Nachhaltigkeit im Alltag - Erfahrungen der Community (1. Beitrag beachten!)

Vigilant schrieb:
Ehrlich gesagt kann ich als obergearschte Gen-X mit diesem Boomer-Gebashe nichts anfangen. Ich lehne es sogar ab, weil es nur Schuldzuweisungen und Stigmatisierung beinhaltet und vom Lösungsgedanken ablenkt.
Wie man in den Wald ruft...

Ganz sachlich muss sich die Boomer Generation einiger Kritik stellen. Im Kern sind die genannten Punkte in sich belegbar. Sie haben letztlich mit Ihrem Wahlverhalten eine Menge Dinge wegignoriert/auf nachfolgende Generationen verschoben. Klimaerwärmung, Renten sind so Themen, die hätte man weit früher angehen können, wenn man gewollt hätte. Man hätte auch draus lernen können und sich bewusst nun um Änderungen bemühen können.

Wir sehen grade wohin wir wandern. Die CDU will Thema Klima/Nachhaltigkeit bewusst rückwärtsgewandte Wege gehen, die so mit der Verfassung nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Und die CDU wird noch immer vornehmlich von älteren Generationen gewählt. Bei der AfD nicht ganz so klar, aber auch dort spielen ältere Generationen einen erheblichen Einfluss am Wahlergebnis. Dies anzusprechen und zu kritisieren, ist kein Gebashe. Das bei der AfD sich vor allem die Generationen ab den Millenials nicht mit Ruhm bekleckern, kann/muss man ansprechen und aus meiner Sicht kritisieren. Bin selber Millenial und ich schäme mich massiv, dass meine Generation den Faschisten derart auf den Leim geht. GRade "wir", die Generation die unmittelbar von Punk und Konsumkritik beeinflusst wurden, wählen in großen Teilen Faschisten... Dem stehen aber dann auch in diesen Generationen viele Grüne und Linke Wähler entgegen. Zahlen dazu zur letzten Wahl hier: https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/umfrage-alter.shtml
Also Ja, boomer wählen in ganz großen Teilen so, dass ihre Fehler weiter fortgeführt werden. Sie haben also nichts gelernt und machen auch nicht wirklich was besser. Das es dort auch welche gibt, die das nicht tun, steht völlig außer Frage. Es ist aber eine kleine Minderheit.
Corto schrieb:
Meine Eltern sind frühe Boomer, jetzt Ende 60.
Das ist in DE GEn X.

Vigilant schrieb:
Vorwürfe sind an eine Politik zu richten, die es besseren Wissen und wissenschaftlichen Konsens entgegen nicht geschafft haben, bestimmte Weichen vor ca. 25-30 Jahren rechtzeitig zu stellen.
Dem widerspreche ich massiv! Politiker werden gewählt. Wähle ich CDU und das seit Jahrzehnten, trage ich die "Schuld". Die CDU hat in Bezug auf Klima/Nachhaltigkeit und Rente seit mehreren Jahrzehnten einen ziemlich klaren, sich kaum ändernden Kurs. Man kann dies durch sein Wahlverhalten ändern. Tut man es nicht, ist man das Problem. Ich kann auch nicht die AfD wählen und dann später, wenn Faschisten Faschistendinge tun, meine Kritik an die Politik richten. Und wenn mir Nachhaltigkeit etc. wichtig sind, wähle ich nicht CDU/AfD, denn es ist gesichert, dass dieses Thema dort nicht entsprechend behandelt wird.

Vll sollten wir nun auch zum Thema zurück kommen, nach diesem "aufgezwungen" Ausflug und gewisse User schlicht konsequent zu dem Thema ignorieren... Ich hatte mit meinem Beitrag nicht vor, eine Generationendiskussion anzufangen. Das war nicht die Intention. Sondern aufzuzeigen, was das Problem an den Selbstbeweihräucherungsposts ist und in welchem starken Kontrast sie stehen, wenn auch auch mit einer gewissen satirischen Übertreibung.
 
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@Erkekjetter
Teils. Mein Vater mit 69 Jahren ist noch boomer. Meine Mutter geradeso im ersten Jahr Gen X.

