LGBTQI und das heteronormative Weltbild

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Ein Kumpel von mir, welchen ich nur über das Internet kenne, sagte mir mal, dass er Pan Sexuell sei und schon mal mit Männer intim war. Das war so ziemlich meine einzige direkte Erfahrung in die Richtung. Ansonsten kenne ich bewusst keine Homosexuelle, oder Bisexuelle Person. Also von der ich es wirklich weiß.

Kann also auch nicht aus erster Erfahrung sagen, wie oft das zum Thema wird. Bezüglich Thema Homosexualität wurde ich ziemlich Gleichgültig erzogen. Was andere Machen, geht uns nichts an und andersherum.

Transpersonen kenne ich auch keine Persönlich. Meine erste bewusste Wahrnehmung mit dem Thema in die Richtung war dann Lilo Wanders. Es hat mich damals sehr überrascht, dass diese Person ein Mann ist und ich das nicht Wahrnahm. Zur Info. Ich war damals vielleicht 12 Jahre alt. Da meine erste Wahrnehmung von der Person eine Frau war, ist das selbst bis heute so, obwohl ich weiß, dass die Person ein Mann ist.
Das ist für mich so weit entscheidend, da meine Wahrnehmung einer Person eigentlich bestehend bleibt, selbst wenn die Person ihr Geschlecht ändert. Lilo Wanders ist also in meiner Wahrnehmung mehr eine Frau, als z.B. die Wachoswskis Geschwister.

Ich versuche mich auch immer in die Situation solche Gruppen hineinzuversetzen, warum Personen sich im Falschen Körper fühlen. Ich muss aber sagen, besonders in letzter Zeit fällt mir das wirklich schwer, mich in die Situation hineinzuversetzen, da es wohl einfach zu Komplex ist.

Früher, jetzt nochmals auf Lilo Wanders bezogen, hatte das für mich auch einfach etwas mit verkleiden zu tun und eher das Rollenbild des Geschlechtes. Es war eher eine Frage der Lebensweise. Aber, dass man sich wirklich im Falschen Körper befindet. Also Falsch im Sinne von mehr als nur zu kleine Brüste, oder eine zu große Nase. Das ist ein Zustand, in dem ich mich selbst nicht hineinversetzten kann und ich deshalb auch nicht nachempfinden. Ich muss auch sagen, ich kann mir nicht vorstellen, einen so Umfangreichen Eingriff vornehmen zu lassen, wie eine Geschlechtsangleichung. Ich vertrete da die Ansicht, dass man einen an sich Funktionierenden Körper nicht verändert.

In meiner Vorstellung spielte das auch nie eine große Rolle, ob mein Körper nun weiblich, oder Männlich war. Mein Körper war Männlich und so war es dann nun mal. Ich weiß aber auch nicht, wie ich mich fühlen würde, wenn ich mir entsprechende Hormone Spritzten würde.

Ich Befinde mich in der Situation, dass ich mich entweder mit meinem Geschlecht Infizieren kann, oder es nur egal ist. Da ich den anderen Zustand nicht kenne, kann ich das auch nicht beurteilen, was nun zutrifft.

Soviel mal zu meiner Ansicht, zu dem Thema und meine recht überschaubaren Erfahrungen
 
@CCIBS Da haben wir schon einen, der eben gar nicht unterscheiden kann was los ist. Lilo Wanders ist eine Mann, kein Transsexueller. Er ist Verheiratet hat Kinder und lebt auch im Alltag als Mann.

Er ist lediglich Travestiekünstler und spielt nur die überzogene Weiblichkeit.

Wenn man Transvestiten erlebt wird sofort klar, dass dies eine Rolle ist, weil diese so überzogen wird. Grade in homosexuellen Kreisen ist das eine gut integrierte Selbstdarstellung um mit den Klischees zu spielen und zu provozierten. (da geht es dann aber schnell um Gruppenidentität und Abgrenzung zum Normativen)
Transsexuelle hingegen wollen einfach nur in ihrem Erlebten Geschlecht leben und dies in der Regel dann auch unauffällig. Sprich wenn man nicht zum sehr engen Umfeld gehört wird man eine Trans-person nicht als solche erkennen.
 
