Bericht Leistungsschutzrecht

Andy

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#1
Das Leistungsschutzrecht kommt, aber erst Gerichte werden entscheiden, welche Konsequenzen es in der Praxis für den einzelnen Nutzer und die digitale Welt hat. ComputerBase analysiert ein Gesetz, das an inneren Widersprüchen scheitert und beispielhaft für die unausgegorene Netzpolitik in Deutschland steht.

Zum Artikel: Leistungsschutzrecht
 

Mercsen

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#2
Wozu auch freiheit? Oder das problem an der wurzel bekämpfen, lieber die gesamte Bevökerung unter General verdacht stellen.
 
M

moko

Gast
#3
Ist das Ingamegarfik?? Sieht goiler aus als wie Crysus! WOW!:o Bulleward FTW!
 
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nap

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#4
Dann gibts bald neben Warez auch Newz und Googlez.
 
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#6
Toller Artikel!
Aber ich denke um Google einzuschränken ist es schon fast zu spät. Das Problem ist, dass es nicht wirklich Alternativen gibt.
 
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#7
Hm, als nächstes verlangt Google dann wohl Lizenzgebühren von den Verlagen, damit diese in der Suche überhaupt auftauchen ;)
 

LATEX

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#8
Zuerst meine Gratulation an Andreas. Bester Artikel den ich gelesen habe zu Leistungsschutzrecht. Vielseitig, informativ und detailliert. Der Vergleich mit den 1960er war ein bisschen lustig. Freie Liebe war eine Nebenerscheinung nicht das Ziel. :D
Sonst wirklich sehr schön.

Wie es sich unter dem LSR lebt wird sich erst herausstellen da man schwer abschätzen kann wie das LSR in der Praxis genutzt wird.
 

Wums

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#9
Wie soll ich das verstehn? Wenn ich was google und der erste Fund ist z.b. von Spiegel online dann muss google Spiegel eine gebühr entrichten? Die sollen sich doch freuen das ich zu Spiegel komme damit die Werbeeinnahmen erhalten....so ein unsinn das ganze. Und wenn google das zu blöd ist findet man einfach nix mehr vom Spiegel?
 

Timesless

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#10
Wie soll ich das verstehn? Wenn ich was google und der erste Fund ist z.b. von Spiegel online dann muss google Spiegel eine gebühr entrichten?
So ist es. So scheffelt Google mehrere Mio. $. Mittlerweile ist solche Werbung sicherlich auch attraktiver und erträglicher als eine Werbesäule an einem gut besuchten Ort zu nutzen.
 
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SB1888

Gast
#11
Übertragen auf das Leistungsschutzrecht würde das bedeuten, Google darf Snippets der Verlage nach wie vor übernehmen, ohne Lizenzgebühren zu bezahlen.
Momento...
In dem Auszug ist ganz klar zu lesen, dass die "Schlagzeile" --> Bayern schlägt Schalke
übernommen werden darf, ein "Snippet" sieht aber wohl nach der Definition:

anders aus...
Nämlich mit beschreibendem Text, der es eventuell schon überflüssig macht den eigentlichen
Text zu lesen, genauso wäre es wohl wenn in der Schlagzeile "Bayern schlägt Schalke mit 4:3" stehen würde...

Ich kann die Zeitungsverlage schon verstehen, die Welt ist auf kostenlose Inhalte aus, so lange diese von irgendwo her
geliefert werden ist es dem Nutzer recht, jetzt kommt dazu, dass Auszüge der eigenen Seite irgendwo zentral
zusammengefasst werden, bspw. Google News, damit machen sich die Verlage online die Arbeit,
haben im Endeffekt aber nicht mal die Besucherzahlen auf der eigenen Seite.

