Meinung zur Krankschreibung am ersten Tag

Janush schrieb:
Auch bei 10k im Monat noch nicht.
Es kommt nicht darauf an wie du das für andere siehst, sondern wie das jede Person für sich selbst sieht. Viele mit 3k/Monat netto zählen sich gerne zu den Reichen allein als Abstand zu den Armen, mit denen sie absolut nichts zu tun haben wollen und die ihnen lästig sind, die also "weg" sollen.
- das ist ja das neue an der politisch "Alternativen" Rechten, dass sie einerseits wegen Wortzensur und Verbot rummaulen und andererseits faschistische und nationalsozialistische Ideale weichegespült und kreidefressend propagieren (die KI ist dazu übrigens bestens geeignet mit ihren Filterregeln) und nicht Nazi genannt werden wollen.
Instagram: "alle raus die nicht hierher gehören."
_killy_ schrieb:
Nein, als Steuerzahler erwartet man, dass der Staat entsprechend die Infrastruktur bereitstellt, für ein vernünftiges Leben. Sprich, Wohnraum, Schulen, Straßen & Autobahnen ...
Das ist eine ähnliche Denke wie die der Hundebesitzer, die ihre Köter überall hinkacken lassen und den Dreck liegen lassen, weil sie Hundesteuern zahlen und die Hundekacke der Staat wegmachen soll.
Wieso solltest du also etwas für die Gesellschaft tun? Wieso also solltest du deinen Hundekot selbst wegmachen?
_killy_ schrieb:
Hierfür gibt es die Gewaltentrennung, die man als Steuerzahler finanziert - Gesetzgeber, Gerichte und Polizei.
Das ist die bescheuerte Denke, dass die regierenden / amtierenden Parteien und Politiker Dienstleister wären.
_killy_ schrieb:
29.200 Messerangriffe für 2025 ... Macht im Schnitt 80 Messerangriffe am Tag.
Seit Jahrzehnten existiert die statistische Zahl von: Alle 90 Sekunden wird in Deutschland ein Fahrrad gestohlen (ohne Dunkelziffer). Das sind jeden Tag 960 Fahrräder. Jeden Tag!
Polizeilich gemeldete Fahrraddiebstähle nach Jahren
Messerangriffe (2025): 18 Minuten
Nicht alle 147 Sekunden / 18 Minuten in einer Stadt, sondern in ganz Deutschland, bei 10.747 Gemeinden.
Fahrrad-Diebstähle:
2014: 2,6 pro Monat pro Gemeinde.
2025: 1,6 pro Monat pro Gemeinde.

Messerangriffe (2025): 0,2 pro Monat pro Gemeinde. (2,7 im Jahr)

"Häusliche Gewalt und Beziehungstaten: Ein Großteil der schweren Messerangriffe (insbesondere mit tödlichem Ausgang) geschieht in Wohnungen bei partnerschaftlichen oder familiären Konflikten."
(aber diese rechten Idioten wollen nicht nur das so gedacht wird, sondern denken selbst so, dass es immer die fremden Ausländer sind, die sie bedrohen. das ist Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass.)

Hierbei das selbe Phänomen wie bei aller innerfamiliärer / häuslicher Gewalt: Siehe die Schlusszene im Film "M - eine Stadt sucht einen Mörder" (Fritz Lang) im Bezug zur Unterscheidung von "eigen" und "fremd".
Innerfamiliärer / häuslicher Gewalt ist Gewalt innerhalb von "eigen" und wird gedeckt. Manche meinen sogar, das ginge keinem was an.

Aber, wenn einem das gute liebe teure Fahrrad geklaut wird, da könnte man töten!!! ;)
Doch extrem seltenst werden Fahrräder innerfamiliär gestohlen, bzw. wäre das dann eventuell Versicherungsbetrug.
_killy_ schrieb:
dass mit der Steuerreform von SPD & CDU man demnächst schon bei 30k Jahresbrutto um 100 Euro mehr belastet wird als bisher.
Oh, wow, 100 Euro von 3.000, echt heftig, das knallt voll rein. Ne schon klar, da muss man voll den Assi raushängen lassen und gegen die Armen, die Ausländer und die Politiker hetzen, weil so gehts ja nun gar nicht.
Wenn es so wäre, dass von den 3.000 die Hälfte an gemeinnützige Initiativen gespendet werden würde und der Rest grad so für einen selber reicht, dann könnte gesagt werden: Das zwingt mich dazu 100 Euro weniger im Monat zu spenden. Aber so ist es ja nicht. Die Leute wollen alles in die eigene Tasche und stetig mehr und mehr. Das ist nichts weiter als ... nein, sorry, nicht asozial, sondern anti-sozial.
 