Keylan schrieb:
@CCIBS Da haben wir schon einen, der eben gar nicht unterscheiden kann was los ist. Lilo Wanders ist eine Mann, kein Transsexueller. Er ist Verheiratet hat Kinder und lebt auch im Alltag als Mann.
War mir bewusst, das jemand kommt, der es falsch verstehen will :D
Darum ist diese Diskussion auch immer so anstrengend...
 
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whtjimbo schrieb:
Eigentlich kann man überall in Deutschland sein eigenes "sein" frei ausleben, dass man manchmal auf Unverständnis trifft oder Erstaunen auslöst, ist üblich.
Es kommt darauf an wie Unverständnis und Erstaunen geäußert werden, nicht?
whtjimbo schrieb:
Frage doch einfach körperlich schwerstbehinderte Menschen, wie die sich täglich fühlen, (…)
Warum sollte ich fremde Menschen auf ihre intimsten Gefühlsregungen ansprechen wollen?
Was Diskriminierung bedeuten kann ist mir bewusst aus eigener Erfahrung und meinem Umfeld, gleichwohl zieht es meine Aufmerksamkeit zu besonderen, aus der Masse herausstechenden Menschen gelegentlich. Ist so, kann ich nix machen – wegschauen liegt mir nicht.
Das ich hier eine Grenze überschreiten könnte war mir nicht bewusst und ich stelle es mir auch wenig sehr schwierig vor Blickkontakt vollständig zu vermeiden.
DerOlf schrieb:
Männer treiben eher agressivere, körperlich anstrengendere Sportarten
Vielleicht frischst du dein Wissen mal etwas auf 😉
Ein Beispiel; https://en.wikipedia.org/wiki/Women's_mixed_martial_arts
DerOlf schrieb:
Hat man Frauen in den Krieg geschickt? ... nö ...
Lies auch;
https://en.wikipedia.org/wiki/Women_in_ancient_warfare
https://en.wikipedia.org/wiki/Shield-maiden
https://en.wikipedia.org/wiki/Women_in_war
etc.

Vermutlich stimmt deine Annahme, dass mehr Männer in Kriegen beteiligt waren. Am Ende ist es wahrscheinlich egal wer durch wessen Hand stirbt.
CCIBS schrieb:
Darum ist diese Diskussion auch immer so anstrengend...
Vielleicht. Austausch ist trotzdem gut.
 
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Ich verstehe transsexuelle eigentlich ganz gut. Der eine Mann möchte eine Frau sein (warum ist erstmal egal) bzw die Frau möchte ein Mann sein (Grund ebenso egal).

Ich verstehe schwule und lesben. Jeder darf es mit dem "treiben" mit dem er/sie will.

Ich habe aber kein Verständnis für Menschen die sich ein "Geschlecht" ausdenken und alle Menschen im Umfeld damit Konfrontieren und ihr (angebliches) Wissen teilen müssen. Manche kennen das von Veganer. (Nein, mit Veganer habe ich auch keine Probleme)

Geschlecht Apache Helikopter oder Zündkerze. Sorry das verstehe ich einfach nicht.
 
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Ich hätte es jetzt etwas höflicher formuliert als @Asznee , aber im Grund habe ich auch ein Verständnisproblem abseits von "homosexuell" und "ich möchte das andere Geschlecht sein".
Was ist denn jetzt dieses ganze LGBTQI und warum ist "trans" jetzt was anderes (abseits das es Spuren von vor der OP gibt in Form von nicht Zeugungsfähig oder ggfls leicht anderer Physis was im Leistungssport eine Rolle spielen kann) als dann doch wieder Mann oder Frau? Letztlich haben sich diese Personen ja entschieden eben genau dieses (andere) binäre Geschlecht haben zu wollen, sie wollen gerade nicht etwas "anderes" sein.
Wir haben jetzt in Deutschland das Geschlecht "divers" eingeführt und bis dato verstehe ich nicht, was das sein soll. Was muß jetzt eine Person sein, damit sie divers ist.