Die Konsequenz wäre die neusten Inhalte nur gegen "Zugangsdaten" zugänglich zu machen, aber es mag ja auch niemand
dann dafür bezahlen, man bekommt die Infos ja auch noch woanders und Google findet es. ;)

Google ist eine Datenkrake, aber es ist ja hier nicht anderes: http://www.bing.com/news
Genauso erinnere ich mich da spontan an die "News-App" von Microsoft, welche standardmäßig in Win8 integriert ist.


wenig Freude an IT-Monopolen haben – Stichwort: „Microsoft“
Sehe ich nicht so, Microsoft ist gewachsen, langsam, stetig, durch gute Produkte und Marktpräsenz,
Google war zu Beginn eine Suchmaschine, zugegeben eine sehr gute, aber was gab es schon groß an Alternativen?
Das Wachstum ging danach extrem schnell, ich persönlich warte noch wann die Bombe platzt und fühle mich unter
den 10% die nicht bei Google suchen pudelwohl :D
Was Google einfach über die Zeit verknüpft, aufgekauft, zusammengereiht und etabliert hat ist Wahnsinn und
niemand schert sich um Alternativen weil es gibt ja schon das Eine.

Noch dazu schaue mal jemand wie Microsoft von der EU bspw. gedämpft wird, Google ist bislang aus allem fein raus.
 
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Andy

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#12
Und wenn google das zu blöd ist findet man einfach nix mehr vom Spiegel?
Möglich, evtl. wird Google aber auch gerichtlich "gezwungen", Artikel der Verlage anzuzeigen, weil Google halt die dominierende Suche im Web ist. Das Gesetz ist da aber auch widersprüchlich, im Interview wird das thematisiert bei der Frage: "Eine oftmals diskutierte Folge ist, dass Google die Web-Angebote der Verlage aus dem Index wirft, anstatt Lizenzgebühren zu bezahlen. Ihr Kollege Fritz Pieper argumentiert allerdings auf Telemedicus, Google könnte aus kartellrechtlichen Erwägungen von Gerichten gezwungen werden, sich mit den Verlagen zu einigen."

Btw speziell zu Spiegel Online: Die haben (wie einige andere Medien) bereits angekündigt, dass Snippets nach wie vor verwendet werden dürfen. Also wie gehabt, nix genaues weiß man nicht. :freak:

Zitat von SB1888:
Nämlich mit beschreibendem Text, der es eventuell schon überflüssig macht den eigentlichen
Text zu lesen, genauso wäre es wohl wenn in der Schlagzeile "Bayern schlägt Schalke mit 4:3" stehen würde...
Da kann man aber gegenargumentieren, dass die Snippets so aber der "üblichen Nutzung" der Suchmaschinen entsprechen (siehe Bildersuche-Urteil vom Bundesgerichtshof). Die Verlage müssten deswegen erstmal Schutzmechanismen einbauen, damit Google nicht automatisch zugreifen darf.

Bei der Frage, ob Google zahlen soll oder nicht, gibt es halt diverse Pro- und Kontra-Argumente für beide Sichtweisen. Was am Ende zutrifft, entscheiden halt Gerichte... deswegen sprech ich auch im Artikel von einem "juristischen Roulette".
 
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SB1888

Gast
#13
Die Verlage müssten deswegen erstmal Schutzmechanismen einbauen, damit Google nicht automatisch zugreifen darf.
Jap, dies geht dann wohl zu Bezahlinhalten, wo sich Interessenten dann auf deren Page anmelden müssen, was allerdings die Ergebnisse bei
Google einschränkt und die Nutzerzahlen auf den Newsseiten ebenso.
So einfach ist es ja eben nicht, ich stelle mir auch vor ein passendes Gesetz kann es da nicht geben, defacto müsste man Google
alles verbieten und sie dürften lediglich noch eine Suche für Stichworte zur Verfügung stellen, welche generell auf andere Seiten
verweisen muss. (geht aber ja auch nicht^^)

Allerdings hätte dieses Gesetz wohl eher ins "Sommerloch" gepasst, aber das kommt ja noch, was dabei wohl herauskommt?
 
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#14
Wenn google gesetzlich verpflichtet wird, bestimmte Sachen zu zeigen, dann aber dafür bezahlen soll, diese Sachen zu zeigen, dann ist das so, als würde man Google zwingen eine Straftat zu begehen und dann die Schuld zu übernehmen richtig?
Einfach sämtliche Kosten die dadurch anfallen als steuerlich absetzbar angeben und schon trägt der Steuerzahler die Kosten.
 