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Mirlo schrieb:
Oh, wow, 100 Euro von 3.000, echt heftig, das knallt voll rein.
Du willst jetzt aber nicht ernsthaft behaupten dass rund 1800€ netto im monat (30 000€ jahresbrutto) dass da 100€ weniger nicht die leute in Bedrängnis bringen kann?

Nach dem motto ist mir scheis egal denm für mich reicht es ja?
 
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Mirlo schrieb:
Die reichen Schnösel wollen der Solidargemeinschaft aufkündigen. Das bedeutet Zwei-Klassen-Gesellschaft, aber so richtig. Privat versichert / gesetzlich versichert.
Das Problem fängt doch schon damit an, dass die Definition von reich völlig schief ist in diesem Land. Mittlerweile greift der Spitzensteuersatz beim 1.4-fachend des Medianeinkommns - ein schlechter Witz. Über 7% zahlen den. Gleichzeitig reicht das da, wo diese Gehälter normal sind (Großstadt) auch nur noch für ein eher mittelmäßiges Leben (überteuerte Mietwohnung). Kinder hätte ich irgendwann gern mal, das wird ohne Kinderzuschläge (bin kein Beamter) in meiner Situation ... sportlich.

Die private rechnet sich übrigens schon ab 77k€/Jahr. Da könnte man vielleicht mal die Höchstsätze der gesetzlichen hinterfragen. Und ja, wenn ich nächstes Jahr Dank der Erhöhungen der Sozialabgaben weniger netto habe (obwohl alles teurer wird), werde ich mir die privaten mal sehr genau angucken. Könnte sich bereits jetzt wegen der besseren Leistungen lohnen - finanziell aktuell sowieso schon.

Janush schrieb:
Achso, jemand der im Monat 2k abgibt und 2k für sich hat, würde ich nicht als reich bezeichnen. Auch bei 10k im Monat noch nicht.
Da stimme ich zu. Trotzdem wird man bei Abgaben und Steuern schnell so behandelt.

Mirlo schrieb:
Es kommt nicht darauf an wie du das für andere siehst, sondern wie das jede Person für sich selbst sieht. Viele mit 3k/Monat netto zählen sich gerne zu den Reichen allein als Abstand zu den Armen, mit denen sie absolut nichts zu tun haben wollen und die ihnen lästig sind, die also "weg" sollen.
Davon kenne ich keinen unter meinen Kollegen. Schon allein, weil viel für Mieten in der Nähe der Arbeit oder den Arbeitsweg aufgefressen wird. Ohne ordentliche Betriebskantine ist die Mittagspause auch nicht günstig. Mitgebrachtes haben nur die, bei denen die Frau zuhause ist (ohne das jetzt bewerten zu wollen), weil das sonst zeitlich mit dem Job echt schwierig ist.

Mirlo schrieb:
Oh, wow, 100 Euro von 3.000, echt heftig, das knallt voll rein.
Ja, das knallt rein. Schon allein, weil wirklich alles so schon teurer wird, der Lohn aber nicht mithält. Während meine Eltern mit Anfang 20 ihr Haus gebaut haben, hoffe ich, mit Anfang 30 genug Eigenkapital für die Finanzierung einer kleinen Wohnung (die realitisch nicht für eine Familiengründung reichen wird) zussamen zu haben. Wird aber nicht leichter, wenn es immer weniger netto gibt.
Wo wir schon bei der Sozialdiskussion sind: Dazu sehe ich dann, wie gleichaltrige in Teilzeit auf wesentlich größerem Fuß leben, weil sie aus vermögenden Familien kommen. Aber hier wird ja leider vor allem Arbeit besteuert, damit man nicht so einfach mal die Klasse wechselt.

