Merz und sein Politikstil: Änderung Grundgesetz + Sondervermögen

Status
Neue Beiträge in diesem Thema müssen von einem Moderator freigeschaltet werden, bevor sie für andere Nutzer sichtbar sind.
Banned schrieb:
Naja, ich würde behaupten, die meisten würden in ihrem Leben gerne ein Haus bauen oder kaufen bzw. abbezahlen und gleichzeitig keine großen Abstriche machen müssen bei z.B. Familienurlauben und generellem Lebensstandard.
Wer nicht. Nur geht es hier um Personen, die sich das auch bei dem Szenario "Hohe Soziale Abgaben" noch leisten können. Ich habe nicht vergessen, was die Ausgangssituation war.

Banned schrieb:
Wenn das Finanzielle für dich keine große Rolle spielt und noch nie gespielt hat, dann hattest du in deinem Leben vielleicht einfach Glück.
Ich wurde in Baden-Württemberg geboren und Lebe da. Also ja, ich hatte Glück. Selbst nach Deutschen Maßstab. Aber mein Glück beschränkt sich dabei auch nur darauf, dass ich hier einen sicheren und halbwegs gut bezahlten Job habe. Und wer mehr Glück im Leben hatte, kann auch etwas abgeben.

Banned schrieb:
Ich persönlich bin auch jemand, der sich nicht übermäßig viel aus Geld macht. Trotzdem ist es der zentrale Faktor des Lebens in westlichen kapitalistischen Gesellschaften. Geld ermöglicht Lebensstil, Teilhabe (z.B. an kulturellen Ereignissen) oder z.B. auch sowas wie eine gute Ausbildung der Kinder (z.B. Nachhilfe oder Privatschule). Auch mindern ein Eigenheim oder Rücklagen das Risiko von Altersarmut.
Wie schon gesagt. Um dieses Szenario ging es hier nie. Ich bin auch für "mehr Netto vom Brutto". Besonders bei niedrigen Gehältern. Nur war der Ausgangspunkt ein anderer. Ich Zitiere mal den Teil von dir
Banned schrieb:
Stellt dir mal vor, du bist eine hochqualifizierte Fachkraft aus dem Ausland, die aufgrund ihrer Qualifikation voraussichtlich nie auf Sozialleistungen angewiesen sein wird und ein hohes Einkommen haben wird. Wo gehst du jetzt lieber hin?
Das hört sich für mich nicht nach einer Person an, die sich wegen hohen Sozialabgaben keine Wohnung leisten kann. Allgemein sind Wohnungen und Häuser in den letzten Jahrzehnten in Deutschland unglaublich teuer geworden, doch habe ich meine Zweifel, dass dies an den Sozialen abgaben zusammen hängt. Aber es ist ein Problem und gehört gelöst.

Banned schrieb:
Trotzdem ist es der zentrale Faktor des Lebens in westlichen kapitalistischen Gesellschaften. Geld ermöglicht Lebensstil, Teilhabe (z.B. an kulturellen Ereignissen) oder z.B. auch sowas wie eine gute Ausbildung der Kinder (z.B. Nachhilfe oder Privatschule). Auch mindern ein Eigenheim oder Rücklagen das Risiko von Altersarmut.
Stimmt. Nur auch hier nicht das von dir aufgestellten Szenario. Ab einem bestimmten Punkt ist man Finanziell so abgesichert, dass es nicht mehr darauf ankommt, ob man nochmals mehr Geld verdient oder nicht. Und gerade Amerika, welches du als Positiv Beispiel aufgeführt hast
Banned schrieb:
Ein Land mit wenig ausgeprägtem Sozialstaat, wo aber die Steuern und Abgaben vergleichsweise niedrig sind (z.B. USA).
Und dort leben die Menschen (welche jetzt nicht zu deiner genannten Prämisse gehören, welche ich nochmals Zitiert habe) noch mehr mit der Hand im Mund.

Banned schrieb:
Und das es auch eine große Wirtschaftsmigration nach Deutschland gibt (wenn auch vermehrt aus den gespiegelten Einkommensklassen), das willst du doch nicht wirklich abstreiten, oder?
Um ganz ehrlich zu sein. Dem rechne ich einen "geringen Anteil" zu, und stehst bei mir eher unten auf der Prioliste.

Banned schrieb:
Wenn, dann würde ich eher das liberaldemokratische Gesellschaftssystem (nein, das ist nicht gleichzusetzen mit Mentalität, da es rechtlich-institutionell verankert ist) als bedeutenden Faktor dafür ansehen, nach Deutschland zu kommen.
Ich glaube da sind wir uns einig.

Banned schrieb:
Nichtsdestotrotz sieht man aber leider auch, dass ganz viele Migranten damit eher wenig anfangen können.
In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass selbst deutsche damit Anfangen zu fremdeln. Also ja. Ist ein Problem.
 
Weedlord schrieb:
Hat das eigentlich irgendwelche konsequenzen das dass Sondervermögen quasi verpufft?

Ja - das Geld ist weg - jedoch belasten die Zinsen die nächsten Jahrzehnte die Haushaltsplanung. Somit deutlich weniger Spielraum - das Geld für wirklich sinnvolle Sachen auszugeben (Schule, Investitionen, Infrastruktur)

Weedlord schrieb:
Gibt es Informationen zu den höheren Ausgaben, eine Analyse die im Detail erklärt was passiert ist und warum alle Kassen "plötzlich" leer sind?

Das Sondervermögen wurde genutzt Sozialleistungen zu finanzieren sowie Haushaltslöcher zu stopfen. Details gibts beim Bund der Steuerzahler, Ifo Institut ...