Andy

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#15
Allerdings hätte dieses Gesetz wohl eher ins "Sommerloch" gepasst, aber das kommt ja noch, was dabei wohl herauskommt?
jab, wenn das Gesetz irgendwann rechtskräftig ist, wird es interessant. Gerade weil sich die Sichtweise der Presseverlage so fundamental von der Sichtweise von Juristen unterscheidet. Da besteht Drama-Potential...
Wenn google gesetzlich verpflichtet wird, bestimmte Sachen zu zeigen, dann aber dafür bezahlen soll, diese Sachen zu zeigen, dann ist das so, als würde man Google zwingen eine Straftat zu begehen und dann die Schuld zu übernehmen richtig?
Theoretisch kann man das so sehen, weil das Leistungsschutzrecht ein Verbotsrecht ist und keinen Teilhabeanspruch vorsieht, was aber nicht zur eigentlich Intention des Gesetzes passt. Die Verlage betonen ja, dass sie nicht bei Google ausgesperrt werden wollen (wäre ja heute schon technisch möglich), sondern eben an den Umsätzen beteiligt werden wollen.
 

gh0sthunter

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#16
Mal abseits vom Inhalt: Ich habe jetzt nur etwas reingelesen und den Rest überflogen, aber fehlt hier nicht der Standardzweizeiler von wegen "Dies ist eine kommentierende Einzelmeinung und repräsentiert nicht die Meinung von ComputerBase."? Ebenso wie die eindeutige Klassifikation (bei euch ja üblicherweise in der Überschrift) als Kommentar?
Denn wenn das eine Art Bericht sein soll, finde ich den Text leider nicht so gut geschrieben.

Als Kommentar dagegen richtig schön zu lesen. Bin mal gespannt, wie das jetzt dann läuft.
 

kaimauer

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#17
Ansich ein guter Artikel, der ein kontroveres Thema auch einigermassen kontrovers beleuchtet. Allerdings ist die Einleitung so schlecht, dass ich um ein Haar nicht weitergelesen hätte.

Da wird moniert, dass ein Thema zum Kampf um Meinungs- und Pressefreiheit aufgeblasen wird,
Von den Beteiligten aufgeblasen zum Kampf um Meinungs- und Pressefreiheit, entscheidend für die Zukunft des Internets und der Demokratie, entspricht der Zwist doch vielmehr einem Generationenkonflikt.
nur um wenig später einen einen völlig übertriebenen Vergleich zu den Studentenrevolten der 60er zu ziehen, die zudem auch noch in einem völlig verklärten Bild dargestellt werden. Das klingt für mich aufgeblasen.
Der ähnelt den Studentenrevolten in den 1960er Jahren, nur geht es heute nicht um freie Liebe, sondern um freie Informationen.
Nur zur Erinnerung, in den Studentenrevolten ging es um alles mögliche, aber in erster Linie, um die Forderung, alte Eliten, die sich auch nach Ende der Nazidiktatur immer noch zu Hauf an den Schaltzentralen der Macht befanden, abzusetzen. Das war ein ungeheuer wichtiger Prozess in der Selbstfindungsphase der noch relativ jungen BRD. Das Ganze auf die Fordung nach Freier Liebe zu reduzieren, wird den Toten und unzähligen Verletzten, auf verschiedenen Seiten, dieser Tage nicht gerecht. Der Vergleich hinkt nicht, der humpelt!
 
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hallo7

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#18
Das schlimmste an der Sache ist, dass die Politik mittlerweile Gesetze entwirft ohne Maß und Ziel. Dieses entscheiden !im Nachhinein! die Gerichte.
Bald kommt das blanko Gesetz, gegen einen Obolus kann man das bestellen und danach das gewünschte eintragen...:rolleyes:
 

Robo32

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#19
Das Leistungsschutzrecht ist und bleibt gefährlich - die Gerichte sollten auch jede Klage die sich darauf beruft wegen "unklarheit" abweisen, sie sind nicht dafür da zu erraten was der Gesetzgeber eigentlich/möglicherweise gewollt haben könnte.

