Keylan schrieb:
Schon irgendwie Krank, das wir heutzutage 8-9 Jahre brauchen vom Vorhaben eine Produktionsanlage zu errichten bis dann die ersten Produkte da raus kommen.
Die Industrie als solches braucht definitiv
keine 8–9 Jahre, um solche eine Produktionsanlage für Halbleiter-Prozesse zu errichten –
Intel und nur Intel braucht soviel Zeit für sowas. Intel ist aber bekanntlich schon lange nicht mehr das Maß aller Dinge mit der Halbleitersparte, auch wenn sie das gerne so darstellen und sich wie eh und je gerne in der Position des Spitzenreiters sehen, laufen sie tatsächlich allen hinterer …
Du legst also schlicht den Intel'schen Maßstab an ihr hauseigenes Problem und projizierst in Folge die Intel-Taktiken ewiger Verschleppung (für Kursmanipulation) fälschlicherweise
auf die ganze Industrie insgesamt.
Du mißt also die Industrie nach Intel-Maßstäben, statt anders herum Intel nach den Maßstäben der Industrie.
Keylan schrieb:
Gefühlt waren das in der Vergangenheit Projekte die in 2-3 Jahren durch waren, und wenn es große Projekte gab die fast ein Jahrzehnt oder Länger gedauert haben, dann weil man einen halben Berg versetzt hat oder ganze Küstenstreifen mit Dämmen versehen hat oder Tunnel zwischen UK und Frankreich oder oder.
Das ist auch heute noch in der Halbleiterbranche so, daß solche Fertigungshallen binnen kürzester Zeit von 1–3 Jahren hochgezogen und selbst Großprojekte binnen kürzester Zeit aus dem Boden gestampft werden.
Bestes Beispiel hierzulande war doch Bosch, die selbst in der Hochphase der Corona-Zeit ihr Werk in Dresden, von der Öffentlich kaum bis gar nicht gemerkt, in Rekordzeit hochgezogen haben.
Der nächste heimische Hersteller, der in schwierigen Zeiten in Rekordzeit ein Werk hochziehen kann, war Infineon, welche es kurioserweise fertigbrachten, auch von der Öffentlich kaum bis gar nicht gemerkt, ebenfalls in Rekordzeit und ohne großes Tamtam
innerhalb der Corona-Zeit ein Werk hochzuziehen und in Betrieb zu nehmen, während
das andere I es
jahrelang nicht fertig brachte,
trotz größerer Finanzreserven das Gleiche hinzubekommen. Infineon ist trotz allem wirtschaftlich betrachtet derweil ein Winzling gegenüber dem anderen I.
Wie kann das sein?
Internationale Beispiel sind SK Hynix in Fernost, GlobalFoundries in New York oder TSMC/Samsung in Amerika.
Wie gesagt, solche extremen Verzögerungen sind ziemlich Intel-eigen und tatsächlich abnormal.
Und nein, für die Fertigungsstätte selbst spiel es keine große Rolle, in was für Prozessen hinterher in den Gebäuden tatsächlich gefertigt wird. Ob jetzt Bosch' 180–65 nm Prozesse im eigenen Werk in Dresden, nebenan beim Gemeinschaftsprojekt ESMC mit TSMC, Bosch, Infineon und den Holländern von NXP in 28–16–12 nm oder bei Intel in 18Å — Entsprechenden Hallen zur Halbleiter-Fertigung müssen
allesamt erschütterungsfrei für absolute Reinraum-Fabrikation ausgelegt sein,
egal welcher Prozess …