Mirlo schrieb:
Die Leute wollen alles in die eigene Tasche und stetig mehr und mehr. Das ist nichts weiter als ... nein, sorry, nicht asozial, sondern anti-sozial.
Ich zahl doch schon fast 50% Steuern und Abgaben. Wann ist es denn mal genug? Ab wann darf ich mir mit einfacher Arbeit (ohne Erbe usw) einfach mal etwas aufbauen, vielleicht sogar mit Wohneigentum?
Ganz ohne dass meine Eltern Fritzes Tipp befolgen konnten, in meiner Kindheit an Aktiendepot anzulegen, das weniger als meine Arbeit besteuert wird.

Und warum werden die Steuer- und Sozialeinnahmen nicht einfach mal höher, indem die Bruttolöhne größer werden, statt dass man den Nettolohn kürzt?
 
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Dass es keine Entlastungen geben würde, war doch klar ... Merz ist ein CDUler. Aus der Ecke sind noch nie Entlastungen für Gehälter auf Medianniveau gekommen ... immer nur für die deutlich drüber.

Wir müssen mehr arbeiten, weil die deutschen Reichen nicht schnell genug reicher werden und man Angst hat, dass die eigenen Proteges sich irgendwann dann doch lieber im Ausland umsehen, wo das schneller geht.

Der Kern unserer Gesellschaftsordnung ist die einseitige Kapitalakkumulation ... ein Prinzip, dass die Enden von Imperien und das Ende des Kolonialismus überlebt hat. Nun kann man halt keine fremden Länder mehr besetzen und ausbeuten und muss das daher mit den eigenen Leuten machen.

Vielleicht müssten wir (nur als Warnung) mal wieder die Guillotinen rauskramen?

Fun Fact am Rande (eigentlkich GARNICHT lustig):
Der Staat verdient über Mehrwert- und Umsatzsteuer an jedem EUR, den irgendwas teurer wird.
Knapp 20c von diesem "€1,00 mehr an der Kasse" gehen nämlich an den Staat.
Wie viel der Staat via Umnsatzsteuer verdient, wenn sich die Kaltmiete für eine 100m²-Wohnung um 10c erhöht (€10,00 statt €9,90 pro m²) kann sich jeder selbst ausrechnen.
Der Staat ist hin und hergerissen, ob er nun Kosten senken, oder sie lieber weiter in die Höhe treiben soll ... Mehreinnahmen kann dieser Staat ja immer gebrauchen ... auch um sein Subventionsvolumen von jährlich knapp 200Mrd. wuppen zu können.
Bei solchen Zahlen wäre ich vorsichtig damit, es als "Problem" zu bezeichnen, wenn die Sozialsysteme ein paar Millionen EUR teurer werden ... das sind Peanuts verglichen mit dem, was jedes Jahr in der Wirtschaft versickert.
 
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pseudopseudonym schrieb:
Während meine Eltern mit Anfang 20 ihr Haus gebaut haben, hoffe ich, mit Anfang 30 genug Eigenkapital für die Finanzierung einer kleinen Wohnung
Da bist du ja voll betroffen von der Abstandsdenke zu den Armen (ärmeren). Du siehst es als selbstverständlich an, zu den privilegierten Personen zu gehören, die sich sowas leisten können, weil sie 3k/Monat netto verdienen. Da dann auch die Gefahr davon "abzurutschen", wenn das Netto durch Abgaben weniger wird.

Der Traum von Eigenheim wird weiterhin allgemein aufrechterhalten, auch wenn er in Anbetracht der klimatischen Lage eine Katastrophe in der Landnutzung ist. Aber, es will um alles in der Welt daran festgehalten werden. Bei dir dann schon die Korrektur nach unten: Nur Eigentumswohnung. Dies wird auch stark supportet: kaufen! Zudem jetzt die Korrektur: kleine Eigentumswohnung. Demnächst vielleicht sogar die Korrektur: Mietwohnung, kleine Mietwohnung, ...

Du hast es ja schon richtig erkannt. Aber noch nicht ganz begriffen. Du gehörst nicht zu den Gewinnern des Kapitalismus. Du würdest aber gerne dazugehören. Daraus wird aber nichts (mehr). Es erfolgt eine Korrektur, lagebedingt nach unten. Manche wollen deswegen alles in Schutt und Asche legen, wie ein trotziges Kind, ein trotziger Diktator. Entweder Alles oder Nichts!