Weedlord schrieb:
Alle sagen wir müssen sparen etc, aber nicht wie es dazu gekommen ist

Doch, wir haben all die Jahre wo wir ein Wirtschaftswachstum hatten in Deutschland nicht dafür genutzt, strengere Sparmaßnahmen durchzusetzen, Sozialreformen zu machen ...
Statt dessen sind die Sozialausgaben im gleichen Zuge gestiegen, wie auch das BIP. Dass fällt weniger auf, wenn man jedes Jahr wächst - kommt es aber zum Abschwung der Wirtschaft, müssen diese "Geschenke" wieder gestrichen werden. Das was die Arbeitnehmer & Unternehmer erwirtschaftet haben, wurde von den Politikern großzügig verteilt.

Und sparen muss die Bundesregierung. Allein wenn keine fossilen Kraftstoffe verkaufen, fehlen im Bundeshaushalt knapp 100 Milliarden Euro jedes Jahr. (Energiesteuer, CO2 Beitrag, Mehrwertsteuer auf die Produkte und Abgaben) Das sind aktuell 10% des Bundeshaushalts.
 
Banned schrieb:
Naja, ich würde behaupten, die meisten würden in ihrem Leben gerne ein Haus bauen oder kaufen bzw. abbezahlen und gleichzeitig keine großen Abstriche machen müssen bei z.B. Familienurlauben und generellem Lebensstandard.
Ich habe mal fett markiert, was meines Erachtens daran falsch ist.

In meiner Familie gibt es 3 Häuser ... und die Menschen, die diese Häuser gebaut bzw. gekauft haben, haben dafür natürlich Abstriche hinnehmen müssen ... und zwar meist über einen ziemlich langen Zeitraum (das Haus, welches mein Opa gebaut hat, war erst abbezahlt, als er schon in Rente war).
Da gabs halt nicht 2 Familienurlaube im Jahr, sondern mit etwas Glück mal alle 5 Jahre eine Woche Camping an der Ostsee oder am Steinhuder Meer.
In diese Zeit will niemand zurück ... aber in dieser Zeit haben sich deutlich mehr Leute noch den Hausbau geleistet ... auch, weil sie die Abstriche einfach hingenommen haben.

Der Grund, weswegen so wenige Menschen privat Häuser bauen oder kaufen, sind natürlich die hohen Kosten.
Es ist aber gleichzeitig auch die Denke, man müsse sich sowas ohne Abstriche leisten können. Der Wunsch ist menschlich, aber der Realismus sollte einem schon irgendwie sagen, dass es so eben nicht läuft.
Häuser zu bauen, war noch nie billig ... klar baut niemand ein Haus, der schon die Preise bei LIDL und ALDI für überzogen hält.

_killy_ schrieb:
Statt dessen sind die Sozialausgaben im gleichen Zuge gestiegen, wie auch das BIP
Und das einzige, was tatsächlich gestiegen ist, waren die allgemeinen Lebenshaltungskosten.
Das fällt natürlich in einem bereich besonders auf, in dem alles vorhandene Geld nur für diese Kosten draufgeht.

Mit diesen gestiegenen Kosten werden nicht nur die Sozialsysteme finanziert, sondern auch die über €20,-pro Stunde in einem Studentenjob ... natürlich wird das dann zur ewigen "Teuerschock-Spirale" und dank der Steuern auf alles hat der Staat auch einfach keinerlei Interesse daran, diesen Prozess irgendwie zu bremsen ... der verdfient da nämlich so ganz nebenbei ziemlich gut daran.

Die einzige Möglichkeit, die ich aktuell sehe, ist Automation ... denn der Mensch macht alles so superteuer.
Leider brauchen wir zur Staatsfinanzierung dann auch ein anderes Konzept, als die Besteuerung menschlicher Arbeit ... und dieses Eisen ist so heiß, dass es wirklich keine Partei anfassen möchte.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: fram, fandre und Reglohln
DerOlf schrieb:
Und das einzige, was tatsächlich gestiegen ist, waren die allgemeinen Lebenshaltungskosten.
Das fällt natürlich in einem bereich besonders auf, in dem alles vorhandene Geld nur für diese Kosten draufgeht.

Nein - das Wachstum des BIPs != Inflation. Hier hätte es über die Jahre dann doch schon noch ein deutlicheren Unterschied geben müssen, dass das Verhältnis BIP zu Sozialleistungen sich abschwächt. So aber wurde jeder Wirtschaftswachstum fleißig von der Politik dazu genutzt, Geschenke zu verteilen.
Deutschland gilt nicht umsonst als Hochsteuer & Abgabenland!

DerOlf schrieb:
Mit diesen gestiegenen Kosten werden nicht nur die Sozialsysteme finanziert, sondern auch die über €20,-pro Stunde in einem Studentenjob ...

Nein, der Student bekommt das Geld nicht als Sozialleistung, sondern von den Unternehmen wo die Studenten arbeiten.

DerOlf schrieb:
natürlich wird das dann zur ewigen "Teuerschock-Spirale" und dank der Steuern auf alles hat der Staat auch einfach keinerlei Interesse daran, diesen Prozess irgendwie zu bremsen ... der verdfient da nämlich so ganz nebenbei ziemlich gut daran.

Ein Teil des Wirtschaftswachstums wird immer auch durch Inflation "aufgefressen". Und der Staat ist der Letzte, der sich beschwert über ein Mehr an Steuereinnahmen.

DerOlf schrieb:
Die einzige Möglichkeit, die ich aktuell sehe, ist Automation ... denn der Mensch macht alles so superteuer.
Leider brauchen wir zur Staatsfinanzierung dann auch ein anderes Konzept, als die Besteuerung menschlicher Arbeit ... und dieses Eisen ist so heiß, dass es wirklich keine Partei anfassen möchte.

