Leserartikel LOW NOISE Gaming PC - Meine Erfahrungen mit der Nanoxia DEEP SILENCE-Serie

Gervincent

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LOW NOISE Gaming PC (Low Budget)
„Bekommt man einen Computer auch mit wenig Geld leise?“

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Hallo liebe Computerbase-Community,

vor einiger Zeit habe ich versucht zu zeigen, wie leise man einen vergleichsweise leistungsstarken Gaming PC bekommen kann, wenn man auf besonders hochwertige Lüfter setzt. Wer den Test noch nicht kennt, findet den entsprechenden Thread HIER. Dieses Mal möchte ich aber der Frage nachgehen, ob es überhaupt nötig ist eine nicht unerhebliche Summe in Lüfter zu investieren oder ob man mit geringen Abstrichen auch auf deutlich günstigere Ventilatoren setzen kann.
Letztlich hat das Wort „günstig“ natürlich für jeden eine andere Bedeutung. Für mich bedeutet dies, dass ich nach Lüftern gesucht habe, die einen Preis von 10 Euro pro Stück nicht überschreiten. Will man dann auch noch in einem Bereich von unter 10dB(A) bleiben, stehen schnell nur noch wenige Modelle zur Auswahl. Entschieden habe ich mich letztlich für die DEEP SILENCE Serie aus dem Hause Nanoxia, obwohl auch diese erst bei einer Spannung von 7V unter meiner festgelegten Schalldruckgrenze bleiben.
Ausgesucht habe ich sie trotzdem, da sie selbst bei 7V noch genau so viel Luft fördern wie die meisten Konkurrenz-Modelle bei 12V und der statische Luftdruck dennoch deutlich über dem Durchschnitt liegt. Letztlich spielte natürlich auch die Optik eine Rolle. Schwarz kann jeder, doch dieses spezielle Dunkelgrün mit dem halbtransparenten Rahmen gibt es so kein zweites Mal auf dem Markt.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an den Hersteller Nanoxia, welcher sich schnell und völlig unkompliziert bereit erklärt hat, mich bei diesem kleinen Projekt zu unterstützen und mir hierfür alle verwendeten Lüfter zur Verfügung gestellt hat.

NDS 120mm


NDS 140mm



Technische Daten der verwendeten DEEP SILENCE Lüfter

Wie immer sind die schnöden Zahlen ein guter erster Indikator, was ein Lüfter kann und was nicht. Neben den von mir verwendeten NDS-120 und NDS-140 mit 700RPM respektive 800RPM bei 7V gibt es auch noch weitaus stärkere (und damit lautere) Modellvarianten dieser Lüfter.



Geht man nach den technischen Daten und schaut sich insbesondere die für diesen Test relevanten 7V an, stellt man schnell fest, dass sich diese Lüfter in Bezug auf die Förderleistung in ihrem Preisbereich im guten Mittelfeld bewegen. Auffällig ist, dass der statische Druck deutlich über dem Durchschnitt liegt, auch wenn dies bei Gehäuselüftern eher nebensächlich ist. Auf dem CPU-Kühler und dem Grafikkarten-Kühler dürfte dies allerdings ein Vorteil sein. Negativ fällt mit „nur“ 80.000 Stunden die voraussichtliche Lebensdauer auf. Geschuldet ist dies der Gleitlagerung, welche die wohl einfachste (und damit kostengünstigste) Lagerungsart im Lüfterbereich darstellt.


Lieferumfang der Nanoxia DEEP SILENCE Serie

Bei günstigen Lüftern kann man im Regelfall nicht viel erwarten. Normalerweise befinden sich im Preisbereich von unter 10€ lediglich vier Befestigungsschrauben im Lieferumfang und das war‘s. Hier kann Nanoxia überzeugen und legt allen Ventilatoren die besagten vier Schräubchen und sogar noch einen Satz Silikonentkoppler bei. Zusätzlich kommt bei allen nicht PWM-Lüftern auch noch ein Adapter hinzu, um die Anschlussspannung von 12V auf 7V zu reduzieren. Sehr gut, denn so ist man für alles gerüstet. Schade ist nur, dass die 7V-Adapter nicht gesleeved sind wie der Rest des Lüfterkabels.




Kurzvorstellung meines Gaming-PCs

Das zu kühlende System besteht aus folgenden Komponenten:



Wie man sieht, entwickelt das System nicht besonders viel Hitze. Selbst mit einer moderaten Übertaktung hält sich die Gesamt-TDP noch in Grenzen. Dies ist für solch ein Vorhanden zwingend erforderlich, da der Luftaustausch im Gehäuse durch die geringen Lüfterdrehzahlen doch ziemlich begrenzt ist. Dennoch reicht das System für alle aktuellen Spiele in FullHD völlig aus, wenn auch hin und wieder Abstriche bei der Grafikqualität gemacht werden müssen.
In dem Gehäuse befinden sich ein 120mm Lüfter im Heck, zwei 140er oder drei 120er im Deckel, zwei 120mm Halterungen in der Front und ein 120er Montageplatz im Boden. Abgesehen von dem Lüfterplatz im Boden, welcher aufgrund der Netzteillänge nicht verwendbar ist, werden in diesem Projekt alle Plätze belegt.
Weiterhin befinden sich ein NDS mit PWM-Unterstützung auf dem CPU-Kühler und zwei Weitere auf dem Grafikkarten-Kühler.







