Meinung zur Krankschreibung am ersten Tag

Khaotik schrieb:
Und genau hier liegt auch das Problem. Die einfachen Sätze von den Regierungssprechern werden dann in Kurzvideos gepackt und verbreitet. Wohl wissentlich, dass ggf. Kontext fehlt und weitergehende Informationen die Aussage anders aussehen lassen würden
Daran sind aber nicht die Regierungssprecher schuld, sondern die Meinungsmacher, die das für sich zusammen schnibbeln, aus dem Kontext reißen und etwas dazu dichten. Wenn man dann darauf hereinfällt, ist nicht das Medium schuld, sondern die fehlende Medienkompetenz. Die Mediathek ist kostenlos, dazu gab es genug Artikel, die das Interview eingeordnet haben. Hätte Habeck statt bei Maischberger 45 Minuten vor TikTok gesessen, wäre es jenen auch zu viel gewesen, die sich lieber von 90-sekündigen clips berieseln lassen.

Desinformationen zu widerlegen ist leider sehr viel aufwändiger und zeitintensiver, als sie zu verbreiten.
Ich sehe das Problem eher dabei, dass die Leute gar keine längeren Texte mehr lesen und die Aufmerksamkeitsspanne nachlässt, bei Facebook schaffen es auch ältere Herrschaften kaum noch über die Überschrift hinaus, es wird direkt losgepoltert.
 
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@s0undjan
ja Facebook ist wirklich eine reine Echokammer für Vollidioten innerhalb ihrer Bubble.

progressive Menschen die Dinge differenziert betrachten sind da garnicht mehr oder haben keine Lust mehr sich da mit diesen Vollnasen auseinanderzusetzen.
 
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Wir haben ein überlastetes und Unterfinanziertes Gesundheitssystem. Lasst uns doch einfach alle unter Generalverdacht des Blaumachens stellen und jeden wegen Kopfweh, Übelkeit oder anderen Kleinigkeiten die man ohne ärztliche Hilfe handlen kann zum Arzt schicken. Was soll schon schief gehen?
Und wer tatsächlich blau machen will, geht halt zum Arzt. Der kann nicht überprüfen ob Kopfweh oder Übelkeit vorliegen und schreibt im Zweifel den rest der Woche krank.
 
die telefonische Krankschreibung machte laut Zahlen der Regierung nur 1,2% aller Krankmeldungen aus.
Also sehr wenige, die aber genau denen, die es brauchten sehr helfen kann. Das nun abzuschaffen ist kontraproduktiv.

Ich war dieses Jahr extrem heftig an einer Grippe erkrankt. Es war Sonntag. Ich konnte nur noch im Bett liegen und war körperlich fertig wie noch nie in meinen 40 Jahren.

Ich war so unendlich dankbar, dass mein Arzt mich telefonisch 3 Tage krank schreiben konnte. Ich hätte nicht gewusst, wie ich es körperlich geschafft hätte ehrlich gesagt.

Und selbst am 4. Tag ging es mir so schlecht, dass ich eigl. nichts beim Arzt zu suchen hatte. Wie ansteckend ich da noch war, will ich gar nicht wissen, trotz Maske.

Ich hab das Gefühl, dass die Leute, die das entscheiden oder darüber so flapsig reden können, noch nie richtig krank waren.
 
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@getexact
Wenn das wirklich nur 1,2 % ist, verstehe ich das Problem nicht. Die Ärzte dürften durch diese kleine Änderung nicht überrannt werden. Das wird ja immer als Argument gebracht also wären dann alle Arztpraxen auf einmal überfüllt.
 
Fujiyama schrieb:
Die Ärzte dürften durch diese kleine Änderung nicht überrannt werden.
1,2% klingt nicht viel. Wenn das aber bedeutet, dass es in Infektionszeiten zu Lastspitzen kommt, die die Belegschaft überfordert, Ansteckungen und Wartezeiten weiter verlängert, dann kann man aufgrund der Zahlen doch auch die telefonische Krankschreibung weiter erlauben. Es sind ja nicht sooo viele. Warum also abschaffen, was zumindest in Spitzenzeiten Last wegnehmen kann? Man beraubt sich eines Instrumentes ohne Not.
 