..., sondern eben an den Umsätzen beteiligt werden wollen.
Wollen können sie vieles...

Einige unlösbare Probleme haben die Verlage aber doch
1. Google könnte sie einfach kaufen^^
2. In einigen Jahren wird es sowieso kaum noch welche geben, weil die meisten keine Zeitungen mehr kaufen und auch online nicht bezahlen wollen und werden.
3. Sollte sich Google auf ein Rechtstreit einlassen, wird es die Verlage ohnehin nicht mehr geben bis dieser abgeschlossen ist - dafür braucht man viele Jahre und Google kann auch nachhelfen indem es die Verlage bis zur endgültigen Klärung delistet... ( vor dem Ende dieser Prozesse könnte auch kein Gericht Google zwingen sie wieder zu listen, denn das wäre ein Eingriff in ein laufendes Verfahren ).

Wie dem auch sei, die Verlage sind schon tot, wissen es nur noch nicht.
 

Andy

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#20
Als Kommentar dagegen richtig schön zu lesen. Bin mal gespannt, wie das jetzt dann läuft.
Im Endeffekt ist es wohl so ein Zwischending. Dem Inhalt bearbeite ich in Berichtform, ich hab versucht, meine eigene Meinung so gut es geht rauszuhalten, sondern das Gesetz möglichst "nüchtern" zu analysieren. Problem ist da halt: Solche juristischen Debatten lesen sich dann furztrocken, deswegen wollte ich den "objektiven" Inhalt mit der Generationenkonflikt-Metapher lockerer und nachvollziehbarer aufbereiten, sodass vielleicht auch diejenigen den Artikel lesen und verstehen, die zwar prinzipiell am Thema interessiert sind, das ganze bislang aber zu trocken und abstrakt fanden -- was meiner Ansicht nach ein Grundproblem bei der Berichterstattung über Netzpolitik ist. So gesehen ist der Artikel so 'ne Art Feldversuch.

Und für diejenigen, die damit gar nix anfangen können, ist ja immerhin noch das Interview da. Das ist ja frei von der Generationenkonflikt-Metapher.

Da wird moniert, dass ein Thema zum Kampf um Meinungs- und Pressefreiheit aufgeblasen wird,

nur um wenig später einen einen völlig übertriebenen Vergleich zu den Studentenrevolten der 60er zu ziehen, die zudem auch noch in einem völlig verklärten Bild dargestellt werden. Das klingt für mich aufgeblasen.
Zugegeben, der direkte Vergleich zu den Studentenrevolten ist bissl over-the-top, grundsätzlich ging es mir aber darum, die unterschiedlichen Mentalitäten zwischen Internetunternehmen wie Google und den "klassischen" Presseverlagen herauszuarbeiten, um eine Vorstellung zu vermitteln, wie es zu den Widersprüchen in dem Gesetz kommt. "Freie Liebe" zu "freie Informationen" ist dabei in erster Linie 'nen kleines Wortspiel, um den Übergang hinzubekommen. Und ich denke, grundsätzlich passt der Vergleich mit der Hippiebewegung ganz gut.

Ich will damit aber niemanden zu nahe treten und auch nicht die 68er verunglimpfen. Das es bei denen in erster Linie nicht um freie Liebe ging, ist mir bewusst. Aber wie oben im Beitrag geschrieben, ich nutze das Thema vor allem als Metapher, um damit das an sich trockene Thema Leistungsschutzrecht in einen übergeordneten und nachvollziehbaren Kontext zu bringen.

Btw. die Einleitung ist bei solchen Themen immer eine zwiespältige Sache. Schreibst du zu nüchtern, drehen viele desinteressiert ab, überspannst du den Bogen, vergraulst du andere Leser. Da einen vernünftigen Kompromiss zu finden, ist halt immer bissl Drahtseilakt und letztlich kann man es wohl nicht allen recht machen. Das gilt halt insbesondere für ein Thema, bei dem es bei den Lesern wohl einen ziemlich großen Wissensunterschied gibt. Die einen haben die Debatte verfolgt, die meisten aber eher nur "zur Kenntnis" genommen.
 
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