Was hier auch Thema ist, kommt mir persönlich auch so vor. Wir waren bei der Akzeptanz gegenüber anders "sexuell orientierten" Menschen schon mal in der Gesellschaft weiter, als wir es heute sind. Gefühlt hat die Akzeptanz in der Gesellschaft in den letzten 20 Jahren deutlich verloren.
Mir persönlich erschließt sich das Thema LGBTQI überhaupt nicht und fühle mich bei den Diskussionen auch eher angegriffen, dass ich aufgefordert werden sollte etwas zu tun, dabei ist es mir eigentlich egal, was für eine sexuelle Orientierung mein Nachbar hat, oder ob er sich hat umoperieren lassen oder nicht. Das war doch das Ziel der Diskussion, dass wir eben "kein Problem" mit diesen Personen haben und diese gleichberechtigt in der Gesellschaft leben können.
Der momentane Diskurs führt doch in der Form, wie er jetzt geführt wird auf seine aggressive Art sehr bewußt auf Ablehnung. Auch da ist das Beispiel von @Asznee wieder den wunden Punkt auf. Veganer können Essen was sie wollen, solange sie mir das nicht auf den Teller legen, denn das ist mein Teller. Und genau so kann doch jede Person sein was sie will, solange ich nicht mit ihr "ficken" muß, denn andersherum muß ich ja genauso dasselbe Recht auf heterosexualität und Zufriedenheit mit meinem angeborenen Geschlecht haben, wie diese Personen, die es anders wollen.
Gleichberechtigung heißt nicht, dass man das "Schwächere" auf einen Thron hebt.

Ich habe im Bekanntenkreis auch ein paar Personen die "erzkonservativ" sind und die haben damit tatsächlich ein echtes Problem. Da hatte ich schon Diskussionen in der Form "Ich kann doch meine Tochter nicht in eine Schule bringen, wo ein schwuler Lehrer ist..." Wie soll man denn solche Leute abholen, wenn man hier regelrecht aggressiv Homosexualität (und den Rest von LGBTQI) aufs "Brot schmiert".
 
Asznee schrieb:
Ich verstehe transsexuelle eigentlich ganz gut.

Ist das wirklich so?

Asznee schrieb:
Der eine Mann möchte eine Frau sein (warum ist erstmal egal) bzw die Frau möchte ein Mann sein (Grund ebenso egal).

Es geht nicht darum, dass man ein anderes Geschlecht sein will, sondern das man ein anderes ist.
Warum ist der Unterschied wichtig? Bei erstem wird suggeriert, dass man sich die Geschlechtsidentifikation aussuchen könnte.

Das ist aber nicht der Fall!

Sorry, aber solche Nuancen sind wichtig. Das ist genauso, dass man sich nicht aussuchen kann ob man Pan, Bi, Homo- oder Heterosexuell ist. Es gab zum Beispiel mal eine Studie, wo man (angeblich) herausgefunden hat, dass homosexuelle Menschen ein leicht andere Hirnstruktur haben als heterosexuell Menschen.
Bei Transidenten Menschen gibt es ähnliche Studien, allerdings ist das noch recht umstritten, weil es auch gegenteilige Studien gibt.

maiLab hat das ganz gut erklärt:

Asznee schrieb:
Ich habe aber kein Verständnis für Menschen die sich ein "Geschlecht" ausdenken und alle Menschen im Umfeld damit Konfrontieren und ihr (angebliches) Wissen teilen müssen.

Wer denkt sich Geschlechter aus?
Es gibt nun mal Genderfluide Menschen genauso wie es Menschen gibt, welche von Geburt an Geschlechtsmerkmale von beiden Geschlechtern haben.

Asznee schrieb:
Manche kennen das von Veganer. (Nein, mit Veganer habe ich auch keine Probleme)

Naja, in meiner Wahrnehmung sind da viele Fleischesser militant, von Veganern wurde ich noch nicht belästig (bin selber Fleischesserin). Was ich damit sagen will: wir müssen endlich mit diesen Schwarz-Weiß-Gut-Böse-Denken aufhören. Das hilft niemanden.
 
Karan S'jet schrieb:
Bei erstem wird suggeriert, dass man sich die Geschlechtsidentifikation aussuchen könnte.

Das ist aber nicht der Fall!

Sorry, aber solche Nuancen sind wichtig. Das ist genauso, dass man sich nicht aussuchen kann ob man Pan, Bi, Homo- oder Heterosexuell ist.
Es hat niemand dagegen gewettert, dass diese Personen nur aufgrund eines freien Gedankens nicht hetero sind. Das da mehr dahinter steckt ist doch schon lange ein Thema, nicht erst jetzt mit der LG-Dingsbums Bewegung.
Ich halte es auch deswegen für richtig, dass da Fachkräfte bewerten bevor einfach mal so um operiert wird.

