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Gewünscht ist eher, dass man sich nicht am Montag Morgen denkt „hätte ich mal besser am Samstag aufgehört zu saufen, und nicht bis Sonntag durchgemacht, ich ruf mal an und sag ich wär heute krank“
Leider praktizierst Du ständig genau das, was Du anderen vorwirfst. Pickst Statements heraus, garnierst sie mit Buzzworten aber bringst keine Substanz in eine Diskussion.
Wenn jemand Suchtkrank ist, kann und darf er nicht erwarten, dass andere das für ihn ausbaden indem sie die Arbeit für ihn machen.
Eine Suchterkrankung ist eine Erkrankung die chronisch werden kann (und das ist sehr häufig der Fall) und mit anderen Begleiterscheinungen einhergeht. Wie z.B. Depressionen, Bluthochdruck, Müdigkeit. Selbst wenn der Mensch clean ist, ist es eine dauerhafte Krankheit, die ein Leben bleibt! Das bedeutet auch im Umkehrschluss, dass andere Mitarbeitende deine Arbeit mit machen müssen. Was aber bei jeder anderen Erkrankung auch ist.
Ich verstehe deine Aussage nicht. Für mich klingt das eher so: „Suchtkranke Menschen sind selber daran schuld“
Zumindest haben sie es selber in der Hand, etwas dagegen zu tun und können das nicht anderen auferlegen.
Zudem ist nicht jeder Partygänger, der das Wochenende durchmacht gleich ein Suchtkranker.
Also auch wenn ich @Incanus zumeist eher widerspreche..
Wenn der saufisaufi montags zum Arzt muss, und das dann alle 3 Wochen so passiert - könnte der Arzt mal das Gespräch auf eine eventuelle Suchtproblematik und Therapie lenken
Richtig. Und auch andere Menschen im privaten und beruflichen Umfeld sollten zumindest hinterfragen. Stattdessen wird aber pedantisch ein Narrativ aufgebaut, dass die telefonischen krankschreiben durch "faule Suff-Köpfe" (schön auch der Begriff "saufisaufi") ausgenutzt würden, ohne auch nur einen Beleg zu bringen.
Dann viel Spaß mit der Grundsatzdiskussion und dem Hinterfragen des Solidaritätsprinzips in jeglichen Bereichen. Und natürlich nicht zu vergessen die durch patriarchale Strukturen geprägte Erwartungshaltung der Gesellschaft.
Dann sind wir aber auch wieder bei dem Punkt der Diskussion, dass ein AG bereits jetzt eine AU ab dem ersten Tag verlangen kann.
Und der Arzt sollte dann auch hellhörig werden (zumindest meine Ärztin würde es werden).
Reglohln schrieb:
Dann viel Spaß mit der Grundsatzdiskussion und dem Hinterfragen des Solidaritätsprinzips in jeglichen Bereichen.
So konsequent sollte man dann sein.
Der Motoradfahrer, der sich halb zerlegt hat? Selbst zahlen, muss ja nicht Motorrad fahren gehen.
Das Gleich gilt für den Rennradfahrer oder den verstauchten Fuß beim Wandern.
Der Bergbaukumpel mit Staublunge? Selbst zahlen, hätte ja Sachbearbeiter lernen können.
Der Dachdecker/Maurer mit "Rücken"? Selbst zahlen, hätte ja auch Sachbearbeiter lernen können.
usw usf
Ich gebe dir insofern Recht, als das die Diskussion ganz Deutschland beschäftigt, während Klingbeil den Haushalt für 2027 mit einer riesen Neuverschuldung vorstellt und es einfach keinen kümmert, weil wir uns ja jetzt direkt, gleich und sofort eine AU ausstellen lassen müssen.
Die Empörung groß in allen ist. Timing könnte nicht besser sein.
Aber wenn ich wirklich etwas habe und der Hausarzt mich und meine Krankheiten kennt, dann kann der auch korrekt einschätzen ob ich simuliere, bloß keinen Bock habe oder wirklich krank bin und gibt mir die passende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder eben auch nicht.
