In einem früheren Berufsleben habe ich Anfang der 2000er-Jahre im österreichischen Mediamarkt gearbeitet. Die Märkte von damals kann man mit den jetzigen Filialen nicht vergleichen. Wir hatten große Audioabteilungen (Geräte sowie Datenträger, wir bauten Audioanlagen in Autos ein!), eine megagroße Fotoabteilung mit 2x 15m Laufwand mit Gerätepräsentation, sowie eine umfangreiche Computerabteilung. Die Weiß- und Braunwarenabteilung war riesig!
Wir hatten Digitalkameras palettenweise geschlichtet. Das war ein beeindruckender Anblick. Das nannten wir "Warendruck". Sowas gibt es heute nicht mehr!
Das Team war auch engagiert. Das typische vom Preisschildablesen gab es nicht. Viele von uns waren in ihrem Fach "Freaks".
Die Arbeitszeiten und die Bezahlung waren mies: Von 09:00 bis 19:00 Uhr auf den Beinen mit einer Mittagspausen von 1,5 Stunden (um die Wochenarbeitszeit nicht zu überschreiten).
Jeder zweite Samstag war frei. Zusätzlich jede Woche ein freier Tag (außer Montag und Freitag). Wenn ein Kollege ausfiel, hatte man oft das Pech, dass man seinen Dienst am Samstag übernehmen musste und der Folgesamstag war wieder der reglär eingeteile Samstag. Zur Weihnachtszeit gab es keine freien Samstage. Bis 14 Uhr am hl. Abend wurde gearbeitet.
Bezahlt wurde noch dem Kollektivvertrag (=Mindestlohn). Einsteigern wurden Gehaltserhöherung nach der Probezeit versprochen, aber sie wurden immer vertröstet. Es gab auch keine Verkaufsprovision und der Salär lag bei mir ca. bei € 900 netto! Überstunden wurden (selten) keine gezahlt, sondern auf Zeitguthaben vergolten. Damals war das ein Holding-Prinzip, der Geschäftsführer stieg mit einem finanziellen Einsatz in das Unternehmen ein und jede Ausgabe minderte sein Einkommen.
Jeder meiner Kolleginnen und Kollegen haben daraus aber das Beste gemacht und ich bin mir sicher, auch gut gearbeitet (fürs Unternehmen und den Kunden). Wir waren aber auch noch jung und Ausgaben gab es kaum. Aber wenn man seine sieben Tassen im Schrank hatte, hat man bald sich auf eine andere Karriere konzentriert.