Karan S'jet schrieb:
Wer denkt sich Geschlechter aus?
Es gibt nun mal Genderfluide Menschen
Kannst du das bitte mal weiter erläutern? Gehts da mehr darum wie man im Kopf (physisch) gepolt ist, weil dann sind wir ja wieder im Bereich Bi/Homo, oder gehts da tatsächlich um die "harte Physis" im Form von primären und sekundären Geschlechtsteilen? Letzteres ist doch kein weicher Übergang zwischen Mann und Frau, das ist doch tatsächlich ein entweder oder.
Karan S'jet schrieb:
genauso wie es Menschen gibt, welche von Geburt an Geschlechtsmerkmale von beiden Geschlechtern haben.
Wie wird denn damit mittlerweile verfahren? Habe das gerade mal gegoogelt, aber das scheint ein schwieriges Thema zu sein. Vor allem weil die Begrifflichkeiten hier schwammig benutzt werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pseudohermaphroditismus
Letztlich ist es aber so, dass die Gattung Mensch nunmal klar getrennt ist und so ein Fall tatsächlich ein "Defekt" vom Genpool ist, ob man das jetzt positiv oder negativ betitelt ändert daran nichts.
Das hat ja auch nichts mit Transsexuell zu tun.
Wartet man bis zur Pubertät ab und entscheidet dann, was sich eher durchsetzt? Die Person ist dann ja noch minderjährig und hat sicherlich nicht die nötige "sexuelle Reife".
 
Hallo

SavageSkull schrieb:
Wir haben jetzt in Deutschland das Geschlecht "divers" eingeführt und bis dato verstehe ich nicht, was das sein soll. Was muß jetzt eine Person sein, damit sie divers ist.
Mit Divers habe ich auch so meine Probleme, Divsers finde ich als Bezeichnung für ein Geschlecht merkwürdig/unglücklich/ungenau gewählt.

SavageSkull schrieb:
Was ist denn jetzt dieses ganze LGBTQI
Bei LGBTQIA stehen 4 Buchstaben (L/G/B/A) für sexuelle Vorlieben/Orientierungen und nicht für Geschlechter.

SavageSkull schrieb:
und warum ist "trans" jetzt was anderes
Transgender ist eigentlich kein Geschlecht sondern der "Weg" zum anderen Geschlecht, die wenigsten Transgender bleiben auf halbem "Weg" stehen und entscheiden sich für (Pseudo) Hermaphroditismus.

Queer ist eigentlich nur eine Protestbewegung gegen Heterosexualität und trifft auf alle L/G/B/A zu : https://de.wikipedia.org/wiki/Queer
Zitat:
"Das Adjektiv queer ['kwɪə(ɹ)] ist eine anglizistische Sammelbezeichnung für Personen, Handlungen oder Dinge, die durch den Ausdruck ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität eine Abgrenzung zur gesellschaftlichen Cisgender-Heteronormativität vollziehen. Früher wurde queer im Sinne von „sonderbar, eigenartig, suspekt“ verwendet, um Homosexuelle abzuwerten (siehe Homophobie). Seit Mitte der 1990er-Jahre wird queer als ins Positive gewendete Selbstbezeichnung vor allem nicht-heterosexueller Menschen gebraucht."

Intersexualität ist nur eine andere Bezeichung für (Pseudo) Hermaphroditismus und neben Mann und Frau das dritte Geschlecht: https://de.wikipedia.org/wiki/Pseudohermaphroditismus

Als Bezeichnung für Geschlechter fände ich Mann, Frau und Hermaphrodite oder Intersexuell richtiger als Mann, Frau und Divers.

Grüße Tomi
 
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Keylan schrieb:
Also nach den letzten Kommentaren von @whtjimbo und @Banger muss ich nochmal den TE (@Zeitlupe_1982) fragen. Es ging doch um Transsexuelle oder?
Eigentlich sollte es um den Einfluss der Heteronormativität auf alle Geschlechtsidentitäten gehen und Ansätze, wie man die Situation gegebenfalls verbessern kann, wenn man ein Problem erkennt.

