s0undjan schrieb:
Die Regierung impliziert aber, dass es eine nennenswerte Zahl an Menschen gibt, die unnötig zum Arzt gehen, ohne das sie dies belegen zu kann.
Tut siee das? Faktisch konnte schon seit Jahren der Arbeitgeeber bereits ab den ersten Arbeitstag eine AU verlangen. Nach der gleichen Logik muss man dann festhalten, das solche Arbeitgeber davon ausgegangen sind, Angestellte könnten sich freie Tage indirekt besorgen.
Natürlich kann ich immer meinem Gegenüber das ganze negativ auslegen, das liegt mir frei. Persönlich glaube ich halt daran.
s0undjan schrieb:
Zudem wird ständig angemerkt, wir würden nicht genug arbeiten, wir müssen länger arbeiten, der Kündigungsschutz muss gelockert werden, work-life-balance und "Lifestyle-Teilzeit" sei nicht gut und nun die neue Regelung mit dem Verweis, Deutsche seien im europäischen Vergleich zu oft krank.
Ja auch da, kommt es auf die richtige Lesart halt an.
"wir müssen länger arbeiten"
Wir haben eine sehr hohe Teilzeitqoute in Deutschland , das ist eine Tatsache. Kann ich positiv auslegen und sagen : Meisten Frauen bringen durch Teilzeitarbeit Familie und Beruf zusammen unter einem Hut.
Ich kann es auch negativ auslegen und sagen: Frauen die ihr lebenlang in der Teilzeitfalle gearbeitet haben, sind im Alter abhängig vom meist besserverdienen Partner und haben selbst nur geringe Vorsorge getragen.
Auch aufs Alter "wir müssen länger arbeiten" kann man die Aussage beziehen:
Insgesamt werden wir halt älter. Da ist verständlich wenn die Rente insgesamt erst später kommt. Was aber da diskutiert wird mit Erhöhung Renteneintrittsalter greift ja erst 2090. So ehrlich sollten wir schon sein, ob man 2030 mit 67 in Rente geht oder 2050 mit 67 und6 Monaten macht auf das Erwerbsleben gesehen keinen wirklichen unterschied.
Das die Arbeitszeit angepasst werden soll ist auch wieder so ein Ding. Nach EU Recht gibt es nur die Vorgabe einer Höchstwochenarbeitszeit. Der Deutsche macht mit mehr Bürokratie noch eine tägliche oben drauf, die er arber mit Öffnungsklauseln bearbeitet. Tolle Bürokratie, das jetzt zu öffnen ist dann auf einmal "mehrarbeit und unfair". Ich kann aber auch sagen, endlich gibt der Gesetzgeber den Leuten die Flexibilität, die rechtliche Grundlage und Möglichkeit individuelle Arbeitsmodelle zu schaffen.
Und die "tolle" Statistik mit den Vergleichskrankheitstagen, schon einmal genauer angesehen? Die Statistik schreibt selbst dort hinein, dass eine Vergleichbarkeit zwischen den Ländern nur schwer gegeben ist, da die Auswirkungen von Krankheitstagen auf Lohnersatz oder freie Tage unterschiedliche geregelt ist. Und die Erfassung der Krankheitstage nicht gleich ist. Das einzige was man verlässlich aus der Statistik ziehen kann ist, das der Deutsche ca. 3 Wochen im Jahr krank ist. Finde ich sehr viel, wenn ich bedenke dass da auch Teilzeitkräfte mit dabei sind.
s0undjan schrieb:
Merz kann sich zudem mal diese Statistik zu Gemüte führen.
und es gibt Berufszweige die sind unterm Schnitt..... Und? Das ist das wesen der Statistik, es können nicht alle über dem Schnitt sein.
Hatecore schrieb:
das die aktuelle und die letzten Regierungen statt zu überlegen welche Dinge in unserem Land wirklich angepackt werden müssen und was die Bevölkerung bewegt
Könnten Sie machen, bedeeuteet dann aber auch wirklich harte Veränderungen für alle. Der Rentenvorschlag ist da nur minimal anzusehen. Gleichzeitg würde so eine Regierung sich bei allen Wähleern massiv unbeliebt machen, "weil man ihnen das Geld und diee Freiheit " wegnimmt. Ja es braucht Veränderungen und das mag auch für die meisten dann hart sein, aber das sollten wir akzeptieren wenn es weiter gehen soll. So weit sind wir aber noch nicht in dieser Gesellschaft.