Das ist genau die jetzt aus dem Berufsleben scheidende Generation, die man mit dem SUV überall drüberorgeln sieht :D


Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir als Millenials und eben alle späteren Generationen, nicht mehr im Mangel aufgewachsen sind.
Da es uns eigentlich immer gut ging, was die Grundbedürfnisse angeht, haben wir natürlich einen anderen Fokus. Mein Eltern haben noch als Kinder mitgearbeitet in der Landwirtschaft, haben zu Weihnachten eine selbstgemachte Puppe von der Mutti bekommen und einen Apfel.
Sind Unterwasser zur Schule marschiert :D

Das sich jemand mit Bildung und unseren Annehmlichkeiten dafür entscheidet, weiterhin ein Arschloch zu sein ist mmn viel verwerflicher als das Verhalten der Nachkriegsgeneration.
 
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Vigilant schrieb:
Das "Problem" der Boomer ist, dass sie viele sind und in Wohlstand und Sicherheit aufgewachsen sind...
Die Boomer sind geboren zwischen 1946-1964.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3e/Generation_timeline.svg

Die frühen Boomer erinnern sich noch an diese Situation:
https://www.bpb.de/themen/nationals...-und-gesellschaft-im-zerstoerten-deutschland/

Vigilant schrieb:
... ohne großes Bewusstsein dafür, welche Kehrseiten damit einhergingen und noch immer wirken. Woher soll es auch gekommen sein? In der Schule haben sie es nicht lernen können,...
Keine Ahnung, aber vielleicht gibts Studien über die Entwicklung darüber, ab wann welcher Jahrgang der Boomer mehrheitlich frei und unabhängig darin war, über schulischen Werdegang inkl. anschließendem Studium frei und unbekümmert zu entscheiden. Man munkelt, dass das für viele Familien häufig schlicht nicht finanzierbar war.
-------------
Politik:
Vigilant schrieb:
Vorwürfe sind an eine Politik zu richten, die es besseren Wissen und wissenschaftlichen Konsens entgegen nicht geschafft haben, bestimmte Weichen vor ca. 25-30 Jahren rechtzeitig zu stellen.
(...)
Erste politische Konturen gewann das Thema Um
welt, als die SPD im Wahlkampf 1961 den „blauen
Himmel über der Ruhr“ propagierte - dafür aber
nur Spott erntete - und 1962 in Nordrhein-West
falen das erste Immissionsschutzgesetz erließ. Bay
ern richtete dann 1970 ein eigenes Ministerium für
Raumordnung und Umweltfragen ein - das erste
Umweltministerium in Europa. Doch erst zu Be
ginn der siebziger Jahre wurde Umweltpolitik zu
einem salonfähigen Thema, weil sich die Warn
signale ebenso verstärkten wie die internationalen
Anstöße - vor allem aus den USA und Japan -
sowie durch die Vorbereitungen zur Umwelt-Kon
ferenz der Vereinten Nationen (UNCHE) 1972 in
Stockholm. Dabei hatte die Koalition aus CDU/
CSU und SPD erst 1967 das sogenannte Stabilitäts
gesetz verabschiedet, das noch ganz im Zeichen
wirtschaftlichen Wachstums stand, an die ökologi
schen Probleme dagegen keinen einzigen Gedan
ken verschwendete.(...)

https://www.bpb.de/system/files/apuz_files/1994-49/APuZ_1994_49.pdf
---
Die Grünen dürften sich auch in der Hauptsache durch Boomer generiert haben....
 
Corto schrieb:
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir als Millenials und eben alle späteren Generationen, nicht mehr im Mangel aufgewachsen sind.
Das basiert aber auf dem Wirtschaftswunder der stillen generation. Die boomer haben dieses nicht zu versntworten aondern sind die ersten profiteure davon gewesen. Und haben sich daran ganz erheblich bedient. Was denkst du warum die Boomer die kaufkräftigtse generation ist und es danach wieder bergab ging mit dem vermögenszuwachs?

Ps: die boomer sind nicht die nachkriegsgeneration. Das ist die sogenannte stille generation.
 
