Meinung zur Krankschreibung am ersten Tag

KitKat::new() schrieb:
Habecks Aussage spiegelt korrekt die Realität wieder, keine zaubern notwendig.
Dann erkläre mir doch, wie ich an eine AU vom ersten Tag an kommen soll ohne zum Arzt zu gehen oder das per Telefon machen zu dürfen? Bin gespannt. Blanko-AUs habe ich leider keine Zuhause liegen.

Ansonsten hat sich Habeck nichts desto trotz mehr als dumm ausgedrückt und hat dafür zurecht viel Kritik geerntet. Mal davon abgesehen, dass ich Fratschers Beispiele völlig falsch finde. Ein Bäcker rechnet mit täglichem Umsatz, mal mehr mal weniger sicherlich, aber kein Bäcker in DE kalkuliert doch damit, dass er im Winter halt mal spontan 2 Monate zumachen kann, ohne dass er damit an die Existenzgrenzen kommt?
Ein Hotel im Saisongeschäft kalkuliert genau damit. Genauso wie z.B. Biergärten, Kioske an Ausflugszielen im Sommer, usw. Die wissen, dass sie ihren Jahresumsatz z.B. ohnehin nur in 6 Monaten machen müssen.
Sag mal einer Wintersportbahn, sie darf im Dezember und Januar nicht öffnen - bin mal auf das Feedback gespannt, ob dass dann zum Problem werden könnte.
Und der 0815-Bürger soll natürlich noch von den nicht genannten staatlichen Unterstützungen wissen und das mit in die Aussage einbeziehen.
Ich weiß ja nicht, was du von den Normalbürgern erwartest, aber wenn man von denen ausgeht, bei denen der billige Populismus der AFD greift, braucht man wahnsinniges Hintergrundwissen nun leider nicht vermuten.

Nein, ich bleibe dabei, ich finde die Aussage weiterhin bescheuert und an der tatsächlichen Realität vieler Betriebe vorbei. Und Merz (um den es eigentlich geht) schlägt mit seinem Vorstoß (Gemeinsam mit der SPD und CSU) in die gleiche Intelligenzkerbe. Dann soll er das konkretisieren und nicht pauschal so in den Raum werfen und alle sollen sich den Teil denken, den er eben nicht sagt.
 
Khaotik schrieb:
Dann erkläre mir doch, wie ich an eine AU vom ersten Tag an kommen soll ohne zum Arzt zu gehen oder das per Telefon machen zu dürfen?
Laut Klingbeil soll und kann der Arzt die Krankschreibung rückwirkend ausstellen.
...rest Offtopic
 
Was aber auch nicht die Regel ist bzw. sein soll und mehr oder weniger vom jeweiligen Arzt abhängt:
Die Arbeitsunfähigkeit soll für eine vor der ersten ärztlichen Inanspruchnahme liegende Zeit grundsätzlich nicht bescheinigt werden. Eine Rückdatierung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit auf einen vor dem Behandlungsbeginn liegenden Tag ist ebenso wie eine rückwirkende Bescheinigung über das Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit nur ausnahmsweise und nur nach gewissenhafter Prüfung und in der Regel nur bis zu drei Tagen zulässig.
Quelle: §5 Abs. 3 Arbeitsunfähgigkeits-Richtlinie
Es kann aber auch gut sein, dass dies im Zuge der Reform auch geändert wird.
 
Buttkiss schrieb:
Laut Klingbeil soll und kann der Arzt die Krankschreibung rückwirkend ausstellen.
Klar, wird dem Arzt der schwarze Peter zugeschoben, soll er doch die Sache regeln.
https://www.hrworks.de/lexikon/rueckwirkend-krankschreiben/
"Rückwirkende Krankschreibungen sind nur unter strengen Bedingungen möglich und erfordern eindeutige Diagnosen, um das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit nachzuweisen. Sie sollen Patienten Zeit zur Genesung geben, bevor ein Arztbesuch erfolgt."

Das habe ich in der Realität so auch schon erlebt. Mir wurden schon rückwirkende Krankschreibungen verweigert (z.B. habe erst Dienstag einen Termin bekommen obwohl ich seit Montag krank war und dort einen Termin wollte).
Das ist sehr abhängig vom Arzt und ob er diese ausstellt. Eine Pflicht dazu hat er nicht. Problem war es bisher nicht, da ich erst ab dem 3ten Tag eine benötige und es somit keinen Unterschied gemacht hat. Wäre hier nun anders.