Feligs schrieb:
So kommen viele Kinder ggf. gar nicht in "Versuchung" mal so eben ein neues Geschlecht auszuprobieren. Es kann nur im Interesse des (deutschen) Staates liegen, wenn möglichst viele Leute heterosexuell sind, denn nur so kann neues Leben entstehen und nur so kann man den demographischen Wandel aufhalten wenn man nicht gerade Massen an Migranten importiert.
Es wird einem doch ziemlich schnell selbst klar, dass man "anders" ist. Die Akzeptanz sorgt dann eben nur dafür, dass man es offen zeigen kann oder das man Identifikationsfiguren und Rollenvorbilder hat, an denen man seine eigenen Gefühle reflektieren kann. Homosexuelle Männer wurden jahrhunderte lang in Konversationstherapien gezwungen, die sind heute zurecht verboten, erzeugen bei den Betroffenen Leid und sie funktionieren letztendlich auch in ihrer Zielsetzung nicht. Wieso sollte das dann andersrum funktionieren und heterosexuelle Menschen queer machen? Noch dazu, wenn es nur um Sichtbarkeit und Aufklärung geht, ganz ohne jeden pseudowissenschaftlichen/religiösen Therapieansatz?
Ganz abgesehen davon, hilft das erzwingen einer heteronormativität auch nicht dabei, die Reproduktionsrate von 2,1 zu halten, egal wie Konservativ die Gesellschaft ist. Der Geburtenrückgang ist in allen Industrieländern zu sehen, egal ob es eine offene (Frankreich) oder eine geschlossene (Japan) Gesellschaft ist. Wenn man das als Problem ansieht, hat das also wenig mit queer/hetero zu tun. Schließt sich ja nicht aus, wie hier auch schon erwähnt wurde. Transfrauen können eine Kryokonservierung der Spermien veranlassen, transmänner können weiterhin Kinder gebähren. Andere Geschlechtsidentitäten schränken die Fruchtbarkeit nicht ein.

Feligs schrieb:
Ich denke auch, dass viele Leute die sich jetzt als pansexuell, nicht binär oder sonstwas "outen" das einfach nur wegen dem Hype darum machen. Es kann mir keiner erzählen, dass es jetzt ganz plötzlich so viele Menschen mit dieser Orientierung gibt, früher sich dazu aber keiner geäußert hat. Und ich meine nicht vor 80 Jahren, ich meine vor 15 Jahren oder kürzer (Homo und Trans mal außen vor gelassen).
Das sind auch eigentlich Label, mit denen man seine Geschlechtsidentität differenzierter Ausdrücken kann. Entweder um es positiv hervozuheben (empowern), oder um leichter andere zu finden, die eine ähnliche identität haben. Vor 15 Jahren hätten sich die meisten Pan/non binary eben als Bisexuell verstanden. Nicht weil sie anders gefühlt hätten, sondern einfach weil die Begrifflichkeiten und Kategorien gefehlt haben.

SavageSkull schrieb:
Wie soll man denn solche Leute abholen, wenn man hier regelrecht aggressiv Homosexualität (und den Rest von LGBTQI) aufs "Brot schmiert".
In der Idee, indem positive Rollenvorbilder Klischees und Stigmata aufbrechen. Elliot Page ist trans und immernoch ein ganz normaler Schauspieler. Oder um bei Homosexualität zu bleiben; Fußballer. Wenn sich alle homosexuellen Fußballer in der Profi Liga outen würden, könnte das sehr viele Fans vor den Kopf stoßen und vielleicht zu mehr Akzeptanz führen. Aber bei vielen Leuten redet man da leider vor eine Wand. Viele akzeptieren es auch nach außen, sehen es aber letztendlich wieder nur als ein "not in my backyard" und sie würden es eben nicht im Familienumfeld tolerieren. Die Frage ist, sollte man auf diese Leute Rücksicht nehmen, und warum?


SavageSkull schrieb:
Wartet man bis zur Pubertät ab und entscheidet dann, was sich eher durchsetzt? Die Person ist dann ja noch minderjährig und hat sicherlich nicht die nötige "sexuelle Reife".
Leider wird es meistens so gehandhabt, dass die Eltern darüber bestimmen. https://www.tagesschau.de/inland/intersexualitaet100.html

https://www.planet-wissen.de/gesell...alitaet/intersexualitaet-operationen-100.html
 
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SavageSkull schrieb:
Kannst du das bitte mal weiter erläutern?
Um den Begriff "genderfluide" zu verstehen, braucht man zunächst eine Unterscheidung.