Erkekjetter schrieb:
Vll sollten wir nun auch zum Thema zurück kommen, nach diesem "aufgezwungen" Ausflug und gewisse User schlicht konsequent zu dem Thema ignorieren
Gebe ich dir vollkommen recht. Mittlerweile glaube ich auch eher das gewisse User hier mehr oder weniger trollen als sie tatsächlich an einer Diskussion interessiert sind.
Corto schrieb:
Solar, Bio und Fairtrade finden sie super.
Meine Eltern sind Mitte 70 können mit Dingen wie reg. Energien, Bio, usw aus rein ideellen Gründen nichts anfangen. Das merke ich auch oft bei anderen Leuten aus der Generation. Die gucken einen nur mit grossen Augen an und nicken lächelnd wenn man was von Nachhaltigkeit oder Umweltschutz faselt. Der Zug ist wohl irgendwann abgefahren.
Sie verstehen aber Sicherheit und Kosten und sind dann Feuer und Flamme wenn sie mit einer PV-Anlage oder einem E-Auto Geld sparen können.
 
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Erkekjetter schrieb:
Wie man in den Wald ruft...

Ganz sachlich muss sich die Boomer Generation einiger Kritik stellen. Im Kern sind die genannten Punkte in sich belegbar.
Und andere vergessen sehr schnell, was die Boomer in ihrer Jugend bereits vor den 68ern angedacht und angeschoben haben.
Es fing mit dem Clean Air Act 1956 in GB an und weitete sich von da an auf Europa und die USA aus.
https://en.wikipedia.org/wiki/Clean_Air_Act_1956
Sorry, das die Boomer nicht so performant waren und alle Problem innerhalb von 5 Jahren gelöst haben und auch erstmal eine Lernkurve brauchten.
 
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Hallo

Rote Rose schrieb:
In der Schule lernt man wie man sich zu verhalten hat und dazu gehört auch Nachhaltigkeit und nicht verschwenderisch, sondern bescheiden zu leben.
Meine Schulzeit fing 1975 an und uns wurde nie etwas von bescheiden leben erzählt.
Im Gegenteil, es hieß wir sollen lernen damit aus uns etwas vernünftiges wird und es uns gut geht.

Rote Rose schrieb:
Früher war es selbstverständlich, dass man sich für übermäßigen Konsum schämt.
Das habe ich mit meinen 56 Jahren nie gehört/gelesen.
Im Gegenteil, wir haben als Kinder auch mit neuen teuren Sachen auf dem Schulhof angegeben (Adidas/Nike/etc.).

Du scheinst auf einer merkwürdigen Schule gewesen zu sein.

Grüße Tomi
 
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Erkekjetter schrieb:
Ganz sachlich muss sich die Boomer Generation einiger Kritik stellen.
Schon der Bergriff ist Kuhmist, sorry.
Und daß man nicht alle Menschen einer Altergruppe für gleich hält, ebenso.

Erkekjetter schrieb:
Klimaerwärmung, Renten sind so Themen, die hätte man weit früher angehen können, wenn man gewollt hätte.
"Unsere Renten sind sicher!" hat der kleine Lügner aus Rüsselsheim doch jahrelang in die Wahlmikrofone gebrüllt.

Erkekjetter schrieb:
Wir sehen grade wohin wir wandern. Die CDU will Thema Klima/Nachhaltigkeit bewusst rückwärtsgewandte Wege gehen, die so mit der Verfassung nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Und die CDU wird noch immer vornehmlich von älteren Generationen gewählt.
Ja, diese Partei sollte man als Hauptverantwortlichen an den Pranger stellen.

Erkekjetter schrieb:
Bei der AfD nicht ganz so klar, aber auch dort spielen ältere Generationen einen erheblichen Einfluss am Wahlergebnis. Dies anzusprechen und zu kritisieren, ist kein Gebashe.
Faschisten kritisieren ist immer angesagt, egal was sie machen.

Erkekjetter schrieb:
Das bei der AfD sich vor allem die Generationen ab den Millenials nicht mit Ruhm bekleckern, kann/muss man ansprechen und aus meiner Sicht kritisieren. Bin selber Millenial und ich schäme mich massiv, dass meine Generation den Faschisten derart auf den Leim geht.
Die Kategorisierung wollten wir doch unterlassen.

Erkekjetter schrieb:
GRade "wir", die Generation die unmittelbar von Punk und Konsumkritik beeinflusst wurden, wählen in großen Teilen Faschisten... Dem stehen aber dann auch in diesen Generationen viele Grüne und Linke Wähler entgegen. Zahlen dazu zur letzten Wahl hier: https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2025-02-23-BT-DE/umfrage-alter.shtml
Also Ja, boomer wählen in ganz großen Teilen so, dass ihre Fehler weiter fortgeführt werden. Sie haben also nichts gelernt und machen auch nicht wirklich was besser. Das es dort auch welche gibt, die das nicht tun, steht völlig außer Frage. Es ist aber eine kleine Minderheit.