Es gibt genug Rentner mit einer höheren Rente als dein Einkommen. Das hat sich die Nachkriegs-Generation mit dem Generationenvertag so eingerichtet. Damals fanden das alle gut, weil die Bedingungen dazu absolut optimal waren. Heute sind sie das exakte Gegenteil. Der Sinn dahinter: Eine soziale Geste an die Alten, als sozialer Beitrag, damals gering, verkraftbar, imagesteigernd. An dem Sinn hat sich nichts geändert, nur die Einsicht zur Notwendigkeit ist in Zweifel geraten. Die heutigen Alten sind schon reich durch ihre Arbeitsjahre, mit optimalen Bedingungen wie Vollzeitjob und vieles mehr, mit Eigenheim und allem drum und dran. Sie bekommen aber mit den hohen Renten noch eins drauf, weil sie es sich verdient hätten. Und da dann gleich der Aufschrei, die Rente würde bei vielen nicht reichen. Immer diese Fokusierung wie es einem am besten in den Kram passt.
 
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Ich glaube wir driften hier mal wieder ab.

Warum beschweren wir uns über so wenig Netto vom Brutto wenn wir seit Jahrzehnte Parteien wählen die Vermögen schützen und Arbeit bestrafen ?

Warum beschweren wir uns über die hohen Kosten des Sozialstaats ? Der Sozialstaat ist unser Staatsziel. Oder bekennt man sich etwa nicht zum Grundgesetz ?

Wo investieren reiche Menschen in die Gesellschaft ? Aktienhandel schafft keine Arbeitsplätze und saniert weder Schulen noch Straßen. Das Vermögen von z.B. Susanne Klatten ist von 11 Milliarden 2001 auf 40 Milliarden 2023 gewachsen. In wie weit haben wir als Gesellschaft davon profitiert ?

Unsere Milliardäre in Deutschland könnten sofort die Schulden aller Kommunen begleichen und müssten dafür nicht mal ein Jahr auf Rendite verzichten. "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen." Würde wohl keinem Weh tun. Aber was weis ich schon.

Beim Bürgergeldempfänger gibts scheinbar mehr zu holen.

DerOlf schrieb:
Vielleicht müssten wir (nur als Warnung) mal wieder die Guillotinen rauskramen?
Böhmermann hat mal gesagt: Milliardäre haben zu viel Geld und zu wenig Angst. Wir als Gesellschaft sollten überlegen wie wir das ändern können (Achtung Satire)
 
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Kassenwart schrieb:
Warum beschweren wir uns über so wenig Netto vom Brutto wenn wir seit Jahrzehnte Parteien wählen die Vermögen schützen und Arbeit bestrafen ?
Die Frage lautet hier als erstes "Wer sind wir?". Wahrscheinlich meinst du das rhetorisch, einfach alle in Deutschland. Aber wirklich meinst du eine bestimmte Wähler-, oder besser gesagt Altersgruppe, welche einen sehr großen Teil der Wähler ausmacht und angesprochene Parteien aus Gewohnheit wählen, die regierten, als Deutschland Wirtschaftlich aufstieg. Ob die Parteien damals wirklich auch dafür Verantwortlich waren, dass es Deutschland Wirtschaftlich gut ging? Kurzfristig für den Zeitpunkt vielleicht, Langfristig ziemlich offensichtlich nicht. Aber das Denken ist wohl wirklich "Das klappte damals mit denen, wieso sollte es heute nicht auch funktionieren?"

Aus zum Teil natürlichen Gründen ändert sich das aber gerade.
 
Kassenwart schrieb:
Warum beschweren wir uns über so wenig Netto vom Brutto wenn wir seit Jahrzehnte Parteien wählen die Vermögen schützen und Arbeit bestrafen ?

Vermögen sollte im Idealfall durch Arbeit entstehen, und durch den Sozialstaat abgesichert werden, statt im unverschuldeten Schadensfall durch Anrechnung gestohlen zu werden.

Die durch Schröders Verrat an der Demokratie installierte Agenda 2010 hat diesen Grundsatz aufgekündigt, und seitdem gibt es keine wählbaren Parteien mehr.