Sorry, da darf ich dir ganz klar widersprechen. Wir brauchen Automation & KI für:

a) unattraktive Jobs, wo es heute schon zu wenig Menschen gibt in diesen Jobs zu arbeiten, bspw Bäcker, Busfahrer, Logistk ...

b) effizientere Prozesse bei den Behörden - als Beispiel Elterngeld, die meisten Anträge werden erst nach über 2 Monaten dann final bearbeitet und dann kommt die Auszahlungen, die Eltern müssen also mit den Neugeborenen über 2 Monate auf Geld warten ... per KI & Automation kannst du sowas in weniger als 2 Wochen abarbeiten (die Eltern haben Steuernummern, die Babys bekommen innerhalb von 5 Tagen nach Geburt auch eine Steuernummer)

c) wir immer weniger Menschen im arbeitsfähigen Alter sind - die Arbeitskraft muss somit möglichst effizient eingesetzt werden

d) der Staat muss dementsprechend schauen, dass die Ausgaben gesenkt werden - um zukünftig mit weniger Einnahmen klar zu kommen. Mal das realistische Szenario -> über den Verkauf von fossilen Brennstoffen nimmt der Bund jedes Jahr knapp 100 Milliarden Euro ein über Energiesteuer, CO2 Beitrag sowie Mehrwertsteuer. Fahren wir zukünftig alle ein E-Auto - fehlen die 100 Milliarden Euro ... jedes Jahr! Deshalb muss der Staat SPAREN!

Wir haben somit kein Linkes Utopia a La Wall-E - wo die Menschheit so rein gar keine Jobs mehr machen muss und alles über Roboter & Co. erledigt wird. Also nein, diese zusätzliche Besteuerung wird von den Parteien (außer ganz links außen) - nicht angefasst, weil es so nicht benötigt wird.[/QUOTE][/QUOTE]
 
Ist das nicht eher ein Thema von Inflation und Zinsen? Das kam mir beim kurzen reinlesen hier in den Sinn. Dazu gibt es auch einiges an Infos:

Wirtschaftsdienst | Zeitschrift für Wirtschaftspolitik
2025
Staatsverschuldung: Die Inflation im Auge behalten - Wirtschaftsdienst

Berenberg
2025
Unaufhaltsame Staatsverschuldung – Konsequenzen für Anleger

Konrad-Adenauer-Stiftung
2022
Die EZB in der Zwickmühle zwischen Inflation und Staatsschulden

Hat das vielleicht auch etwas mit dem neuen Trend der Geldanlagetipps in Social Media und per Apps zu tun?

Leute, die auf das schnelle Geld aus sind gab es schon immer. Das ist nun ein Hype. Es könnte gesagt werden, dass das Geld früher eher so angelegt wurde, nicht dass es sich immer schneller vermehrt, sondern dass es sich stetig vermehren kann. Dieses Interesse hat der Hype nicht. Dem ist die Zukunft egal. Er will alles jetzt sofort.

Hinzu kommt der Online-Handel samt Zustelldiensten. Das steigert einerseits den Verkauf von Waren (und auch Dienstleistungen), wobei dies sowohl Billigprodukte als auch hochwertige Waren betrifft, und Verkauf steigert die Steuereinnahmen. Andererseits steigert es die Umsätze, da Leute lieber teuer online Essen bestellen als selber kochen, und Umsätze steigern die Steuereinnahmen. Aber insgesamt ist auch da zu bemerken, dass es nicht um etwas langlebiges geht, sondern alles immer nur kurzfristig. Früher hieß es NoName. Heute wird eine "Marke" (eventuell per Crowdfunding) über Nacht gemacht und verschwindet auch genauso schnell. Wegwerfgesellschaft. Es wird vermehrt nur noch von 12 Uhr bis Mittag gedacht. Heute kann eine große alte Marke innerhalb kürzester Zeit verschwinden oder entstehen. Wer investiert dann noch in Firmen ohne Zukunft? Es geht ums schnelle Geld. Egal was Morgen ist.

Was brachte tatsächlich Fortschritt? Fließbandarbeit. Kraftfahrzeuge (Handel). Telefon (Kommunikation). Computer (Datenverarbeitung). ... ?

Wie in den verlinkten Artikeln zu lesen ist, funktionieren die althergebrachten Werkzeuge zur Regulierung der Inflation nicht mehr.

Eine simplere Frage ist die nach der Regulierung der Inflation mittels Zinsen. Inflation (Preissteigerung) entstehe durch erhöhte Nachfrage. Eine Erhöhung der Zinsen kann diese drosseln. Scheinbar, da dann Geld eher angelegt wird anstatt damit Güter gekauft werden. Aber wenn das Geld per Hype auf die Schnelle angelegt wird, werden von den Gewinnen ebenso auf die Schnelle Güter gekauft. Es verschnellert sich, und zwar so schnell, dass nicht mehr hinterher reguliert werden kann. Die Zinsregulierung hat keine Wirkung mehr. Die Inflation kann nicht mehr reguliert werden. Erst ein Crash sorgt für einen Neustart, aber es rennt sich tot.

Ein altes Sprichwort sagt: Mache Schulden bei dem, der bald geht, weil die Schulden mit ihm gehen.
Die Häuslebauer am Ende der DDR, die alle ihr Häusle noch nicht abbezahlt hatten - Die Währungsunion: Halbierung der Guthaben - Halbierung der Schulden. Sie haben ein billiges Häuschen.