Das ist in DE GEn X.
Solange das Kategoriedenken nicht verschwindet, werden wir nichts bewegen.
Es gibt in jedem Alter Gut und nicht Gut.
Mein Studienkollege hat Solarthermie, Photovoltaik und eine Wärmepumpe als Hausheizung / Energieversorgung,

Hätte ich sein Einkommen gehabt, wäre es bei mir genau so.

Erkekjetter schrieb:
Politiker werden gewählt.
Aber nur die Hälfte.
Die andere Hälfte wird auf Listen gesetzt in vorbestimmter Reihenfolge und dann als Partei gewählt.

Erkekjetter schrieb:
Vll sollten wir nun auch zum Thema zurück kommen, nach diesem "aufgezwungen" Ausflug und gewisse User schlicht konsequent zu dem Thema ignorieren... Ich hatte mit meinem Beitrag nicht vor, eine Generationendiskussion anzufangen.
Das bringt auch nichts.
Alle vorwärts gewandten Menschen sollten sich einig sein und nicht durch das Alter teilen lassen, wie das gewisse Kreise sicher wollen, die solche Begriffe bewußt in den Umlauf bringen.

Meine Tochter hat sehr oft die gleiche Meinung wie ich und die ist sehr viel jünger.

Das Generationengequatsche dient nur der Ablenkung von Fehlern, die die POLITIKER gemacht haben, denn die erlassen die Gesetze.

Das wählende Volk hat da meist keinen Einfluß mehr, wenn der Papierstapel erst im Bundestag / -rat auf dem Tisch liegt.
 
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Jep, ich verstehe und kann nachvollziehen, wie sich solche Kategorien bilden. Zum akademischen Nachvollziehen bestimmter Entwicklungen ist das sicherlich auch brauchbar. Verstehe die Vergangenheit, wenn du in die Zukunft steuerst.

Wenn das aber dazu führt, eine Person nur aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Gruppe ohne weitere Kenntnis über sie zu stigmatisieren, abzuwerten, zu beschuldigen, bewegen wir uns im lupenreinen Vorurteil.

Wir sollten mittlerweile klüger sein. Eigentlich. Die Beobachtung unserer Gegenwart liefert allerdings häufig Gegenteiliges.

Für wirkliche Nachhaltigkeit braucht es dann auch mehr, als nur Verhaltensänderung im Konsum, sondern auch im Kopf. Mit dem Finger auch andere zeigen gehört nicht dazu, tribalisieren und spalten ebensowenig.

Umso mehr Menschen das begreifen und in intrinsische Motivation umsetzen, desto besser. Kein Warten auf die oder den anderen, auf Parteiprogramme. Vorangehen, jetzt, ohne zu zögern.

"Das Problem besteht häufig nicht darin, die Vergangenheit loszulassen, sondern Neues zuzulassen". (Zitat aus Stranger Things). Passt ganz gut, wie ich finde. Bisschen mehr vergeben, Nachsicht und Blick nach vorne.

Das Gejammere über ganze Generationen erinnert mich immer an die aktive Fussball- und später Football-Zeit. Es gab Spieler, die verbrachten nach einem Foul Minuten am Boden mit Geheule und dem Lamentieren Richtung Schiedsrichter und dem Beklagen der fiesen Ungerechtigkeit, andere standen sofort wieder auf, manchmal mit Schmerzen, und machten einfach weiter.

Genau diese Mentalität braucht es, um wirklich voranzukommen.

Nachhaltigkeit spiegelt sich u.a. in drei Ebenen:

1. Veränderungsbedarf (Klima, Gesundheit, Wohlstand, Frieden, ...)
2. Veränderungsfähigkeit (Technik, Ressourcen, Wissen, ...)
3. Veränderungswille (Mentale Stärke, Mut, Entschlossenheit, Einsatzbereitschaft, Gemeinschaft, Zusammenhalt, ...)

Die ersten beiden Punkte sind in der Regel schnell auszumachen, selbst wenn es immer noch Flitzpiepen gibt, die den Bedarf leugnen, meistens, weil sie vom Status Quo profitieren.

Aber auf den 3. Punkt kommt es am Ende immer wieder an, weil dort das Momentum geschaffen wird, Widerstände und große Herausforderung überwinden zu können.

