Man kann das alles "kritisch" sehen wie man will, doch an der wirtschaftlichen Realität ändert das gar nichts. MMS hat eine chronische Ertragsschwäche. Hoher Umsatz, aber verschwindend geringe Rendite, die langfristig in einer kapitalistischen Marktwirtschaft nicht überlebt, weil die Konkurrenz (Online-Handel, Preiskampf) keine Luft zum Atmen lässt.
kachiri schrieb:
Man verkauft, weil sich ein paar Vorstände halt gerne etwas Geld in die Tasche stecken. Nichts anderes ist das.
Ich will nicht sagen, dass es solche Symptome nicht gäbe, aber das ist nicht der Grund und das weisst du genau so.
kachiri schrieb:
Andersherum kann man ja auch fragen: Wenn sich das Geschäft mit den Märkten nicht mehr rentiert, warum kauft ein Chinese die Marke samt Märkte dann?
Weil die ganz andere Hebel haben. Ceconomy kämpft noch heute damit, Online-Handel und Filialen zu verzahnen, während JD.com allen Lichtjahre voraus ist. Die haben vollautomatisierte Lager, hocheffiziente Lieferketten, ganz andere Einkaufspreise. Kurzgesagt: Die können das Ding auf ganz andere Dimensionen heben.
kachiri schrieb:
Und "rentabel" ist bilanziell alles, wo mindestens mal eine 0 bei rauskommt.
Minimalistische Sicht in einer kapitalistischen Welt? Da überlebst du vielleicht zwei Jahre, d.h. im Kontext eine Eintagsfliege. Je größer man ist, umso größer muss der Abstand zu Null sein. Nicht, damit die Taschen voller werden, sondern wegen der Beständigkeit in einem Wirtschaftssystem, wo alle, die darin partizipieren, nach ewigem Wachstum streben. Das kann man gut oder schlecht finden, ist aber die gegebene Realität.