Ist halt nicht im Interesse von allen beteiligten. Wenns mir heute psychisch echt scheiße geht, dann mach ich mal 1,2 Tage nix und dann gehts wieder. Geh ich zu meiner Hausärztin, die mich auch nur sekundär kennt und hauptsächlich meine schriftliche Krankheitsgeschichte, bekomm ich von ihr direkt 14 Tage AU ausgestellt, mindestens aber 7.
Freut sich mein AG unglaublich darüber, nicht. Wenn ich jetzt wenns mir eh schon scheiße geht, auch noch irgendwie die Motivation finden muss, mich zum Arzt zu schleppen, dann viel Spaß. Ich bekomm das noch gut hin, ich kenne aber genug Menschen mittlerweile, die damit in einer schlechten Phase hoffnungslos überfordert sind. Wenns ihnen gut geht, arbeiten die aber trotzdem für 2. Für alle chronisch Kranken Menschen ist der Blödsinn einfach nur ein Schlag ins Gesicht.
Dieter der mal wieder zu viel an einem Wochenende getrunken hat, kann der AG auch jetzt schon zum Betriebsarzt schicken, wenn das zu oft vorkommt.
Aber das die Schmerzregierung auf Personen mit chronischen und vor allem psychischen Krankheiten einen .... gibt, ist ja jetzt mehr als unterraschend diese Woche.
So langsam zeigst Du Deine wahren Beweggründe, hier gegen alles und jeden zu wettern, der nicht Deiner Meinung ist.
@Corto: Dieses Schubladendenken passt hier nicht hinein. Und 'liberal/konservativ/rechts' en bloc gegen 'links' zu setzen ist da doch viel zu einfach gedacht.
Und den ersten Herzinfakt oder den burnout mit 35 beim Workaholic nicht zu vergessen.
Der hat sich das ja auch selbst eingebrockt.
Bitte versteht, dass das nur eine poulistische Nebelkerze ist ... selbst schuld, wenn man sowas zum Kanzler macht.
Positiv ist an der ganzen Sache nur eines. Durch Krankschreibungen ab dem ersten Tag wird sehr schnell mehr als klar sein, dass es in Deutschland wirklich viel zu wenige niedergelsassene Ärzte gibt.
Leider hats für dieses Problem keine Lösung ... die AU ab dem ersten Tag ist eher das Gegenteil.
Ergänzung ()
WhiteHelix schrieb:
Wenns mir heute psychisch echt scheiße geht, dann mach ich mal 1,2 Tage nix und dann gehts wieder. Geh ich zu meiner Hausärztin, die mich auch nur sekundär kennt und hauptsächlich meine schriftliche Krankheitsgeschichte, bekomm ich von ihr direkt 14 Tage AU ausgestellt, mindestens aber 7.
Und damit wirst du nicht alleine sein. AU für den Rest der Woche oder für 7 oder 14 Tage sind bei vielen Ärzten Standard, also verstehe ich nicht, warum nicht der Unternehmerbund gegen diesen Unsinn sturm läuft.
Die AU ab dem ersten Tag reduziert die Verfügbarkeit der Angestellten.
Ich bin mir fast sicher, da wird drauf spekuliert, dass dann die MA weniger krank sind/sich eher später krank melden. Hat ja auf mich auch direkt Auswirkungen wenn ich sofort 7/14 Tage AU bekomme, was potentiellen Krankengeld-Bezug angeht.
Wenn du eine AU für 7 oder 14 Tage erhältst und dir geht es nach 4 Tagen wieder gut, darfst du selbstverständlich wieder auf Arbeit gehen. Das gilt auch für alle anderen Mitarbeitenden.
Wenn ich für 14 Tage krankgeschrieben werde, werde ich mich sehr wahrscheinlich nach nur 4 Tagen noch nicht wieder gut fühlen. Zudem besteht auch immer die Gefahr eines Verschleppens mit Spätfolgen. Hängt natürlich stark von der Diagnose und den ärztlichen Anweisungen ab, klar.
Das habe ich auch nicht bestritten, dass es das durchaus geben kann. Das dürfte dann aber eher die Ausnahme als die Regel sein (bezogen auf die 14 Tage, die ich angeführt habe).