Wenn alles drei zusammenkommt, nähern wir uns wirklicher Nachhaltigkeit. Und die notwendige Veränderung fängt bei jeden von uns an. Im Kleinen und im Großen.

Und genau das sollte auch im Mittelpunkt dieses Threads stehen. Gar nicht so einfach, wieder die Kurve zu bekommen... 😅
 
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Edit: ich lass mich das Thema jetzt nicht wieder aufzwingen. Ich hatte klar dargelegt, wie es zu verstehen war, die gemachten Aussagen sind somit bereits widerlegt. Mir geht aber absolut auf den Keks, dass man die Wähler von Parteien imemr losgelöst betrachten will und stets nur die Politiker angreift. Ohne einen Wähler, regiert kein Politiker und keine PArtei. ich muss niemanden zigmal wiederwählen. Ich kann nach 4 JAhren ein Zeichen setzen. Fool me once, shame on you. Fool me twice, shame on me.
 
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Back to topic? 😬😁
 
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Nachdem wir nun lange über Co2 und unter anderem über die Transportkosten von Lebensmitteln gestritten haben, hab ich gestern ein Slide in meiner Timeline gehabt das ziemlich ernüchternd war.

Da dort offizielle Daten zitiert wurden gehe ich mal davon aus das es stimmt:

etwa 75% der Co2-Emissionen im Transport kommen durch den LKW Transport, welcher aber nur ca 17% der Waren bewegt. 3% sind per Zug, ca 0,5% per Luftfracht. Der Rest und damit ca 75% der Waren gehen per Schiff mit hoher Effizienz von nur ca 3% der Transportbedingten Co2 Emissionen.

Nun meint man, ja geil - wenn wir weniger LKW und mehr Schiene machen - dann sind wir einen Schritt weiter.

Aber leider nein.

Wenn man Erzeugung mit in die Rechnung nimmt, sind 75% der Gesamtmenge an Co2 von Lebensmitteln einzig und allein die Existenz von Rindern zur Fleisch und Milchgewinnung.

Da kann man soviel optimieren an Regionalität und Transport wie man will, der einzige große Hebel den wir haben - ist das Ende der Massentierhaltung speziell von Kühen. Der Ganze Bums drumherum ist nicht mal ein Viertel der Gesamtbelastung.
 
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Wobei hinsichtlich Nahrungsmittel noch zwischen CO²-Emissionen und weiteren klimaschädlichen Emissionen, wie Methan und Stickoxide zu differenzieren wäre, die aber auch in CO²-Equivalenten berechnet werden können:

https://ourworldindata.org/emissions-by-sector

Wer also bei Nahrung einen möglichst großen Effekt erzielen möchte, verzichtet auf Fleisch. Und auch hier lässt sich weiter differenzieren:

https://ourworldindata.org/grapher/food-emissions-supply-chain

Allein der Verzicht auf Rind- und Lammfleisch hätte einen sehr großen Effekt. Und der Verzicht auf Schokolade... fuck. Ersteres kein Problem, aber Schokolade? Wie soll das denn gehen? 😅

Im Ernst. Es ist wichtig, sich auf Primärverursacher zu konzentrieren, wenn ein möglichst großer und nachhaltiger Effekt erzielt werden soll. Viele Dinge im Alltag werden hinsichtlich ihrer Wirkung überschätzt und sind eher für die persönliche Beruhigung geeignet als für eine wirklich wirksame Einflussnahme.

Natürlich macht auch Kleinvieh Mist, um bei einer passenden Analogie zu bleiben. Besser als nichts. Aber für den "Big Impact" muss man sich auf die großen Hebel fokussieren.
 
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Corto schrieb:
Wenn man Erzeugung mit in die Rechnung nimmt, sind 75% der Gesamtmenge an Co2 von Lebensmitteln einzig und allein die Existenz von Rindern zur Fleisch und Milchgewinnung.
Die Zahl kommt mir recht hoch vor. Was ist mit Schweinefleich und Geflügel? Das wird ja hier in D öfter gegessen als Rind. Bzw, beziehen sich die Zahl auf Deutschland oder Weltweit?
Vigilant schrieb:
Und der Verzicht auf Schokolade... fuck. Ersteres kein Problem, aber Schokolade? Wie soll das denn gehen?
da steht ja "dunkle Schokolade".... die krieg ich eh nicht runter. Da kann ich mir gutem Gewissen weiter weisse Schoki essen :-) Verdammt.... Käse.....
Mich überrascht wirklich das Schwein so viel weniger belastet.
 