Gleichzeitig hat Schröders Renten-Milchmädchenrechnung (privatisierter Riesterbetrug statt Staatsfonds zur Entlastung späterer Generationen, fiktive "Rente mit 67" bei gleichzeitigem Freibrief zur Altersdiskriminierung und Billiglohndegradierung) Millionen Rentner in die Grundsicherung laufen lassen, und damit die Sozialkostenexplosion vorprogrammiert.

Die sogenannten "Linksparteien" dagegen vergessen "zufällig" die Wiederherstellung der alten Arbeitslosenhilfe, und zerstören Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit komplett mit ihrer blindwütigen Klimapreistreiberei.

Die bezahlt die "Arbeiterklasse" nämlich gleich doppelt über die eigenen Wohnungskosten, und die der Grundsicherungsempfänger (Wohnung = größter Posten des Existenzminimums). Wir können es uns nicht leisten, Unmengen von Altbauten durch weltfremde Zwangssanierungsplanwirtschaft in wirtschaftliche Totalschäden zu verwandeln. Der Wohnungsmangel ist bereits komplett aus dem Ruder gelaufen.

Norwegische Klimaziele gibt es nicht ohne norwegische Ölmilliarden und ohne norwegischen Rentenstaatsfonds. Ist das so schwer zu kapieren ?

Sofort Klimaziele aufkündigen, totaler Bürokratie- und Bauvorschriftenkahlschlag, Kohleausstieg auf unbestimmte Zeit abblasen, bis vollständiger Ersatz (sprich inklusive Batteriespeicher und Netzausbau) fix und fertig einsatzbereit ist.
 
Der Generationenvertrag muss neu gedacht werden. So wie er jetzt gehandhabt wird ist er falsch. Viele denken immer noch, Rente und Pension würden wie eine Versicherung oder ein Sparbuch funktionieren. Sie zahlen ein und wollen am Lebensende Rendite, hohe Rendite. Doch so funktioniert das nicht. Was an Rente/Pension an Renter/Pensionären gezahlt wird entscheidet die die Rente finanzierende Generation. Diese sollten bestimmen, wie viel Rente/Pension sie den Rentnern/Pensionären von ihrem Lohn/Gehalt bereit sind zu zahlen.

Und auch hier ist wieder nicht der zwar steigende, aber im Verhältnis geringe Anteil der von Armut bedrohten Renter/Pensionäre von 0,X % gemeint, sondern die 99,x % mit hoher Rente/Pension. Ein nicht unerheblicher Anteil dieser geht sogar weiterhin arbeiten. Für diese ist die Rente/Pension sowas wie ein Bonus. Aber ist die gegenwärtige die Rente finanzierende Generation des Generationenvertrags damit einverstanden, dass sie das zahlt? Dass sie selbst immer weniger hat und von ihrem Lohn/Gehalt anderen einen Bonus - inklusive Krankenversicherung etc. zahlt? Dabei geht es nicht darum, selbst später einmal nicht so einen (hohen) Bonus, bzw. Rente/Pension zu bekommen.

  • 40 % der Steuerpflichtigen mit Renteneinkünften zahlen Einkommensteuer
  • 2 080 Euro im Monat beträgt das mittlere Einkommen für Personen ab 65 Jahren
Hier sind alle (sehr viele) Infos zu diesem Thema gelistet:
Obwohl alles sehr kurz gehalten ist, mag das für manche zuviel an Info sein, aber die Infos sind nunmal viele und Fakt.
https://www.destatis.de/DE/Im-Fokus/Rente/_inhalt.html

Es geht darum, dass Leute in Anbetracht der Lage (immer mehr Rentner, Rentenzeit immer länger) ihren Lebensstandard halten oder sogar stetig erhöhen wollen. Der Wille in allen Ehren, aber wenn der Generationenvertrag diesen Wunsch erfüllen soll, ist es vorbei, weil das ist nicht sozial, diesen Wunsch auf Kosten anderer zu erfüllen. Die Rentnergeneration kann nicht einfordern, weil sie die Rente für viel weniger Renter finanziert hat, einen ebensolche (hohe) Leistung einzufordern. So funktioniert der Generationenvertrag nicht. Nicht die Rentenbezieher bestimmen über die Höhe, sondern diejenigen, die sie finanzieren.