Inwieweit hat eine Staatsverschuldung eine Wirkung auf Inflation und Zinsen? Hat der Staat Schulden, ist er daran interessiert die Zinsen und die Inflation niedrig zu halten. Durch Schulden wird die Politik dazu gezwungen. Ansonsten könnte es ihr egal sein. Aber es ist bereits zu lesen, dass das Schuldengeld wie im Hype verwendet wird: zu kurz gedacht. Es wird gar nicht mehr daran gedacht es jemals wieder zurückzuzahlen?

Ehrlich gesagt bleibt zu hoffen, dass sie wissen was sie tun, und vielleicht soll es besser nicht jeder wissen was sie tun. Vielleicht hat es einen gewünschten Effekt - auf Langzeit gedacht.
 
Mirlo schrieb:
Inwieweit hat eine Staatsverschuldung eine Wirkung auf Inflation und Zinsen? Hat der Staat Schulden, ist er daran interessiert die Zinsen und die Inflation niedrig zu halten. Durch Schulden wird die Politik dazu gezwungen.

Inflation hilft einem verschuldeten Staat eher, als dass sie diesem Schadet. Durch Inflation werden die bestehenden Schulden entwertet. Gleichzeitig steigen die Preise für Produkte und Dienstleistungen - damit nimmt dann der Staat auch mehr Verbrauchssteuern ein. Auch Löhne & Gehälter passen sich der Inflation an - somit mehr Einkommenssteuereinnahmen für den Staat.

Umso höher also deine Schulden als Staat sind - umso weniger Interesse hast du somit, wirklich die Inflation im Zaum zu halten. Die Ampel-Regierung hat dies ja mit Bravour vorgemacht, die Inflation einfach passieren zu lassen, da es ihnen dienlich war.

Mirlo schrieb:
Es wird gar nicht mehr daran gedacht es jemals wieder zurückzuzahlen?

Je nach Verschuldungsgrad müssen Staaten Schulden gar nicht mehr zurück zahlen. Liegt die Quote der Schulden unter dem Vermögen der Bürger & Wirtschaftsleistung - so reicht es meist aus, die Zinslast zu bedienen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Mirlo
_killy_ schrieb:
Nein, der Student bekommt das Geld nicht als Sozialleistung.
Ich frage mich gerade, wie du diesen Beitrag so falsch hast verstehen können.
 
_killy_ schrieb:
Die Ampel-Regierung hat dies ja mit Bravour vorgemacht, die Inflation einfach passieren zu lassen, da es ihnen dienlich war.
Kannst du das bitte einmal stichhaltig darlegen?


Was ich bedenklich finde, ist, dass immer wieder gefordert wird, die angeblich so hohen Staatsschulden zu reduzieren und dabei auf den angeblich so großen und gewachsenen Sozialstaat verwiesen wird. Wo ist denn das Geld, was als Staatsschulden bezeichnet wird? Liegt das auf den Konten der Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind? Oder liegt es vielleicht doch ganz woanders?

Auf welchen Wert sollen die Schulden denn gedrückt werden? Und wieviel geben die Leute, die nach der Reduzierung des Schuldenstandes rufen, von ihrem Konto ab? Sie gehören ja meist selbst zu den Menschen, die deutlich mehr haben.

Fakt ist nun einmal: Schulden des Staates sind unser aller Vermögen. Daran gibt es nichts zu rütteln. Also sollen neben den oberen 1% vor allem auch diejenigen am meisten abgeben, die am härtesten und lautesten fordern.

Und wie der Staat in einer konsumbedingten Wirtschaftskrise, in der vor allem Firmen Einsparungen vorantreiben, dem Kreislauf damit direkt und indirekt Geld entziehen und die Staatsschulden vergrößern, sparen soll, bleibt wohl auch ein ewiges Geheimnis.

Stattdessen wird diskutiert, eine Konsumsteuer zu erhöhen, die hauptsächlich die Armen treffen und die Wirtschaft noch weiter abwürgen würde. Und das soll dann wiederum mit einer Einkommenssteuersenkung kompensiert werden, die hauptsächlich hohe Einkommen bevorteilt, was die Sparquote der Privaten und somit die Schulden des Staates weiter erhöhen wird?

Ist das eventuell einfach kalkuliert, um die Schuld einmal mehr auf die Armen und Zugewanderten zu schieben? "Alternative mit Substanz" eben.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: OdinHades, Kassenwart, KitKat::new() und eine weitere Person
Reglohln schrieb:
Kannst du das bitte einmal stichhaltig darlegen?

Google kaputt? Warst du zu Zeiten der hohen Inflationsraten vor ein paar Jahren nicht in Deutschland?!

Reglohln schrieb:
Was ich bedenklich finde, ist, dass immer wieder gefordert wird, die angeblich so hohen Staatsschulden zu reduzieren

Von der Verschuldungsquote insgesamt, steht Deutschland ja noch gut da. Von daher wäre dies nicht meine Prio. Jedoch:

Reglohln schrieb:
und dabei auf den angeblich so großen und gewachsenen Sozialstaat verwiesen wird. Wo ist denn das Geld, was als Staatsschulden bezeichnet wird? Liegt das auf den Konten der Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind?

Gibt der Staat jeden zweiten Euro mittlerweile für Transferleistungen aus. Auch bei den Sonderschulden - welches ja eigentlich mal für ganz andere Ausgaben genehmigt wurde - sieht man, dass dieses genutzt wurde um Sozialleistungen zu zahlen und Haushaltslöcher zu stopfen.