Buttkiss schrieb:
Die Zahl kommt mir recht hoch vor. Was ist mit Schweinefleich und Geflügel? Das wird ja hier in D öfter gegessen als Rind. Bzw, beziehen sich die Zahl auf Deutschland oder Weltweit?

Ich müsste das reel nochmal finden, wie schwierig das ist weist du sicher :D

Allgemein kann man aber sicher sagen, das Rinderhaltung um ein vielfaches mehr co2 emittiert (oder methan was vielfach so klimaschädlich ist) als die Haltung von anderen Tieren. Ob das am wiederkäuen oder anderem liegt weiß ich nicht.

mal kurze Zahlen aus Bayern - die ja nicht für linksgrüne ideologie bekannt sind :D
https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07..._von_treibhausgasen_in_der_landwirtschaft.pdf

Zitat:
"Rechnet man den Anbau von Futtermitteln der Tierhaltung und den Einsatz von
Wirtschaftsdüngern dem Pflanzenbau zu, so stammen rund 2/3 der in der Landwirtschaft
emittierten CO2-Äq. aus der Tierhaltung. Im Wesentlichen sind sie der Rinderhaltung (über 80
% der Emissionen aus der Tierhaltung) und hier wiederum der Milcherzeugung (ca. 70 % der
Emissionen aus Rinderhaltung) zuzurechnen. Die Treibhausgase entstehen im Wesentlichen
bei der Futterproduktion (etwa 75 % der Emissionen aus der Tierhaltung) und der Verdauung
(gut 20 %). Im Pflanzenbau (und damit auch im Futterbau) schlagen vor allem die
Moornutzung, die Entwässerung und die Stickstoffdüngung zu Buche."

Auch sehr interessant auf Seite 2 die Charts zur Verteilung der Emissionen auf die verschiedenen Gase:
1772700808849.png


und nun Rinder:

Milch:
1772700845945.png


und nun der König pro KG, Rindfleisch:
1772700877833.png
 
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Vigilant schrieb:
Wobei hinsichtlich Nahrungsmittel noch zwischen CO²-Emissionen und weiteren klimaschädlichen Emissionen,
Das wird ja umgerechnet. Ne Kuh pupst kein CO2...

Im gegensatz zum Transport kann man bei der Erzeugung acuh nur bedingt durch einsparen was tun. LKWs werden verstärkt durch E-LKW ersetzt werden können. Dazu sind zwar auch ressourcen nötig, mit nachhaltiger Stromerzeugung wäre aber das Treibhausproblem gelöst und Batterien und sonstige Rohstoffe eines LKWs können auch aus diesem recycelt werden. Die dafür nötige Energie wiederum kann nachhaltig erzeugt werden. Es besteht dort also hohes Potential an Verbesserungen.

Bei der Fleischerzeugung selber jedoch nicht. Und dabei ist es fast egal ob Kuh, Schwein, Henne oder Fisch. So wie wir es derzeit konsumieren und erzeugen kann das nicht weitergehen, vor allem die Masse des Konsums. Bei Fisch wäre noch etwas Potential da. Fischerzeugung im Süßwasser, ohne Fütterung mit Fischprotein aus der absolut desaströsen Fischfangindustrie aus dem Meer, würde hier viel helfen. Karpfen wäre ideal und würde bei richtiger Haltung auch nicht schlammgi schmecken. Zander schmeckt sehr gut, kann aber nicht derart effizient gezüchtet werden. Europäischer Wels wäre ebenfalls sehr gut züchtbar und ist ein besserer Verwerter als Zander. Flussbarsche ebenso. Besonders ideal wäre das massenhafte Fangen und verwerten der ohnehin problemtaisch invasiven Arten wie der Schwarzmeergrundel.

Aber phne Proteine aus Insekten und/oder künstlicher Züchtung bzw. massiv weniger Fleischkonsum als solches werden wir nicht herumkommen. Und das ist vorallem ein mentales Thema im Kopf der MEnschen.
 
Allgemein weniger Fleisch und wenn dann irgendwas außer Rind.
Aber Hauptsache weniger Fleisch.
 
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