Die Unterscheidung in "Sex" (biologisches Geschlecht inkl. seiner Rolle in der Vermehrung der Spezies Mensch) und "Gender" (soziales Geschlecht, gesellschaftliche Geschlechtsrolle).
Letzteres hat mit ersterem nicht zwingend etwas zu tun*, und während "Sex" sich nicht ändert, können wir unser "Gender" je nach Situation auch mal "anders" ausformulieren.

Die Unterscheidung selbst verdanken wir übrigens einer ziemlich unschönen Praxis.
Die Vereindeutlichungschirurgie.
Erst durch den Begriff Gender (in Abgrenzung zu Sex), wurde es möglich, nach gutdünken Körper geschlechtlich zu vereindeutlichen, da man davon ausging, dass ein Aufwachsen und Leben in einem männlichen Körper wohl auch zu einer männlichen Geschlechtidentität führen wird (und andersrum).

Und genau das war leider recht oft nicht der Fall ... aber man hat eben nach gusto Frauen mit vergrößerter Klitoris in Männer umgewandelt und dachte, man könne da schon einen Mann draus machen.
Nicht selten führte diese Praxis zum Suizid derer, denen ein falscher Körper verpasst wurde.
Leider scheint auch unser "Gender" nicht ganz beliebig zu sein und genau deswegen lässt es sich auch nur schlecht in ein dichotomes Korsett stopfen, ganz egal, wie gut diese Dichotomie zur Biologie auch passen mag..

Das Problem ist nichtmal die Möglichkeit der Änderung ... es sind eher die verfestigten Erwartungen an das, was einen Mann oder eine Frau angeblich auszumachen hat. Die Passung eines geschlechtlich nicht eindeutigen Körpers zu den Erwartungen lässt sich eben nicht sicher chirurgisch-chemisch herstellen ... und das ist die Erkenntnis aus der oben geschilderten Praxis.

"Sex" (das biologische Geschlecht) ist nur schwer veränderbar (chirurgische oder hormonelle Eingriffe), aber dank der Arbeiten der Vereindeutlicher (Studien zum Verlauf der Behandlungen) wissen wir, dass "Gender" (die gesellschaftlich relevante Geschlechtsidentität) sehr wohl flexibeler gedacht werden muss. Das ist nicht einfach mnit dem Sex identisch, sondern entwickelt sich über Jahre und durch viele Faktoren. Die biologischen Geschlechtsmerkmale sind da nur ein Baustein unter ziemlich vielen.

@Tomislav2007
Queer lässt sich weniger als "Protest gegen Heterosexualität" betrachten, denn als Protest gegen die Erwartungen, die ein an nur zwei Geschlechtern (biologistisch) orientiertes Regime letztlich allen Menschen aufzwingt.
Queer ist also eher eine Protestbewegung gegen Heteronormativität.

Ich betrachte mich selbst als Queer, bin aber als Mann geboren, fühle mich als Mann und suche als Sexualpartner nach einer Frau, ich habe keinen Fetisch und keine Vorliebe für bestimmte Sexualpraktiken.
Ich fand es nur hin und wieder schade, keine Kinder bekommen zu können ... aber im Grunde bin ich da eigentlich auch ganz froh drum.
Das Bedürfnis, meinen Körper zu verändern, hatte ich nie ... und trotzdem möchte ich mich für Menschen einsetzen, die sich im falschen Körper fühlen, auch von mir als "seltsam" empfundene sexuelle Gelüste haben (immer im Rahmen der Gesetze, versteht sich) oder eben einfach situationsgerecht entscheiden können wollen, ob sie eher als Mann oder als Frau agieren.

Queer, wie ich die Bewegung verstehe, geht es um die Auflösung der Geschlechterdichotomie zu gunsten eines Kontinuums an Geschlechtsidentitäten, die letztlich eine Unterscheidung und daran orientierte Gewährung oder Verweigerung von Privilegien unmöglich macht. Dieses Ziel teile ich und daher bezeichne ich mich als Queer.
Die Eingabe aller Ziffern von 0-9 in ein binäres System ... das ist "Queer". Dahinter stecklt der Wunsch, in einem System, welches nur Null und Eins akzeptieren und verarbeiten kann, auch mal als 2 oder 7 auftreten zu können ... weil man sich eben weder als Null noch als Eins wohl fühlt oder weil an 2 und 7 eben nicht die Erwartungen gestellt werden, wie an 0 und 1.