Auch funkioniert der Generationenvertrag nicht so, dass wer zu seinen Arbeitszeiten viel Lohn/Gehalt hatte und viel in die Rentenkasse eingezahlt hat, Anspruch auf eine hohe Rente/Pension hat. Die höhe des Anspruchs bestimmen nicht die, die Rente/Pension beziehen, sondern die sie finanzieren.

1.405 Euro Rente Ø bundesweit für Rentner insgesamt
955 Euro Rente Ø bundesweit für Rentnerinnen insgesamt

45 Rentenaltersjahre (45 Jahre gearbeitet)
1.678 Euro alte Bundesländer
1.548 Euro neue Bundesländer
https://www.vermoegenszentrum.de/wissen/wie-hoch-ist-die-durchschnittsrente-nach-45-jahren

Es ist ein Umdenken notwendig. Die Rente muss mindestens so hoch sein, dass keine Armutsgefährdung besteht, aber nur so hoch, wie die die Rente finanzierende Generation bereits ist zu zahlen. Viele der Rentner, die eine hohe Rente bekommen, sind bereits reich und können ihren Wohlstand eigenständig mit ihrem Reichtum aufrecht erhalten. Wieso sollte eine Person, die ein Einfamilienhaus besitzt und auf dem Sparbuch 6-stellige Beträge hat, von der Rente-finanzierenden Generation eine Rente bezahlt bekommen und dabei selbst diesen Standard der Renter nie erreichen?

Rente/Pension sollten nur die bekommen, die diesbezüglich auch tatsächlich "hilfebedürftig" sind.

Aber wehe jemand fässt die Rente/Pension an. Da gibt es sofort ein Aufschrei und sofort werden die 0,x % an armutsgefährdeten Rentnern instrumentalisiert.

Der Generationenvertrag ist derzeit und wird immer mehr anti-sozial.
 
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Mirlo schrieb:
Der Generationenvertrag ist derzeit und wird immer mehr anti-sozial
Und deswegen möchtest du die aktuelle Rente in Hartz IV überführen, weil du der Meinung bist, zuviel Rentenbeiträge zu zahlen?

Ich philosophiere dann mal kurz darüber, was passieren könnte. Keiner der Jüngsten möchte aktuell Geld für die staatliche Rente zahlen, wenn man es selbst entscheiden würde, weil sie aktuell Gesund sind und glauben, Millionäre zu werden und dann eh keine Rente erhalten würden. Und diejenigen, die 5 Jahre vor der Rente sind, haben zum Renteneintritt dann kein Geld mehr und müssen vom Sozialnetz gerettet werden. Ich könnte z.B. einfach mein Haus schon mal verschenken und mein erwirtschaftetes Vermögen gleich dazu. Denn wenn ich im Alter die Rente nur erhalte, wenn ich Mittellos bin, dann werde ich zur Rente Mittellos sein.

PS:
Mirlo schrieb:
Der Generationenvertrag
Ist doch hier gar kein Thema, oder habe ich in deinem Beitrag was verpasst?

Meine Meinung dazu, die telefonische Krankschreibung zu streichen UND am ersten Tag Attestpflicht wird zu einer deutlichen Überlastung der Hausärzte führen, sie sind ja jetzt schon teilweise deutlich überlastet, weil es Nachwuchsprobleme in einigen ländlichen Regionen gibt. Und ob 1% Bescheißer sich telefonisch krankschreiben lassen oder in die Praxis gehen, klappen tut beides, man gewinnt genau gar nichts mit dieser Maßnahme!
Mirlo schrieb:
Ein nicht unerheblicher Anteil dieser geht sogar weiterhin arbeiten
Das wurde m.M.n. nur eingeführt, weil es einfacher war als die Rente so anzupassen, dass man mit Rente nicht in Armut leben muss. Das eine macht man eben einfach so nebenbei, aber eine vernünftige Rentenreform will die aktuelle Regierung nicht umsetzen, schätze ich mal, noch sind die Vorschläge der Kommision kein Entwurf (oder?). Geht mit der CDU einfach nicht, da es den Hauptteil der Wähler darstellt und aller Wahrscheinlichkeit nach mit mehr Umverteilung von oben nach unten einhergeht (gehen sollte). Es kann nicht von allen getragen werden, weil unten nichts zu holen ist. Mittlerweile bis in die Mitte der Gesellschaft hinein.
 