Die Montage

Wie allgemein üblich stehen zur einfachen Montage vier Lüfterschrauben je Lüfter zur Verfügung. Der Schraubenkopf ist dabei groß genug, um auch bei den relativ großen Montagelöchern in meinem Gehäuse Halt zu finden. Als alternative Befestigung sind im Lieferumfang, wie bereits erwähnt, auch Rubber Screws enthalten. Damit ist eine vollständige Entkopplung der Lüfter möglich. Schade ist hier, dass die Silikonteile relativ schmal gehalten sind und somit leicht durch die Montagelöcher von meinem Gehäuse rutschen können. Weiterhin ist aufgefallen, dass anders als bei den mitgelieferten Rubber-Screws der FX-Serie, welche ich ebenfalls bereits testen konnte, diese hier eine ganze Menge aushalten. Man braucht also keine Angst zu haben, dass man die Silikon-Entkoppler ausversehen abreißt. Aufgrund des Größenproblems habe ich die Nanoxia Derivate letztlich nicht für die Montage genutzt, sondern die Modelle eines Drittanbieters verwendet.
Positiv hervorzuheben ist, dass sich der Nachteil der Nanoxia Rubber-Screws bei der Montage auf dem CPU-Kühler zum Vorteil wandeln konnte. Normalerweise werden die Lüfter hier über normale Lüfterschrauben unentkoppelt montiert. Dank der abgeflachten kleinen Enden der Nanoxia-Modelle war hier aber nun doch eine schwingungsfreie Montage machbar.
Auf dem Grafikkarten-Kühler ist eine Entkopplung nicht möglich. Perfekt wäre es, wenn Nanoxia ihren Lüftern für diesen Einsatzzweck noch einen Silikon-Rahmen beilegen würde. So wäre eine Entkopplung möglich und zusätzlich käme dies durch die Abdichtung auch der Effizienz zugute. Am Ende würden die Lüfter dann aber den 10 Euro Rahmen vermutlich sprengen. Positiv ist außerdem das hochwertige Sleeve der Lüfterkabel aufgefallen. Es ist sehr blickdicht, hat eine angenehme Haptik und ist nicht zu starr.


Lautstärke- und Temperaturmessungen

Um die Lautstärke bzw. den Schalldruck zu bestimmen, nutze ich wieder ein Voltcraft SL-100 Messgerät. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieses Messgerät nicht besonders gut geeignet ist, um die zu erwartenden recht geringen Werte hinreichend gut abzubilden. Es ist daher nicht möglich die von mir gemessenen Werte mit denen des Herstellers oder anderen professionelleren Stellen zu vergleichen. Die von mir ermittelten Werte können lediglich innerhalb dieses Tests den ungefähren Unterschied zwischen „Grundlautstärke im Raum“, „Lüfter bei 5V“ und „Lüfter bei 7V“ aufzeigen. Mehr nicht.

Die HDD schaltet nach wenigen Minuten im Idle ab, sodass deren Lautstärke nicht ins Gewicht fällt. Gemessen wird in einem Abstand von 100cm mit geschlossenem Gehäuse.
Für die PWM-Lüfter wurde ein Silent-Preset meiner Lüftersteuerung gewählt, sodass diese auch unter Last nicht über 800RPM kommen.

Da der PC bei einer Lüfteranschlussspannung von 12V für die Gehäuselüfter noch deutlich hörbar ist, kommen als Alternative 7V bzw. 5V zum Einsatz.

Die Temperaturen werden mit dem Tool „AIDA64 Extreme“ geloggt. Der in dieses Programm eingearbeitete Stresstest für die CPU sorgt für eine gleichmäßige vollständige Auslastung des Prozessors. Um der Grafikkarte ordentlich einzuheizen, läuft parallel der „FurMark“ Benchmark. Anschließend warte ich etwa 20 Minuten bis sich die Temperaturen eingependelt haben. Mit anderen Tools könnte man die Komponenten sicherlich noch mehr aufheizen, doch dies liegt jedoch fernab von jeglichem Gaming-Alltag und ist meiner Meinung nach daher nicht relevant.