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Fujiyama schrieb:
Die Ärzte dürften durch diese kleine Änderung nicht überrannt werden.
Von der anderen Seite aus betrachten, wie es getexact getan hat: Die Leute, die es brauchen, hilft es unter Umständen ungemein. Auch wenn du oder ich evtl. nicht oder nur sehr selten darauf angewiesen sind. Und genau diesen Menschen sollte man diese Möglichkeit nicht streichen, vor allem weil es für das große Ganze nicht ins Gewicht fällt.
 
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@Reglohln
Letztlich wird man es nicht allen recht machen können, und das können wir uns auch nicht leisten. Es gibt nun mal Auffälligkeiten, die Deutschen gehen weit häufiger zum Arzt als der Großteil der restlichen Europäer.
Man sollte durchaus das ein oder andere probieren und hinter die Zahlen schauen.
 
Fujiyama schrieb:
Letztlich wird man es nicht allen recht machen können
Muss man auch nicht? Die paar telefonischen Krankschreibungen jucken niemanden und sie sind einfach überhaupt keinen Einsatz wert.

Fujiyama schrieb:
und das können wir uns auch nicht leisten.
Das liegt nicht an telefonischen Krankschreibungen oder an sonstigen sozialem Dingen.

Fujiyama schrieb:
Man sollte [...] hinter die Zahlen schauen.
Richtig! Und du benutzt auch richtigerweise die Zukunftsform. Warum wird dann also einfach nur gestrichen, ohne zu hinterfragen? Merz fragte, ob das wirklich richtig und nötig ist. Spahn sagte, dass sich die Frage schon stellt warum wir (angeblich) öfter krank wären.

Ja, dann beantwortet eure Fragen doch erst einmal, statt sie rhetorisch als Feigenblatt in den Raum zu stellen!

Fujiyama schrieb:
die Deutschen gehen weit häufiger zum Arzt als der Großteil der restlichen Europäer.
Ist das so, ja? Liegen wir nicht eher im oberen Mittelfeld? Und was sollte daran die wegfallende telefonische Krankschreibung ändern? Oder all die anderen Gängelungen? Und warum sind wir (angeblich) so oft krank? Wie war das mit hinterfragen? Übrigens: Räusper.
 
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Khaotik schrieb:
(also von Freitag-Dienstag --> 4 Tage rückwirkend
rückwirkend dürfen nur drei Tage krankgeschrieben werden. Das ist die Vorgabe der KBV. Bei mir auf Arbeit können wir bis zu drei Tage Karenz nehmen ohne Schein. Somit habe ich diesen Tag Freitag genommen. Bei den Karenztagen wird jedoch das Wochenende mit gezählt. Somit muss jeder der bei uns am Freitag AU nimmt und auch am Montag noch krank ist, am Montag den Krankenschein vorliegen.

Das abschaffen der telefonischen Krankschreibung würde an den Arztbesuchen selber nichts ändern. Laut Barmer waren es die schon angesprochenen 1,2% (Dies wird auch in dem Artikel aus dem Ärzteblatt geschrieben)

Sollte jedoch die AU-Meldung ab dem ersten Tag vorliegen, könnte dies bis zu 30 Millionen zusätzliche Arztbesuche verursachen: Deutsches Ärzteblatt

In diesem Text wird auch erklärt, wieso ein Vergleich mit anderen Ländern schwierig ist.

mit einem ordentlichen Primärarztsystem und einer guten HZV kann man die Arzt-Patienten-Kontakte gezielter steuern und die Ärzte entlasten. Hierzu müssten jedoch auch alle mitarbeiten.
 
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Fujiyama schrieb:
Wenn das wirklich nur 1,2 % ist, verstehe ich das Problem nicht. Die Ärzte dürften durch diese kleine Änderung nicht überrannt werden. Das wird ja immer als Argument gebracht also wären dann alle Arztpraxen auf einmal überfüllt.
Das ist ja nicht gleichverteilt, so über das ganze Jahr. Sondern es ballt sich vmtl. ganz enorm in der Erkältungszeit. Und da bist du als Hausarzt sicherlich unglaublich froh, wenn du weniger Leute in der Praxis hast. Und wenn das nur 3-5 am Tag pro Ärztin/Arzt sind. Das sind 30-60 Minuten Arbeit, die du anderweitig sinnvoller nutzen kannst.
 