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Samurai76 schrieb:
weil du der Meinung bist, zuviel Rentenbeiträge zu zahlen?
Was rauskommt, ist das Problem. Käme ne entsprechende Rente für jüngere dabei raus, wäre das alles gar kein Problem. Das geht mathematisch aber nicht, wenn meine Generation pro Arbeitnehmer mehrere Rentner versorgen muss sprich für mehrere Renten zahlt.

Samurai76 schrieb:
Ich philosophiere dann mal kurz darüber, was passieren könnte. Keiner der Jüngsten möchte aktuell Geld für die staatliche Rente zahlen, wenn man es selbst entscheiden würde, weil sie aktuell Gesund sind und glauben, Millionäre zu werden und dann eh keine Rente erhalten würden.
Das stimmt nicht und ist absolut polemischer Blödsinn. Die meisten machen sich sehr wohl Gedanken und glauben schon gar nicht, Millionär zu werden. Das Problem ist eher, dass niemand daran glaubt, inflationsbereinigt auch nur ansatzweise das eingezahlte wiederzubekommen.
Schon jetzt wird uns geraten, für die Rentenlücke vorzusorgen. Wozu dann noch richtig viel Geld in einem System verbrennen, von dem wir nichts haben werden? Nicht mal das, was wir eingezahlt haben.
 
pseudopseudonym schrieb:
Das geht mathematisch aber nicht, wenn meine Generation pro Arbeitnehmer mehrere Rentner versorgen muss sprich für mehrere Renten zahlt.
Ach ja, die liebe Mathematik. Die ist nicht falsch, nur unterliegen solche Rechnungen, besonders die von Populisten, viele Falschannahmen bzw. Tricks bei der vereinfachten Betrachtung, denn der Zusammenbruch der Sozialsysteme wurde schon vor 20, 40 oder noch mehr Jahre prophezeit. Zur Entstehung war das System m.W.n. für 5:1 geplant. Hat sich dann über 3:1 zu den aktuellen 2,x:1 entwickelt und wird bei weiteren Zuwächsen der Produktivität und Wirtschaftsleistung insgesamt auch noch niedriger funktionieren. War in der Vergangenheit zumindest so und ich sehe nicht, warum sich das zukünftig nicht in eine ähnliche Richtung entwickeln sollte. Aber schauen wir mal, wie sich die Krankmeldung am ersten Tag auf diese Kennzahlen auswirkt. Und die weiteren Pläne der Regierung, die aktuellen taugen m.M.n. nicht als Wirtschaftsanschwung.
 
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Es sind halt wie immer die Tricks mit den ach so großen nominellen Zahlen. Die Rentenkosten sind mit x Milliarden so hoch wie noch nie? Ja, no shit, das liegt in der Natur der Sache. Nur sind sie relativ zum BIP sogar gesunken. Sowohl die Zahlungen der GRV, wie auch der Zuschuss des Bundes. Und das, obwohl der Beitragssatz seit 2007 nicht mehr gestiegen und 2012 und 2013 gesunken ist und trotz mehr Rentner:innen.

Nein, es sind nicht die Sozialleistungen, die wir uns in der Sozialdemokratie nicht mehr leisten können. Es sind wieder die Reichen.
 
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Mirlo schrieb:
100 Euro von 3.000, echt heftig, das knallt voll rein. Ne schon klar, da muss man voll den Assi raushängen lassen und gegen die Armen, die Ausländer und die Politiker hetzen, weil so gehts ja nun gar nicht.
Ganz direkt, fast die Hälfte meines Lohnes geht für Steuern drauf. An der Kasse zahle ich wieder steuern. Dabei nicht nur die Mehrwertsteuer, sondern auch die Steuern, welche die Firmen zur Herstellung des Produktes bezahlen müssen und in den Preis umgelegt werden müssen. Und generell ist alles was man tut, kauft oder benutzt versteuert. Ohne es mal genau runter zu rechnen, schätze ich, dass von meinem gesamten Bruttolohn, abzüglich aller Steuern die ich zusätzlich noch abführen muss, bei allen Tätigkeiten und Einkäufen, vielleicht 25-30% real habe, wenn überhaupt.
Ich bin nicht bereit auch nur noch einen Cent für irgendwas abzudrücken, denn so gesehen, arbeite ich nicht für mich oder meine Familie, sondern nur noch für den Staat, der mein Geld zum Fenster raus wirft. Und alles was man nur hört, man soll sich nicht so anstellen, mehr Arbeiten, solidarischer sein ect. Wie solidarisch soll man denn noch sein? Die letzten 25-30% auch noch abdrücken? Für was? Noch mehr sinnlose Ausgaben? Noch mehr Gesetze und Regeln, die mein Leben nicht erleichtern sondern nur noch schwerer und eingeschränkter machen?
Die Politik versagt seit Jahrzehnten. Und das Schlimmste ist, ich sehe keine Partei, der ich eine Besserung zutrauen würde. Alle reden nur Bullshit von Morgens bis Abends. Lügen bis sich die Balken beigen und zeigen immer wieder aufs Neue, dass sie von der Realität des Normalbürgers keine Ahnung haben.
 