Da kann sich der Klingbeil schon hinstellen und das vorschlagen, sollen dann halt der Kranke und der Arzt ausdiskutieren. Im schlimmsten Fall bekommt der Kranke halt einen Tag unbezahlten Urlaub vom AG weil kein Attest vorliegt und guckt dann in die Röhre.
 
Khaotik schrieb:
Dann erkläre mir doch, wie ich an eine AU vom ersten Tag an kommen soll ohne zum Arzt zu gehen oder das per Telefon machen zu dürfen?
Vielleicht wird davon ausgegeangen das der Hausarzt wie vor 100 Jahren nach wie vor Hausbesuche macht wenns nötig ist? 🤔 👨‍⚕️--->🏡
Einige der Herren dürften das ja noch miterlebt haben! 😅
 
Vielleicht auf dem weiten Land aka Bergdoktor, aber ansonsten ein völlig unrealistisches Szenario.
 
Khaotik schrieb:
Und da frage ich mich ernsthaft, wie bescheuert man denn sein kann. Ich muss zwar nicht zum Arzt, brauch aber trotzdem eine AU, aber telefonisch solls ja auch nicht gehen. Was denn dann? Soll ich zaubern?
Ich bin weder Friedrich Merz, noch sein Pressesprecher. Insofern gerne da nachfragen ;)
Ansonsten haben die anderen ja schon geschrieben, wie es gemeint sein könnte.
Khaotik schrieb:
Man muss sich bei solchem Schwachsinn in keinster Weiße mehr wundern, warum die AFD da ist, wo sie ist. CDU/CSU oder SPD zu wählen kann man mit gesundem Verstand doch wirklich nicht mehr argumentieren.
Dass die Aussagen insbesondere der CDU teilweise hahnebüchen sind, stimme ich dir zu. Aber daraus zu schlussfolgern, dass man lieber AFD wähle, geht auch nur, wenn man sich deren Aussagen nicht anschaut :D
Weil die sind teilweise noch so viel unfassbar schräger, siehe z.B. dass die Westdeutschen keine echten Deutschen sind...
Aber das wird OT.

knoxxi schrieb:
Vielleicht auf dem weiten Land aka Bergdoktor, aber ansonsten ein völlig unrealistisches Szenario.
Ich wohne in einem eher dünn besiedelten Kreis, auch hier ein unrealistisches Szenario :D
(Außer bei alten, nicht mobilen Personen)

Faktisch wird das in der Praxis dann so ablaufen, dass am Empfang ein Stapel unterschriebener Blanko-AU liegen, welche von der MFA am Emfpang entsprechend ausgefüllt werden.
Schon hat man seine AU ab dem ersten Tag, ohne gleichzeitig das Wartezimmer zu verstopfen.
 
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Buttkiss schrieb:
Laut Klingbeil soll und kann der Arzt die Krankschreibung rückwirkend ausstellen.
Ich bin tatsächlich davon ausgegangen, dass das auch heute schon problemlos funktioniert. Alles andere ist doch je nach Fall praxisfern. Wenn ich heute komplett flach liege, wie soll ich da heute schon zum Arzt gehen? Ggf. Anruf und Besuch am nächsten Tag mit Rückdatierung der AU.

Das ist nicht der heutige Normalzustand, wenn man AU ab dem ersten Tag vorlegen muss?
 
Reglohln schrieb:
Ich bin tatsächlich davon ausgegangen, dass das auch heute schon problemlos funktioniert.
Je nach Arzt und je nach Anzahl Tage ist das nicht immer problemlos möglich.

Ich habe es schon erlebt das man sich Do und/oder Fr krank gemeldet hat aber nicht direkt beim Arzt war. Man hat halt gehofft es dann übers Wochenende zu kurieren. Am Montag war es nicht besser, der Arzt wollte die AU dann nicht zurück datieren.

Allgemein machen die das ungern bei mehr als 1 - 2 Tagen, so meine Erfahrung.
 