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Fujiyama schrieb:
Es gibt nun mal Auffälligkeiten, die Deutschen gehen weit häufiger zum Arzt als der Großteil der restlichen Europäer
Durch die neue Regelung mit der Krankschreibung wird aber kein Mensch gesünder. Es impliziert, dass es hier mehr Blaumacher gibt und man meint, dem nun entgegen zu wirken.
Weder ist jedoch belegt, dass es am Blaumachen liegt, noch wird die Regelung dazu führen, dass tatsächliche Blaumacher zur Arbeit gehen, die nehmen sich dann einen statt drei Tage.
Die tatsächlich Kranken werden dadurch nicht gesund, sondern es ihnen bürokratisch schwerer gemacht mit der Konsequenz, dass sie krank in die Praxis gehen oder sich so zur Arbeit schleppen. Die Ärzteverbände schlagen nicht ohne Grund Alarm, die wissen, was dadurch auf die Ärzte zukommt.
 
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Ich finde die Diskussion um die Krankschreibung schon süss. Da wird an etwas rumgenörgelt anstatt mal die Ursache sich richtig anzuschhauen.
Und dabei meine ich nicht die Politik

Während Corona haben es die Leute komischerweise geschafft zu lernen das man sich die Hände wäscht, übermäßiger körperlicher Kontakt zu reduzieren und sich gesünder zu verhalten.

Davon ist heute nicht mehr viel übrig geblieben. Das Problem ist doch nicht die Krankschreibung an sich, das Problem ist doch eher wie es zu verbeidbaren kurzfristigen Erkrankungen kommt. Und wenn ich dann noch lesen " dann lass ich mich in zukunft nicht mehr 3 Tage sondern eine Woche krankschreiben..." zeigt doch das hier nicht der Arzt und die Genesung im Zentrum stehen, sondern die freigestellte Zeit.
Für die Krankschreibung ist alleine der Mediziner zuständig, nicht der Patient.

Ja es ist sehr subjektiv, aber wie oft ich es sehe, dass bei meinem Hausarzt "normale" Erkältungen und dergleichen sitzen, nur um sich zu diagnotizieren... Das frist Zeit. Der gesunde Menschenverstand ist vielen da abhanden gekommen.

Das ist leider immer öfters die politische Konsequenz, weil der Bürger nicht "gelernt" hat. JA das ist natürlich richtig ärgerlich mit dem Verlust der telefonischen Krankschreibung und für die Praxen eine zusätzliche Belastung. Aber ich sehe da eher uns als Ursache und nicht eine Politik die "proaktiv" handelt, die handelt reaktiv.
 
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Betrachtet das einfach mal so, wie es ist: Die telefonische Krankschreibung war ein Bonus. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn das Deutsche Ärzteblatt 30 Millionen zusätzliche Arztbesuche als Problem bezeichnet, wird es interessant.

Laut Statistik gibt es in Deutschland rund 4,5 Ärzte pro 1.000 Einwohner. In China sind es etwa 2,4 – und dort gibt es ebenfalls keine telefonische Krankschreibung. Offenbar funktioniert das in einem Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern trotzdem irgendwie. Aber hier, mit gerade einmal 83 Millionen Menschen, scheint jede zusätzliche Herausforderung sofort zur nationalen Krise zu werden. An allen Ecken und Enden wird gejammert, Überforderung ausgerufen und nach Ausreden gesucht. Faszinierend, wie unterschiedlich Belastbarkeit offenbar definiert wird.
 
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Hallo

Paradox.13te schrieb:
Betrachtet das einfach mal so, wie es ist: Die telefonische Krankschreibung war ein Bonus. Nicht mehr und nicht weniger.
Die telefonische Krankschreibung wurde 2020 während Corona eingeführt, wie haben wir das bloß davor geschafft ?

Paradox.13te schrieb:
Aber hier, mit gerade einmal 83 Millionen Menschen, scheint jede zusätzliche Herausforderung sofort zur nationalen Krise zu werden. An allen Ecken und Enden wird gejammert, Überforderung ausgerufen und nach Ausreden gesucht.
Willkommen in Deutschland.

Für diejenigen die die telefonische Krankschreibung vermissen, es gibt eine Gesetzeslücke mit der das weiterhin ohne persönlichen Termin geht.