*) aber zweifelsohne bildet sich bei den meisten ein stabiles Gender auch im Bezug auf sichtbare Sexualmerkmale, weswegen Sex und Gender eben doch nicht ganz unabhängig gedacht werden können.
Dadurch wird auch verständlich, welche psychischen Probleme es bedeuten kann, wenn das gefühlsmäßig einfach nicht passt. Dem "Gender" ist das "Sex" eben nicht einfach egal, denn als unabhängig können die beiden in unserer Gesellschaft nicht gedacht werden (genau das war die falsche Annahme der Vereindeutlicher ... die dachten, es käme einzig auf eindeutige Sexualmerkmale an).
 
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Asznee schrieb:
Geschlecht Apache Helikopter oder Zündkerze. Sorry das verstehe ich einfach nicht.
ich hoffe, dass du das nach meinem letzten Beitrag nun etwas besser verstehen kannst.
"Apache Helicopter" oder "Zündkerze" sind Irritationen.
Aber das männliche steckt in beiden drin, denn der Apache ist ein Kampfhubschrauber und eine Zündkerze "penetriert" den Motorblock.
Aggressivität und Penetration sind eher männliche Eigenschaften.

Meiner Meinung nach, ist das eben genau das "2 oder 7 in einem binärsystem", von dem ich oben sprach.
Und das sieht man sehr gut daran, dass du diese Begriffe eben nicht geschlechtlich oder sexuell denken kannst ... damit bist du ganz ganz sicher nicht alleine.
banditone schrieb:
Ich finde es Interessant, dass es je nach Land zum Teil große Unterschiede bei den Prozentzahlen gibt, ob sich jemand der Lgbt Gemeinschaft zugehörig fühlt. In den USA sind das mittlerweile ca. 20%, In Ungarn unter 2 Prozent. Wieso ist das so? Ich denke da gibt es eine große Mittläufer-Quote.
Die Mitläuferthese ... hmm ... klompiziert. Wahrscheinlich gibt es auch Mitläufer in den USA, aber es gibt Alternative Erklärungen zu den Differenzen.

Welchen Repressalien sind LGBTQI in Ungarn ausgesetzt?
Könnte das eventuell ein Grund sein, weswegen Abweichler in Ungarn eher die Schnauze halten, als in den USA?
Den Mitläufern stehen jene gegenüber, die sich sicherheitshalber lieber doch nicht outen, weil sie das (un)bestimmte Gefühl haben, dass das in ihrem Land nicht so gesund wäre.
An 90er Jahre Texten aus dem US-amerikanischen LGBTQI Umfeld (zum Beispiel von Gayle S. Rubin oder Judith Butler) kann man gut sehen, dass es noch keine 30 jahre her ist, dass auch der Community in den USA solche Gedanken nicht fremd waren.

Ich glaube, dass diese Gruppe in Ungarn weit größer ist, als die Gruppe der reinen Mitläufer in den USA.
 
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banditone schrieb:
Repressalien kann es natürlich auch in den USA in Form von Mobbing und Unterdrückung geben, gerade bei jungen Menschen die leicht zu beeinflussen sind.
Allerdings gab es in den USA ab den 1970ern eine zwar stark unterdrückte LGBT-Szene, aber es gab eben auch schwul-lesbische Netzwerke ... seit den 1970ern wussten viele Abweichler in den USA, dass sie nach ihrem Outing in einer Großstadt in einem solchen Netzwerk leicht Fuss fassen könnten.
Das nimmt der gesellschaftlichen Isolation, der viele nach ihrem Outing ausgesetzt sind, ihren Schrecken, was ein Outing (und weitere Schritte) sicherlich erleichtert.

Während Schwulenkneipen brutalen polizeilichen Übergriffen ausgesetzt waren, gab es in den USA schwul-lesbische Betriebe, schwul-lesbische Wohnblöcke, schwul-lesbische Geschäfte ... nur eben alles zum Beispiel aufgrund verschiedener "Sodomiegesetze" hinter vorgehaltener Hand. Kein Problem, wenn man ohnehin sein ganzes Leben lang dran gewöhnt ist, seine "wahren Vorlieben" zu verstecken (eventuell sogar vor der eigenen Ehefrau und den drei Kindern).
 