Lüfter @5V

Bench 5V.JPG

Lüfter @7V

Bench 7V.JPG

Zunächst habe ich alle fünf Gehäuselüfter auf 5V laufen lassen, was auch noch im offiziellen Regelbereich liegt. Die Lüfter starteten damit stets ohne Probleme, sodass diese Startspannung auch im Alltag umsetzbar ist. Die Drehzahl der Lüfter ist dann allerdings sehr gering. Geht man von einem annähernd linearen Regelbereich aus, landet man mit 5V bei etwa 580RPM für die DS12 und 680RPM für die DS14. Der Luftstrom ist damit sehr schwach und kaum spürbar. Wie man aber an den Temperaturen sieht, reicht die Gehäusebelüftung dennoch vollkommen aus um durchweg gute Ergebnisse zu erzielen. Logisch ist natürlich, dass die PWM-Lüfter dadurch etwas höher drehen im Vergleich zu einer Anschlussspannung von 7V.

Die subjektiv wahrgenommene Gesamtgeräuschkulisse liegt bei 5V etwas unter der von 7V. In beiden Fällen ist der PC allerdings noch wahrnehmbar. Ein Grundrauschen ist also mit der günstigen DS-Serie von Nanoxia nicht wegzubekommen. Das ist zwar schade, aber nicht schlimm. Wirklich negativ aufgefallen sind allerdings die beiden 140er Lüfter im Deckel. Unabhängig von der anliegenden Spannung ist stets ein Lagerklackern zu hören, welches gefühlt umso intensiver ausfällt, je langsamer die Lüfter drehen. Dies ist sehr schade. Nach Rücksprache mit Nanoxia wurde mir mitgeteilt, dass reguläre Kunden bei solchen Problemen definitiv ihre Lüfter schnell reklamieren können. Den entsprechenden Kundensupport findet ihr beispielsweise auch HIER im Forum. Andere Nebengeräusche oder sonstige Qualitätsmängel sind nicht aufgetreten.

Bei 7V drehen die Gehäuselüfter wie vom Hersteller angegeben mit 700 bzw. 800RPM. Das Grundrauschen nimmt dabei merklich zu, ist allerdings auch für mich als absoluten Silent-Liebhaber noch ertragbar. Infolge der besseren Gehäusebelüftung sinken die Temperaturen der CPU und GPU um ein paar Grad und die PWM-Lüfter drehen ebenfalls langsamer. Dennoch ist die Gesamtgeräuschkulisse wie gesagt etwas höher.

Das Messgerät gibt folgende Werte aus:
• Grundlautstärke im Raum: 19db(A)
• Lautstärke mit Gehäusebelüftung @5V: 25db(A)
• Lautstärke mit Gehäusebelüftung @7V: 29 db(A)


Fazit
Um die Eingangsfrage zu beantworten: Mit Abstrichen kann man auch mit ziemlich günstigen Lüftern einen leisen PC kreieren. Die Frage ist dabei, ob man mit diesen kleinen Abstrichen leben kann. Absolute Silent-Fanatiker, bei denen ich mich persönlich auch einordnen würde, mit dem Anspruch eines möglichst lautlosen Computers, werden mit den hier verwendeten Lüftern sicherlich nicht glücklich und sollten doch etwas tiefer in die Tasche greifen. Für alle „Normalos“ da draußen, kann ich aber guten Gewissens behaupten, dass die Nanoxia Deep Silence Serie für den Alltag völlig ausreichend ist. Die Förderleistung ist gut und auch die Lautstärke hält sich in Grenzen. Ich würde sie vielleicht mit einem Golf vergleichen: Grundsolides Produkt, aber es gibt definitiv auch Besseres (für mehr Geld).
Für aktuell etwa 8 bis 10 Euro (NDS 120 / NDS 120 PWM / NDS 140) bekommt man aber auf jeden Fall eine ganze Menge Gegenwert geboten.
Ich hoffe, dass ich mit diesem kleinen Review wieder dem einen oder anderen bei der Entscheidungsfindung helfen konnte.


Für konstruktive Kritik an diesem kleinen Bericht bin ich jederzeit dankbar und nehme Hinweise gern an.
Wenn ihr Orthografie-/Grammatikfehler finden solltet, würde ich mich über eine PM freuen. Es muss ja nicht jeder wissen, wie blöd ich bin.
 

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MonteSuma

Lt. Commander
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Schöner Test. Kleine Kritik von meiner Seite:

Thread-Titel ist etwas irreführend. Nanoxia ist für mich vor allem ein Hersteller von Gehäusen. Wenn da einfach nur "Deep Silence - Serie" steht, denke ich sofort an die Gehäuse und keineswegs an die Lüfter ;)
 

Gervincent

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retho

Ensign
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Sichwort Rubber-Screws: Immer der Hinweis "die Modelle eines Drittanbieters verwendet" - verrätst du auch welche verwendet wurden.
 

Gervincent

Lt. Commander
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Ich glaube die sind von LEPA. Ein paar könnten aber auch von Xilence sein. :D Da es in dem Test aber um Nanoxia geht und ich mir nicht sicher bin, habe ich die Namen der Fremdfirmen weggelassen.
 
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