Bitte an der Stelle nicht falsch verstehen. Wir sind in Deutschland eine soziale Marktwirtschaft - und dass ist auch gut so. Jedoch funktioniert dieses System immer nur langfristig dann, wenn sowohl bei den Zahlern als auch bei den Empfänger mit gleicher Strenge draufgeschaut wird.
Aktuell vermissen sehr sehr viele Menschen diese Strenge Sicht des Staates, bei den Empfänger der Sozialleistungen. Dies sind man sehr sehr deutlich in den Absturz der SPD bei egal welchen Wahlen wir die letzten Monate/Jahre hatten. Die SPD ist keine Arbeiterpartei mehr. Auch die CDU hat Wähler verloren - aber nicht in dem Maße, wie es bei der SPD der Fall ist.

Reglohln schrieb:

Man kann die Vermögensverteilung immer aus mehreren Richtungen betrachten. Aus meiner Sicht sind die Abgaben auf Arbeitseinkommen viel zu hoch. Der Spitzensteuersatz greift ab dem 1,3 Fachen des Durchschnitteinkommens. Mehr als 4 Millionen Haushalte zahlen mittlerweile den Spitzensteuersatz. Dann kommen noch sehr hohe Sozialabgaben mit hinzu. Die Krux dabei ist jedoch auch, dass hiervon ja nicht nur Spitzenverdiener betroffen sind. Die Einkommenssteuertabelle ist halt derart gestaucht, dass man relativ schnell schon in deutlich höhere Einkommenssteuerbereiche kommt.

Meine Schlussfolgerung ist somit, die Vermögensverteilung wird deshalb immer ungleicher, weil die Menschen einfach zu viel belastet werden. Der Staat müsste deutlich weniger Steuern einnehmen, damit man auch noch als normaler Arbeiter sich entsprechend Vermögen aufbauen kann.
Geplant sind aber dann wieder neue Belastungen auf Kapitalerträge (alle sollen aber privat Vorsorgen) und Mieterträge (betrifft ebenfalls die Altersvorsorge).

Hierfür braucht es KEINE Gegenfinanzierung. Wir müssten nur Aufhören unnütze Ausgaben zu tätigen ... davon haben wir Milliarden jedes Jahr. China und Indien erhalten beispielsweise weiterhin ENTWICKLUNGSHILFE von Deutschland. Sorry - aber China hat uns bei der Wirtschaftsleistung doch schon längst überholt.

Reglohln schrieb:
Auf welchen Wert sollen die Schulden denn gedrückt werden? Und wieviel geben die Leute, die nach der Reduzierung des Schuldenstandes rufen, von ihrem Konto ab? Sie gehören ja meist selbst zu den Menschen, die deutlich mehr haben.

Nicht reduzieren - sondern umplanen! Investitionen machen, Schulen sanieren ...

Reglohln schrieb:
Fakt ist nun einmal: Schulden des Staates sind unser aller Vermögen. Daran gibt es nichts zu rütteln. Also sollen neben den oberen 1% vor allem auch diejenigen am meisten abgeben, die am härtesten und lautesten fordern.

Die oberen 1% sorgen dafür, dass wir in Deutschland viele viele gut bezahlte Jobs haben!

Reglohln schrieb:
Und wie der Staat in einer konsumbedingten Wirtschaftskrise, in der vor allem Firmen Einsparungen vorantreiben, dem Kreislauf damit direkt und indirekt Geld entziehen und die Staatsschulden vergrößern, sparen soll, bleibt wohl auch ein ewiges Geheimnis.

Weniger Steuern, weniger Bürokratie ... sowas hast du sicher schon mal gehört, oder?

Reglohln schrieb:
Stattdessen wird diskutiert, eine Konsumsteuer zu erhöhen, die hauptsächlich die Armen treffen und die Wirtschaft noch weiter abwürgen würde.

100% Zustimmung. Allein die hohen Spritpreise belasten die Haushalte - die sich kein E-Auto leisten können - egal ob neu oder gebraucht. Das Auto ist nämlich weiterhin für die meisten Haushalte die größte Ausgabe. So viele können sich ja kein Eigenheim leisten.

Reglohln schrieb:
Und das soll dann wiederum mit einer Einkommenssteuersenkung kompensiert werden, die hauptsächlich hohe Einkommen bevorteilt, was die Sparquote der Privaten und somit die Schulden des Staates weiter erhöhen wird?

Steuersenkungen sind wichtig, nur so kann man auch Vermögen aufbauen. Warum lassen wir den Spitzensteuersatz nicht auf dem aktuellen Niveau der Reichensteuer greifen? Und die Reichensteuer wird abgeschafft - dafür der Spitzensteuersatz dann auf das heutige Niveau der Reichensteuer angehoben?

Reglohln schrieb:
Ist das eventuell einfach kalkuliert, um die Schuld einmal mehr auf die Armen und Zugewanderten zu schieben? "Alternative mit Substanz" eben.

In meinen letzten Beiträgen kann man ja sehr deutlich lesen, dass ausländische Fachkräfte von Deutschland abgeschreckt werden, weil die Abgabenlast zu hoch ist im Verhältnis zu dem was sie dann hier bekommen. Wir sind attraktiv für ausländische Studenten - nach dem Studium schaffen wir es aber nicht, diese Menschen hier in Deutschland langfristig zu halten.

Die SCHULD gebe ich ganz klar den Soziallisten und ihren Verqueren Umverteilungsfantasien. Dass hat bisher noch in keinem Staat funktioniert, trotz dass diese soziallistischen Staaten auf extremen Bodenschätzen sitzen/saßen.