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Khaotik schrieb:
Dann erkläre mir doch, wie ich an eine AU vom ersten Tag an kommen soll ohne zum Arzt zu gehen oder das per Telefon machen zu dürfen? Bin gespannt. Blanko-AUs habe ich leider keine Zuhause liegen.
Genau das kritisieren wir hier doch, es wird eben nicht so hinhauen, wie sich die Koalition das scheinbar vorstellt. Nur ist der Vergleich mit Habecks Aussage diesbezüglich nicht wirklich passend.
Khaotik schrieb:
Und der 0815-Bürger soll natürlich noch von den nicht genannten staatlichen Unterstützungen wissen und das mit in die Aussage einbeziehen.
Die meisten Bürger dürften den zeitlichen Kontext noch in Erinnerung haben. Im Herbst 2022 fiel das russische Gas komplett aus, Corona war noch ein Thema und es war nicht absehbar, wie der Winter werden wird, man befürchtete eine Gasmangellage und Blackouts wurden nicht ausgeschlossen. Daher wurde, ähnlich wie in den Lockdowns, über staatliche Hilfe diskutiert, mit denen Firmen die Zeit im Winter überbrücken, wenn sie die Produktion einstellen, weil eine Mangel an Gas nicht ausgeschlossen werden konnte. Das der Winter dann so mild wurde und es Silvester 2022 wärmer war, als Ostern 2023, konnte keiner ahnen.
Habeck hat sich unbeholfen ausgedrückt, aber mit etwas Sachverstand außerhalb der Tik-Tok Bubble, wusste man, wie es gemeint war.
 
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Reglohln schrieb:
Ich bin tatsächlich davon ausgegangen, dass das auch heute schon problemlos funktioniert
https://www.kbv.de/praxis/verordnungen/arbeitsunfaehigkeit

siehe unten FAQ auf der Seite.
Kassenwart schrieb:
Allgemein machen die das ungern bei mehr als 1 - 2 Tagen, so meine Erfahrung.
mein Arzt schreibt rückwirkend krank, wenn erkennbar ist, dass die Krankheit schon vorher war, oder kein Akuttermin mehr den Tag zuvor frei war. Ich war einmal an einem Freitag krank. Habe dann aber am Montag keinen Akuttermin mehr bei meinem Arzt erhalten. Bin dann am Dienstag hin und der Arzt hat mich rückwirkend auch für Montag krank geschrieben und beim letzten mal war es genauso.
 
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s0undjan schrieb:
Habeck hat sich unbeholfen ausgedrückt, aber mit etwas Sachverstand
Mit etwas Sachverstand und entsprechender Redegewandtheit hätte sich Herr Habeck ebenfalls anders ausgedrückt.
Von Herrn Merz und anderen Politikern bekommt man halt ähnlichen Unsinn geliefert, ohne Bezug auf die Realität und dies lässt Menschen am Sachverstand zweifeln.

Zum Thema.

In unserem kleinen Handwerksbetrieb macht niemand ohne Grund krank. Ist ein Kollege wirklich krank dann werden Aufträge verschoben, auch gern mal in das nächste Jahr. Niemand wird unter Druck gesetzt und man wird immer wertgeschätzt.

In großen Konzernen, wo Blaumacher untergehen, kann man gern vertragliche Karenztage einführen, aber doch nicht in kleinen Handwerksbetrieben wo jeder Mitarbeiter geschätzt und gebraucht wird.
 
Tomislav2007 schrieb:
Weil ich als Informationstechnikermeister in der Medizintechnik arbeite und kein Arzt/Pfleger bin.
Ich kann medizintechnische Geräte reparieren, Krankheiten kann ich nicht diagnostizieren/heilen.
Und da haben wir es schon. Dich wird das Ganze wahrscheinlich nicht betreffen, denn du magst deinen Job. Ich kann mir vorsetellen, dass es dafür sogar ordentlich Anerkennung bei euch im KH gibt ... kann sicher nicht jeder medizintechnische Geräte reparieren.

Wie geht das Sprichwort? Tu was du liebst und du arbeitest keinen Tag in deinem Leben?

Es würde für dich also niemals in Frage kommen einen Tag "frei" zu nehmen und alle anderen die das machen sind faule Säcke. Dabei stelle ich mal die Behauptung auf, dass dein Job nicht nur Arbeit für dich ist ... ist ja auch gut so ... sollte jeder so machen.