Grüße Tomi
 
Zuletzt bearbeitet:
Paradox.13te schrieb:
An allen Ecken und Enden wird gejammert, Überforderung ausgerufen und nach Ausreden gesucht. Faszinierend, wie unterschiedlich Belastbarkeit offenbar definiert wird.
Bei solchen Argumenten muss man aufpassen das die einem nicht zurück geworfen werden.
Klar ist das in jedem Beruf hier und da geejammert wird. Wir kennen alle die Kollegen die "seltsame bis dumme " Fragen stellen und man sich fragt Warum... .
Es ist doch bei deen Krankschreibung nicht anders. Wenn ich das Konstrukt Lohnfortzahlung / Krankschreibung so hoch hänge, dass es nur akzeptiert wird, wenn du erst zum Hausarzt, dann zum Facharzt und nach erfolgreicher Therapie im Nachgang eine Beescheinigung erhalten würdest, dann wären Krankschreibung extrem selten und die Abklemmquote sehr hoch. Da brauch ich keine Studie für, dass sagt mir die reine Logik.

Wenn ich das Prinzip auf den Kopf stelle und sagen würde, jeder kann sich selbst Krank schreiben, ohne Arzt wäre die Abklemmquote null. Wer selbst das nicht schafft sich selbst krank zu schreiben... .Egal.

Telefonische Krankschreibung ist da dann halt nur minimal drüber. JA es erleichtert die Praxis, es wird weniger vor ort diagnostiziert. Ich erkaufe mir diesen Vorteil aber mit der Dunkelziffer dass da die ersten bei sind, die das anders auslegen als man es sollte.
Und hier sind wir in der Gesellschaft halt nicht ehrlich zu uns selbst. Wie sehr akzeptieren wir dieses "mal kurz krankschreiben". Wir nehmen es doch in der Regel einfach nur hin, wenn wir hören "ja da hab ich mich halt 1-2 tage länger krank schreiben lassen", "ach da geh ich zum Arzt, dass passt schon". Auch hier gilt, es ist kein Vorwurf das Leute wegen Krankheiten zum Arzt gehen, nur wenn ich die Schwelle halt niedrig setze, schaffe ich auch niedrige Hürden für Mitnahmeeffekte.

Das hier also eine Hürde erhöht wird, ist die die Folge, das Ärzte zuwenig arbeiten oder Patienten zu oft krank sind (wobei sich manche schon ihre Gedanken machen könnten), sondern das bestimmte Mechaniken nicht gewollt sind von der Politik.
 
P4ge schrieb:
Das Problem ist doch nicht die Krankschreibung an sich, das Problem ist doch eher wie es zu verbeidbaren kurzfristigen Erkrankungen kommt.
Hattest du nicht geschrieben, dass
P4ge schrieb:
Für die Krankschreibung [...] alleine der Mediziner zuständig
ist?

P4ge schrieb:
Während Corona haben es die Leute komischerweise geschafft zu lernen das man sich die Hände wäscht, übermäßiger körperlicher Kontakt zu reduzieren und sich gesünder zu verhalten.
Menschen waschen sich nun nicht mehr die Hände? Wie kommst du darauf? Worauf beziehst du "gesünder verhalten"? Was wurde zu Corona gesünder getan? Etwas mehr Substanz wäre schön.

Und was erwartest du denn jetzt von den Menschen? Soziale Kontakte wieder reduzieren, weil man krank werden könnte?

P4ge schrieb:
aber wie oft ich es sehe, dass bei meinem Hausarzt "normale" Erkältungen und dergleichen sitzen, nur um sich zu diagnotizieren... Das frist Zeit. Der gesunde Menschenverstand ist vielen da abhanden gekommen.
Erst soll ausschließlich "der Mediziner" die Diagnose stellen, nun - so meine Interpretation - soll/darf man sich bei einer (normalen?) Erkältung, die erst noch diagnostiziert werden müsste, nicht krankschreiben lassen?

Ich schrieb ja bereits
Reglohln schrieb:
trotzdem ist man nicht im dem Sinne krank, wie es einige für sich (und vor allem für andere) definieren wollen.

P4ge schrieb:
Ja es ist sehr subjektiv, aber wie oft ich es sehe
Du bist Ärzt:in oder bist du oft Patient:in? Und wie oft siehst du das denn? Du stellst dir selbst eine Frage, beantwortest sie aber nicht.