PS ich komme originär aus Sachsen Anhalt. 1999 ist damals die DVU in den Landtag eingezogen. 2012 hat diese sich selbst aufgelöst - einfach weil die Landespolitiker begriffen haben, Politik dient dem Volk und nicht umgekehrt. Es hat da kein Verbotsverfahren oder ähnliches gebraucht. Ich sehe es wirklich mit Schrecken, wie die aktuellen Parteien einfach so ignorant weiter sich von ihren bisherigen Wähler entfernen und damit der AfD nur den Rücken stärken.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Mondelorean
Das jeder 2. Euro Transferleistungen sind ist nur dann korrekt, wenn man Renten als solche betrachtet. Diese sind höchstens im weiteren Sinne Transferleistungen und werden oft deshalb als solche bezeichnet, weil das Geld vom Staat an Haushalte geht und zum Zeitpunkt des Empfangs ohne Gegenleistung sind. Dies ist eigentlich eine unzulässige Darstellung und Renten sind, genau genommen, keine Transferleistungen sondern eine Versicherungsleistung und man erhält sie nur gegen eine Gegenleistung, nämlich die Rentenbeiträge
Somit ist diese Aussage mit den Transferleistungen zwar regelmässig zu lesen, genau genommen aber falsch und basiert auf einer vereinfachten Einordnung der Renten als Transferleistungen, die eigentlich keine sind der eigentlichen Definition von Transferleistungen nach.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Mondelorean, OdinHades und Reglohln
_killy_ schrieb:
Diskussions-Stil kaputt?

_killy_ schrieb:
Warst du zu Zeiten der hohen Inflationsraten vor ein paar Jahren nicht in Deutschland?!
Du sollst darlegen, was und wie die Ampel genau etwas beim Energiepreisschock ausgenutzt hat.

_killy_ schrieb:
Die oberen 1% sorgen dafür, dass wir in Deutschland viele viele gut bezahlte Jobs haben!
_killy_ schrieb:
Gibt der Staat jeden zweiten Euro mittlerweile für Transferleistungen aus.
Merkst du was?

Hör auf mit dieser Mär. Wie lang willst noch auf den nicht vorhandenen Trickle-down-Effekt warten? Er ist wissenschaftlich nicht haltbar.

Abgesehen davon lenkst du ab, denn es hat nichts mit der zitierten Frage zu tun.

_killy_ schrieb:
Weniger Steuern, weniger Bürokratie ... sowas hast du sicher schon mal gehört, oder?
Das hat absolut nichts mit dem zitierten Abschnitt zu tun.

Aber wie eine Steuersenkung bei Bürokratieabbau helfen soll, müsstest du mal erklären. Spannend. Aber Bürokratie ist ja der neue Modebegriff. Sie gibt es seit langem und ist gar zurückgegangen, aber sie ist jetzt das Problem für die Wirtschaftskrise. Is klar.

_killy_ schrieb:
Steuersenkungen sind wichtig, nur so kann man auch Vermögen aufbauen.
Viel zu pauschale These, die direkt die neue Frage aufwirft, wie die riesigen Vermögen, die es auch in den Händen einzelner in Deutschland gibt, entstehen konnten.

_killy_ schrieb:
In meinen letzten Beiträgen kann man ja sehr deutlich lesen, dass ausländische Fachkräfte von Deutschland abgeschreckt werden, weil die Abgabenlast zu hoch ist
Klar, wir können ja lesen, was du schreibst. Und schreiben kannst du viel. Das sehen wir alle. Nur belegen solltest du das bitte auch.

_killy_ schrieb:
Verqueren Umverteilungsfantasien
sind eher Steuergeschenke an die Reichsten der Reichen. Aber klar: Wer mutmaßlich den Spitzensteuersatz zahlt, obwohl man sich selbst nicht als reich oder "Spitze" sieht, obwohl man zu den 10% der Reichsten zählt, hat sowieso den Bezug zur Realität verloren.

Daher auch vieles in diesem Post wieder nur Ablenkung und Aufmachen neuer Punkte.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: fram, knoxxi, s0undjan und 5 andere
Hallo

Erkekjetter schrieb:
Dies ist eigentlich eine unzulässige Darstellung und Renten sind, genau genommen, keine Transferleistungen sondern eine Versicherungsleistung und man erhält sie nur gegen eine Gegenleistung, nämlich die Rentenbeiträge
Das ist eigentlich eine unzureichende Darstellung, Rente in Form von Grundsicherung im Alter erhalten auch diejenigen die nie Rentenbeiträge eingezahlt haben.
Aufstockung der Rente in Form von Grundsicherung im Alter erhalten auch diejenigen die nicht genug Rentenbeiträge eingezahlt haben.
Im ersten Fall ist die Rente eine Transferleistung und im zweiten Fall ist die Rente eine Mischung aus Rente und Transferleistung.
Natürlich ist die Grundsicherung im Alter genau genommen keine Rente, für die Betroffenen ist es aber de facto die Rente.

Ich bin absolut dafür die Rentenversicherung genau so wie die Krankenversicherung für alle zur Pflichtversicherung zu erklären.
Es ist ein Unding das z.B. Selbstständige sich Ihr Arbeitsleben lang die Rentenversicherung sparen und im Alter soll die Gemeinschaft einspringen.
Vor allem müssen Scheinselbstständigkeiten (z.B. Paketfahrer) verboten werden, wo sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Rentenbeiträge sparen.

Grüße Tomi
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: LikeHike und Capet
Tomislav2007 schrieb:
Natürlich ist die Grundsicherung im Alter genau genommen keine Rente, für die Betroffenen ist es aber de facto die Rente.
Es ist das, was unser Rentensystem nicht leistet: Auch Menschen mit niedrigem Einkommen eine auskömmliche Rente bieten.