Aber was ist z.B. mit den Näherinnen bei Trigema. Die geben ihre Lebenszeit, damit der Alte sich hinstellen kann und uns einen davon erzählt was er für ein Macher ist. Und wenn die dann mal ne Migräne haben, sollen sie gefälligst sofort zum Arzt, damit festgesetllt werden kann, dass sie ja nicht 8 Stunden zum Mindestlohn unterschlagen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die wirklich denken, dass das die Wirtschaft irgendwie ankurbeln könnte ... die verarschen uns doch.

Mir ist es übrigens egal ... ich bin selbständig und mach was ich liebe :-)
 
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Hallo

Janush schrieb:
Und da haben wir es schon. Dich wird das Ganze wahrscheinlich nicht betreffen, denn du magst deinen Job. Ich kann mir vorsetellen, dass es dafür sogar ordentlich Anerkennung bei euch im KH gibt ... kann sicher nicht jeder medizintechnische Geräte reparieren.

Wie geht das Sprichwort? Tu was du liebst und du arbeitest keinen Tag in deinem Leben?

Es würde für dich also niemals in Frage kommen einen Tag "frei" zu nehmen und alle anderen die das machen sind faule Säcke. Dabei stelle ich mal die Behauptung auf, dass dein Job nicht nur Arbeit für dich ist ... ist ja auch gut so ... sollte jeder so machen.
Das ist absolut richtig, ich habe vor allem den Vorteil das mein Beruf (eher Berufung) mir viel Spaß macht und (ziemlich) sicher ist und sehr gut bezahlt wird.

Janush schrieb:
Wie geht das Sprichwort? Tu was du liebst und du arbeitest keinen Tag in deinem Leben?
Das ist leider nur die halbe Wahrheit, Spaß machen alleine reicht beim Beruf nicht aus, man sollte von seinem Beruf auch (gut) leben können.

Janush schrieb:
Aber was ist z.B. mit den Näherinnen bei Trigema. Die geben ihre Lebenszeit, damit der Alte sich hinstellen kann und uns einen davon erzählt was er für ein Macher ist. Und wenn die dann mal ne Migräne haben, sollen sie gefälligst sofort zum Arzt, damit festgesetllt werden kann, dass sie ja nicht 8 Stunden zum Mindestlohn unterschlagen.
Was heißt das jetzt, Menschen mit schlechter/minderwertiger Arbeit (bzw. schlecht bezahlter Arbeit) dürfen krank feiern obwohl sie gar nicht krank sind ?
Ich bin der Meinung das man (wenn man einen Arbeitsvertrag unterschreibt) die Arbeit erledigen sollte solange man dafür den vereinbarten Lohn erhält.
Wenn man seine Arbeit so schlimm findet das man blau machen will sollte man besser schnell kündigen und sich eine andere/passendere Arbeit suchen.
Eine schlechte/minderwertige Arbeit anzunehmen und krank zu feiern (obwohl man nicht krank ist) und sich weiter bezahlen zu lassen finde ich asozial.

Grüße Tomi
 
Zuletzt bearbeitet:
Janush schrieb:
Es würde für dich also niemals in Frage kommen einen Tag "frei" zu nehmen
Das hat meiner Meinung nach nicht mal nur was damit zu tun, ob ich meinen Job aus Leidenschaft mache. Denn auch dann kann es einem mal schlecht gehen. Physisch wie psychisch (der Klassiker: Menstruationsbeschwerden) und trotzdem ist man nicht im dem Sinne krank, wie es einige für sich (und vor allem für andere) definieren wollen.

Und genau da ist es vorteilhaft, dass Firmen ein Attest z.B. erst ab dem 3. Tag verlangen können, denn eine Krankschreibung kann eben häufig auch mal ein paar Tage länger ausfallen (ja, auch aufgrund von "Ich fühle mich total ausgelaugt und fertig"). Und bei Menschen, die diese Möglichkeit häufig nutzen, gilt: Die Führungskraft muss ins Gespräch gehen, die Gründe versuchen zu ermitteln und Hilfe anbieten. Mit Verdächtigungen und Gängelung erreicht man in der Regel keine Besserung sondern eher das Gegenteil.

