwar noch fast keine Anbieter von Gutscheinen und Tickets in Deutschland, aber gerade das zeigt wie sehr Apple hier Richtung Zukunft denkt. Natürlich ist es für den Anwender im ersten Moment schade, und scheint eine völlig sinnolse App zu sein. Hätte Apple noch ein Jahr, also bis iOS 7, mit dem Start gewartet, hätte sich vielleicht sogar eine dreistellige Zahl an Launchpartnern gewinnen lassen. Aber wäre Passbook bei einem Start mit ~200 Contentanbietern aus einem exclusivem Kreis ausgereift gewesen? Sicher nicht!
Mit einer schnellen Veröffentlichung vor eventueller Konkurrenz, der Möglichkeit eigene Inhalte auf einfachste Weise zu erstellen, der Auslieferung der App zusätzlich zum letzen iPhone, wie eigentlich für Keyfeatures üblich, an das iPhone 3GS und 4 (==> schnelles erreichen der für einen Dienst dieser Art benötigten kritischen Masse) gibt Apple Passbook die Möglichkeit ähnlich durchzustarten wie der Appstore zur Anfangszeit des iPhones. Noch dazu verzichtet Apple auf das in Deutschland nahezu unbekannte NFC und stellt mit Barcodes eine unkomplizierte und günstige Alternative bereit. Wegen dem niedrigen Realisierungsaufwands eines Gutscheins/Tickets und vielen Nutzern wird sich Passbook schnell zum Contentanbietermagnet entwickeln.
Da sich Apple nicht bemühen muss Contentpartner zu gewinnen, kann es seine volle Aufmerksamkeit darauf lenken, Partner zur Bezahlung mit Passbook zu finden. Das könnte sich für den Anwender nicht nur durch mehr Komfort beim Umgang mit Passbook, sondern auch durch eine Doppelsubvention von Geräten durch Mobilfunkvertrag und Kreditkartenvertrag positiv bemerkbar machen.
Die zweite große Innovation, der eigene Kartendienst, ist angeblich teilweise etwas schlechter im Vergleich zu Google Maps. Auf den zwei neuesten Geräten bietet er dazu noch einige interessante Features. Eigentlich nur ein Tausch eines Fremdanbieters gegen ein eigenes Produkt, nichts wirklich besonderes. Das besondere daran ist die Zukunft die diese Anwendung haben wird. In Kombination mit Passbook und vielleicht zukünftig auch Facebook, ist es durch einen eigenen Kartendienst möglich ortsabhängige Dienste viel besser in das Ökosystem zu integrieren wie durch einen anbieterfremden Kartendienst. Der eigene Kartendienst ist also in erster Linie als großer Gewinn für das Ökosystem zu sehen.
Das waren die großen Innovationen, wie muss man die Optimierungen einordnen? Grundsätzlich kauft man ein Smartphone so wie es ist, selten gibt der Hersteller ein Updateversprechen. Bei Apple kann man damit rechnen mit der nächsten Generation einmal ein komplettes Update zu bekommen, danach, wenn überhaupt, nur noch ein partielles. Im vergleich zu anderen Herstellern ist das eine sehr kundenfreundliche Updatepolitik, das drei Jahre alte iPhone 3GS wird jetzt immer noch gepflegt.
Die Optimierungen an sich sind eine runde Sache. Das OS ist nach wie vor flüssig und intuitiv. In vielen Punkten gab es kleine Verbesserungen, einige allerdings nicht für alle mit iOS 6 kompatiblen Geräte. Das wegfallen der Youtube App ist nicht unbedingt etwas negatives, sie kann im Appstore jederzeit geladen werden, es ist jetzt die Entscheidung des Users ob er sie möchte oder nicht. Einiges bekommt einen neuen Look, wirkt aufgeräumter. Es sind Optimierungen, wie es sie immer gibt: Nützlich, hübsch, praktisch. Allerdings nicht weltbewegend. Apple geht genau den richtigen Weg indem es keinen großen Umbruch bei bestehenden Apps gibt. Es bewahrt die Flamme, behütet dabei aber nicht die Asche.
Alles in allem also ein gelungenes und konkurrenzfähiges Betriebssystem.