Da hätte man eventuell am Ende der Ära Schröder schon mal drüber naxchdenken sollen, denn eigentlich war damals schon klar, dass durch die Hartz-Reformen Rentner auf Staatskosten gezüchtet werden.
Aber angeblich war es ja so wichtig, einen beispiellosen Niedriglohnsektor zu schaffen ... warum war das wichtig? Ach ja ... die ständig arg gebeutelte deutsche Wirtschaft war schon damals am Boden.

Als erstes sollte man mal die gierigen Vorstände austauschen ... vielleicht werden dann auch mal wieder gute Entscheidungen getroffen, die nicht nur Vorständen und Aktionären Vorteile bringen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Kassenwart, Froki, JMP $FCE2 und eine weitere Person
Hallo

DerOlf schrieb:
Als erstes sollte man mal die gierigen Vorstände austauschen ...
Gegen wen denn, wo willst du nicht gierige Vorstände herkriegen und wer sollte die austauschen ?
Das ist bei Vorständen das gleiche wie bei Politikern, eine Krähe hackt der anderen keine Auge aus.

DerOlf schrieb:
vielleicht werden dann auch mal wieder gute Entscheidungen getroffen, die nicht nur Vorständen und Aktionären Vorteile bringen.
Jemand der solche Entscheidungen trifft wird meiner Erfahrung nach kein Vorstand werden (bzw. wird nicht lange Vorstand bleiben).
Meiner Erfahrung nach benötigt man für den Job eine gewisse Grundgier (Egoismus/Ellenbogen) um erfolgreich zu werden/bleiben.

Wie oft hatten wir schon Wechsel in der Wirtschaft/Politik wo wir gehofft haben das sich was ändert und wo sich nichts geändert hat ?

Grüße Tomi
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: DerOlf und FrankenDoM
DerOlf schrieb:
Als erstes sollte man mal die gierigen Vorstände austauschen
das sind so allgemeine Floskeln...ich denke es gibt so viele gierige, machtgeile Menschen. Das wird sich nie ändern.
Der Normalo Bürger wird dem immer ausgesetzt sein. Immer von Oben herab "regiert" werden.

Bin aber auch für eine einheitliche Rente. Und auch eine einheitliche Krankenversicherung. Nix mit privat und nicht privat.

Es fördert die Zweiklassengesellschaft. Bis diese Systeme fallen...also da steigt wohl eher der FC Bayern aus der 1. Bundesliga ab.

Tomislav2007 schrieb:
Wie oft hatten wir schon Wechsel in der Wirtschaft/Politik wo wir gehofft haben das sich was ändert und wo sich nichts geändert hat ?
Seit immer. Von daher plädiere ich für mehr direkte Demokratien oder sogar Zerschlagung und Zusammenlegung von Bundesländern usw.

Deutschland ist ein großes Land und große Unternehmen machen was? Sie gliedern aus, spalten sich auf usw. Warum nicht auch ein Staat? Warum nicht kleine Staaten gründen? Lassen sich besser und effizienter regieren würde ich fast sagen.
 
Hallo

getexact schrieb:
Von daher plädiere ich für mehr direkte Demokratien
Bitte nicht, wenn ich mir so manche Beiträge/Videos in sozialen Netzwerken ansehe, dann befürchte ich das schlimmste wenn die abstimmen würden.

getexact schrieb:
Von daher plädiere ich für mehr direkte Demokratien oder sogar Zerschlagung und Zusammenlegung von Bundesländern usw.
Erst möchtest du Bundesländer zerschlagen und zusammenlegen,...

getexact schrieb:
Deutschland ist ein großes Land und große Unternehmen machen was? Sie gliedern aus, spalten sich auf usw. Warum nicht auch ein Staat? Warum nicht kleine Staaten gründen? Lassen sich besser und effizienter regieren würde ich fast sagen.
...dann möchtest du den Staat spalten und kleine Staaten gründen, was denn nun ?

Ich bin dafür das man die verschiedenen Gesetze auf Landesebene abschafft, es dürfte nur Bundesweite Gesetze geben, das würde vieles vereinfachen.
Ein Land eine Linie fertig, das die Bundesländer in vielen (wichtigen) Bereichen ihre eigenen Gesetze/Vorschriften haben macht alles nur komplizierter.

Grüße Tomi
 
Den Förderlismus erneuern macht Sinn aber einige Gestaltungsmöglichkeiten auf lokalerer Ebene zu erlauben macht Sinn. Verkehrpolitik fällt genau darunter.
Der Förderalismus wird jedoch politisch nicht hinterfragt, sollte es aber weil manche Dinge bestimmt der Bund aber die Länder müssen es zahlen bekommen aber vom Bund nicht entsprechende Mittel. Da macht es sich der Bund auch zu "einfach".

Genau so auch bei der Krankenversicherung Reform, man packt nicht bei unzähligen gesetzlichen Krankenkassen an - welche alle ihren Wasserkopf haben. Genau so auch folgt man nicht den Empfehlungen bzgl. den Arzneiherstellern, denn Überraschung, es könnte ja der Wirtschaft gefährden.

Es gibt super Beispiele wie Österreich wo mit wesentlicher weniger Kosten eine bessere Pro-Kopf Versorgung durch gesetzliche Krankenkassen hinbekommt ...wahrscheinlich weil das gegen die BWL-isierung und Kapitalisierung einer Gesundheitsversgung ist, anders kann ich mir das nicht erklären.