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banditone schrieb:
Ich finde es Interessant, dass es je nach Land zum Teil große Unterschiede bei den Prozentzahlen gibt, ob sich jemand der Lgbt Gemeinschaft zugehörig fühlt. In den USA sind das mittlerweile ca. 20%, In Ungarn unter 2 Prozent. Wieso ist das so? Ich denke da gibt es eine große Mittläufer-Quote, natürlich in beiden Richtungen.
lt. Wikipedia im Jahr 2022 sind es in USA 7.1%, 20.8% wird von Generation "Z" angegeben, 2.6% Generation der "Baby-Boomer" (https://en.wikipedia.org/wiki/LGBT_demographics_of_the_United_States#2022)

da es eine aktuelle Befragung ist und die USA (je nach Region) ein sehr "freies" Land ist, hätte ich eine gleichmäßige Verteilung über alle Altersgruppen erwartet.
Man kann zumindest aber in dem Wikipedia Artikel nachlesen, dass bspw. 2000 die Ergebnisse stark abhängig von der Antwortmöglichkeit sind (persönlich -> anonym).
 
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@banditone
Ich habe natürlich gesehen, dass du die Ausasage mit den Mitläufern nochmal erweitert hast und sie nun nicht mehr nur auf LGBTQI-Mitläufer abzielt.
Auf der "anderen" Seite gibt es in jedem Fall sehr viele Mitläufer ... zum Beispiel könnte man zu diesen Mitläufern auch all jene zählen, die nie in ihrem Leben auch nur im Ansatz auf die Idee kamen, die eigene Sexualität auch mal anders auszuprobieren.
Allein ein Interesse an einer solchen Erfahrung zu äussern, kann je nach Toleranzlevel im Umfeld zu unschönen Reaktionen führen.
Daher verzichten viele darauf, ein solches Interesse überhaupt zu äussern ... oder sich selbst gegenüber einzugestehen.
whtjimbo schrieb:
Man kann zumindest aber in dem Wikipedia Artikel nachlesen, dass bspw. 2000 die Ergebnisse stark abhängig von der Antwortmöglichkeit sind (persönlich -> anonym).
Lass mich raten ... bei anonymen Antworten ist die Quote allgemein etwas höher.
Leider bekommt man es bei Umfragen auch immer mit sozial erwünschten Antworten zu tun.
Das kann man zwar kontrollieren (verschiedene Items zum selben Fragenbereich), aber das ist zeitaufwändig und daher oft zu teuer (zusätzlich senkt die länge der Befragung die Bereitschaft zur Teilnahme ... ein echtes Dilemma).

Je weniger anonym der Befragte glaubt, zu sein, desto eher wird er sich bei seinen Antworten am "common sense" orientieren ... also an einer angenommenen Mehrheitsmeinung oder an "political correctness" bzw. "moralischer Integrität".
Daher ist es so wichtig, die Daten so zu anonymisieren, dass nicht nur wirklich kein Rückschluss auf den Befragten möglich ist, sondern man diesem die Methodik der Anonymisierung auch gut erklären kann. Denn es kommt für wahrhaftige Antworten eben auch darauf an, dass der Befragte sich wirklich in der Anonymität sicher fühlt.

Sorry für das OT ... aber ich finde es wichtig, darauf hinzuweisen, wann immer mit Umfragewerten argumentiert wird. Die meisten Umfrageergebnisse kommen nämlich nicht in einer Darreichungsform daher, bei der man die Leistungsfähigkeit der Anonymisierungsmethode überhaupt bewerten kann. Dafür braucht man meist weit mehr, als ein WIKI-oder Zeitschriftenartikel bieten ... dafür muss man schon den kompletten Forschungsbericht konsultieren ... und wer macht sowas schon freiwillig?

PS:
Soziale Erwünschtheit funktioniert natürlich auch andersrum. Es gibt Menschen, die gezielt gesellschaftlich wenig akzeptierte Antworten geben, obwohl diese wenig mit ihrer tatsächlichen Meinung zu tun haben.
 
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DerOlf schrieb:
Lass mich raten ... bei anonymen Antworten ist die Quote allgemein etwas höher.
Leider bekommt man es bei Umfragen auch immer mit sozial erwünschten Antworten zu tun.
die Anonymisierung ist nur ein Aspekt einer Umfrage,
das Land/die Region der Befragten und die Zeit der Umfrage spielen genauso eine Rolle
mir ging es darum, dass man Zahlen in der Raum wirft (USA 20%<->Ungarn 2%), aber diese Zahlen kaum nachvollziehbar sind
 
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