Wir haben bei uns die 3-Tage-Regel. Theoretisch könnten die Leute also 3 Tage "frei" machen, einen Tag arbeiten, 3 Tage "frei" machen. And guess what: Das tun sie gar nicht. In meinem Betrieb habe ich von einem einzigen Fall gehört, bei dem die Regelung ausgesetzt wurde und nun ein Attest ab dem ersten Tag gilt. Auch ist die Krankenquote in ihrem Verlauf relativ stabil. Es scheint also nicht in relevantem Maße ausgenutzt zu werden. Warum auch? Es gibt jede Menge Benefits, eine gute Firmenphilosophie, Anerkennung und Wertschätzung and so on. Man würde sich also nur selbst schaden.

Fazit: Die allgemeine Krankenquote liegt im europäischen Vergleich im Mittelfeld. Der Anstieg in der Statistik vor einigen Jahren ist in vollem Maße erklärbar und das wurde bereits mehrfach getan. Es gibt keinen triftigen Grund, dieses Thema anzufassen, außer (hauptsächlich männliche) gekränkte Egos.
 
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AU heißt ja auch nicht "krank" sein. Man ist Arbeitsunfähig.

Wenn ich eine Zahn-OP habe bin ich nicht krank. Arbeiten kann ich in der Zeit aber nicht. Und ne AU gibt es nun mal nur für ganze Tage. Ich kann mich nicht nur für eine Stunde "krank melden".

Mein Zahnarzt bietet mir selbst bei einer PZR eine AU für einen Tag an.

Aber ich kenne auch viele die bei so was dann lieber Überstunden machen oder nen halben Tag Urlaub nehmen. Nach dem Motto: Alles für den AG

Diese 1 - 2 Tage AU sind auch gar nicht das Problem. Dadurch kommen die "hohen" Fehltage gar nicht zu standen.
 
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Sorry mein Gehirn lässt es nicht zu längere zusammenhängende Aufsätze zu schreiben, die am Ende einen Sinn ergeben. Also versuche ich jetzt nochmal den Bogen zu schließen :freak:
Tomislav2007 schrieb:
Was heißt das jetzt, Menschen mit schlechter/minderwertiger Arbeit (bzw. schlecht bezahlter Arbeit) dürfen krank feiern obwohl sie gar nicht krank sind ?
Das heißt, dass diese Maßnahme keine Auswirkung auf Jobs in deiner Jobklasse haben werden -> Leute die sowieso nicht krank sind und richtig bock haben, in ihrer Arbeitsstelle zu erscheinen. Die Ausbeuterbetriebe auf der anderen Seite, wissen jetzt schon, wie sie ihre Arbeiterschaft ordentlich rannehmen müssen. Außerdem ... wenn ich meinen Betrieb auf billige Arbeitskräfte ausrichte, kalkuliere ich Krankenstand und Fluktuation eh von vornherein mit ein. Wem soll diese Regelung also nützen? Das hat doch in der Planung mehr Geld verbrannt, als hinten wieder reinkommt.

Das ist alles nur eine Nebelkerze um zu verschleiern, dass man keine Ahnung hat, was man noch machen soll.

Tomislav2007 schrieb:
Wenn man seine Arbeit so schlimm findet das man blau machen will sollte man besser schnell kündigen und sich eine andere/passendere Arbeit suchen.
Ich habe 10 Jahre im Investmentbanking gearbeitet. Zu der Zeit habe ich auch an das Märchen der Umverteilung von oben nach unten geglaubt. Man kann sich einfach nicht vorstellen, warum es arme Menschen gibt, die nen Kack-Job machen um über die Runden zu kommen. Es geht doch so einfach ... man suche sich einfach einen besseren Job ... easy.
 
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Also vor einiger Zeit hörte ich mal einen Beitrag im Deutschlandfunk zu den Krankenständen.

Da war die Rede davon das Langzeitkrank aufgrund Burnout/Depression - also psychische Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Belastung die größte Veränderung wären gegenüber früher.

Und das nicht bei den 20-30 jährigen sondern quer durch die Alterskohorte.

Gibt es dazu evtl eine Erhebung oder Statistik?
 