An anderer Stelle macht man so einen Unsinn wie mit der freiwilligen 1000€ Steuerfrei Prämie. Ein Unternehmen, dem es schlecht geht, wird die 1000€ nicht zahlen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Free Radical
Shader schrieb:
An anderer Stelle macht man so einen Unsinn wie mit der freiwilligen 1000€ Steuerfrei Prämie. Ein Unternehmen, dem es schlecht geht, wird die 1000€ nicht zahlen.
Auch Unternehmen, denen es eigentlich sehr gut geht, werden das nur dann zahlen, wenn sie sich davon irgendwas erhoffen.
Imageverbesserung (diese Unternehmen werden es an die große Glocke hängen).
Bessere Mitarbeiterbindung (dann wird man das intern jedemn auf die Nase binden).

Oder man schafft es durch diese Zahlung in einen Bereich unterhalb seines Steuerfreibetrages ... oder man schafft es dadurch, im Rahmen der eigenen Vorsteuer zu bleiben, und muss dann nix nachzahlen, wenn man doch mehr Gewinn erwirtschaften konnte ... für Kleinselbstständige könnte das interessant sein.

ABER: Deutschen Unternehmen geht es seit Jahrzehnten grundsätzlich "sehr schlecht" ... und die Öffentlichkeit weiß das (ist ja Dauerthema in den Medien).
Also wird auch einfach niemand erwarten, dass irgendein deutsches Unternehmen diesen freiwilligen Bonus zahlt.
Das war von Anfang an reine Symbolpolitik.

Naja ... wenighstens haben die Vielfahrer nun wieder 2 Monate Rabatt.
Ich wette die Multis werden sich mindestens 1/3 davon selbst in die Tasche stecken (maximal 3/4 des Steuernachlasses wird an der Zapfsäule ankommen ... und die Politik wird da wie immer "aus Gründen" nichts gegen tun können).

Auch die neue Tankregel ist "technisch schlecht gemacht" ... ein winziges Detail, über das man offensichtlich nicht nachgedacht hat, stört gewaltig ... und zwar den Tankstellenbetrieb.

Warum musste es gerade 12 Uhr Mittags sein?
Hätte man den Zeitpunkt auf Mitternacht gesetzt, hätte sich für Kunden UND Tankstellenpersonal nichts geändert. Nur das hin und her bei den Spritpreisen hätte sich erledigt (tagsüber dürfte es dann ja nur nach unten gehen).

Nun ist die geschäftigste Zeit auf dem Hof zwischen 11 und 12 Uhr vormittags ... mittendtrin liegt unsere Kassenübergabe (12 Uhr Schichtwechsel ... und es gibt nur eine Kasse) ... die Spätschicht hat dann abends Leerlauf, weil die meisten auf den nächsten Vormittag warten (man weiß ja, dass es dann noch billiger sein wird).

Das bringt den ganzen Betrieb durcheinander ... im Grunde müssen wir unsere Schichtaufgaben nun anders verteilen, damit alles flüssig läuft.
Und alles nur, weil ein Paar Politiker "high noon" für eine geile Idee hielten.
Andert das ... dadurch wirds vielleicht nicht wirksamer, aber es bringt weniger durcheinander.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: getexact
DerOlf schrieb:
Ich wette die Multis werden sich mindestens 1/3 davon selbst in die Tasche stecken (maximal 3/4 des Steuernachlasses wird an der Zapfsäule ankommen ... und die Politik wird da wie immer "aus Gründen" nichts gegen tun können).
Na noch besser - die Preise werden vorher einfach nochmal konkret erhöht um dann mit dem Rabatt wieder da zu landen, wo sie aktuell ohnehin schon sind. Ich glaube nicht, dass wir schnell wieder Preise <2€ sehen werden.

Ich finde 12 Uhr Mittags als normaler AN auch ziemlich bescheiden. Zur jetzt potentiell günstigsten Zeit kann ich nie tanken, da ich da nunmal in der Arbeit bin. Und das geht wohl den meisten Leuten so. Hätte eher 18 Uhr genommen, das ist genau zu der Zeit, in der viele ohnehin auf dem Heimweg sind oder waren.

Der Termin kam vermutlich nicht ausschließlich aus der Politik sondern in Absprache mit den Ölfirmen. (Auch wenn das natürlich niemand zugeben würde).
DerOlf schrieb:
Auch Unternehmen, denen es eigentlich sehr gut geht, werden das nur dann zahlen, wenn sie sich davon irgendwas erhoffen.
Ich persönlich vermute, dass das auch bei Verhandlungen über Tarifverträgen dieses Jahr verwendet werden wird. IGM hat im Herbst wieder Tarifrunde. Ich erwarte schon, dass es keine direkte Erhöhung geben wird sondern zufällig bis 1000€ Sonderprämie und dann nächstes Jahr mal eine wirksame Erhöhung...

Hätte allen geholfen, hätte man einfach 1000€ höheren Steuerfreibetrag für alle gewährt. So schiebt man es den Unternehmen zu, sie sollen doch einfach mehr an die AN zahlen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Free Radical
Khaotik schrieb:
Na noch besser - die Preise werden vorher einfach nochmal konkret erhöht um dann mit dem Rabatt wieder da zu landen, wo sie aktuell ohnehin schon sind.
Oder er wird wie auch schon 2022 quasi vollständig durchgereicht. Später war es dann zwar deutlich weniger, aber er hat vor allem anfangs gewirkt.

Khaotik schrieb:
Ich finde 12 Uhr Mittags als normaler AN auch ziemlich bescheiden.
Die ganze Idee war ohnehin völliger Kokolores. Ich weiß auch nicht, was daran irgendwie preisreduzierend wirken soll.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Buttkiss und knoxxi
Status
Neue Beiträge in diesem Thema müssen von einem Moderator freigeschaltet werden, bevor sie für andere Nutzer sichtbar sind.
Zurück
Oben