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Also ich bekomme deutlich mehr als 50 % meines Arbeitslohns ausgezahlt ... bei 19 % Mehrwertsteuer (die ich längst nicht für alles zahlen muss!) bleiben trotzdem mehr als 50 % meines Bruttolohns übrig ... man sollte auch ehrlich rechnen.

Also von 25 bis 30 % ist man verdammt weit entfernt.
 
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Knergy schrieb:
Also ich bekomme deutlich mehr als 50 % meines Arbeitslohns ausgezahlt ... bei 19 % Mehrwertsteuer (die ich längst nicht für alles zahlen muss!) bleiben trotzdem mehr als 50 % meines Bruttolohns übrig ... man sollte auch ehrlich rechnen.
Du rechnest falsch. Lassen wir mal den Nettolohnanteil weg. Und las uns einfach mal eine Rechnung etwas versimplen.
Du kaufst irgend einen Gegenstand für 100€. Da siehst du nur die Mehrwertsteuer von 19%. Das heißt, das Produkt kostet Netto rund 84€. Die Firma, die das Produkt herstellt, zahlt aber Steuern für viele andere Dinge, damit dieser Gegenstand überhaupt hergestellt werden kann. Was du als Kunde am Ende zahlst. Grob die Hälfte des eigentlichen Produktionspreises, sind Steuern die abgegeben werden müssen über sehr viele unterschiedliche Wege. Aber alles wird in den Verkaufspreis eingerechnet, denn die Firma kann ja schlecht mit Verlust wirtschaften. Du zahlst also als Kunde auch immer sämtliche Steuern, die eine Firma abgeben muss von deinem Gehalt. Ist dir das eigentlich klar?
Wer hier nur die Mehrwertsteuer sieht, ist Blind oder will Blind sein.
 
Was Steuern angeht, ist Deutschland eh lustig. Das einzige Land in dem Steuern besteuert werden. Siehe Kaffeesteuer und Sektsteuer.
 
DiePalme schrieb:
Die Firma, die das Produkt herstellt, zahlt aber Steuern für viele andere Dinge, damit dieser Gegenstand überhaupt hergestellt werden kann. Was du als Kunde am Ende zahlst.
Dein Ernst? Schonmal mit der Thematik beschäftigt?
 
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Knergy schrieb:
Also ich bekomme deutlich mehr als 50 % meines Arbeitslohns ausgezahlt ...
Schon mal den Arbeitgeberanteil angeguckt? Wenn ja, glaubst du wirklich, dass der AG das zahlt und das nicht von deinem Lohn abgeht?
 
Also ich habe im Vertrag die Summe x stehen (egal ob nun Gehalt oder Stundenlohn, in meinem Fall Gehalt). Zahlt mir der Arbeitgeber für die vereinbarten Arbeitsstunden nicht Summe x an Gehalt (abzüglich meines Anteils für Krankenkasse, Rentenversicherung usw) wäre das ein einfacher Fall fürs Arbeitsgericht. Die würden ja fast darüber lachen ... wenn jetzt plötzlich gesetzlich der AG-Anteil auf 0 % sinken würde, hätte ich keinen müden € mehr in der Tasche.

Wenn dein AG den Arbeitgeberanteil von deinem Lohn/Gehalt abzieht, ist das nicht rechtens.
 
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