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H1ldegunst schrieb:
Aber daraus zu schlussfolgern, dass man lieber AFD wähle, geht auch nur, wenn man sich deren Aussagen nicht anschaut
Klar, ich sag ja nicht das ICH die AFD deswegen wählen würde, kann es aber nachvollziehen wenn es eben viele andere tun. Populismus und richtige Inhalte müssen ja nicht viel miteinander zu tun haben. Ich hege den starken Zweifel, dass ein Großteil der Bürger überhaupt mal in ein Wahlprogramm der Partei schaut, die sie dann wählen wollen.
Da is Wahlomat spielen schon das höchste an Auseinandersetzung mit der Wahl. Nicht wenige werden auch stur nach Partei wählen. Denen sind die Inhalte sowieso recht egal.

Free Radical schrieb:
Mit etwas Sachverstand und entsprechender Redegewandtheit hätte sich Herr Habeck ebenfalls anders ausgedrückt.
Von Herrn Merz und anderen Politikern bekommt man halt ähnlichen Unsinn geliefert, ohne Bezug auf die Realität und dies lässt Menschen am Sachverstand zweifeln.
Danke, das fasst meinen Standpunkt für mich ganz gut zusammen.

Portscan86 schrieb:
Bin dann am Dienstag hin und der Arzt hat mich rückwirkend auch für Montag krank geschrieben und beim letzten mal war es genauso.
Aber warum nicht den Freitag auch noch? In deinem Fall und dem zukünftigen Szenario müsste er dich ja bis Freitag krankschreiben (also von Freitag-Dienstag --> 4 Tage rückwirkend).
Wenn du "nur" einen grippalen Infekt hast der meistens grob ne Woche braucht bis er komplett weg ist, kann am Dienstag schon nicht mehr viel davon übrig sein. Wie soll der Arzt dann zweifelsfrei erkennen können, dass das Freitag schon so war?
Und ja, das ist kein unrealistisches Szenario. Freitags hat der Arzt bei uns nur noch 3h offen, danach ist Wochenende und es bleibt die Bereitschaftspraxis im KH. Da geht man auch nur hin wenns unbedingt sein muss weil man z.B. Antibiotika braucht. Da wartet man heute schon gut und gern 2h, je nach Jahreszeit.

s0undjan schrieb:
Habeck hat sich unbeholfen ausgedrückt, aber mit etwas Sachverstand außerhalb der Tik-Tok Bubble, wusste man, wie es gemeint war.
Sehe ich anders. Viele, grade im Alter unter 40, haben keine Printzeitung mehr und online liegen sehr viele Artikel von vernünftigen Medien (NICHT die Bild) mittlerweile hinter Bezahlschranken. Tagesschau, Heute Journal & Co. ist vermutlich auch nicht fester Bestandteil bei vielen in ihrem täglichen Konsumprofil.
Also, wo und wie informieren sich die GenZ und jünger mittlerweile noch, wo man solche Detailinformationen schnell erhält? Via Social Media bekommt man solche Infos nur, wenns der Algo ihnen vorschlägt. Ich bekomme da eher 90% KI-Videos vorgeschlagen als inhaltlich interessante Videos oder Posts.

Und genau hier liegt auch das Problem. Die einfachen Sätze von den Regierungssprechern werden dann in Kurzvideos gepackt und verbreitet. Wohl wissentlich, dass ggf. Kontext fehlt und weitergehende Informationen die Aussage anders aussehen lassen würden - wenn man diese Informationen aber erst suchen und selbst in den Kontext setzen muss, werden sie viele nicht erreichen.
Und genau so verbreiten sich dann diese Infos und Clips, die hängen bleiben und das Bild prägen. Damit ist das Kind dann schon in den Brunnen gefallen - das dann wieder zu relativieren und runter zu kochen ist weit schwieriger als wenn man direkt von Anfang an offener kommunizieren würde, wie das in der Realität aussehen könnte oder sollte.
 
Kassenwart schrieb:
Wenn ich eine Zahn-OP habe bin ich nicht krank. Arbeiten kann ich in der Zeit aber nicht. Und ne AU gibt es nun mal nur für ganze Tage. Ich kann mich nicht nur für eine Stunde "krank melden".
Oh; ich war nach meiner letzten Zahn-OP den gesamten Tag über nicht einmal fahrtüchtig, geschweige denn arbeitsfähig...
 
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