P4ge schrieb:
JA das ist natürlich richtig ärgerlich mit dem Verlust der telefonischen Krankschreibung und für die Praxen eine zusätzliche Belastung. Aber...
"Ja...aber" nutzt du 3 mal in deinen zwei Posts.

P4ge schrieb:
Auch hier gilt, es ist kein Vorwurf das Leute wegen Krankheiten zum Arzt gehen, nur wenn ich die Schwelle halt niedrig setze, schaffe ich auch niedrige Hürden für Mitnahmeeffekte.
Und diese Mitnahmeeffekte gibt es nicht in erhöhtem Maße, wie die Statistik ganz eindeutig zeigt.
 
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P4ge schrieb:
Und wenn ich dann noch lesen " dann lass ich mich in zukunft nicht mehr 3 Tage sondern eine Woche krankschreiben..." zeigt doch das hier nicht der Arzt und die Genesung im Zentrum stehen, sondern die freigestellte Zeit.
Für die Krankschreibung ist alleine der Mediziner zuständig, nicht der Patient.

Falsch, ich sehe hier meine Genesung im absoluten Vordergrund. Sollte es wirklich so kommen, das ich bei einer Erkältung, Migräne oder Rückenschmerzen zum Arzt muss um mir eine AU ab dem ersten Tag zu holen und nicht wie vorher möglich, bis zu drei Tagen ohne AU zu Hause bleiben kann, dann lasse ich mich selbstverständlich die ganze, oder den Rest der Woche krank schreiben.
Ich als betroffener kann wohl besser einschätzen wann es mir besser geht, oder nicht? Die Zeiten, das ich dann mit dem Kopf unter dem Arm arbeiten gehe, wären dann vorbei. Weil es ja anscheinend so gewünscht ist.
Wenn man für drei Tage keine AU benötigt und sich danach halbwegs fit fühlt, war ich natürlich wieder Arbeiten. Muss ich aber zum Arzt, überlege ich mir sehr gut, ob ich nur so halb gesund wieder arbeite, oder mich einfach auskuriere.

Deshalb bin ich nicht faul, oder nutze das System aus. Das ist einfach eine vollkommen normal Reaktion auf das was gewünscht ist. Wer krank ist ist krank, fertig. Dann nutze ich das entsprechend wenn ich eine AU benötige.
 
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Muffknutscher schrieb:
Die Zeiten, das ich dann mit dem Kopf unter dem Arm arbeiten gehe, wären dann vorbei. Weil es ja anscheinend so gewünscht ist.
Gewünscht ist eher, dass man sich nicht am Montag Morgen denkt „hätte ich mal besser am Samstag aufgehört zu saufen, und nicht bis Sonntag durchgemacht, ich ruf mal an und sag ich wär heute krank“ oder „kein Bock auf Wochenenddienst, sollen die doch sehen, wie sie klarkommen, ich mach krank“.
Dass es bei der Änderung von Regeln, dann leider auch immer Menschen trifft, die es nicht ausgenutzt haben, ist natürlich klar. Aber wenn ich wirklich etwas habe und der Hausarzt mich und meine Krankheiten kennt, dann kann der auch korrekt einschätzen ob ich simuliere, bloß keinen Bock habe oder wirklich krank bin und gibt mir die passende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder eben auch nicht.
 
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Incanus schrieb:
Gewünscht ist eher, dass man sich nicht am Montag Morgen denkt „hätte ich mal besser am Samstag aufgehört zu saufen, und nicht bis Sonntag durchgemacht

Bin ich bei dir. Ich gehe hier in der Unterhaltung aber explizit auf mich ein, nicht was andere glauben machen zu müssen. Das es immer Menschen gibt, die das System ausnutzen ist denke ich allen klar. Ich beleuchte das Thema für mich und welche Konsequenzen es hat und wie ich darauf reagieren kann.
Die die meinen "Blau" machen zu müssen, werden auch weiterhin Mittel und Wege finde ihren Lebensweg weiter zu verfolgen.
Mir geht es um die, die hier ganz offensichtlich mit der großen groben Dachlatte vor die zwölf bekommen und sich dann denken, na dann leck mich halt.
 
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